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Dark Kitchens: Eine Restaurant-Evolution

Angesichts der anhaltenden Veränderungen in der Branche überdenken Gastronomen ihre Einnahmequellen und gestalten und bewerten diese neu. Ein Trend, der immer beliebter wird, ist das Konzept der „Dark Kitchens“, das Restaurantbetreibern eine nie da gewesene Flexibilität einräumt. Dark Kitchens ermöglichen es Restaurants, ihren Kundenstamm zu relativ geringen Kosten zu pflegen und zu erweitern, was wiederum Wachstumschancen und Raum für Kreativität bietet.

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Da kein Ladengeschäft betrieben sowie kein Personal bezahlt werden muss und die Location keine Rolle spielt, können sich Gastronomen darauf konzentrieren, köstliche Speisen zu kreieren, die sich Kunden immer wieder liefern lassen möchten. In der derzeitigen Situation, in dem für viele eine Lieferung die einzige Option ist, können Dark Kitchens einen Übergang zur vollständigen Lieferung bieten, ohne dabei die Lebensmittelqualität und den ausgezeichneten Kundenservice zu beeinträchtigen.

Was ist eine Dark Kitchen?

Der Begriff „Dark Kitchen“, auch bekannt als Cloud Kitchen, Ghost Kitchen und Virtual Kitchen, ist kein neues Konzept, sondern wird immer wichtiger, um die Kundenerwartungen zu erfüllen und eine attraktive Diversifizierungsstrategie für Restaurantbetreiber zu verfolgen. Technisch gesehen bezieht sich der Begriff auf eine gewerblich geführte Küche, die Speisen nur für die Lieferung zubereitet.

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Was sind die Vorteile einer Dark Kitchen?

Dark Kitchens bieten Flexibilität. Restaurantbetreiber können neue Konzepte oder Gerichte ausprobieren und die Öffnungszeiten und Standorte erweitern. Einer der wichtigsten Vorteile der Dark Kitchens ist die Kostensenkung. Gastronomen sparen Geld bei Mieten, indem sie sich von kostenintensiven städtischen Umgebungen verabschieden und in Industriegebiete mit geringeren Mietkosten ziehen. Eine teure Einrichtung oder Beleuchtung ist nicht erforderlich, da Kunden die Dark Kitchen nie sehen werden. Dieses Kostenmodell ermöglicht es Gastronomen, in andere Aspekte ihres Geschäfts zu investieren, um Wachstum und Gewinn zu beschleunigen. Der Gastronom kann seine Ressourcen nutzen, um Gebiete und Kunden zu erreichen, die er zuvor noch nicht bedient hat. Viele erweitern ihr Angebot und bieten beispielsweise Frühstück oder Mittagessen, während andere völlig neue Konzepte aus derselben Küche kreieren. Dark Kitchens ermöglichen die Erweiterung des Geschäfts, ohne dass die Kosten für das vollständige Interieur, der in einem Restaurant mit Kundenbetrieb benötigt wird, anfallen.

Welche Technologie wird benötigt, um eine Dark Kitchen zu starten?

Technologie spielt in Dark Kitchens eine entscheidende Rolle. Alle Bestellungen stammen von Online-Kanälen wie Websites, mobilen Apps oder Drittanbietern. Eine Dark Kitchen erfordert ein integriertes Technologiesystem für die Annahme von Online-Bestellungen, die Bearbeitung von Zahlungen und ein effizientes Küchenmanagement.

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  • Point-of-Sale (POS)
    Eine wichtige Voraussetzung für eine Dark Kitchen ist ein POS-System (Point-of-Sale), das Bestellungen über verschiedene Kanäle wie Liefer-Apps von Drittanbietern und Online-Bestellsystemen annimmt. Ein POS-System, das sich in Drittanbieterlösungen integrieren lässt, kann die Effizienz eines Restaurants steigern, da Bestellungen nicht mehr manuell eingegeben werden müssen. Dies spart Zeit und reduziert Fehler, was zu einer Senkung der Arbeitskosten führt.
Themen in diesem Artikel
ManagementEnergieeffizienzKostenkalkulationLieferservice
  • Warenwirtschaft
    Die Bestandsverwaltung ist entscheidend, um die Lebensmittelkosten zu senken, Lebensmittelabfälle zu reduzieren und die Rentabilität zu maximieren. Durch die Integration eines intelligenten Bestandsverwaltungssystems können Gastronomen den täglichen Bestandsverbrauch problemlos verfolgen und Lagerbestand präziser bestellen.
  • Küchenmanagement
    Ein integriertes Küchen-Display-System (KDS) hilft bei der Optimierung der Arbeitsabläufe in der Küche und steigert Effizienz, Lebensmittelqualität und Servicegeschwindigkeit. Sobald eine Bestellung eingegangen ist, wird das KDS sofort aktualisiert, so dass Küchenmitarbeiter Bestelldetails anzeigen, Vorbereitungsaufgaben priorisieren und Benachrichtigungen über Ticketzeiten erhalten können, die die Restaurantstandards überschritten haben.
  • Liefer-Apps
    Die Verbindung zu Liefer-Apps wie Lieferando, Lieferheld, Wolt oder Eatura spielt in Dark Kitchens eine wichtige Rolle. Um ein POS-System schnell und nahtlos mit Liefer-Apps zu verbinden, ist eine offene POS-Integrationsplattform nötig. Diese Technologie ermöglicht es Unternehmen, sich an die sich ständig ändernden Anforderungen und Trends ihrer Kunden anzupassen.
  • Treueprogramm
    Die Implementierung eines Restaurant-Treueprogramms ist eine hervorragende Möglichkeit, Folgegeschäfte zu steigern sowie das Markenbewusstsein und die Kundenbindung zu stärken. Die Kundenbindung hat sich als wertvoller und kosteneffizienter erwiesen, als der ständige Versuch, neue Kunden zu gewinnen. Über eine Treuelösung lassen sich kundenorientierte Angebote bereitstellen, Prämien verwalten und Gästen Selfservice-Tools zur Überprüfung ihrer Prämienaktivitäten anbieten.
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Der Autor Jürgen Dauk ist Senior Sales Director Sports & Entertainment EMEA bei Oracle.

 

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