Suche
Anzeige

Dark Kitchens: Eine Restaurant-Evolution

Angesichts der anhaltenden Veränderungen in der Branche überdenken Gastronomen ihre Einnahmequellen und gestalten und bewerten diese neu. Ein Trend, der immer beliebter wird, ist das Konzept der „Dark Kitchens“, das Restaurantbetreibern eine nie da gewesene Flexibilität einräumt. Dark Kitchens ermöglichen es Restaurants, ihren Kundenstamm zu relativ geringen Kosten zu pflegen und zu erweitern, was wiederum Wachstumschancen und Raum für Kreativität bietet.

halbergman | iStockphotohalbergman | iStockphoto

Da kein Ladengeschäft betrieben sowie kein Personal bezahlt werden muss und die Location keine Rolle spielt, können sich Gastronomen darauf konzentrieren, köstliche Speisen zu kreieren, die sich Kunden immer wieder liefern lassen möchten. In der derzeitigen Situation, in dem für viele eine Lieferung die einzige Option ist, können Dark Kitchens einen Übergang zur vollständigen Lieferung bieten, ohne dabei die Lebensmittelqualität und den ausgezeichneten Kundenservice zu beeinträchtigen.

Was ist eine Dark Kitchen?

Der Begriff „Dark Kitchen“, auch bekannt als Cloud Kitchen, Ghost Kitchen und Virtual Kitchen, ist kein neues Konzept, sondern wird immer wichtiger, um die Kundenerwartungen zu erfüllen und eine attraktive Diversifizierungsstrategie für Restaurantbetreiber zu verfolgen. Technisch gesehen bezieht sich der Begriff auf eine gewerblich geführte Küche, die Speisen nur für die Lieferung zubereitet.

Partner aus dem HORECA Scout

Was sind die Vorteile einer Dark Kitchen?

Dark Kitchens bieten Flexibilität. Restaurantbetreiber können neue Konzepte oder Gerichte ausprobieren und die Öffnungszeiten und Standorte erweitern. Einer der wichtigsten Vorteile der Dark Kitchens ist die Kostensenkung. Gastronomen sparen Geld bei Mieten, indem sie sich von kostenintensiven städtischen Umgebungen verabschieden und in Industriegebiete mit geringeren Mietkosten ziehen. Eine teure Einrichtung oder Beleuchtung ist nicht erforderlich, da Kunden die Dark Kitchen nie sehen werden. Dieses Kostenmodell ermöglicht es Gastronomen, in andere Aspekte ihres Geschäfts zu investieren, um Wachstum und Gewinn zu beschleunigen. Der Gastronom kann seine Ressourcen nutzen, um Gebiete und Kunden zu erreichen, die er zuvor noch nicht bedient hat. Viele erweitern ihr Angebot und bieten beispielsweise Frühstück oder Mittagessen, während andere völlig neue Konzepte aus derselben Küche kreieren. Dark Kitchens ermöglichen die Erweiterung des Geschäfts, ohne dass die Kosten für das vollständige Interieur, der in einem Restaurant mit Kundenbetrieb benötigt wird, anfallen.

Welche Technologie wird benötigt, um eine Dark Kitchen zu starten?

Technologie spielt in Dark Kitchens eine entscheidende Rolle. Alle Bestellungen stammen von Online-Kanälen wie Websites, mobilen Apps oder Drittanbietern. Eine Dark Kitchen erfordert ein integriertes Technologiesystem für die Annahme von Online-Bestellungen, die Bearbeitung von Zahlungen und ein effizientes Küchenmanagement.

Lesen Sie auch
Arbeitszeit, Dienstplan, und SchichtplanungGehalt, Benefits und AltersversorgungRecruiting und Fachkräftemangel
Minijob-Reform: Die Minijob-Debatte auf dem Prüfstand – welche Folgen hätte die Reform für die Gastronomie?
  • Point-of-Sale (POS)
    Eine wichtige Voraussetzung für eine Dark Kitchen ist ein POS-System (Point-of-Sale), das Bestellungen über verschiedene Kanäle wie Liefer-Apps von Drittanbietern und Online-Bestellsystemen annimmt. Ein POS-System, das sich in Drittanbieterlösungen integrieren lässt, kann die Effizienz eines Restaurants steigern, da Bestellungen nicht mehr manuell eingegeben werden müssen. Dies spart Zeit und reduziert Fehler, was zu einer Senkung der Arbeitskosten führt.
Themen in diesem Artikel
ManagementEnergieeffizienzKostenkalkulationLieferservice
  • Warenwirtschaft
    Die Bestandsverwaltung ist entscheidend, um die Lebensmittelkosten zu senken, Lebensmittelabfälle zu reduzieren und die Rentabilität zu maximieren. Durch die Integration eines intelligenten Bestandsverwaltungssystems können Gastronomen den täglichen Bestandsverbrauch problemlos verfolgen und Lagerbestand präziser bestellen.
  • Küchenmanagement
    Ein integriertes Küchen-Display-System (KDS) hilft bei der Optimierung der Arbeitsabläufe in der Küche und steigert Effizienz, Lebensmittelqualität und Servicegeschwindigkeit. Sobald eine Bestellung eingegangen ist, wird das KDS sofort aktualisiert, so dass Küchenmitarbeiter Bestelldetails anzeigen, Vorbereitungsaufgaben priorisieren und Benachrichtigungen über Ticketzeiten erhalten können, die die Restaurantstandards überschritten haben.
  • Liefer-Apps
    Die Verbindung zu Liefer-Apps wie Lieferando, Lieferheld, Wolt oder Eatura spielt in Dark Kitchens eine wichtige Rolle. Um ein POS-System schnell und nahtlos mit Liefer-Apps zu verbinden, ist eine offene POS-Integrationsplattform nötig. Diese Technologie ermöglicht es Unternehmen, sich an die sich ständig ändernden Anforderungen und Trends ihrer Kunden anzupassen.
  • Treueprogramm
    Die Implementierung eines Restaurant-Treueprogramms ist eine hervorragende Möglichkeit, Folgegeschäfte zu steigern sowie das Markenbewusstsein und die Kundenbindung zu stärken. Die Kundenbindung hat sich als wertvoller und kosteneffizienter erwiesen, als der ständige Versuch, neue Kunden zu gewinnen. Über eine Treuelösung lassen sich kundenorientierte Angebote bereitstellen, Prämien verwalten und Gästen Selfservice-Tools zur Überprüfung ihrer Prämienaktivitäten anbieten.
Lesen Sie auch
Allgemeine HaustechnikKostenmanagement
Gasträume kühlen ohne Umbau: Worauf es bei mobilen Klimageräten und Luftreinigern ankommt

Dark Kitchens ermöglichen Flexibilität und Diversifizierung. Sie ermöglichen es Unternehmen, ihre höchsten Kosten (Arbeitskosten) zu senken und gleichzeitig Raum für Wachstum und Expansion zu schaffen. Mit der Weiterentwicklung der Branche bieten Dark Kitchens Stabilität und haben sich für Restaurants bewährt, die wachsen möchten.

Der Autor Jürgen Dauk ist Senior Sales Director Sports & Entertainment EMEA bei Oracle.

 

orderbird
Arbeitszeit, Dienstplan, und Schichtplanung

Minijob-Reform: Die Minijob-Debatte auf dem Prüfstand – welche Folgen hätte die Reform für die Gastronomie?

Die Debatte um eine Reform der Minijobs trifft das Gastgewerbe an einer empfindlichen Stelle. Denn viele Betriebe sind nicht nur auf bezahlbare Arbeitsmodelle angewiesen, sondern vor allem auf flexible Einsatzmöglichkeiten bei Stoßzeiten, Wochenenden, Veranstaltungen und saisonalen Spitzen. Dirk Schmidt von orderbird erklärt, warum die eigentliche Frage nicht „Minijob oder kein Minijob“ lautet – und wie Betriebe ihre Personalplanung schon jetzt robuster aufstellen können.

Waldemar Brandt, Unsplash
Allgemeine Haustechnik

Gasträume kühlen ohne Umbau: Worauf es bei mobilen Klimageräten und Luftreinigern ankommt

Wenn eine fest installierte Klimaanlage nicht möglich ist, bleiben mobile Klimageräte und Luftreiniger die praktikable Lösung für Gasträume. Entscheidend sind drei Dinge: die richtige Kühlleistung für die Raumgröße, ein Gerät mit zwei Schläuchen statt einem und eine Aufstellung, die Gäste nicht durch Lärm oder Zugluft stört. Der Rest ist Betriebsführung.

athree23, Pixabay
Gastro, Recht und Gewerbe

Wenn Bürokratie Fachkräfte am Arbeiten hindert

Viele Hotels und Gastronomiebetriebe suchen händeringend Personal. Doch selbst wenn geeignete Fachkräfte gefunden sind, können Verfahren rund um Beschäftigungserlaubnis, Aufenthaltstitel oder Arbeitgeberwechsel den Einsatz über Wochen verzögern. Hotelier Manfred Lang schildert zwei Fälle aus seinem Betrieb – und zeigt, warum Fachkräftesicherung nicht nur eine Frage des Recruitings ist.

Emiliano Vittoriosi, Unsplash
Datenschutz

KI-Kennzeichnung seit 2. August: Website, Speisekarte, Instagram – was Gastgeber markieren müssen

Speisekartentexte aus ChatGPT, Hotelfotos aus Midjourney, Social-Media-Posts auf Knopfdruck: KI gehört im Gastgewerbe längst zum Alltag. Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten aus Artikel 50 des EU AI Acts. Die gute Nachricht vorweg: Für den durchschnittlichen Hotel- oder Gastronomiebetrieb ist der Aufwand klar umrissen. Betroffen sind vor allem realistisch wirkende Bilder und Systeme, die mit Gästen sprechen – nicht die tägliche Textarbeit.

TheFork
Branche und Trends

Digitales Restaurantmanagement: Warum Vernetzung zum Erfolgsfaktor wird

Reservierung, Tischplanung, Gästekommunikation und Zahlung laufen in vielen Restaurants längst digital – aber oft noch nebeneinander. Gastautor Carlo Carollo von TheFork erklärt, warum der nächste Schritt nicht noch mehr einzelne Tools sind, sondern besser vernetzte Systeme, die Abläufe vereinfachen und Entscheidungen im Betrieb erleichtern.

EMRAH YILMAZ, Pexels
Events und Messen

Bestecktaschen im Buffet- und Bankettservice: Wie Gastronomie und Hotellerie Zeit sparen und Tischkultur zeigen

Klirrendes Besteck in Wannen, Staus an der Buffetausgabe und Aushilfskräfte, die zwischen den Gängen improvisieren: Wie lässt sich hohes Gästeaufkommen bewältigen, ohne dass die Tischkultur leidet? Ein unscheinbares Produkt verbindet Hygiene, Vorkonfektionierung und Corporate Design – und wird so vom Nebendarsteller zum Service-Werkzeug für Buffets, Bankette und Events.

Weitere Artikel zum Thema

orderbird
Die Debatte um eine Reform der Minijobs trifft das Gastgewerbe an einer empfindlichen Stelle. Denn viele Betriebe sind nicht nur auf bezahlbare Arbeitsmodelle angewiesen, sondern vor allem auf flexible Einsatzmöglichkeiten bei Stoßzeiten, Wochenenden, Veranstaltungen und[...]
orderbird
Waldemar Brandt, Unsplash
Wenn eine fest installierte Klimaanlage nicht möglich ist, bleiben mobile Klimageräte und Luftreiniger die praktikable Lösung für Gasträume. Entscheidend sind drei Dinge: die richtige Kühlleistung für die Raumgröße, ein Gerät mit zwei Schläuchen statt einem[...]
Waldemar Brandt, Unsplash
athree23, Pixabay
Viele Hotels und Gastronomiebetriebe suchen händeringend Personal. Doch selbst wenn geeignete Fachkräfte gefunden sind, können Verfahren rund um Beschäftigungserlaubnis, Aufenthaltstitel oder Arbeitgeberwechsel den Einsatz über Wochen verzögern. Hotelier Manfred Lang schildert zwei Fälle aus seinem[...]
athree23, Pixabay
TheFork
Reservierung, Tischplanung, Gästekommunikation und Zahlung laufen in vielen Restaurants längst digital – aber oft noch nebeneinander. Gastautor Carlo Carollo von TheFork erklärt, warum der nächste Schritt nicht noch mehr einzelne Tools sind, sondern besser vernetzte[...]
TheFork
EMRAH YILMAZ, Pexels
Klirrendes Besteck in Wannen, Staus an der Buffetausgabe und Aushilfskräfte, die zwischen den Gängen improvisieren: Wie lässt sich hohes Gästeaufkommen bewältigen, ohne dass die Tischkultur leidet? Ein unscheinbares Produkt verbindet Hygiene, Vorkonfektionierung und Corporate Design[...]
EMRAH YILMAZ, Pexels
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.