Die EU-Kommission hatte den Vorstoß unternommen, Phosphat künftig auch in gefrorenem Dönerfleisch offiziell zu erlauben. Dieses sorgt dafür, dass das Fleisch zusammenhält und der Spieß nicht auseinanderfällt. Anders als bei verzehrfertigen Fleischprodukten wie Kasseler, Bratwurst oder auch bei fertig gegartem Dönerfleisch wurde Phosphat bei gefrorenen Dönerfleisch-Spießen bislang nur geduldet, eine klare Regelung gab es nicht. Auf Betreiben von Sozialisten und Grünen erhob der Umweltausschuss mit Verweis auf angebliche Gesundheitsrisiken Einspruch gegen das Vorhaben der Kommission. „Panikmache“ nannte CDU-Politikerin Renate Sommer, selbst Mitglied des Ausschusses, sicherlich nicht ganz zu Unrecht dieses Vorgehen des Ausschusses. Denn die Europäische Lebensmittelsicherheits-Behörde stufe 4.200 mg Phosphat pro Tag als unbedenklich ein, mit einem Döner nehme man aber nur 134 mg Phosphat zu sich. Zwar ruderten Grüne und Sozialdemokraten zwischenzeitlich ein Stück zurück und erklärten, man wolle lediglich eine Sicherheitsüberprüfung abwarten, deren Ergebnisse 2018 vorliegen sollen. An der Rechtslage ändert sich also vorerst nichts, aber man darf gespannt sein auf die Fortsetzung dieser neuerlichen EU-Posse. Oder wie es die Zeitung Die Welt ausdrückte:  Wieder einmal werde das alte Klischee befeuert, „dass eine übergriffige EU offenkundig eine wahre Lust daran empfinde, das Leben von Europas Bürgern durch Regulierungen und Verbote zu versauern, von der Gurkenkrümmung über die Glühbirne bis hin zur Wattzahl beim Staubsauger.“

Hintergrund: Hintergrund der aktuellen Diskussion ist das Europäische Zusatzstoffrecht. Betroffen sind primär die Hersteller von Fleischdrehspießen: Derzeit sind Phosphate in rohen/gefrorenen Fleischzubereitungen (also etwa der rohe Dönerfleischspieß) nicht explizit zugelassen, während Phosphatzusätze in wärmebehandelten Fleischerzeugnissen (also im erhitzten Dönerfleischspieß) zugelassen sind. Ein Verwaltungsgericht hat 2015 in einem einschlägigen Rechtsstreit entschieden, dass aufgrund einer Ausnahmeregelung im Zusatzstoffrecht ein Phosphatzusatz auch in rohen/gefrorenen Fleischzubereitungen zugelassen ist. Dennoch besteht aufgrund der gegen dieses Urteil eingelegten Berufung und zahlreicher Gegenstimmen derzeit noch Rechtsunsicherheit bezüglich der Zulässigkeit von Phosphaten in rohen Fleischzubereitungen. Das Berufungsverfahren ruht derzeit im Hinblick auf das Zulassungsverfahren auf europäischer Ebene.