Suche

Finanzplanung als Mehrwert für den Unternehmerruhestand

Hoteliers und Gastronomen suchen regelmäßig nach Lösungen, um ihren Ruhestand finanziell abzusichern. Aber die Geldanlage ist nur das eine – eine sinnvolle Analyse und Planung sind das andere. Aber wie funktioniert Finanzplanung für das Ruhestandsmanagement von Unternehmern genau?

wichayada suwanachun | IStockphotowichayada suwanachun | IStockphoto

Finanzplanung als Mehrwert für den Unternehmerruhestand

Hoteliers und Gastronomen suchen regelmäßig nach Lösungen, um ihren Ruhestand finanziell abzusichern. Aber die Geldanlage ist nur das eine – eine sinnvolle Analyse und Planung sind das andere. Aber wie funktioniert Finanzplanung für das Ruhestandsmanagement von Unternehmern genau?

Warum ist das finanzielle Ruhestandsmanagement für Hoteliers und Gastronomen so wichtig?

Unternehmer haben – im Vergleich zu Arbeitnehmern – in der Regel überdurchschnittliche Verdienstmöglichkeiten. Damit kompensieren sie ihr unternehmerisches Risiko – und den Faktor, dass sie sich selbst um ihre Ruhestandsfinanzierung kümmern müssen. Denn Zahlungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten sie gegebenenfalls nur dann, wenn sie vor der unternehmerischen Tätigkeit angestellt waren. „Darauf sollten sie aber nicht setzen. Denn zum einen reicht die Dauer der Einzahlungen in der Regel nicht aus, um ein substanzielles Ruhestandseinkommen daraus zu erhalten. Und auf der anderen Seite sinkt die Rentenquote generell nach und nach auf unter 40 Prozent des letzten verfügbaren Einkommens. Reichtümer entstehen auf diese Weise nicht“, sagt Frank Austrup, Geschäftsführer der HWA Finanzplan, die zum Finanz- und Versicherungsunternehmen Helmig & Partner in Olfen im Münsterland gehört. „Daher brauchen sie tragfähige Konzepte, um auch im Alter finanziell unabhängig zu bleiben und den gewohnten Lebensstandard zu wahren.“

Welche Schritte sollten Hoteliers und Gastronomen ergreifen?

„Es ist entscheidend, dass Unternehmer erkennen, dass Planung alles ist. Schaut man sich die Praxis der privaten Altersvorsorge an, erkennt man oft ein Muster: Es wird, im Rahmen des Möglichen, Geld in ein Vermögensverwaltungsdepot oder ein Versicherungsprodukt eingezahlt, damit dieses beim Renteneintritt zur Verfügung steht. Das ist in Ordnung, aber ein wichtiger Aspekt fehlt: Die gewünschte Höhe des Ruhestandsvermögens wird aber zumeist eher zufällig festgesetzt. Das kann zum Problem werden“, warnt Frank Austrup. Warum? Ganz einfach, wie er herausstellt: „Vermögen zu haben, ist immer gut. Aber es stellen sich einfach zu viele wichtige Fragen, als dass der Vermögensaufbau allein ausreichend wäre, um dem Ruhestand gelassen entgegen zu sehen. Und diese Fragen reichen von der Erfassung der tatsächlichen Bedürfnisse bis hin zur frühzeitigen Gestaltung der Generationenfolge.“ Daher steht für Austrup der Begriff der Finanzplanung im Fokus. 

Partner aus dem HORECA Scout
Lesen Sie auch
Finanzen und ControllingRecht und ComplianceSoftware und Systeme
Warum Stornos bei der Kassennachschau zum Prüfungsrisiko werden

Was bedeutet Finanzplanung genau und wie funktioniert diese?

Finanzplanung, auch Financial Planning genannt, ist Lebensplanung und fasst daher sämtliche Fragen rund um Vermögen und Vorsorge zusammen. Es wird eben nicht, wie in der klassischen Vermögensverwaltung, beispielsweise nur der Bereich der liquiden Geldanlage betrachtet oder nur die Entwicklung des Immobilienportfolios. Effektive Finanzplanung bedeutet, alle finanziellen Entscheidungen optimal aufeinander abzustimmen und die gesamte Lebenssituation zu betrachten. Und das ist die Basis für die finanzielle Absicherung des Ruhestands. Das Financial Planning nimmt alle Bereiche in den Blick, die mit dem Wohlstand eines Menschen zu tun haben und reicht damit von der Analyse der gesamten Vermögensverhältnisse über die Nachsteuerrendite der Geldanlage und der Suche nach sogenannten „Renditekillern“ im Portfolio bis hin zur Gestaltung des Ruhestandseinkommens und der Strukturierung der Vermögensübertragung an die nächste Generation. „Dementsprechend stehen die systematische Analyse der Ist-Situation inklusive der Ermittlung der individuellen Ziele und Wünsche im Fokus der Finanzplanung. Daraus ergibt sich das übergeordnete Bild des gesamten Vermögensmanagement, das sich vor allem auf den Zeitpunkt des Ruhestandsbeginns, den tatsächliche Kapitalbedarf in den verschiedenen Lebensphasen, planbare Großausgaben und die Unterstützung der Familie bezieht. So erkennen wir ganz klar und vor allem frühzeitig, wieviel Geld im Alter zu welchem Zeitpunkt zur Verfügung stehen muss.“ Erst daraus könnten die passenden Maßnahmen der operativen Vermögensverwaltung abgeleitet werden – und damit die richtigen Produkte.

Themen in diesem Artikel
ManagementFinanzenFinanzplanungRuhestand

Welche Vorteile erwachsen daraus?

Laut Frank Austrup lasse sich mit professioneller Finanzplanung verhindern, dass Menschen ihre finanzielle Situation falsch einschätzten und meinen, entweder zu viel oder zu wenig Geld zu haben und zu brauchen. Das könne zu einer eklatanten Versorgungslücke im Alter führen – oder aber im Gegensatz auch dazu, dass Menschen sich stark einschränkten, obwohl sie sich wesentlich mehr gönnen könnten. Es gehe daher darum, durch eine professionelle Finanzplanung die ideale Struktur für Vermögensinhaber zu finden, damit diese mit Ruhe und Gelassenheit dem Alter entgegensehen können. Anhand eines Rechenbeispiels lässt sich das Prinzip verdeutlichen. Wer 50.000 Euro jährlich verbrauchen will und seinen Ruhestand auf 25 Jahre taxiert, braucht eine 1,25 Millionen Euro. Lebt er 30 Jahre, sind es bereits 1,5 Millionen Euro, und will er noch etwas für Schenkungen und Erbschaften übriglassen, ist die Summe noch höher. Aber um zu wissen, dass ein Unternehmer 50.000 Euro jährlich benötigt, bedarf es eben einer genauen Kalkulation. 

Welche Folgen ergeben sich aus der Finanzplanung für die Geldanlage?

Der letzte Schritt ist dann dem Finanzplaner zufolge die Geldanlage. Es sei grundsätzlich wichtig, Produkte zu finden, die Risiken begrenzen und zugleich behutsames Wachstum möglich machen – mindestens ein Inflations- und Kostenausgleich bei gleichzeitigem Schutz des Substanzvermögens. Frank Austrup ging dafür ein konkretes Beispiel. „Eine Möglichkeit sind sogenannte Indexpolicen. Damit werden die Renditechancen der Kapitalmärkte mit garantierte Mindestleistung kombiniert. Dabei verwenden die Versicherer die über die Garantien hinaus erwirtschafteten Überschüsse, um den Vertrag an der Entwicklung eines Aktienindex zu beteiligen. Das soll langfristig mehr Rendite als festverzinsliche Anlageformen bringen.“ Helmig & Partner arbeitet in diesem Bereich mit mehreren renommierten Versicherungsgesellschaften zusammen. Frank Austrups abschließender Rat lautet: „Nur durch die kontinuierliche Betreuung lässt sich eine erfolgreiche Ruhestandsversorgung herstellen. Es können immer wieder Ereignisse auftauchen, die eine Umstellung der Vermögensverwaltung erfordern. Dann muss die Strategie natürlich angepasst werden.“

Lesen Sie auch
Gastro, Recht und GewerbeRecht und ComplianceVersicherungen und Risikomanagement
Neue BGN-Themenseite „Küchenbetriebe“: Alles Wichtige zum Arbeitsschutz auf einen Blick
ACCONSIS
Finanzen und Controlling

Warum Stornos bei der Kassennachschau zum Prüfungsrisiko werden

Die Kassennachschau kommt meist unangekündigt – und entscheidet sich selten an einem einzelnen Fehler, sondern an Mustern, Abläufen und Nachvollziehbarkeit. Gerade in der Gastronomie erleben wir immer wieder dieselben Schwachstellen: technisch oft korrekt, aber organisatorisch angreifbar. In unserer 10-teiligen Beitragsserie zeigen wir die 10 größten Fehler bei der Kassennachschau.

Stella He, Unsplash
Gastro, Recht und Gewerbe

Neue BGN-Themenseite „Küchenbetriebe“: Alles Wichtige zum Arbeitsschutz auf einen Blick

Die Küche zählt zu den gefährlichsten Arbeitsplätzen im Gastgewerbe – doch die Anforderungen an Arbeitsschutz und Unfallprävention waren bislang über zahlreiche Dokumente verstreut. Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe ändert das jetzt mit einer zentralen Anlaufstelle. Was Betriebe dort finden – und warum sich ein Lesezeichen lohnt.

Gastronovi
Finanzen und Controlling

Gastronomen verschenken bis zu 70.000 Euro jährlich

Viele Gastronomen nutzen bereits digitale Kassensysteme, Reservierungstools oder Warenwirtschaftslösungen. Doch ein Großteil der integrierten Funktionen bleibt oft ungenutzt. Hochgerechnet auf ein Jahr kann sich das ungenutzte Potenzial auf über 70.000 Euro pro Betrieb belaufen. Christian Jaentsch von Gastronovi hat die am häufigsten übersehenen Funktionen analysiert und gibt praxisnahe Tipps, wie Gastronomen ihre bestehende Infrastruktur besser ausschöpfen können.

Günther Dillingen, Pexels
Kostenmanagement

Parkraum als Umsatzbremse: Warum ungenutzte Stellplätze Betriebe direkt Geld kosten

Keine Parkplätze, keine Gäste? In deutschen Städten verschärft sich die Stellplatzsituation – und wird für Gastronomen und Hoteliers zum handfesten Umsatzproblem. Doch das eigentliche Dilemma liegt nicht im Mangel, sondern in der ineffizienten Nutzung. Während Dauerparker und Fremde Flächen blockieren, stehen Stellplätze außerhalb der Stoßzeiten leer. Wie lässt sich Parkraum so steuern, dass er die eigene Wertschöpfung unterstützt statt zu bremsen?

Führungscrew der Augustinum Gastronomie mit Geschäftsführer Christoph Specht (rechts), Augustinum
Branche und Trends

Erfolgreicher Einsatz gegen Lebensmittel-Abfälle

Die Augustinum Gastronomie hat ihr selbstgestecktes Ziel zur Reduzierung von Lebensmittel-Abfällen deutlich übertroffen. Statt der angestrebten 30 Prozent wurden bereits 36 Prozent erreicht – das entspricht einer jährlichen Einsparung von 228 Tonnen bundesweit. Das Unternehmen versorgt 23 Seniorenresidenzen sowie Schulen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Bis 2030 soll die Reduktion auf 50 Prozent gesteigert werden.

Weitere Artikel zum Thema

Gastronovi
Viele Gastronomen nutzen bereits digitale Kassensysteme, Reservierungstools oder Warenwirtschaftslösungen. Doch ein Großteil der integrierten Funktionen bleibt oft ungenutzt. Hochgerechnet auf ein Jahr kann sich das ungenutzte Potenzial auf über 70.000 Euro pro Betrieb belaufen. Christian[...]
Gastronovi
Günther Dillingen, Pexels
Keine Parkplätze, keine Gäste? In deutschen Städten verschärft sich die Stellplatzsituation – und wird für Gastronomen und Hoteliers zum handfesten Umsatzproblem. Doch das eigentliche Dilemma liegt nicht im Mangel, sondern in der ineffizienten Nutzung. Während[...]
Günther Dillingen, Pexels
Führungscrew der Augustinum Gastronomie mit Geschäftsführer Christoph Specht (rechts), Augustinum
Die Augustinum Gastronomie hat ihr selbstgestecktes Ziel zur Reduzierung von Lebensmittel-Abfällen deutlich übertroffen. Statt der angestrebten 30 Prozent wurden bereits 36 Prozent erreicht – das entspricht einer jährlichen Einsparung von 228 Tonnen bundesweit. Das Unternehmen[...]
Führungscrew der Augustinum Gastronomie mit Geschäftsführer Christoph Specht (rechts), Augustinum
Abhishek Navlakha, Pexels
Das Immobilienberatungsunternehmen Savills verzeichnet für das erste Quartal 2026 nur 163 Mio. Euro Transaktionsvolumen – ein deutlicher Rückgang. Doch die Zwölf-Monats-Bilanz fällt positiver aus. Warum die Betreiberseite zum bestimmenden Thema wird und welche Investoren jetzt[...]
Abhishek Navlakha, Pexels
Online Birds GmbH
Online Birds hat sein kostenfreies Analysetool Hotel Digital Score um den AI-Prompt-Score erweitert. Die neue Kennzahl zeigt datenbasiert, wie häufig ein Hotel in KI-generierten Antworten von Systemen wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity erscheint. Damit reagiert[...]
Online Birds GmbH
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.