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Wie Pop-Up-Biergärten deutsche Grünflächen erobern

Spätestens seit Corona ist die Service-Gastronomie stark gebeutelt durch Umsatzrückgänge und Personalmangel. Eine neue Form der Gastronomie, die kein Problem mit Mieten oder Energiepreisen hat, keinen Fachkräftemangel kennt und gleichzeitig mit überschaubarem Aufwand solide Umsätze bringt, findet immer mehr Anhänger: Willkommen im Pop-Up-Biergarten!

Schloßbiergarten Ahaus, Tobit Laboratories AGSchloßbiergarten Ahaus, Tobit Laboratories AG

Eigentlich hatte Fred Posny der Gastronomie lange den Rücken zugekehrt. In der Vergangenheit betrieb der 64-jährige mehrere Cafés und Bars. Heute ist er wieder Gastronom; in Teilzeit. Bereits zum dritten Mal betreibt er nun von Anfang Juni bis Ende Juli zusammen mit Geschäftspartner Christian Drebber im Ahauser Schlosspark den Schlossbiergarten.

„Das Konzept kommt sehr gut an! Die Menschen lieben temporäre Angebote.“, weiß Posny. „Wir stellen uns dann in dieser Jahreszeit auf ein bisschen Mehr-Arbeit ein und bringen den Biergarten ans Laufen.“ Dafür braucht es nicht viel: Bierzeltgarnituren, Boden, eine mobile Bar und das passende Marketing – fertig. Nicht mal eine Kasse haben Posny und Drebber im Einsatz, Bargeld gibt es nicht. „Aus meiner Gastronomie-Zeit weiß ich, was alles am Bargeld hängt und wie viel dabei schiefgehen kann“.

Statt Kasse wird im Biergarten alles über chayns abgewickelt – dem digitalen Betriebssystem von Tobit, ebenfalls aus Ahaus. Hierüber läuft auch die digitale Zahlungsabwicklung, die feste Voraussetzungen für den Betrieb ist. Bestellt und bezahlt (Selforder & Pay) wird dabei komplett über das Smartphone: „Einerseits erwarten die Gäste solche digitalen Angebote. Andererseits spart es uns zeitlichen und personellen Aufwand, verkürzt Wartezeiten beim Gast und automatisiert unsere Prozesse.“

Partner aus dem HORECA Scout

„Nachahmung ist die höchste Form der Anerkennung“ wusste schon Oscar Wilde. Und das wissen auch die Betreiber anderer Biergärtner, die mit einem ähnlichen Konzept gestartet sind. Denn rund um den Schlossbiergarten sprießen die digitalen Pop-Up-Biergärten auch in den Nachbarstädten wie Pilze aus dem Boden: Unter anderem entstehen Angebote in Gronau, Stadtlohn und Heek.

Die Einfachheit im Aufbau und der Betrieb mit digitaler Unterstützung öffnen dabei sogar Branchenfremden die Türen. Marco Blömer ist eigentlich gelernter Schreiner. Als er vom Konzept des Pop-Up-Biergartens Wind bekommen hat, hat er das Projekt in seiner Heimat, der Gemeinde Heek im Westmünsterland, umgesetzt. Auch Startup-Gründer Mark Sander hat sich in einer aufgehübschten Baugrube in Gronau ausprobiert. Beide mit Erfolg.

„Mein Getränkehändler hatte mir gesagt, man könne eine Personalquote von 30% zum Umsatz anpeilen. Als ich das nach der Saison nachgerechnet habe, bin ich bei 7% rausgekommen, das hat mich selbst beeindruckt!“, so Blömer.

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