Suche
Anzeige

IT-Sicherheit – Zwischen Algorithmus und Aufmerksamkeit

Niko Neskovic, Geschäftsführer der NetComData GmbH, erläutert im Interview zum Thema IT-Schutz für Unternehmen, wo die größten Gefahren beim Thema Sicherheit im Datenmanagement liegen und wie vorgebeugt werden kann.

Luca Bravo, UnsplashLuca Bravo, Unsplash

Wo sehen Sie die größten Gefahren beim Thema Sicherheit im Datenmanagement?

„Ich sehe die größte Gefahr darin, dass Geschäftsführung und Mitarbeiter nach wie vor annehmen, dass einmal installierte Sicherheitsprogramme und ein einmaliger Hinweis zum Thema Umgang mit E-Mails für immer ausreichen, damit Daten, IT-Infrastrukturen und Dokumente innerhalb des Unternehmens sicher sind. Aber das stimmt nicht. Jeder weiß doch, dass das eigene Smartphone alle paar Monate ein Update fährt. Und das ist uns allen sehr wichtig, damit unsere persönlichen Daten geschützt bleiben. Ich begreife nicht, wieso Unternehmen, die mit Daten Dritter umgehen, hier noch immer so oft wegsehen. Und hier geht es nicht nur um Gefahren von außen, auch innerhalb lauern Gefahren.“

Wie meinen Sie das?

„Nun, Daten müssen nicht nur bei Übermittlung sicher sein, sondern auch in der Verwaltung. Ungepflegte und veraltete Server oder IT-Infrastrukturen, die unorganisiert gewachsen sind, bergen nicht nur funktional Probleme bei Themen wie Synchronisierung, Protokollierung und Compliance, sondern auch in Bezug auf die Systemstabilität. Hier reagieren manche Unternehmen leider häufig erst, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist, sprich der Vorfall schon passiert ist und die Systeme zusammengebrochen sind. Das kann ich nicht nachvollziehen, denn hier ist mit viel höheren finanziellen Einbußen zu rechnen, als wenn Infrastrukturen und Sicherheit kontinuierlich gepflegt werden. Denn neben der Notwendigkeit, das gesamte System in einem solchen Fall retten zu müssen, von den Daten ganz zu schweigen, liegt das Unternehmen lahm und es kann nicht gearbeitet werden. In manchen Branchen bedeuten ja bereits wenige Minuten Ausfall Umsatzschäden in Millionenhöhe – von Imageproblemen mal ganz abgesehen.“

Partner aus dem HORECA Scout

Also reicht es, die Infrastruktur immer aktuell zu halten, um Sicherheit zu garantieren?

„Nein, das allein reicht nicht aus. ITSicherheit ist immer eine Kombination aus Technologie und manueller Aufmerksamkeit. Das beste Sicherheitssystem bringt nichts, wenn die Spam-E-Mail trotzdem angeklickt wird. Allerdings unterstützen zeitlich klug gesetzte Sicherheitspatches zum Beispiel dabei, vor neuartigen Viren, Trojanern und anderen Hackermethoden zu schützen.“

Lesen Sie auch
Recht und ComplianceRechtsprechung und UrteileRecruiting und Fachkräftemangel
Kununu-Fall rechtskräftig: Was Arbeitgeber bei anonymen Bewertungen verlangen können

Woran erkennt man denn, wann ein Sicherheitsupdate notwendig ist?

„Diese Frage kann man leider nicht pauschalisiert beantworten. Denn die Welt der Hacker agiert immer schneller und raffinierter. Es ist für IT-ferne Menschen nicht leicht einzuschätzen, wann eine Maßnahme erfolgen sollte. Einen externen Service-Provider zu engagieren, der sich eines solchen Monitorings annimmt, kostet im Durchschnitt monatlich allerdings wenig, wenn man sich vor Augen hält: Ein Vorfall in einem mittelständischen Unternehmen kann dessen Existenz und die der Mitarbeiter komplett gefährden. Externe Dienstleister bieten einen 24 Stunden Service mit entsprechendem Monitoring, das heißt, die Systeme werden mit spezialisierter Technik und kompetentem Know-how überwacht. Anpassungen finden immer unter Berücksichtigung der aktuellen DSGVO-Standards und Techniken statt. IT-Security ist ein Werkzeugkasten, der nur durch professionelle Anbieter ordentlich gehandhabt werden kann.“

Themen in diesem Artikel
DigitalisierungDSGVOHacker

Sie sprachen zuvor von „manueller Aufmerksamkeit“, was meinen Sie damit?

„Nun, das betrifft Führungsebenen und Mitarbeiter in einem Unternehmen – also sprich die Menschen. Grundsätzlich sollten sie über aktuelle Gefahren Bescheid wissen und diese konkret erkennen können. Wir bieten zum Beispiel mit Awareness Plus ein spezielles Schulungs- und Testprogramm an. Dort erhalten Teilnehmer einen Überblick, wie Fake-Mail-Templates aussehen können – und das ganz branchenspezifisch. Sei es für Behörden, Arztpraxen und Kliniken oder Konsumgüterhersteller. Die Darstellungsarten unterscheiden sich hier nämlich sehr. Zudem analysieren wir im Rahmen von Awareness Plus sensitive Bereiche innerhalb eines Unternehmens, in denen möglicherweise zusätzlicher Weiterbildungsbedarf bestehen könnte, und unterstützen dann auch hier. Mit dem Programm machen wir Mitarbeiter und Führungsebenen aufmerksam darauf, neueste Formen von Fishing-Mails, Trends und Entwicklungen der Cyberkriminalität zu kennen und somit im Alltag mit wachsamem Auge bei der Datenverwaltung zu arbeiten. Dieser wichtige Baustein in der IT-Security ist für jedes Unternehmen sinnvoll und leistbar. Hier reden wir von einem Einsatz von fünf Euro pro Anwender und Monat im Vergleich zum finanziellen Schaden, wenn es zu einem Vorfall kommt oder Daten geklaut werden.“

Haben Sie noch einen SOS-Tipp, was bei einem Hack zu tun ist?

„Computer ausmachen oder den Stecker ziehen ist eine Möglichkeit – hilft aber nicht. Leider ist das oft eine Kurzschlussreaktion von Nutzern, in der Hoffnung, dass dann nichts weiter passiert. Doch der Trojaner oder Wurm frisst sich ja im Backend durch das System. Das Fatale: In diesem Fall ist es uns nicht mit einem Blick möglich, den Verlauf des Vorfalls nachzuvollziehen. Um die Schwachstelle zu finden, wäre das aber nötig. Statt einfach auszuschalten, bitte Ihren aktuellen IT-Notfallplan zur Hand nehmen und nach diesen Prozeduren vorgehen. Am effektivsten und schnellsten handelt hier ein versierter Fachmann, denn er kennt jeden Handgriff, der in einem solchen Moment nötig ist, aus dem Effeff.“

Lesen Sie auch
Gastro, Recht und GewerbeRecht und ComplianceArbeitszeit, Dienstplan, und SchichtplanungGehalt, Benefits und AltersversorgungManagement
Saisonarbeit im Gastgewerbe: Die rechtlichen Fallstricke bei kurzfristiger Beschäftigung

Weitere Informationen unter www.netcomdata.de

Sterne-Advo
Recht und Compliance

Kununu-Fall rechtskräftig: Was Arbeitgeber bei anonymen Bewertungen verlangen können

Anonyme Bewertungen auf Arbeitgeberportalen können Hotels und Gastronomiebetriebe erheblich treffen – besonders, wenn unklar bleibt, ob die bewertende Person tatsächlich Kontakt zum Betrieb hatte. Nach einem rechtskräftigen Kununu-Beschluss ordnet Rechtsanwalt Jan Meyer im Interview ein, wann Portale die Echtheit prüfen müssen, welche Kritik Arbeitgeber weiterhin hinnehmen müssen und warum bei zweifelhaften Bewertungen schnelles Handeln entscheidend ist.

Towfiqu barbhuiya, Unsplash
Finanzen und Controlling

Finanzen im Griff: Wie ein Steuerberater Gastronomen bei Buchhaltung und Liquidität unterstützt

Drei Prozent Umsatzrendite, steigende Kosten und ein Dickicht aus Umsatzsteuersätzen, TSE-Pflicht und Meldevorschriften: Für Gastronomiebetriebe entscheidet sich die finanzielle Handlungsfähigkeit selten am Kontostand, sondern an den richtigen Kennzahlen. Welche Werte den Unterschied machen und wie eine branchennahe steuerliche Betreuung zum Steuerungsinstrument wird.

Courtney Cook, Unsplash
Branche und Trends

Eiscreme-Report 2025: Preise, Lieblingssorten und Verkaufsmuster im DACH-Vergleich

Sommer, Sonne – und ganz viel Eis: Der Eiscreme-Index 2025 nimmt das alljährliche Eis-Konsumverhalten in Deutschland, Österreich und der Schweiz unter die Lupe. Welche Eissorten haben die Nase vorn? Wann ist die beliebteste Eiszeit? Was kostet die Kugel mittlerweile – und wo wird am günstigsten und wo am teuersten geschlemmt? orderbird hat das Eis-Konsumverhalten der letzten Jahre untersucht und spannende Trends identifiziert.

Weitere Artikel zum Thema

Gemini, onlinebirds
Reisende fragen heute ChatGPT und Gemini nach dem passenden Hotel – doch viele Betriebe tauchen in diesen Empfehlungen gar nicht erst auf. Die erste Auswertung des AI Prompt Scores zeigt: Wer künftig von KI-Systemen empfohlen[...]
Gemini, onlinebirds
ALLEHERZEN GmbH
Am 2. August 2026 greifen die Transparenzpflichten des EU AI Acts – trotz verschobener Fristen an anderer Stelle. Doch reicht es aus, KI-Systeme nur zu kennzeichnen? Und was passiert, wenn Künstliche Intelligenz eigenständig Prozesse in[...]
ALLEHERZEN GmbH
ACCONSIS
Die Kassennachschau kommt meist unangekündigt – und entscheidet sich selten an einem einzelnen Fehler, sondern an Mustern, Abläufen und Nachvollziehbarkeit. Gerade in der Gastronomie erleben wir immer wieder dieselben Schwachstellen: technisch oft korrekt, aber organisatorisch[...]
ACCONSIS
Torsten Dettlaff, Pexabay, Pexels
Nach Angaben des Verbands wirkte die Beschwerde professionell und plausibel. Im Hotel wurden deshalb zunächst interne Abläufe und das vermeintlich betroffene Zimmer überprüft. Erst dabei fiel auf, dass die genannte Zimmernummer 721 in dem Betrieb[...]
Torsten Dettlaff, Pexabay, Pexels
Canva
Ein einziger technischer Check, knapp 20.000 Hotel-Websites – und ein Ergebnis, das die Branche aufhorchen lässt: Ausgerechnet die Häuser mit den meisten Sternen patzen am häufigsten. Was steckt hinter dem „Luxus-Paradox", und warum wird digitale[...]
Canva
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.