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Papier ist das neue Plastik

Aus der Plastiktüte wurde eine Papiertüte, Trinkhalme sind nun ebenfalls aus Papier und auch Kaffee-To-Go-Becher bestehen dank Einwegplastik-Verbot nun aus beschichtetem Papier. Das sind durchaus Alternativen! Doch ist der Ersatz eines Materials die einzig gute Lösung? Schließlich entsteht immer noch viel Einwegmüll. Der Technologiekonzern Dyson nennt vier Maßnahmen, mit denen Betriebe ihren Papierverbrauch noch weiter reduzieren können.

DysonDyson

In puncto Plastikmüllreduzierung wird in Deutschland bereits viel getan: Einweggeschirr und Plastiktüten werden aus Gastronomie und Einzelhandel verbannt und größtenteils durch Pappe und Papier ersetzt. Daran orientieren sich auch immer mehr Produkthersteller und setzen auf alternative Verpackungen. Papier ist in der Regel zwar biologisch abbaubar und zersetzt sich schneller als Plastik, doch wie nachhaltig ist das Material wirklich? Und: ist der Griff zu Papier wirklich immer die bessere Alternative?

Deutschlands hoher Papierkonsum

Der Papierverbrauch in Deutschland ist hoch. Laut NABU und WWF wurden im Jahr 2021 insgesamt 19 Millionen Tonnen Papier, Pappe und Karton verbraucht – damit gehören wir bereits seit Jahren weltweit zu den Spitzenreitern beim Papierverbrauch. Im Jahr 2021 lag der rechnerische Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland bei 228 Kilogramm. Das liegt an vielen unterschiedlichen Aspekten der deutschen Wirtschaft, unter anderem der weiter anhaltenden Beliebtheit von Printzeitungen. Auch Behörden und Finanz-Abteilungen arbeiten oft noch papierbasiert – das ist leider mehr als ein Klischee.

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Die Schattenseiten: Für die Papierindustrie wurde zwischen 2000 und 2010 in Indonesien doppelt so viel ursprünglicher Regenwald gerodet wie für die Palmölproduktion, fand der NABU heraus. Neben Holz als Grundrohstoff bedarf es in der Produktion oft viel Wasser – das laut Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe ebenfalls immer knapper wird – und bleichende Chemikalien, die unserer Umwelt schaden, wenn sie in unser Ökosystem gelangen. Die Papierindustrie gehört außerdem zu den sechs energieintensivsten Branchen in Deutschland. Dabei ist vor allem der Verbrauch von Erdgas hoch: Mehr als 27 Milliarden Kilowattstunden verfeuerte die Zellstoffindustrie 2020. Das entspricht über 8 Prozent des gesamten Gasverbrauchs in der deutschen Industrie. Allein in Deutschland verursacht die Papierproduktion einen jährlichen CO2-Ausstoß von 10,6 Mio. Tonnen und entspricht damit den Emissionen von rund 4,5 Millionen Autos.

Unseren Papierverbrauch also weiter zu steigern, weil das Material als Alternative zu Plastik genutzt wird, ist nicht die beste Lösung. Stattdessen sollten wir genau überlegen, wie sich unser Konsum reduzieren lässt und wo sich leicht auf Papier verzichten lässt.

Digitalisierung vorantreiben

Der Papierverbrauch lässt sich in Unternehmen jeglicher Branche drastisch senken, in dem sie vermehrt auf digitale Lösungen und Speichermöglichkeiten in Server oder Cloud im Dokumentenmanagement setzen. Bedarf es einer Unterschrift, bieten qualifizierte e-Signatur-Anwendungen eine rechtssichere digitale Alternative, um den Papierverbrauch zu senken. Kollaborationslösungen mit Whiteboard-Funktion machen es nahezu verzichtbar, Notizen mit Stift auf Papier festzuhalten. Eine explizite Druckrichtlinie kann Mitarbeiter dazu ermutigen, nur dann zu drucken, wenn es wirklich notwendig ist. Einschränkungen wie doppelseitiger und Schwarzweiß-Druck können den Verbrauch weiter reduzieren.

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Recycelte Materialien verwenden

Müssen Mitarbeiter doch drucken, sollten Unternehmen Recycling-Papier bereitstellen. Hier ist zumindest der Frischfaseranteil geringer. Bei der Verpackung der eigenen Produkte und Marketingmaterialien gilt es ebenfalls recycelte und wiederverwendbare Alternativen zu prüfen, die leichter abbaubar und weniger schadstoffbelastet sind als ihre Vorgänger.

Themen in diesem Artikel
Nachhaltigkeit und UmweltschutzPlastikmüllPlastiktrinkhalm

Luft statt Papier

Der Papiereinsatz hört bei Druck und Verpackung nicht auf. In vielen öffentlichen WC‘s von Unternehmen, Restaurants, Hotels, in Kinos und Flughäfen finden sich Papierhandtücher zum Händetrocknen. Vorurteile führten insbesondere in den letzten Jahren dazu, dass diese einem Händetrockner vorgezogen werden. Doch sie verursachen viel unnötigen Müll, den es zu entsorgen gilt und der aus hygienischen Gründen nicht recycelt werden darf – sondern verbrannt wird. Ein Kaltluft-Händetrockner erzeugt – auf den gesamten Produktzyklus geschaut – 88 Prozent weniger CO2-Emissionen als Papierhandtücher. So kommt es, dass hingegen aller Vorurteile, Kaltluft-Händetrockner laut Umweltbundesamt die umweltfreundlichste Methode zum Händetrocknen im öffentlichen Raum sind. Moderne Kaltluft-Händetrockner haben außerdem die gleiche Filtertechnologie verbaut, wie sie in Luftreinigern enthalten ist. Dabei werden bis zu 99,95 Prozent der Partikel in Bakteriengröße aus der Luft entfernt.

Aufforsten unterstützen

Der Weg zum vollständig papierlosen Büro und Unternehmen ist immer noch weit. Doch Unternehmen können zum Ausgleich Aufforstungsprojekte in der Region unterstützen. Das kommt nicht nur der Umwelt selbst zugute, sondern hat auch einen positiven Einfluss auf die eigenen ESG-Ziele. Zudem reduziert es den CO2-Fußabdruck durch die Kompensation im Nachhaltigkeitsbericht. Mit der jüngsten Vorlage der EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung ab dem Jahr 2023 sind mehr Unternehmen als bislang berichtspflichtig.

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Umweltverpflichtung als Unternehmensziel

Für viele Unternehmen rückt das Thema Nachhaltigkeit immer mehr in den Fokus, um CO2-Emissionen zu senken oder nachhaltigere Lösungen anzubieten. Das gilt sowohl in der Produktherstellung, Verpackung und Vertrieb aber auch der Entsorgung. Der Produktlebenszyklus spielt eine entscheidende Rolle, um ein Produkt und das Unternehmen nachhaltiger zu machen. Ein wichtiger Schritt dahin ist es, den eigenen Primärmaterialbedarf – wie auch Papier – zu reduzieren und per Recycling wiederverwenden zu können. Das senkt den anfallenden (Papier-)Abfall und verringert den Entsorgungsprozess, der viel zu oft in Niedriglohnländern wie Asien stattfindet. Begleitet mit Aufforstungsprojekten, um künftige Ressourcen zu sichern, können Unternehmen eine maßgebliche Rolle spielen, um die Umwelt zu schützen und nachhaltiger zu agieren.

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