Lösungen zur Digitalen Gästedaten-Erfassung

Smudo sorgt mit Alleingang für Irritationen und gefährdet die Arbeit der Gesundheitsämter

Funktionierende digitale Lösungen zur Kontaktdaten-Erfassung entlasten bereits seit Monaten die Gesundheitsbehörden. DEHOGA Verbände unterstützen bestehende Systeme mit Erfahrungswerten und favorisieren keine Alleingänge.

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vichie81, iStockphoto (© vichie81, iStockphoto)

Seit der Einführung der Corona-bedingten Registrierungspflicht im Frühsommer 2020 hat sich ein starker, dynamischer und innovativer Markt für digitale Lösungen entwickelt. Über zehntausend Betriebe (Restaurants, Hotels, Sportvereine, Behörden und Unternehmen) nutzen seit Monaten Anbieter wie Hygiene-Ranger, darfichrein.de, recover app, gastident, 2fdz, smart meeting, e-Guest, 9Elements, kontakterfassung.de, Scopevisio oder SnapWeb. Statt Zettel und Stift kommen QR-Codes zum Einsatz.

Diese Anbieter haben gemeinsam seit dem #restart2020 mehr als 8,5 Millionen Check-ins und 12.000 Kunden verzeichnet. Gesundheitsämter wurden durch den Einsatz dieser Lösungen seit Monaten bei der Nachverfolgung von COVID-19-Infektionen stark entlastet. Daten werden von diesen Systemen elektronisch zur Verfügung gestellt und können in die bestehenden Managementsysteme der Gesundheitsämter (wie z.B. SORMAS) auf Wunsch und mit kleinen Anpassungen  z.T. automatisiert übertragen werden.

Für eine größere Akzeptanz von digitalen Gästedaten-Erfassungs Apps in Deutschland haben sich o.g. und eigentlich konkurrierende Anbieter schon vor Wochen zu einer gemeinsamen Initiative Wir für Digitalisierung zusammengeschlossen. Ergebnis des regelmäßigen Erfahrungsaustauschs unter den Experten ist, „Gesundheitsämter einfacher mit ihren bestehenden Softwarelösungen anzubinden und damit besser zu unterstützen, indem ein einheitlicher digitaler Übergabepunkt für alle Apps entwickelt und bereitgestellt werden soll,“ so Eberhard Fiedler (Hygiene-Ranger App). „Ein Implementierungsleitfaden zur sicheren Übertragung von Kontaktnachverfolgungsdaten externer Dienstleister wurde von der Darfichrein GmbH bereits veröffentlicht und wird auf Anfrage auch weiteren Interessenten zur Verfügung gestellt“, verrät Sina Beckstein (darfichrein App).

Kosten

Die Anwendungen zur Gästedaten-Erfassung und Kontaktnachverfolgung kosten die Betriebe meist nicht mehr als ein paar Euro pro Monat, für die Gäste sind die Anwendungen selbstverständlich kostenlos.

Das Land braucht Teamplayer statt Egozentriker

„Um eine erfolgreiche #restart2021 Strategie erarbeiten und umsetzen zu können, bedarf es Experten, die Teamplayer sind und nicht nur ihren eigenen Vorteil suchen. Aussagen wie von Smudo zur Luca-App sind irreführend und kontraproduktiv. Es geht darum, das Wohl der Allgemeinheit und unserer Branche beim Restart im Fokus zu haben. Deshalb sollte die Politik uns als Experten u.a. von Wir für Digitalisierung zuhören, denn wir bringen den Mehrwert an Erfahrungen aus Zahlen und Auswertungen für eine Restart-Strategie mit, die wir in den letzten Monaten gesammelt haben,” sagt Jens Kus (recover App).

Bewertung der Funktionsvielfalt

Die Aussagen, die über  Tagesthemen, MDR, WDR, Bild.de verbreitet werden, sollten unbedingt mit Argumenten anderer App-Betreiber ergänzt werden. Aussagen von Smudo zu digitalen Apps wie „Lösungen in Europa existieren bisher nicht“, muss nach den vorliegenden Statements widersprochen werden. Es ist wichtig, die Vorteile des starken Marktes und verschiedener digitaler Gästedaten-Erfassungs Apps hervorzuheben. Nach Recherchen auf den verschiedenen Webseiten der Anbieter, insbesondere auch im Supportbereich, ergibt sich folgendes Bild: Die gehypte Luca-App reproduziert viele Funktionen der bereits bestehende Lösungen, bedient vorwiegend aber nur die Branche Gastronomie, Kultur und Veranstaltungen und lässt zentrale Vorteile anderer Apps vermissen, die sich am Markt in den letzten Monaten auch für andere Branchen herauskristallisiert haben (z.B. Sport).

Anbieter etablierter Lösungen haben Funktionen an den gültigen Corona-Verordnungen ausgerichtet und wurden von vielen verschiedenen Datenschutzbehörden inzwischen bestätigt. Grund dafür ist, dass sie sich bereits im Einsatz befinden und die gesetzlichen Rahmenbedingungen einhalten. „Anstatt mitzuarbeiten und Expertenwissen zu kanalisieren, baut Smudo in der Zwischenzeit lieber Luftschlösser und verbreitet Falschinformationen, die unreflektiert verbreitet und promotet werden“ ärgert sich Jan Kus. „Ein kleines Beispiel: Betriebe müssen die Kontaktdaten laut Verordnung vier Wochen vorhalten. Die Luca-App geht einfach auf eine zweiwöchige Vorhaltefrist.“

„Wir bieten Features, um die vielfältigen Szenarien und Einsatzfelder in der Gastronomie, Behörden, Sportvereinen oder Sportveranstaltungen und Universitäten abbilden zu können. Unsere Hygiene-Ranger App ermöglicht ab dem 1. März z.B.  Impf- und Schnelltestzentren eine vollständig digitalisierte Abwicklung von Coronatests und Impfungen gegen COVID-19. Weitere werden hier nachziehen“, ist sich Eberhard Fiedler sicher. „Von der digitalen Terminvergabe bis zum Testergebnis inkl. Negativ-Zertifizierung und Impfzertifikat gibt es somit einen fortlaufenden Prozess. Uns geht es um Weiterentwicklung und einer Strategie für alle Branchen,“ so Eberhard Fiedler.

„Wettbewerb belebt – aber nur mit Teamplayern klappt ein erfolgreicher Restart 2021“…

…lautet das Credo des Experten-Trios. „Natürlich messen wir uns alle untereinander. Leider zielt die Öffentlichkeitsarbeit und die Strategie der Luca-App darauf ab, sich als einzige Lösung zu positionieren und durch politisches Lobbying als zentral verordnete App platziert zu werden. Und genau das wird den Restart torpedieren. Und leider suggeriert Smudo, dass es keine anderen Lösungen und Anwendungen gibt.“

Fazit

Mithilfe einer großen und argumentativ ausgewogenen medialen Berichterstattung, die inzwischen auch dank Smudo angestoßen worden ist, müssen digitale Gästedaten-Erfassungs Apps einen wichtigen Anteil in der neuen Restart-Strategie bekommen.  Innovative Startups haben vorgelegt und müssen nur von Politik und Medien als Experten gehört werden. Denn die Anwendungsfelder für die Kontaktdaten-Erfassung sind verschieden. Apps mit Erweiterungsmodulen, die auf langfristige Ansätze zur Lösung weiterer Probleme auch nach der Pandemie  helfen, werden die größten Chancen haben.

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