Seit etwa fünf, sechs Jahren geschehen in der Branche Dinge, um die hätte sich ein Hotelier noch vor nicht allzu langer Zeit keine großen Gedanken gemacht. Hacker-Angriffe waren irgendwie weit entfernt. Mittlerweile sind Fälle bekannt geworden, die für die betroffenen Hotels fast schon den Supergau bedeuten. 2016 stieg die Zahl der Cyberattacken explosionsartig um 1 270 Prozent an. Das Beratungsunternehmen KPMG schätzt, dass die Schäden durch digitale Angriffe 2016 weltweit 450 Milliarden Euro betrugen, in Deutschland 51 Milliarden Euro. Nicht von ungefähr boomt in den USA daher die „Cyberversicherung“, die hierzulande noch eher selten ist. Aber wir leben nicht auf der Insel der Glückseligen. So wurde beispielsweise im Dezember 2016 das Hotel Forellenhof im Rothaargebirge Wingeshausen durch einen Cyber-Angriff lahmgelegt – was mit einem Trojaner in einer „harmlosen Bewerbermail“ gelang.

Und Anfang dieses Jahres wurde das Hotel Jägerhof in Österreich bereits zum wiederholten Mal angegriffen. Dabei wurden alle Hotelcomputer inklusive Reservierungs- und Kassensystemen lahmgelegt, auch die Keycards funktionierten nicht mehr. Nur durch Lösegeldzahlung in Form von Bitcoins konnte das System wiederhergestellt werden. Unabhängig von den Kosten zur Wiederherstellung der Systeme erleidet ein Hotel durch solche Fälle einen großen Imageschaden. Mit den vielen Daten, die ein Hotel von seinen Gästen speichert, ist das Management zudem längst per Gesetz verpflichtet, die personenbezogenen Daten zu schützen. Allein die Tatsache, dass man bei einem derartigen Hacker-Angriff sämtliche Gäste benachrichtigen muss, ist eine für jeden Hotelier erschreckende Vorstellung. Eine Cyberversicherung schützt zwar nicht vor Kriminellen, sie hilft aber bei der Schadensbegrenzung. So werden die Kosten für den IT-Techniker zur Wiederherstellung der Daten übernommen, ein Rechtsberater wird zur Verfügung gestellt, zudem bekommt der Hotelier einen Spezialisten für Cyber-Bekämpfung an die Hand, der im Notfall auch mitten in der Nacht kommt. Experten sprechen mittlerweile davon, dass eine Cyberversicherung künftig so wichtig wie die Feuerversicherung sein wird.