Suche

Comeback der Bettensteuer?

Bereits seit 2015 liegt eine Beschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht gegen mehrere Städte vor, die eine Bettensteuer einführen wollten. Ein Urteil auf der höchsten Ebene hat es allerdings bisher nicht gegeben. Nun plant unter anderem Wuppertal die Einführung einer Bettensteuer für Hoteliers. Aber was genau ist die Bettensteuer und warum kommt die Frage aktuell wieder häufiger auf?

ManuelaJaeger | Pixabay

Was genau ist die sogenannte Bettensteuer?

Mit der Bettensteuer sollen Hotels eine unmittelbare Abgabe an die Kommune tätigen, die pro Übernachtung in etwa 5 Prozent beträgt. Dies soll zu städtischen Mehreinnahmen führen, um – laut offizieller Begründung – in die eigenen Kultur- und Freizeitprogramme zu investieren. Daher wird die Bettensteuer häufig auch als Kulturabgabe oder Infrastrukturförderabgabe bezeichnet. So reagierten die Kommunen auf die im Jahr 2010 erfolgte Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf 7 Prozent für die Hotellerie.

Was plant Wuppertal jetzt?

Auch in Wuppertal soll eine derartige Bettensteuer laut dem Kämmerer jetzt eingeführt werden. Dies soll bereits am 18. November in der kommenden Sitzung des Stadtrates entschieden werden. Die Steuer soll zu Einnahmen in Höhe insgesamt 350.000 Euro für die Stadtkasse führen. Auch der Kulturtourismus wird laut Kämmerer Slawig auf diese Weise gefördert werden, da mit den Einnahmen der Bestand von Kultureinrichtungen gesichert und gefördert werden.

Die Reaktionen aus der Hotelbranche sind allerdings keineswegs positiv. Es wird befürchtet, dass die steigenden Übernachtungskosten für Hotelgäste abschreckend sein können und dann Hotels in den Nachbarstädten ohne Bettensteuer profitieren. Auch der DEHOGA Bundesverband schließt sich diesen Befürchtungen an und bezeichnet die Einführung als diskriminierend. Das Argument der wirtschaftlich positiven Effekte aufgrund des Kulturtourismus sei zudem fraglich. 

Planen auch andere Städte die Einführung einer Bettensteuer?

Die Nachbarstädte Solingen und Remscheid haben ihre eigenen Entwürfe für die Bettensteuer bereits verworfen. Dennoch zeigt sich in vielen anderen Städten, dass der Vorschlag durchaus positiv aufgefasst wird. In Wittenberg wurde die Tourismusabgabe beispielsweise vor Kurzem endgültig beschlossen, auch wenn die exakte Höhe der Steuer bisher noch unklar ist.

Ein Blick ins Ausland zeigt, dass die Bettensteuer allerdings nichts grundlegend Neues ist. In Amsterdam soll diese ab 2020 sogar auf einen neuen Höchstwert angehoben werden, da die Zahl der Touristen stetig ansteigt. Anstatt eines festen Prozentsatzes wird die Bettensteuer in Amsterdam dann 16 Euro betragen. Im Vergleich zur geplanten 5-Prozent Steuer wird demnach nicht zwischen den Preisen der Unterkünfte unterschieden, was die Preise gleichmäßig steigen lässt.

Wie sieht es rechtlich um die Bettensteuer aus?

Aus rechtlicher Sicht gibt es bisher kein finales Urteil. Dennoch liegt gegen mehrere Städte eine Beschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht vor, für die es noch in diesem Jahr ein Urteil geben soll. Der DEHOGA Bundesverband betrachtet die Bettensteuer als verfassungswidrig. Aus Sicht von Juristen stehen die Erfolgschancen für die Hotelbetreiber allerdings eher schlecht, da Gerichte in vorherigen Instanzen keinen Verstoß in der geplanten Bettensteuer sehen konnten.

Lesen Sie auch
Recht und ComplianceSteuernGehalt, Benefits und Altersversorgung
Gesetzliche Änderungen zum 1. Januar 2026 für Gastronomie und Hotellerie

Weitere Artikel zum Thema

boliviainteligente, Unsplash
Einheitliche Umsatzsteuer auf Speisen, höherer Mindestlohn, angepasste Minijob-Grenzen – der Jahreswechsel 2026 bringt eine Reihe verbindlicher Neuregelungen mit sich. Für Gastronomen und Hoteliers bedeutet das: Kassensysteme müssen aktualisiert, Lohnabrechnungen angepasst und Sachbezugswerte neu kalkuliert werden.[...]
boliviainteligente, Unsplash
CHUTTERSNAP, Unsplash
Deutschland- und europaweit treten 2026 zahlreiche neue Regelungen, Förderprogramme und technische Anforderungen in Kraft, die den Mobilitätssektor nachhaltig prägen werden. Das auf Elektromobilität spezialisierte Beratungsunternehmen M3E gibt einen kompakten Überblick über die wichtigsten Entwicklungen und[...]
CHUTTERSNAP, Unsplash
SumUp
Seit Jahren geht die Gastronomie immer wieder durch schwierige Zeiten, von der Pandemie bis zu verändertem Kundenverhalten. In einer aktuellen Umfrage findet Zahlungsanbieter SumUp heraus, welche Hindernisse sich Gastronomie und andere Branchen stellen müssen und[...]
SumUp
Rolf Klein
Vermögensschutz unter sich wandelnden politischen Rahmenbedingungen ist eine Pflichtaufgabe für alle, die ihre persönliche finanzielle Stabilität sichern wollen. Unternehmer und Führungskräfte sollten verstehen, wie man die eigenen Finanzen so ordnet, dass man handlungsfähig bleibt, selbst[...]
Rolf Klein
Julian Jagtenberg, Pexels
Zum Jahreswechsel treten neue Regelungen zu den Sachbezugswerten in Kraft, die insbesondere in der Hotellerie und Gastronomie von Bedeutung sind. Das Bundesministerium der Finanzen hat die Werte für unentgeltlich oder verbilligt bereitgestellte Mahlzeiten und Unterkünfte[...]
Julian Jagtenberg, Pexels
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.