Corona Fördergelder

Genehmigungsanschreiben der BAFA für Corona Förderberatung sorgt für Irritationen

Seit am 3. April die modifizierte Richtlinie zur Förderung unternehmerischen Know-hows für von Corona betroffene Betriebe in Kraft getreten ist, sind zahlreiche Anträge gestellt worden. Nun treffen die ersten Genehmigungen ein und sorgen mit einem Absatz bezüglich der Kostenübernahme für Verwirrung. Wie können sich die Betriebe absichern?

© Miriam Grothe

Das Problem: Fraglicher Passus in der Genehmigung

Eine Variante den Stillstand der letzten Wochen sinnvoll zu nutzen, war für viele Gastronomen und Hoteliers die Möglichkeit, sich über Ausrichtung und Defizite im Betrieb oder den bisherigen online Aktivitäten Gedanken zu machen. Professionelle Hilfe bei den Überlegungen kann hierfür eine geförderte Beratung der BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) bringen. Voraussetzung für die Beantragung der Förderberatung ist eine nachgewiesene Schädigung durch die Corona-Pandemie. Mittlerweile wurden die ersten Genehmigungen zugestellt und mit der Freude kommen neue Fragen auf. Denn in einem Passus des Schreibens heißt es:

„Eine Entscheidung über die Auszahlung des Zuschusses kann jedoch erst getroffen werden, wenn Sie die Beratung durchgeführt und alle notwendigen Nachweise vorgelegt haben. Erst dann kann das Bundesamt beurteilen, ob alle zuwendungsvoraussetzungen vorliegen. Es besteht daher das Risiko einer eventuellen Ablehnung. Ein Rechtsanspruch auf den Zuschuss oder auf Ersatz der entstandenen Aufwendungen besteht nicht.“ 

Die Antragsteller stehen nun vor der Frage, ob sie entgegen den vorangegangen Aussagen unter Umständen doch auf den Kosten sitzenbleiben können.

Die Lösung: Ergänzung des Beratungsvertrages

Es gibt eine Möglichkeit, sich gegen jedwede Forderungen abzusichern. Bestehen Sie darauf, dass in Ihrem Beratervertrag ein Passus enthalten ist, der wie folgt formuliert sein kann:

Der Auftraggeber versichert ausdrücklich, dass der Beratervertrag erst nach Erhalt der Erlaubnis zum Beratungsbeginn geschlossen und die Beratung vor Erhalt nicht begonnen wurde. Sollten die Beratungskosten nicht von der Förderstelle übernommen werden, so hat der Berater keinen Anspruch auf eine Vergütung durch den Auftraggeber.

Der Gastronom oder Hotelier als Antragsteller, ist so auf der sicheren Seite und es entstehen keine ungeplanten Ausgaben. Einzig die Mehrwertsteuer muss an das Beratungsunternehmen überwiesen werden, diese wird aber vom Finanzamt zurückerstattet.

Eine weitere Frage steht häufig im Raum:

Hat die Förderung Einfluss auf weitere Förderprogramme?

Auch hier gibt es eine klare Antwort: Ja, die Fördermaßnahme muss im Rahmer der de-minimis Erklärung aufgeführt werden, in der Sie bestätigen, dass Sie bisher einen maximalen Förderrahmen von 200.000,- EUR nicht erreicht haben.

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Wenn Sie sich auch eine Digital- oder DGSVO-Beratung sicher wollen, helfen wir Ihnen zusammen mit unseren zertifizierten Beratern gerne bei der Antragsstellung und führen die Beratung rund um die Überarbeitung Ihrer digitalen Prozesse und der Berücksichtigung der DSGVO durch. Informieren Sie sich hier und beantragen Sie Ihre 4.000 Euro Förderberatung.

4 Kommentare zu “Genehmigungsanschreiben der BAFA für Corona Förderberatung sorgt für Irritationen”

  1. „Sollten die Beratungskosten nicht von der Förderstelle übernommen werden, so hat der Berater keinen Anspruch auf eine Vergütung durch den Auftraggeber.“

    ERNSTHAFT? Das soll eine „Lösung“ sein? Wenn der Auftraggeber, dem ja geholfen wird, die Förderung nicht erhält, dann soll der Aufwand beim Berater hängen bleiben? Das ist keine Lösung, sondern grober Unfug. Es gäbe nur eine Situation, in der ein solches Vorgehen gerechtfertigt wäre: Der Berater gibt einen unzureichenden Bericht ab oder verhindert durch Fehlverhalten die Auszahlung der Förderung durch das BAFA. Dann muss er dafür natürlich dafür geradestehen. Aber ansonsten würde ich als Berater einen solchen Beratervertrag mit diesem Passus keinesfalls unterschreiben!

  2. Guter Beitrag – dennoch: Warum soll ein Berater ein Risiko tragen, wenn doch der Hotelier/ Gastronom eine Leistung erhalten hat und der Berater neben Arbeitszeit auch Fahrtkosten auf sich genommen hat. Weiter muss berücksichtigt werden, dass auch der Berater ein Risiko eingeht, wenn beispielsweise der Hotelier ihm eine abschließende Unterschrift verweigert und/ oder Dinge – wie eine fehlerhafte Begründung oder überschrittene De Minimis Förderungen – an das Tageslicht kommen, die der Berater nicht zu verantworten hat? Also bitte nicht einseitig der journalistischen Arbeit nachgehen, sondern sachlich argumentieren. So ist der Artikel nicht richtig!

  3. Wenn der Berater durch seine Beratung einen hohen Nutzen erbracht hat (= Liquidität für das Unternehmen, um nichts anderes geht es zur Zeit) dann wird er auch vom beratenden Unternehmer entlohnt werden können. Vielleicht nicht sofort, vielleicht nur in Raten, aber es wird was fließen.
    Alles andere ist das typische „Gelaber-Consulting“ und nichts wert.
    Auch Berater müssen sich an ihren Ergebnissen messen lassen.
    Nur meine Meinung (als Berater und Beratender).

  4. Als BAFA-Beraterin beunruhigt mich, dass die BAFA mit großen Versprechungen an die Unternehmen herantritt, aber dann nicht in der Lage ist, zeitnah Entscheidung zu treffen und zu bearbeiten. Ich habe einige Unternehmen, die schon 7 Wochen auf ihre Genehmigung warten. Dabei wird die Beratung jetzt in der Krise wirklich dringend benötigt. Dazu noch solche Formulierungen im „Entscheidungsschreiben“, die letztlich auch nicht helfen, zweifelhafte selbsternannte Berater davon abzuhalten Beratungen durchzuführen. Hier sollte schon gleich am Anfang der Riegel vorgeschoben werden, denn als BAFA-Berater/in weiß man schon welche Anforderungen die BAFA stellt und ist gewohnt diese zu erfüllen.

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