Suche

Mitarbeiter-Handys werden zur Gefahrenquelle

2018 steht für Unternehmen ganz im Zeichen der EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO): Die gesamte Verarbeitung personenbezogener Daten muss auf den Prüfstand. Eine bislang unterschätzte Gefahr geht von den Handys der eigenen Mitarbeiter aus: Firmenkontakte, die auf das Smartphone übertragen werden, können einen massiven Verstoß gegen die DSGVO bedeuten.

c4b.comc4b.com

Mobiles Arbeiten spielt in deutschen Unternehmen eine immer größere Rolle. Um auch außerhalb des Büros auf Geschäftskontakte zugreifen zu können, synchronisieren zahlreiche Mitarbeiter ihr Adressbuch mit dem Smartphone. „Was praktisch und harmlos wirkt, ist tatsächlich brandgefährlich“, warnt Andreas Peter, Datenschutz-Koordinator beim Unified Communications-Hersteller C4B Com For Business.

Hintergrund: Zahlreiche Apps wie z.B. Messenger-Dienste lesen das gesamte Adressbuch aus und übertragen die Daten auf ausländische Server. Unternehmen, die diese Praxis nicht unterbinden, begehen einen massiven Verstoß gegen den Datenschutz. So kommt das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht zu dem Schluss, WhatsApp könne auf dienstlichen Mobilgeräten nicht datenschutzkonform eingesetzt werden, da grundsätzlich von einer unbefugten Erhebung und Verarbeitung personenbezogener Daten auszugehen sei. Mit der EU-Datenschutz-Grundverordnung, die am 25. Mai in Kraft tritt, drohen Unternehmen für einen solchen Verstoß deutlich schwerere Sanktionen. Durch die neuen Transparenz- und Informationspflichten steigt gleichzeitig die Sensibilität der Verbraucher.

„Natürlich können Unternehmen versuchen, die Installation von Diensten wie WhatsApp oder Facebook mit rigiden Schutzmechanismen technisch zu unterbinden“, erklärt Andreas Peter. Der Nachteil: Diese Strategie greift nur, wenn ausschließlich Firmen-Handys im Einsatz sind. In BYOD-Szenarien ist es für Unternehmen hingegen praktisch unmöglich sicherzustellen, dass keine Drittanwendung auf Firmendaten zugreift. Hinzu kommt, dass sich Kontaktdaten, die hundert- oder tausendfach auf Mitarbeiter-Handys repliziert werden, kaum vor Malware, Verlust oder Diebstahl schützen lassen.

Partner aus dem HORECA Scout

„Die deutlich sicherere Alternative bietet ein zentraler Verzeichnisdienst“, berichtet Andreas Peter. In einem Verzeichnisdienst lassen sich die Kontakte aus verschiedensten Anwendungen wie z.B. Outlook, ERP- oder CRM-System bündeln. Die Kontakte werden zentral auf dem Unternehmensserver vorgehalten und sind so zu jeder Zeit durch die Firewall geschützt. Mit seiner Unified Communications-Software XPhone Connect bietet C4B eine Lösung an, die neben einem zentralen Verzeichnisdienst eine App beinhaltet, über die die Mitarbeiter flexibel auf die Unternehmenskontakte zugreifen können. „Auf dem Smartphone selbst werden keine Daten gespeichert“, erklärt Andreas Peter. „So ist nicht nur ein Zugriff durch fremde Applikationen ausgeschlossen. Die Daten sind auch bei Verlust oder Diebstahl des Smartphones geschützt. Und die Mitarbeiter können ihre Lieblings-Apps trotzdem nutzen.“

Mit dem Einsatz einer UC-Lösung können Unternehmen gleichzeitig eine weitere Gefahr abwehren: die dienstliche Kommunikation via WhatsApp. „Wer sich im Privatleben zu jeder Zeit schnell und komfortabel via Chat austauscht, mag im Büro kaum darauf verzichten“, weiß Andreas Peter. Entsprechend häufig würden Messenger-Dienste auch dienstlich genutzt, obwohl der Versand personenbezogener Daten via WhatsApp einen gravierenden Datenschutz-Verstoß bedeutet. Mit Hilfe einer UC-Lösung lässt sich dieser Austausch auf eine sichere Plattform verlagern: Bietet die UC-Software eine eigene Chat-Funktion, kann sichergestellt werden, dass sämtliche Inhalte datenschutzkonform auf einem unternehmenseigenen Server gespeichert werden.

www.c4b.com

Lesen Sie auch
DatenschutzRecht und ComplianceKünstliche Intelligenz, KI und AutomationSoftware und Systeme
Drei Klicks für DSGVO-konforme Gästedaten mit Microsoft Copilot Flex Routing
Access Hospitality
Künstliche Intelligenz, KI und Automation

Hotelsuche im Wandel: Wie KI und Social Media den Weg zur Buchung verändern

Reisende starten ihre Hotelsuche heute auf TikTok, Instagram oder bei KI-Diensten wie Perplexity – nicht mehr nur bei Google. Was bedeutet das für Häuser, die künftig noch gefunden und gebucht werden wollen? Zwischen Stammdatenpflege, Bewertungsmanagement und Social-Media-Strategie entscheidet sich, wer in den neuen Antwortmaschinen auftaucht – und wer unsichtbar bleibt.

Vitaly Gariev, Pexels
Branche und Trends

Was Fußballfans rund um die WM bestellen – und was das für Betriebe zeigt

Während der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 hat ein großer Lieferdienst erstmals ausgewertet, was deutsche Fans vor und nach Spielen bestellen. Das Ergebnis überrascht: Die stärksten Zuwächse finden sich nicht bei Bier und Pizza, sondern bei Partydekoration und Einweggeschirr. Die Daten zeigen, wie sehr Fußball-Großereignisse zum gemeinsamen sozialen Ritual geworden sind – mit klaren Mustern bei Vorbereitung und Verarbeitung.

Weitere Artikel zum Thema

Anton Ryazanov, Unsplash
Seit Mitte April 2026 verarbeitet Microsoft Copilot Daten auch außerhalb Europas – standardmäßig und ohne explizite Zustimmung. Was nach einem technischen Detail klingt, wird für Betriebe mit Gästedaten zur Compliance-Frage. Drei Klicks können das Problem[...]
Anton Ryazanov, Unsplash
NOBIX Group GmbH
IT-Sicherheit spielt auch für kleine Unternehmen eine große Rolle: 80 Prozent aller gemeldeten Ransomware-Angriffe 2025 trafen KMU. Auch, weil sie oft eine leichte Beute sind. Wer rechtlich für sein Unternehmen verantwortlich ist, sollte daher handeln[...]
NOBIX Group GmbH
Mohamed_hassan, Pixabay
Die Hotellerie steht im Visier von Cyberkriminellen. Von gefälschten Buchungsbestätigungen bis zu manipulierten Zahlungsaufforderungen – die Angriffe nehmen zu und werden raffinierter. Die HSMA Deutschland e.V. hat gemeinsam mit der Kanzlei Spirit Legal einen Praxis-Leitfaden[...]
Mohamed_hassan, Pixabay
applord GmbH
Künstliche Intelligenz verändert den Gastronomiealltag rasant – doch zwischen Effizienzgewinn und Rechtssicherheit liegt ein schmaler Grat. Während automatisierte Prozesse Arbeitsabläufe beschleunigen, verschärfen EU-Verordnungen die Anforderungen an Transparenz und Kontrolle. Wer KI rechtskonform einsetzen will, muss[...]
applord GmbH
mip Consult GmbH
E-Mail-Marketing lebt von Reichweite – doch ohne rechtskonforme Einwilligungen wird jede Kampagne zum Risiko. Moderne Consent-Management-Plattformen sind längst mehr als digitale Pflichtübung: Sie verknüpfen Marketing, Kundenservice und Compliance zu einem durchgängigen System, das Vertrauen schafft[...]
mip Consult GmbH
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.