Wenn Gäste den Strom selbst erzeugen

In den meisten Fällen werden Drehtüren elektrisch angetrieben. Dass das nicht sein muss, sondern sogar umkehrbar ist, bewiesen die Entwickler von Boon Edam schon 2008. Sie entwickelten eine Drehtür, die Strom erzeugt. Anstelle eines herkömmlichen manuellen oder automatischen Antriebs besitzt diese Drehtür allerdings einen besonderen Generator, der die Energie, die die Gäste für das Drehen aufwenden, in Strom umwandelt, der zum Beispiel für die Versorgung der Niedrig-Energie-Deckenbeleuchtung verwendet werden kann. Auch wenn die erzeugte Energie mit derzeitiger Technik noch nicht zum Betrieb eines Restaurants ausreicht, präsentiert es die Einstellung der Gastronomen und Gäste zum Einsatz für eine nachhaltige Zukunft. 

Energie durch Abwasser

In der Gastronomie geht viel heißes Wasser verloren – zum Beispiel durch Spülmaschinen. Die Hitze des Abwassers ist gut nutzbar, um frisches Wasser vorzuheizen. Das kann das Wasser für die Spülmaschine sein oder auch für die Heizung: Es kommt nicht mehr ganz so kalt an. Man spricht von einer Energie-Einsparung von drei Prozent pro Grad Unterschied. In Hotels können die Abwässer der Duschen für die Unterstützung der Fußbodenheizung genutzt werden. Auch in der Kanalisation fließt bares Geld. Die Temperaturunterschiede können in neue Energie umgewandelt oder mit Wärmetauschern zur Beheizung oder Kühlung von Räumen verwendet werden. Einsparungen von 70 Prozent sind möglich.

Solar-Schacht

Dass Energieeffizienz auch im kleinen Rahmen wichtig ist und funktionieren kann, zeigt das Beispiel des Hamburger „Caféhaus“ von Klaus Lange. Das Unternehmen mit 18 Mitarbeitern ist vollkommen energieautark. Mit Hilfe eines Windrades und einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach sowie eines gasbetriebenen Blockheizkraftwerks als Reserve erzeugt das Caféhaus rechnerisch 3000 bis 4000 kW/h Überschuss pro Jahr, die ins Netz eingespeist werden. Ein weiterer Beitrag zum energieeffizienten Vorgehen des Caféhauses ist die sogenannte „Solartube“. Außerhalb des Gebäudes wird mit einem Prisma Licht gebündelt und durch ein vollverspiegeltes Rohr ins Gebäudeinnere geholt. Zusammen mit LEDs im Küchentresen spart Lange damit 3000 kW/h pro Jahr. Damit gleichen sich die Kosten für das Umdenken im Hamburger „Klimaschutzunternehmen“ mittlerweile Stück für Stück aus. 

Feiner Pinkel

Nützlich und elegant: das wasserlose Urinal „Stand“.

Nützlich und elegant: das wasserlose Urinal „Stand“. (Foto: Kaspar Jursons)

Dass man statt einem wasserlosen Urinal auch das Wasser zum Händewaschen nutzen kann, leuchtet ein. Doch meist sind kostspielige Umbauten mit Wassertanks und Pumpanlagen notwendig, der Nutzen nicht sehr hoch. Warum nicht statt wasserloser Urinale und dem einfach in die Kanalisation fließenden Wasser vom Händewaschen eine Kombination aus beidem? Das dachte sich der Koreanische Designer Yeongwoo Kim und baute beides – obendrein edel aus Stahl und elegant gestaltet. Der Designer Kaspars Jursons aus Lettland hat das Urinal mit dem passenden Namen „Stand“ erschaffen – die Betriebe in Norwegen und Russland, wo das „Stand“ bereits erhältlich ist, sind begeistert vom nicht unerheblichen Einsparpotenzial.