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Digitale Assistenz im Restaurant: Die Zukunft von KI in der Gastronomie

Für Künstliche Intelligenz gibt es in Restaurants bereits viele Anwendungen – zum Beispiel, um die Planung im Einkauf zu erleichtern oder die Effizienz der Küche zu steigern. In Deutschland machen allerdings nur wenige Betriebe davon Gebrauch. Jennifer Stevenson, Senior Product Director Marketing bei Uberall, über die Potenziale und wie Gastronomiebetriebe am besten davon profitieren können.

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KI-basierte Technologien sind eine unglaublich wertvolle Ressource für das gesamte Gaststättengewerbe. Mit ihnen können Gastronom:innen ihre Betriebskosten senken, Fehler (durch menschliche Hand) minimieren und obendrein die Customer Experience verbessern. Deshalb dürfen die Verantwortlichen das Momentum jetzt nicht verschlafen.

Seit ein paar Monaten hören und lesen wir fast täglich von der rasanten Weiterentwicklung von Künstlicher Intelligenz. Anwendungen und Tools schießen wie Pilze aus dem Boden. Aber was bedeutet das für die Gastronomie der Zukunft?

Bessere Kundeninteraktionen

Schon ein kurzer Blick über den Tellerrand reicht, um die ersten KI-Anwendungen in Restaurants zu finden. Taco Bell, Chipotle und Domino’s nutzen bereits KI-gestützte Sprach- und Chatbots, um Bestellungen entgegenzunehmen, Empfehlungen auszusprechen und häufig gestellte Kundenfragen zu beantworten. Aber diese Art Automatisierung lohnt sich nicht nur für globale Ketten: Auch kleine Restaurants können damit ihren Kundenservice kosteneffizient verbessern.

Bei „Chatbot“ denken die meisten natürlich an ChatGPT. Diese Anwendung ist zum Aushängeschild für Künstliche Intelligenz geworden – und ihr Potenzial ist auch für Gastronomiebetriebe enorm. Der sprach- und textbasierte Chatbot kann ein authentisches Gespräch mit Kund:innen führen, sofern er mit den richtigen Standortdaten trainiert wird. Die Grundvoraussetzung für ein nahtloses Kundenerlebnis ist eine zentrale Datenbank mit Informationen über den Standort, lokale Menüs, Öffnungszeiten, Veranstaltungen und mehr.

Optimierung der Lieferdienste

KI-gestützte Liefersysteme sind derzeit noch in der Entwicklung, um Routen optimieren und Lieferzeiten verbessern zu können. Durch den Einsatz von GPS und Echtzeit-Verkehrsdaten sollen sie automatisch die effizientesten und schnellsten Routen wählen. Das sorgt nicht nur für glücklichere Kund:innen, die ihre Bestellung schneller erhalten, sondern auch für erfolgreichere Unternehmen, die Kosten sparen.

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Neben KI wird inzwischen auch mit On-Demand-Robotik experimentiert. Uber Eats zum Beispiel nutzt Lieferroboter bereits in eigenen Liefergebieten. Mit solchen Innovationen können Unternehmen ihre Zusteller:innen entlasten und immer mehr Einzugsgebiete in ihr Angebot aufnehmen.

Verbesserung von Inventar und Nachfrage

Mit KI-gestützten Tools erfahren Restaurants mehr über das Verhalten und die Vorlieben ihrer Kund:innen. Auf Basis von Kundendaten und -interaktionen ermitteln sie die wichtigsten Trends, Muster und Verhaltensweisen. Eine solche Datenanalyse kann beispielsweise dabei helfen, die beliebtesten Speisen einer bestimmten Zielgruppe oder zu einer bestimmten Tageszeit zu bestimmen. Damit können Restaurants ihre Speisekarten anpassen, die Bestandsverwaltung optimieren oder gezielte Marketingmaßnahmen schalten.

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Darüber hinaus ist KI ein starkes Werkzeug, um Restaurants bei der Preisgestaltung und Umsatzoptimierung zu unterstützen. Durch die Analyse von Nachfrage- und Verkaufsdaten kann sie Preistrends und den richtigen Zeitpunkt für Werbeaktionen oder Rabatte erkennen. Ein Beispiel: Die neue exotische Pizzakreation verkauft sich nicht so gut wie erwartet. Die KI schlägt vor, den Preis zu senken, um die Nachfrage zu steigern und damit auch unnötigen Abfall zu vermeiden. Ist ein anderes Gericht dagegen sehr gefragt, rät die KI zur Preiserhöhung, um den Umsatz kurzfristig anzukurbeln.

Einfache Personalorganisation

Restaurants können KI-gestützte Tools auch für die Personalverwaltung nutzen. Die digitalen Assistenten helfen Manager:innen zum Beispiel bei der Erstellung und Verwaltung von Mitarbeiterplänen. Dank der Automatisierung von Dienstplanung und der Benachrichtigung bei Abwesenheiten haben Manager:innen mehr Zeit für andere Aufgaben, die ihre volle – menschliche – Aufmerksamkeit brauchen. Prädiktive Metriken verraten außerdem, zu welchen Zeiten ein Restaurant besonders stark ausgelastet ist oder welche Gerichte am häufigsten bestellt werden. Mit diesem Wissen können Gastronom:innen ihren Personaleinsatz und alle benötigten Ressourcen für Stoßzeiten besser planen.

Aber KI beschränkt sich nicht nur auf die Planung und den Einsatz von Personal. Sie kann auch bei der Einstellung von neuen Mitarbeiter:innen genutzt werden, um zum Beispiel Stellenausschreibungen zu automatisieren, Lebensläufe zu prüfen und sogar erste Bewerbungsgespräche zu führen. Aufgrund der hohen Fluktuationsrate und dem Arbeitskräftemangel im Gastgewerbe kann das die Personalsuche erheblich erleichtern.

Darüber hinaus kann KI dazu beitragen, den Bewerbungsprozess fairer zu gestalten. Denn durch die strikte Fokussierung auf objektive Qualifikationen wie Erfahrung und Ausbildung stellt sie sicher, dass die besten Kandidat:innen ausgewählt werden – ohne Vorteile und Vorurteile.

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Auch im Einstellungsprozess profitieren Restaurantleiter:innen von KI. Durch Automatisierungen bleibt ihnen mehr Zeit für den Kundenservice und die Entwicklung von Menüs, was sich letztlich in einem besseren Gesamterlebnis für Kund:innen widerspiegelt.

Visueller Input und Kundenempfehlungen

KI kann die Fotos von Restaurants in Unternehmenseinträgen optimieren, damit sie Kund:innen besser ansprechen. Das Auge isst schließlich mit.

Suchmaschinen wie Google verwenden Bilderkennungstechnologien, um den Inhalt digitaler Bilder zu identifizieren und zu klassifizieren. Google Lens wiederum kann von Verbraucher:innen genutzt werden, um Restaurants zu finden, die ein bestimmtes Gericht anbieten.

Aber nach wie vor gilt: Der Mensch zählt.

KI sorgt bereits jetzt für zahlreiche Veränderungen in der Gastronomie und in der Zukunft wird sie immer mehr Prozesse verändern – und vor allem bereichern: von der Gestaltung der Speisekarte über die Interaktion mit den Gästen bis hin zum Personalmanagement. Aber niemand muss sich davor fürchten, dass die Künstliche Intelligenz menschliche Mitarbeiter:innen ersetzt. KI ist ein gutes Instrument zur Steigerung von Effizienz und Erfolg. Für die Qualitätskontrolle braucht es aber immer noch Menschen mit Blick fürs Detail. Außerdem ist der menschliche Kundenkontakt besonders in der Gastronomie ein Alleinstellungsmerkmal.

Bislang nutzen vor allem Fast-Food-Ketten die neuesten KI-gestützten Funktionen und Technologien. Langfristig können allerdings Restaurants jede Größenordnung von ihrem Einsatz profitieren. Und weil sich die Fähigkeiten der KI fortlaufend entwickeln, ist das nur eine Frage der Zeit. Wer es nicht tut, verpasst die Chance auf einfachere Prozesse und bessere Kundenerlebnisse. Wer es nicht tut, fällt zurück und wird nicht so einfach aufholen können.

Übrigens: In Frankfurt hat gerade ein Pop-Up-Restaurant eröffnet mit einem exklusiven Fünf-Gänge-Menü, das komplett von einer Künstliche Intelligenz entwickelt wurde. Die KI heißt Ambrosia und hat auch die Cocktails, Musik und Kunst im Raum kreiert.

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