Suche

Influencer-Kooperationen in Hotellerie und Gastronomie. So gehen Sie es richtig an!

Influencer. Sie sind die Meinungsmacher und Sympathieträger in den sozialen Medien und beeinflussen mit ihren Inhalten auf YouTube, Instagram, Snapchat und Co. Millionen Menschen. Ihre Reichweite ist enorm, ihre Rolle als Multiplikatoren ganzer Generationen mehr als nur ein vorübergehendes Phänomen. Das macht sie auch für Unternehmen unterschiedlichster Branchen attraktiv, um ihre Marke, Produkte oder Dienstleistung bekannter zu machen. Doch wie geht man eine Kooperation mit den Idolen des Internets am besten an?

SEO-KücheSEO-Küche

Was sollten Gastronomie- und Hotelleriebetriebe beachten? Antje Stensel von der Online-Marketing-Agentur SEO-Küche beantwortet die wichtigsten Fragen.

Welche Arten von Influencer gibt es? Ein Einstieg.

Grundsätzlich wird zwischen drei verschiedenen Influencer-Typen unterschieden: Markenliebhabern, Markenexperten und Markenkritikern. Die den Unternehmen und Produkten negativ gegenüber stehenden Kritiker scheiden selbstverständlich als potenzielle Werbe-Partner aus, für mögliche Kooperationen sind die ersten beiden Gruppen relevant. Sogenannte Markenliebhaber zeichnen sich durch umfangreiche Erfahrungen sowie eine starke emotionale und positive Bindung zu einem Produkt aus. Wie der Name erahnen lässt, genießen Markenexperten den Ruf, über ein anerkanntes Fachwissen zu verfügen und nehmen im Gegensatz zum „Liebhaber“ eine eher objektive, neutrale Einstellung zu einem Produkt ein.
Neben dem Influencer-Typus ist auch die Anzahl der Follower ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal. Von unten nach oben aufsteigend wird zwischen Nano- (unter 10.000 Follower), Mikro-, Makro- bis hin zu Mega-Influencern (über eine Million Follower) differenziert. In der deutschen Spitze erreichen z. B. Kanäle wie „bibisbeautypalace“ der Influencerin Bianca Claßen 7,7 Millionen Follower. Das sind Dimensionen, die nicht mal TV-Sendungen zur Primetime erzielen. Doch es ist nicht nur die Reichweite, die Influencer-Kooperationen für Hotellerie und Gastronomie attraktiv machen.

Partner aus dem HORECA Scout

Was leisten Influencer-Kooperation, was klassisches Marketing nicht kann? Die Vorteile.

Bei klassischen Marketingmaßnahmen wie etwa einer gebuchten Print-Anzeige wird die gewünschte Werbebotschaft textlich wie bildlich assoziiert. Sie erfolgt also indirekt und mittelbar. Die Stärke des Influencers liegt hingegen in der Authentizität und Direktheit seiner Postings. Ein glaubhafter Influencer holt seine Community auf der emotionalen Ebene ab und lässt sie an seinen Erfahrungen teilhaben. Der Follower kann die Erlebnisse seines Idols mit allen Sinnen miterleben.
Wie ist der erste Eindruck, wie die Atmosphäre im Hotel? Wie fühlte sich die erste Übernachtung an? Wie geschmackvoll ist das Zimmer eingerichtet und wie der Ausblick aus dem Fenster nach der morgendlichen Dusche? Wie schmeckt und duftet das Drei-Gänge-Menü in der Gastronomie? In seinen Blogs und VLogs gewährt der Influencer seinen Fans und Followern Einblicke in private bis intimste Bereiche.

Welche Fragen sollten sich Hotel- und Gastronomiebetriebe vorab stellen? Erste Schritte.

Entschließt sich ein Unternehmen zu einer Kooperation, sollte es zunächst seinen eigenen Rahmen klar abstecken und definieren. Wie groß ist das zur Verfügung stehende Budget, welches das Hotel investieren möchte? Anschließend sollte man die Zielgruppe möglichst exakt für sich selbst skizzieren, denn die Zielgruppe des Unternehmens sollte möglichst deckungsgleich sein mit der des Influencers.
Ein Hotel, das auf ein junges, dynamisches und erlebnisorientiertes Publikum setzt, benötigt naturgemäß einen anderen Influencer als eine exklusive, hochpreisige Gastronomie. Es gilt das Prinzip: Zielgruppe (des Unternehmens) ist die Zielgruppe (des Influencers).

Lesen Sie auch
DatenschutzGastro, Recht und GewerbeSteuernSoftware und Systeme
Wenn Daten plötzlich nicht mehr verfügbar sind: Das Cloud-Risiko in der Kassenprüfung

Wie findet das Unternehmen anschließend den richtigen Influencer? Die Suche.

Für die eigentliche Suche nach dem passenden Influencer sollte sich das Unternehmen Zeit nehmen. Es gibt spezialisierte Suchmaschinen wie Buzzsumo oder Influma, die dabei helfen, mittels Schlüsselwörter passende Kandidaten zu selektieren. Beim folgenden „Aussieben“ ist Reichweite nicht das alleinige Kriterium. Nicht selten sind Influencer mit einer geringeren Follower-Zahl für eine zielgerichtete Zusammenarbeit sogar die bessere Wahl, weil sie meist näher an der Community sind und eine aktivere Interaktion, sowohl untereinander als auch mit dem Influencer, stattfindet. Diese Intensität an Kommunikation wird durch die Engagement-Rate angezeigt.
Der interessierte Hotelier oder Gastronom sollte sich anschließend einen persönlichen Eindruck verschaffen und eine Zeit lang selbst zum Follower werden. So lernt er nicht nur den Influencer, sondern auch die Community, die Zielgruppe seines Marketings, besser kennen.

Themen in diesem Artikel
DigitalisierungDigitales MarketingInfluencerSocial Media

Wie den richtigen Influencer für sich gewinnen? Tipps bei der Anfrage.

Wenn der Gastronom respektive Hotelier den passenden Deckel zu seinem Topf gefunden hat, ist es ratsam, den Influencer nicht nur mit finanziellen Argumenten für eine Kooperation zu gewinnen. Wie ein professionelles Unternehmen vertritt auch ein professioneller Influencer Werte, verkörpert ein Image, betreibt ein stimmiges Storytelling. Das Unternehmen sollte den Influencer von seinem Produkt bzw. seiner Marke überzeugen und die Gemeinsamkeiten betonen. Wertschätzung zeigt sich nicht nur pekuniär. Wenn der angefragte Influencer das Gefühl hat, dass sich das Unternehmen eingehend mit ihm beschäftigt hat, ist er eher geneigt, einer Zusammenarbeit zuzustimmen. Der Influencer sollte bei der Anfrage keine Bedenken haben, dass er sich z. B. hinsichtlich seiner Reputation ein Eigentor schießen könnte, sondern dass – ganz im Gegenteil – eine Zusammenarbeit auch für ihn einen Mehrwert darstellt.

Was gilt es bei der eigentlichen Zusammenarbeit zu beachten? Mögliche Risiken.

Bei einer Influencer-Kooperation muss man als Unternehmen auch loslassen können. Der größte Unterschied zu anderen Kommunikationsformen ist, dass Influencer ihre Inhalte selbst gestalten und teilen. Sie arbeiten nicht nach einem vom Unternehmen vorgegebenen Skript. Die Zusammenarbeit mit einem Influencer ist daher mit einer Freundschaft zu vergleichen. Begleitend, aber nicht bevormundend. Vertrauensvoll auf Augenhöhe.
Natürlich gibt es auch schwarze Schafe unter Influencern. Das Phänomen gekaufter Fake Follower ist hinlänglich bekannt. Auch das nicht geschulte Auge enttarnt diese jedoch schnell. Indikator ist hier, dass trotz einer vermeintlich hohen Followerzahl kaum kommuniziert wird, die bereits erwähnte Engagement-Rate merkwürdig gering erscheint.
Solche und andere Risiken sind auf ein Minimum reduzierbar, wenn man bei der Wahl seines passenden Influencers wohlüberlegt vorgeht und sich an die hier beschriebenen Arbeitsschritte hält. Online-Marketing-Agenturen können natürlich ebenfalls bei der strategischen Ausrichtung, Zielsetzung und Umsetzung des eigenen Influencer-Marketings unterstützen.

Lesen Sie auch
DatenschutzVersicherungen und RisikomanagementSoftware und Systeme
Aktuelle IHA-Warnung: Wenn die Bettwanzen-Beschwerde zur Phishing-Falle wird

 

Privat
Finanzen und Controlling

GKV-Reform ab 2027: Was auf Betriebe im Gastgewerbe als Arbeitgeber zukommt

Steigende Minijob-Beiträge, eine angehobene Bemessungsgrenze und ein neuer Ehegatten-Zuschlag: Die Krankenkassenreform wird meist aus Sicht der Versicherten diskutiert – doch für Hoteliers und Gastronomen entscheidet sie ab 2027 direkt über das Personalbudget. Warum trifft ausgerechnet das Gastgewerbe die Reform härter als fast jede andere Branche, und welche Zahlen sollten Betriebe kennen, bevor das Jahresbudget steht?

Google DeepMind, Unsplash
ESG Reporting und CSRD Standards

Neues RAL-Gütezeichen: So soll nachhaltige Gastronomie messbar werden

Ein neues RAL-Gütezeichen soll nachhaltiges Wirtschaften in gastronomischen Betrieben anhand einheitlicher Kriterien überprüfbar machen. Die Anforderungen reichen vom Einkauf und der Speiseplanung über Personal und Lebensmittelsicherheit bis zu Energieverbrauch und Abfallmanagement. Angesprochen sind Gemeinschaftsverpflegung, Catering sowie Individual- und Systemgastronomie.

Weitere Artikel zum Thema

ACCONSIS
Die Kassennachschau kommt meist unangekündigt – und entscheidet sich selten an einem einzelnen Fehler, sondern an Mustern, Abläufen und Nachvollziehbarkeit. Gerade in der Gastronomie erleben wir immer wieder dieselben Schwachstellen: technisch oft korrekt, aber organisatorisch[...]
ACCONSIS
Torsten Dettlaff, Pexabay, Pexels
Nach Angaben des Verbands wirkte die Beschwerde professionell und plausibel. Im Hotel wurden deshalb zunächst interne Abläufe und das vermeintlich betroffene Zimmer überprüft. Erst dabei fiel auf, dass die genannte Zimmernummer 721 in dem Betrieb[...]
Torsten Dettlaff, Pexabay, Pexels
Canva
Ein einziger technischer Check, knapp 20.000 Hotel-Websites – und ein Ergebnis, das die Branche aufhorchen lässt: Ausgerechnet die Häuser mit den meisten Sternen patzen am häufigsten. Was steckt hinter dem „Luxus-Paradox", und warum wird digitale[...]
Canva
Aerps.com, Unsplash
Immer mehr Reisende lassen sich Unterkünfte von ChatGPT, Gemini oder anderen KI-Systemen empfehlen. Eine Untersuchung von 515 gehobenen Hotels im deutschsprachigen Raum zeigt: Privat geführte Einzelhäuser sind dort deutlich seltener sichtbar als Hotelketten und Mehrhausbetriebe.[...]
Aerps.com, Unsplash
ProFina Deutschland GmbH
Ein Kassensystem, das mitten im Wochenendgeschäft ausfällt, verlorene Reservierungsdaten, abgegriffene Gästeinformationen: Cyberangriffe treffen längst nicht mehr nur Großkonzerne. Auch kleine Restaurants, Cafés und Hotels rücken ins Visier der Kriminellen – oft ohne eigene IT-Abteilung im[...]
ProFina Deutschland GmbH
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.