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Mobile Luftreiniger schützen vor schwebenden Aerosolen: Darauf sollte beim Kauf geachtet werden

Seit bekannt wurde, dass mobile Luftreiniger in schlecht belüfteten Innenräumen die Viruskonzentration senken und damit auch das Infektionsrisiko mit SARS-CoV-2 deutlich mindern können, stehen sie sowohl bei Verbrauchern als auch bei Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen hoch im Kurs. „Zu Recht“, meint auch Jan Binder, Geschäftsführer der Team Direkt System GmbH, und gibt Infos zu den wichtigsten Eigenschaften, über die die Geräte verfügen sollten.

Jomkwan | iStockphotoJomkwan | iStockphoto

„Um Viren effizient aus der Luft zu filtern, müssen Luftreiniger mit ganz bestimmten Leistungsmerkmalen hinsichtlich Filter und Volumenstrom ausgestattet sein. Zudem muss es sich tatsächlich um einen Luftreiniger und nicht etwa um einen Luftwäscher handeln.“, so Jan Binder. Mit seinem Unternehmen betreut er seit gut 15 Jahren Handwerker rund um das Thema staubfreies, gesundes Arbeiten. Dazu stellt Team Direkt Technik und Weiterbildungsangebote zur Verfügung.

Binder räumt zudem mit einem verbreiteten Irrglauben auf: „Die im Handel erhältlichen, geeigneten Luftreiniger filtern nicht das Corona-Virus selbst aus der Luft. Denn dazu ist das Virus mit einer Größe von 0,160 Mikrometer zu klein. Luftreiniger reduzieren die Viruslast, indem sie die Aerosole, die 1 bis 10 Mikrometer groß sind, herausfiltern. Zudem wird ein seriöser Hersteller immer darauf hinweisen, dass die Viruskonzentration zwar deutlich abgesenkt wird, aber Viren, oder besser gesagt: die Aerosole, nicht zu einhundert Prozent aus der Luft entfernt werden. Das wäre nur mit so genannter Reinraum-Technik möglich.“ Reinräume sind keimfreie Räume, wie sie beispielsweise in der Industrie oder der medizinischen Forschung benötigt werden.

Wichtigstes Ausstattungsmerkmal eines Luftreinigers ist deshalb ein Filter. Doch längst nicht jeder ist auch geeignet: Ein Luftreiniger, der die Virenlast der Raumluft effizient auf ein Minimum reduzieren kann, benötigt einen so genannten HEPA14-Filter. HEPA ist die Abkürzung für High Efficiency Particulate Air Filter, was mit „hocheffizienter Partikel-Luftfilter“ übersetzt werden kann. Als HEPA-Filter gelten Filter, die mindestens 99,9 Prozent aller Partikel, die größer als 0,3–0,5 Mikrometer sind, aus der Luft filtern können. Zu diesem Zweck bestehen HEPA-Filter aus engmaschigen, mehrfach übereinander geschichteten Zellulose-oder Glasfaser-Matten.

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HEPA14-Filter filtern dabei 99,995 Prozent der Schwebstoffe aus der Luft. HEPA13-Filter schaffen hingegen „nur“ 99,95 Prozent. „Der Unterschied klingt gering, in absoluten Zahlen ausgedrückt, wird er deutlicher: Bei einem HEPA13-Filter passieren von 100.000 Teilchen 50 Teilchen den Filter. Bei einem HEPA14-Filter kommen von 100.000 Teilchen nur 5 Teilchen durch“, verdeutlicht Binder und erklärt, wie das funktioniert: „Im Luftreiniger befindet sich ein Ventilator, der für die Umwälzung der Raumluft zuständig ist. Wird der Luftreiniger eingeschaltet, saugt eine Düse die Luft an, der Luftstrom wird durch einen Vorfilter für grobe Schwebstoffe geführt und anschließend durch den HEPA-Filter geleitet. Dabei bleiben aufgrund des Diffusionseffekts kleine Partikel, die sich in dem Luftstrom befinden, an den Fasern des Filters kleben. Größere Partikel prallen an den Maschen des HEPA-Filters ab.“ Verfügt ein Luftreiniger zusätzlich über Aktivkohlefilter, kann er auch unangenehme Gerüche, (Zigaretten-) Rauch und Gase binden.

Auch die Leistung entscheidet über die Eignung

Entscheidend beim Kauf eines Luftreinigers ist neben dem Filter immer auch die Leistung im Zusammenhang mit der Raumgröße: „Die Reinigungsleistung muss zur Raumgröße passen. Ein Luftreiniger sollte die gesamte Raumluft pro Stunde sechs Mal säubern, was einer Luftwechselrate von 6 entspricht. Um zu ermitteln, wie hoch der Luftdurchsatz oder Volumenstrom pro Stunde in einem Raum sein sollte, ist das Raumvolumen mit der Luftwechselrate zu multiplizieren. Da Hersteller von Luftreinigern immer den Volumenstrom angegeben, kann es bei einem großen Raum also durchaus sein, dass zwei oder mehr Luftreiniger benötigt werden“, so Jan Binder und verweist zu Orientierung auch auf Ergebnisse der Universität der Bundeswehr München. Diese hatte im Rahmen einer Studie einen Raumluftreiniger mit HEPA14-Filter und einem Volumenstrom von 1500 Kubikmetern in der Stunde getestet: Die Aerosolkonzentration in einem Raum mit einer Größe von 80 Quadratmetern wurde bei maximalen Volumenstrom binnen sechs Minuten halbiert. In einem 22 Meter langen Flur mit mehr als 40 Quadratmetern Größe sogar innerhalb von rund fünf Minuten.

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Auch auf die Lautstärke kommt es an

Nicht zu unterschätzen ist auch die Lautstärke der Geräte, denn alle Geräte mit einem eingebauten Lüfter machen nun einmal Geräusche. „Diese Betriebsgeräusche sind je nach Umdrehungszahl und Konzeption des Gerätes mehr oder weniger zu hören. Zudem ändert sich die Lautstärke, wenn ein Luftreiniger von kleiner Leistung auf hohe Leistung geregelt wird. Wenn bei kleiner Leistung die Geräte rund 35 dB laut sind und als leises Hintergrundgeräusch zu hören sind, sind sie unter Volllast mit einer Lautstärke von 55 dB bis 60 dB bei einem Meter Abstand schon deutlich zu hören“, macht Binder aufmerksam. HEPA-Filter sind außerdem Verbrauchsmaterialien. Sie sollten alle 6 bis 12 Monate getauscht werden. Ein professioneller HEPA-Filter kostet, je nach Hersteller, im Schnitt zwischen 25 und 50 Euro.

Themen in diesem Artikel
AerosolCoronaInfektionsschutzLuftreiniger

Unterschied zum Luftwäscher

Übrigens: Ein Luftreiniger ist kein Luftwäscher. Der ist statt eines Filters mit Scheiben, auf deren Oberflächen sich Wasser befindet, ausgestattet. „Die angesaugte Luft strömt über diese Scheiben und Schwebstoffe der Luft bleiben auf dem Feuchtigkeitsfilm haften. Die Luft wird sozusagen gewaschen“, erklärt Binder. Luftwäscher erhöhen so auch die Luftfeuchtigkeit, was besonders im Winter in beheizten, trockenen Räumen hilfreich ist und so Atemwegserkrankungen reduzieren kann. Luftwäscher arbeiten allerdings nicht so effizient wie Luftreiniger, denn sie stoßen bei kleinen Partikeln, vor allem Feinstaub, Bakterien und Viren, sowie bei Gerüchen an ihre Grenzen. „Zudem können sich im Wasser mit der Zeit Keime und Bakterien bilden. Luftwäscher müssen also regelmäßig gereinigt werden, was mit höheren Wartungs- und Arbeitsaufwand einher geht. Dennoch lohnen sie sich für Anwender, für die Luftreinigung nicht im Vordergrund steht, die aber die Luftfeuchtigkeit in ihren Räumen verbessern möchten“, fasst Binder zusammen.

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