Suche
Anzeige

Umstieg auf E-Flotte: Der Staat unterstützt finanziell

Um Kosten zu sparen und die Umwelt zu schonen, sind E-Fahrzeuge für Unternehmen eine interessante Möglichkeit geworden. Denn diese werden in der Anschaffung und bei der Steuer stark gefördert. Das steigert auch das Image eines Unternehmens im Sinne der Nachhaltigkeit. Was müssen Hoteliers und Gastronomen beim Umstieg auf E-Fahrzeuge beachten?

stux, Pixabaystux, Pixabay

Wie sieht die Firmenwagensituation in Deutschland generell aus?

Auf deutschen Straßen sind laut dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mehr als 5,2 Millionen Fahrzeuge gewerblich unterwegs, das heißt, es sind Firmenwagen. Diese werden von Selbstständigen, Unternehmern und Arbeitnehmern gelenkt. Die Bandbreite reicht dabei von Mini-Fuhrparks mit weniger als drei Fahrzeugen bis hin zu sehr großen Flotten mit einer vierstelligen Anzahl von KFZ. Auch in Hotellerie und Gastronomie nutzen Führungskräfte, Mitarbeiter im Vertrieb und Geschäftsleiter regelmäßig Firmenwagen, und ebenso werden diese im Shuttle-Service und für den Transport von Waren, sei es in der Haustechnik, im Einkauf oder im Catering, eingesetzt.

Alternative Antriebe sind ein Megatrend der 2020er Jahre. Wie ist die Akzeptanz?

Die Anteile wachsen stark, wie die Zulassungsstatistik zeigt. Erhebliche Steigerungen bei den alternativen Antriebsarten hatten erneut Elektro- und Hybridfahrzeuge (plus 64,3 beziehungsweise 58 Prozent) vorzuweisen. Der Anteil an Elektro-Pkw stieg von 0,2 Prozent (83.175) auf 0,3 Prozent (136.617) und der an Hybrid-Pkw von 0,7 Prozent (341.411) auf 1,1 Prozent (539.383) an. Die Anzahl an Plug-in-Hybridfahrzeugen verdoppelte sich von 66.997 auf 102.175.

Partner aus dem HORECA Scout

Wie setzen Hoteliers und Gastronomen E-Fahrzeuge betriebswirtschaftlich sinnvoll in ihren Flotten ein?

Um Kosten zu sparen und die Umwelt zu schonen, sind E-Fahrzeuge für Unternehmen eine interessante Möglichkeit geworden. Denn diese werden in der Anschaffung und bei der Steuer stark gefördert. Das folgt dem Ziel der Bundesregierung im Rahmen des Klimaschutzprogramms 2030, mehr Elektroautos auf deutschen Straßen auf die Straßen, um die Klimaziele zu erreichen. Bis 2030 sollen sieben bis zehn Millionen Elektrofahrzeuge in Deutschland zugelassen sein. Im Vergleich zu 1990 müssten sich die Emissionen im Verkehr bis 2030 um 40 bis 42 Prozent verringern, soll die generelle Reduzierung der Treibhausgase um 55 Prozent erreicht werden.

Lesen Sie auch
Recht und ComplianceSteuernSoftware und Systeme
Der unsichtbare Fehler: Wie die TSE Betriebe in der Prüfung angreifbar macht

Wie sieht die Förderung konkret aus?

„Sowohl Unternehmen als Halter als auch Dienstwagen profitieren von attraktiven steuerlichen Vergünstigungen und unmittelbaren Zuschüssen. Bei der Besteuerung der Privatnutzung von Elektro- und Hybridfahrzeugen erfolgt beispielsweise für seit Jahresbeginn 2019 angeschaffte Fahrzeuge eine Halbierung des Bruttolistenpreises als Bemessungsgrundlage für die private Besteuerung nach der Ein-Prozent-Regelung. Bei der Fahrtenbuchmethode wird die zu berücksichtigende Abschreibung halbiert“, sagt der Mönchengladbacher Steuerberater Frank Kirsten aus der Kanzlei Schnitzler & Partner. Diese Regelung gelte nun bis 2030, allerdings würden bei der Förderung von Hybridfahrzeugen die Voraussetzungen (derzeit 40 Kilometer Mindestreichweite oder Kohlendioxidemission von höchstens 50 Gramm pro Kilometer) stufenweise verschärft. Bei Anschaffung ab 2022 steige die Reichweiten-Voraussetzung auf 60 Kilometer, ab 2025 auf 80 Kilometer.

Themen in diesem Artikel
ManagementE-FlotteE-MobilitätElektromobilität

Gibt es weitere Besonderheiten?

Ja, betont Frank Kirsten. So würden Kraftfahrzeuge, die überhaupt keine CO2-Emissionen hätten (also reine Elektroautos), bei der privaten Nutzungsbesteuerung nur mit einem Viertel der Bemessungsgrundlage, das heißt 0,25 Prozent des Listenpreises monatlich berücksichtigt beziehungsweise mit einem Viertel der insgesamt entstandenen Aufwendungen bei der Fahrtenbuchmethode. Und für jeden Kilometer, der zwischen Wohnung und Arbeitsort liegt, würden bei elektrifizierten Firmenwagen 0,03 Prozent von nur noch einem Viertel der Bemessungsgrundlage versteuert. „Die Neuregelung gilt ab 2020 und bezieht sich zudem auf entsprechende Kraftfahrzeuge, die bereits 2019 angeschafft worden sind. Im Übrigen sind elektrische Autos auch für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit“, stellt der Steuerberater heraus.

Wie genau berechnen sich die Zuschüsse?

Käufer erhalten bis zu 9000 Euro Netto-Zuschuss von Staat und Industrie. Voraussetzung für den Maximalrabatt ist ein Nettolistenpreis unterhalb von 40.000 Euro netto, also brutto 46.400 Euro bei derzeit 16 Prozent Umsatzsteuer. Je teurer die Autos werden, desto mehr schmilzt der Bonus ab. Bei Preisen jenseits der 65.000 Euro netto wird kein Bonus mehr gezahlt. „Durch die Fördermaßnahmen und steuerlichen Vergünstigungen kann der Umstieg auf alternativ betriebene Flottenfahrzeuge sehr interessant sein. Dazu kommen der Imagegewinn im Sinne der Nachhaltigkeit und die Sicherheit, in Zukunft unabhängiger von steigenden Rohstoffpreisen und eventuellen Fahrverboten aufgrund von Umweltschutzbestimmungen zu werden. Nichtsdestotrotz sollte die Gestaltung professionell durchgerechnet werden“, stellt Frank Kirsten heraus.

Lesen Sie auch
Gastro, Recht und Gewerbe
Was am Frühstücksbuffet jetzt anders wird: DEHOGA-Leitfaden erklärt die neuen EU-Regeln für Honig, Marmelade und Fruchtsäfte
ACCONSIS
Recht und Compliance

Der unsichtbare Fehler: Wie die TSE Betriebe in der Prüfung angreifbar macht

Belege werden korrekt gedruckt, Kartenzahlungen laufen, der Tagesabschluss meldet keinen Fehler – und trotzdem kann die technische Sicherheitseinrichtung im Hintergrund zur Schwachstelle werden. Warum gerade TSE-Themen in der Kassennachschau besonders heikel sind und an welchen Stellen Gastronomiebetriebe regelmäßig angreifbar werden.

DEHOGA; ROMAN ODINTSOV, Pexels
Gastro, Recht und Gewerbe

Was am Frühstücksbuffet jetzt anders wird: DEHOGA-Leitfaden erklärt die neuen EU-Regeln für Honig, Marmelade und Fruchtsäfte

Erdbeerkonfitüre darf jetzt wieder Marmelade heißen, im Honigglas muss jedes Herkunftsland einzeln stehen, und in der Konfitüre steckt mehr Frucht als bisher: Seit dem 14. Juni 2026 gelten neue EU-Vorgaben für Honig, Marmelade, Konfitüre und Fruchtsäfte – mit unmittelbaren Folgen für Hotellerie und Gastronomie. Ein neuer DEHOGA-Praxis-Leitfaden ordnet die Änderungen für das Gastgewerbe ein.

Ivan Vranić, Unsplash
Ausstattung und Interieur

Einbrüchen ins Restaurant vorbeugen – welche Maßnahmen können dabei helfen?

Rund 90.000 Einbrüche zählte Deutschland 2024 – und längst nicht mehr nur in Privatwohnungen. Auch Restaurants geraten zunehmend ins Visier krimineller Banden. Neben gestohlenem Bargeld bleiben oft zerstörte Einrichtung und tagelange Schließungen zurück. Gerade für kleinere Lokale kann das schnell existenzbedrohend werden – selbst mit Versicherung. Doch mit den richtigen Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich senken. Welche das sind, zeigt dieser Überblick.

Lightspeed
Branche und Trends

Digital ja – aber bitte mit Herz: Was Restaurantgäste erwarten

Aufmerksamkeit, Freundlichkeit, ein echtes Willkommen – was ein gelungenes Restauranterlebnis ausmacht, hat weniger mit Technik zu tun, als man im Digitalzeitalter vermuten würde. Eine internationale Umfrage gibt Aufschluss darüber, worauf Gäste tatsächlich Wert legen und wie unterschiedlich sie auf Unzufriedenheit reagieren.

Click A Tree
Kostenmanagement

7 Wege für profitable Nachhaltigkeit in der Gastronomie

Nachhaltigkeit in der Gastronomie – klingt nach Verzicht und hohen Investitionen? Irrtum. Wer ökologische und soziale Verantwortung strategisch einsetzt, steigert nicht nur das Image, sondern auch die Rendite. Sieben praxiserprobte Wege zeigen, wie sich Umweltschutz, Teamzufriedenheit und wirtschaftlicher Erfolg gewinnbringend verbinden lassen – vom wertschätzenden Employer Branding bis zur intelligenten Müllreduktion.

e2n
Arbeitszeit, Dienstplan, und Schichtplanung

Spontane Personalausfälle: schnell reagieren, langfristig vorbeugen

5:02 Uhr. Die erste Krankmeldung kommt rein. Um 6 Uhr öffnet die Bäckerei-Filiale. Und plötzlich muss alles schnell gehen – Verkauf besetzen, Ruhezeiten prüfen und irgendwie den Überblick behalten. In solchen Momenten ist ein digitaler Dienstplan Gold wert. Ob Gastro, Hotellerie oder Backbranche: Gerade in der anstehenden Hochsaison ist es besonders wichtig, auf spontane Ausfälle vorbereitet zu sein oder sie im Voraus zu vermeiden.

Weitere Artikel zum Thema

Lightspeed
Aufmerksamkeit, Freundlichkeit, ein echtes Willkommen – was ein gelungenes Restauranterlebnis ausmacht, hat weniger mit Technik zu tun, als man im Digitalzeitalter vermuten würde. Eine internationale Umfrage gibt Aufschluss darüber, worauf Gäste tatsächlich Wert legen und[...]
Lightspeed
Click A Tree
Nachhaltigkeit in der Gastronomie – klingt nach Verzicht und hohen Investitionen? Irrtum. Wer ökologische und soziale Verantwortung strategisch einsetzt, steigert nicht nur das Image, sondern auch die Rendite. Sieben praxiserprobte Wege zeigen, wie sich Umweltschutz,[...]
Click A Tree
e2n
5:02 Uhr. Die erste Krankmeldung kommt rein. Um 6 Uhr öffnet die Bäckerei-Filiale. Und plötzlich muss alles schnell gehen – Verkauf besetzen, Ruhezeiten prüfen und irgendwie den Überblick behalten. In solchen Momenten ist ein digitaler[...]
e2n
Mark Stuckey, Unsplash
Elektrotretroller haben sich als fester Bestandteil der urbanen Mobilität etabliert. Viele Beschäftigte nutzen sie für den Weg zur Arbeit oder bei Dienstgängen. Was praktisch erscheint, entwickelt sich für Betriebe zum Sicherheitsproblem: Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und[...]
Mark Stuckey, Unsplash
Frames For Your Heart, Unsplash
Hohe Finanzierungskosten, wirtschaftliche Unsicherheit – und trotzdem stehen Hotels bei Investoren hoch im Kurs. Warum mehr als 90 Prozent der befragten Marktteilnehmer das Segment für mindestens ebenso attraktiv wie andere Assetklassen halten und welche Standorte[...]
Frames For Your Heart, Unsplash
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.