Suche

Wie Unternehmen sich gut auf den Corona-Winter vorbereiten

Die Bundesrepublik befindet sich inmitten einer zweiten Welle. Bund und Länder diskutieren welche Maßnahmen zielführend sind, um die Zahlen wieder zu senken. Das hat nicht nur Folgen für jeden Einzelnen, sondern auch für Betriebe. Unternehmer müssen sich daher die Frage stellen, welche Auswirkungen die Regelungen haben werden und wie sie ihr Unternehmen bestmöglich durch die kommenden Monate navigieren. Folgende Überlegungen gilt es laut Johannes Laub, Gründer und CEO von CrowdDesk, jetzt anzustellen

Matt Seymour | UnsplashMatt Seymour | Unsplash

Ist-Zustand überprüfen

Die aktuelle Situation muss auf den Prüfstand gestellt werden. Das heißt etwa, unternehmerische Strukturen anzupassen. Idealerweise werden diese darauf ausgerichtet, dass im Falle eines erneuten Lockdowns und den daraus resultierenden Einschränkungen der Geschäftsbetrieb weiter funktioniert. Falls also noch nicht geschehen, sollten Offline-Betriebe beispielsweise nun erwägen einen Onlineshop aufzubauen. Hier gibt es eine Vielzahl von Anbietern, die Lösung anbieten, um einen solchen aufzubauen. Für jedes Unternehmen gibt es ein passendes Shopsystem. Überblicke wie etwa der Shopsystem-Guide Mollie können bei der Entscheidungsfindung helfen. 

Online-Tools in den Joballtag integrieren

Um die interne, aber auch die externe Zusammenarbeit zu optimieren, sind Online-Tools wie Slack, Zoom und Co. hilfreich. Etwa greift die HR-Software Personio dem Personalbereich bei Recruiting und Personalmanagement unter die Arme, die Social-Intranet-Software COYO fördert die interne Unternehmenskommunikation, den internen Austausch und die digitale Teamarbeit und das Task-Management-Tool Meister hilft Teams dabei den Überblick über Aufgaben und Deadlines zu behalten. Dank solcher digitalen Instrumente sind Kolleginnen und Kollegen miteinander verbunden und in der Lage ortsunabhängig zu arbeiten. 

Partner aus dem HORECA Scout

Finanzen im Blick behalten

Vielleicht wichtiger als bisher ist, dass Unternehmen nicht nur auf Bankkredite setzen. Denn laut der aktuellen KfW-ifo-Kredithürde steigen die Barrieren beim Kreditzugang für mittelständische Unternehmen. Zweifelsohne ist es ein positives Signal der Regierung, dass die Corona-Hilfen bis zum Sommer 2021 in die Verlängerung gehen – insbesondere Gastgewerbe und die Veranstaltungsbranche sollen hiervon profitieren. Auch der Unternehmerlohn für Freiberufler und Selbstständige wie bereits in NRW durchgeführt, ist seit letzter Woche als bundesweite Lösung im Gespräch. Zusätzlich sollen die KfW-Kredite verbessert werden, so beispielsweise durch bessere Tilgungszuschüsse. 

Lesen Sie auch
Welche Rechte und Pflichten haben Unternehmen, die Corona-Hilfen zurückzahlen müssen?

Doch es gibt auch eine große Auswahl im Bereich der Finanzierungsmöglichkeiten fernab von klassischen und staatlichen Angeboten. So bietet etwa die Non-Profit-Initiative des Sparkassen Innovation Hub und Atento #gemeinsamdadurch von der Coronakrise betroffenen kleineren Unternehmen wie Cafés, Friseuren, Handwerksbetrieben oder Buchhändlern schnelle Unterstützung. Auf der Projektwebseite können Betroffene ihre Unternehmensprofile erstellen. Im Anschluss haben sie die Möglichkeit, Online-Gutscheine zwischen 10 Euro und 100 Euro ganz traditionell über einen ins Schaufenster gehängten QR-Code oder via Social Media zum Verkauf anzubieten. Den Erlös erhalten die Unternehmen sofort. 

Ziel der Initiative ist es kurzfristig Liquidität bereitzustellen und dabei zu helfen, die laufenden Kosten der Kleinbetriebe zu decken. Käuferinnen und Käufer können somit direkt ihre Lieblingsgeschäfte und -läden aus der Nachbarschaft unterstützen. Eine ähnliche Initiative, die allerdings nur für das Bundesland Berlin gilt, ist helfen.berlin. Über den Kauf von Gutscheinen konnten so, vor allem während des Lockdowns, die Lieblingsrestaurants und -cafés unterstützt werden. Inzwischen hat die Non-Profit-Plattform, die DAS B-CARD ins Leben gerufen, mit der das Gastgewerbe langfristig unterstützt und vor der Insolvenz gerettet werden kann.

Themen in diesem Artikel
Corona

Ein weiteres Stichwort lautet alternative Finanzierungsmöglichkeiten. Crowdfunding oder Crowdinvesting sind eine Alternative, mit der sich Unternehmen finanzieren können. Beispielsweise indem ein Teil aus Eigenkapital erbracht wird und der andere Teil mit Hilfe von Softwarelösungen wie der von CrowdDesk über die Crowd finanziert wird. Auf diese Weise konnte  eRockit seit Ende Mai mehr als 60.000 Euro von Investoren einsammeln. Mit der Finanzierung kann das Brandenburger Start-up nicht nur die Herstellung seiner Elektromotorräder schneller vorantreiben, sondern auch effizienter produzieren und zu besseren Konditionen einkaufen. 

Im Zusammenhang mit alternativen Finanzierungen ist die Zukunft vielversprechend: Die jüngst von der Europäischen Union beschlossene  Verordnung European Crowdfunding Service Provider, kurz ECSP, tritt im Januar 2021 in Kraft. Sie ermöglicht es Unternehmen europaweit von Anlegerinnen und Anlegern finanzielle Unterstützung einzusammeln während diese wiederum über Landesgrenzen hinweg in die Unternehmen investieren können, an die sie glauben. Das gab es vorher so noch nicht und bietet dem Markt unzählige neue Möglichkeiten. 

ACCONSIS
Finanzen und Controlling

Warum Stornos bei der Kassennachschau zum Prüfungsrisiko werden

Die Kassennachschau kommt meist unangekündigt – und entscheidet sich selten an einem einzelnen Fehler, sondern an Mustern, Abläufen und Nachvollziehbarkeit. Gerade in der Gastronomie erleben wir immer wieder dieselben Schwachstellen: technisch oft korrekt, aber organisatorisch angreifbar. In unserer 10-teiligen Beitragsserie zeigen wir die 10 größten Fehler bei der Kassennachschau.

Stella He, Unsplash
Gastro, Recht und Gewerbe

Neue BGN-Themenseite „Küchenbetriebe“: Alles Wichtige zum Arbeitsschutz auf einen Blick

Die Küche zählt zu den gefährlichsten Arbeitsplätzen im Gastgewerbe – doch die Anforderungen an Arbeitsschutz und Unfallprävention waren bislang über zahlreiche Dokumente verstreut. Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe ändert das jetzt mit einer zentralen Anlaufstelle. Was Betriebe dort finden – und warum sich ein Lesezeichen lohnt.

Gastronovi
Finanzen und Controlling

Gastronomen verschenken bis zu 70.000 Euro jährlich

Viele Gastronomen nutzen bereits digitale Kassensysteme, Reservierungstools oder Warenwirtschaftslösungen. Doch ein Großteil der integrierten Funktionen bleibt oft ungenutzt. Hochgerechnet auf ein Jahr kann sich das ungenutzte Potenzial auf über 70.000 Euro pro Betrieb belaufen. Christian Jaentsch von Gastronovi hat die am häufigsten übersehenen Funktionen analysiert und gibt praxisnahe Tipps, wie Gastronomen ihre bestehende Infrastruktur besser ausschöpfen können.

Günther Dillingen, Pexels
Kostenmanagement

Parkraum als Umsatzbremse: Warum ungenutzte Stellplätze Betriebe direkt Geld kosten

Keine Parkplätze, keine Gäste? In deutschen Städten verschärft sich die Stellplatzsituation – und wird für Gastronomen und Hoteliers zum handfesten Umsatzproblem. Doch das eigentliche Dilemma liegt nicht im Mangel, sondern in der ineffizienten Nutzung. Während Dauerparker und Fremde Flächen blockieren, stehen Stellplätze außerhalb der Stoßzeiten leer. Wie lässt sich Parkraum so steuern, dass er die eigene Wertschöpfung unterstützt statt zu bremsen?

Führungscrew der Augustinum Gastronomie mit Geschäftsführer Christoph Specht (rechts), Augustinum
Branche und Trends

Erfolgreicher Einsatz gegen Lebensmittel-Abfälle

Die Augustinum Gastronomie hat ihr selbstgestecktes Ziel zur Reduzierung von Lebensmittel-Abfällen deutlich übertroffen. Statt der angestrebten 30 Prozent wurden bereits 36 Prozent erreicht – das entspricht einer jährlichen Einsparung von 228 Tonnen bundesweit. Das Unternehmen versorgt 23 Seniorenresidenzen sowie Schulen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Bis 2030 soll die Reduktion auf 50 Prozent gesteigert werden.

Weitere Artikel zum Thema

Schultze & Braun; MTG Wirtschaftskanzlei
Ende September 2024 mussten Unternehmen, die Überbrückungshilfen erhalten haben, eine Schlussabrechnung einreichen. Nun gehen bei immer mehr Betrieben die entsprechenden Bescheide ein – oftmals mit einer Rückzahlungsaufforderung für die einstigen Hilfszahlungen. Stefan Schwindl von der[...]
Schultze & Braun; MTG Wirtschaftskanzlei
Norbert Braun, Unsplash
Nach den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie, des Ukraine-Krieges und konjunktureller Entwicklungen kam die Erholung für den Tourismusmarkt schneller als erwartet: Im zweiten Quartal 2023 kehrte der globale Tourismus fast auf Vor-Covid-19-Niveau zurück. Gleichzeitig ist der Immobilientransaktionsmarkt[...]
Norbert Braun, Unsplash
ECOVIS
Betriebe müssen ihre Schlussabrechnungen der Corona-Beihilfen bis zum 30. Juni 2023 einreichen. In bestimmten Fällen ist eine Fristverlängerung bis zum 31. Dezember 2023 möglich. Hierfür ist ein Antrag erforderlich, der ebenfalls bis zum 30. Juni[...]
ECOVIS
Freepik
In unserem Hospitality Update informieren wir kompakt ausgewählte Meldungen in der Branche: +++ München hält an Plänen für Bettensteuer fest +++ Bildungspartnerschaft zwischen 25hours Hotels und DHA +++ IT-Sicherheits- und Datenschutz in der Ausbildung +++[...]
Freepik
Freepik
In unserem Hospitality Update informieren wir kompakt ausgewählte Meldungen in der Branche: Nachtschichtzuschläge: BAG stellt keine Unrechtmäßigkeit fest +++ Debatte durch FDP-Vorstoß: Kippt der reduzierte Mehrwertsteuersatz? +++ Ausbildungsvergütungen im Gastgewerbe über Durchschnitt +++ Online-Tastings mit[...]
Freepik
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.