Die Louvre Hotels Group ist zweitgrößter Betreiber von Hotelketten in Europa mit
976 Häusern auf dem Kontinent und 1126 weltweit – und nun auch in Deutschland weiterhin auf Wachstumskurs. Im Sommer hat das französische Unternehmen neun Première Classe-Hotels eröffnet, und zwar in Berlin, München, Frankfurt, Schweinfurt, Hannover, Kassel, Köln, Düsseldorf und Ratingen. „Wir haben diese Häuser mit insgesamt fast 740 Zimmern von Motel One übernommen, bauen gerade ein neues Première Classe-Hotel am Frankfurter Flughafen und entwickeln eines in Dresden. Innerhalb der kommenden drei Jahre wollen wir auf 50 Häuser in Deutschland wachsen“, sagt Pierre-Frédéric Roulot, CEO der Louvre Hotels Group.

Diese Wachstumsstrategie hängt eng mit dem Konzept der Louvre Hotels Group im Budget-Segment zusammen. „Wir wollen Komfort mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis verbinden und setzen dabei auf die Faktoren Modernität und Qualität. Will heißen, wir arbeiten mit hohen Leistungsstandards und bieten dabei ein Produkt an, das sich von anderen unterscheidet“, erläutert Pierre-Frédéric Roulot. Zu den Merkmalen der Première Classe-Hotels gehört beispielsweise die Fokussierung auf die Lobby als „Wohnzimmer auf Zeit“. „Wir wollen, dass das Leben in der Lobby stattfindet. Deshalb verzichten wir beispielsweise bewusst auf Wände und haben uns für einen dauerhaft komplett offenen Empfangs- und Aufenthaltsbereich entschieden. Damit wollen wir den Austausch und die Kommunikation unter den Gästen fördern.“ Er wolle in den Première Classe-Hotels vermeiden, dass beispielsweise Geschäftsreisende den Abend allein auf ihren Zimmern verbringen würden.

Die Lobby ist für den Hotel-Chef der „Startpunkt“ für jegliche Aktivität in den Première Classe-Häusern. Deshalb sei diese auch entscheidend für den Eindruck der Gäste und die Wahrnehmung des Hotels und müsse so attraktiv wie möglich sein. „Das Zimmer muss Mindeststandards genügen, was Ausstattung und Qualität angeht. Aber es ist nicht entscheidend für den Hotelaufenthalt“, sagt Pierre-Frédéric Roulot. Die Lobby der ehemaligen Motel One-Hotels sei so gestaltet, dass der Gast dort Zeit verbringe könne und wolle – Frühstücksbereich, Restaurant und Bar gingen ineinander über, sodass für den Start in den Tag sowie fürs Mittagessen, das anschließende Meeting und den Ausklang die gesamte Infrastruktur vorhanden sei.

In Verbindung mit einem guten Preis ließen sich Gäste auf diese Weise überzeugen, Première Classe an den verschiedenen Standorten regelmäßig zu wählen. Deshalb verzichtet die Gruppe bewusst auf die Listung in den Online-Buchungsmaschinen. Pierre-Frédéric Roulot ist sich sicher: „Können wir den Gast mit unserem Konzept überzeugen, kommt er wieder – und zwar dauerhaft.“

Ein solches Konzept zu etablieren, bedeutet aber auch, einen großen Aufwand einzugehen. Schließlich geht die Neugestaltung der Lobby mit enormen Umbaumaßnahmen einher – sofern sich diese überhaupt aufgrund der Hotelarchitektur realisieren lassen. Der Louvre Hotels-CEO sieht deshalb die Kettenhotellerie ein wenig im Vorteil gegenüber Individualhotels, solche Veränderungen zu ermöglichen. Grundsätzlich ist Pierre-Frédéric Roulot aber überzeugt davon, dass auch kleinere Häuser von einer solchen Idee profitieren können, wenn sie die Investitionen stemmen können.09