Ein eigenes Restaurant, Café oder Bistro – so manch einer hegt den Traum von der eigenen Existenz in der Gastronomie. Um diesen Traum jedoch auch wahr werden zu lassen, bedarf es zunächst einiger Vorbereitungen. Eine gute Idee alleine reicht nicht aus, um den eigenen gastronomischen Betrieb aufzubauen und zugleich noch in richtiges Fahrwasser zu bringen. Nicht ohne Grund scheitern in den ersten drei Jahren rund 50 Prozent der Gründer in der Gastronomie. Meist lässt sich das Scheitern auf eine schlechte Vorbereitung, falsche Erwartungen oder unausgereifte Konzepte sowie Arbeitsprozesse zurückzuführen. orderbird hat in einem Gastro-Gründer-Guide zusammengestellt, worauf Gründer achten und welche Vorbereitungen sie treffen sollten, wenn sie den eigenen gastronomischen Betrieb gründen möchten. Ein wichtiger Punkt beim Start vor dem Start ist hierbei natürlich die passende Immobilie, die gefunden werden muss. „Anhand einiger Punkte lässt sich bereits vor der Besichtigung einer Immobilie abklopfen, ob sie für das eigene Gastro-Konzept passt oder nicht“, schildert Patrick Brienen, Co-Founder & Chief Sales Officer bei orderbird, das iPad-Kassensystem für die Gastronomie. Gründer sollten sich fragen, wie es um die Erreichbarkeit der Immobilie mit öffentlichen Verkehrsmitteln sowie mit Fahrrad und Auto steht. Ebenso sei die Parkplatzsituation vor Ort entscheidend, genauso wie der Ruf und das Image der Gegend. Weitere zu beachtende Punkte seien die Zielgruppe vor Ort oder im näheren Umfeld und die Konkurrenzsituation in der Nachbarschaft. „Passt die Immobilie auf den ersten Blick, ist es ratsam, sofort einen Besichtigungstermin zu vereinbaren und vor Ort Details zu überprüfen“, empfiehlt Brienen.

Jonathan Beruk vom „Jesse James“ in Frankfurt nutzt die Lage im Bankenviertel für seine Bar und sein Restaurant – so wird aus dem alten Tresor der besonderen Location ein stylisches Barregal.

Jonathan Beruk vom „Jesse James“ in Frankfurt nutzt die Lage im Bankenviertel für seine Bar und sein Restaurant – so wird aus dem alten Tresor der besonderen Location ein stylisches Barregal. (Foto: orderbird)

Auch das Thema Außengastronomie gehört mit hinein in anstehende Überlegungen. Denn bei schönem Sonnenschein sind alle Restaurants mit Außenbereich und sonnigem Plätzchen im Freien klar im Vorteil. „Bei der Besichtigung einer Immobilie für den eigenen gastronomischen Betrieb macht es daher auch Sinn, auf die entscheidenden Kleinigkeiten zu achten. Selbst wenn der Italiener an der Ecke das teurere und zugleich qualitativ schlechtere Essen anbietet, mit einem Außenbereich mit Südausrichtung steht er im wahrsten Sinne des Wortes auf der Sonnenseite und in der Gunst der Gäste. Die Aufteilung der Gasträume sowie der Arbeits- und Lagerräume und Laufwege sind ebenfalls bedeutend und abhängig vom Konzept“, führt Brienen weiter an. Sobald die richtige Immobilie gefunden ist, gehe es auch um die Frage: kaufen, mieten oder pachten der Räumlichkeiten. „Da vielen Gastro-Gründern oft das Geld fehlt, fällt der Kauf einer Gastro-Immobilie meistens weg. Stattdessen bleibt bei einer zeitweisen Überlassung der Immobilie die Miete oder die Pacht“, so Brienen. Doch was ist besser? „Entscheidender Unterschied zwischen den beiden Varianten ist, dass ein Pachtvertrag auch die sogenannte ,Fruchtziehung‘ ermöglicht. Bei einem normalen Mietvertrag ist nur die Nutzung der Räumlichkeiten erfasst. Ein Pachtvertrag hingegen deckt zusätzliche Rechte ab wie beispielsweise die Nutzung von etwaigem Interieur und die damit verbundenen Vorteile.“ Im Falle einer Gastro-Immobilie könne dies Inventar sein wie zum Beispiel die Küche mitsamt Kühlschränken, Spülmaschine und Herd. Würden hingegen lediglich ein paar Regale überlassen, liege der Fokus auf mietvertraglichen Elementen. Laut Paragraph 581 BGB stellt der Pachtvertrag einen eigenständigen Vertragstyp dar (Paragraph 581 BGB). Die rechtliche Ausgestaltung orientiert sich jedoch weitgehend am Mietrecht. Abweichungen ergeben sich lediglich bei der Kündigungsfrist und der für die Pacht nicht unüblichen Umsatzbeteiligung des Verpächters.

Möbel, Interieur und Ausstattung

Der klassische Deco Art-Polsterstuhl in Eiche mit Stoffbezug von Go In passt in ein cooles Ambiente.

Der klassische Deco Art-Polsterstuhl in Eiche mit Stoffbezug von Go In passt in ein cooles Ambiente. (Foto: Go In )

Einige Immobilien, insbesondere Pachtobjekte, sind teilweise oder sogar komplett ausgestattet. „Dies bietet sowohl Vorteile als auch Nachteile“, bemerkt Brienen. „Ist bereits eine professionelle Gastronomieküche vorhanden, ist dies insbesondere für Neugründungen von Vorteil, da die Küchenausstattung in der Regel recht kostspielig ist. Eine Kompletteinrichtung inklusive Mobiliar hingegen kann von Nachteil sein, da so die passgenaue Ausrichtung an das eigene Konzept erschwert wird. Grundlegend sollte bei der Erstausstattung und Einrichtung der Räumlichkeiten auf folgende Punkte geachtet werden: Geiz ist beim Interieur alles andere als toll. Denn insbesondere bei den Möbeln sollte nicht gespart werden, da sie ein Teil des Gasterlebnisses sind. Qualität hat auch hier ihren Preis, und qualitativ minderwertige Möbel machen demnach optisch meist nicht viel her. Zudem ist auch ihre Haltbarkeit fraglich. Daher zu Beginn lieber etwas mehr Geld in die Hand nehmen und in Hinsicht auf Verarbeitung und Funktionalität qualitativ hochwertige Einrichtung anschaffen“, empfiehlt der Co-Founder von orderbird. Auch Besteck, Teller, Gläser und Tassen sollten von hoher Qualität sein. Schließlich würden diese intensiv genutzt und das Stück Kuchen sehe auf einem Teller mit Sprung und abgeplatztem Rand gleich weniger appetitlich aus. Weiterhin sollte sich die Einrichtung an der Zielgruppe und dem Konzept orientieren. Warum? „Hier ein Beispiel“, so Brienen, „rustikale Holzbänke mit blau-weiß-karierten Tischdecken passen besser in ein bayrisches Brauhaus als in ein französisches Restaurant mit Fokus auf Haute Cuisine. Der Gast verbindet mit der Einrichtung eine bestimmte Erwartung, denn der Besuch in einem Restaurant ist ein Gesamterlebnis, das nicht nur geschmacklich, sondern auch visuell verwöhnt.“

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