Nachdem die Studienanfängerquote bereits seit 2011 bei über 50 Prozent liegt, hat sie 2014 nach ersten vorläufigen Ergebnissen einen neuen Höchststand von 57,3 Prozent erreicht (2013: 53,1 Prozent). Das sogenannte „Matching“ auf dem Ausbildungsmarkt wird damit branchenübergreifend zunehmend schwieriger, wie auch die BDA in ihrer Bewertung des Berichts feststellte. 2014 sei das siebte Jahr in Folge gewesen, in dem es mehr unbesetzte Lehrstellen als unversorgte Bewerber gab. Insbesondere die Angebote kleiner Betriebe fänden zunehmend kein Echo. Das BIBB weist eindringlich darauf hin, dass ein solches Missverhältnis von Studienanfängern zu Auszubildenden von heute die Fachkräfteengpässe von morgen schafft.

Das Gastgewerbe spürt diesen Fachkräftemangel bereits. Lehrstellen bleiben unbesetzt, und auch die Suche nach qualifiziertem Personal gestaltet sich dementsprechend immer wieder als schwierig. Der DEHOGA Bundesverband begrüßt deshalb die Deutlichkeit der Aussage des Bundesinstituts für Berufsbildung. Es bedürfe keiner langwierigen Forschungen, wie sie die Bundesregierung anstrebt, um zu sehen, dass der Akademisierungstrend ein Ausmaß erreicht habe, das sowohl für das Ausbildungssystem als auch für den zukünftigen Arbeitsmarkt in vielen Branchen eine Gefahr darstelle. Die Politik müsse deutlicher als bisher sagen, dass eine akademische Bildung in Zukunft voraussichtlich nicht automatisch der beste Weg für eine sichere Berufs- und Erwerbsperspektive sein werde.