Suche
Anzeige

Trinkwasserhygiene nach Ende der Corona-Lockdowns

In der COVID-19-Pandemie und während der entsprechenden Lockdowns sind zahlreiche gewerbliche und öffentliche Gebäude wie Gaststätten, Hotels, Veranstaltungsorte, Kinos und Sportstätten oft seit Monaten geschlossen. Dementsprechend ist auch das Leitungsnetz in Hotelzimmern, Sanitärräumen/WCs und Umkleiden/Bädern nicht in Gebrauch. So hat die COVID-19-Pandemie indirekt auch Einfluss auf die Trinkwasserhygiene. Denn selbst wenn Betreiber regelmäßige Spülungen an den Entnahmestellen vornehmen, gewährleistet das nicht zwingend die einwandfreie Trinkwasserhygiene. Membranfiltertechnologie kann hier Abhilfe schaffen.

aristotoo | iStockphotoaristotoo | iStockphoto

Auch wenn eine direkte Übertragung des Sars-CoV-2-Virus über die öffentliche Trinkwasserversorgung ausgeschlossen ist (Umweltbundesamt, 09.03.2020), beeinflusst das Virus die Trinkwasserqualität in Deutschland indirekt negativ. Denn durch die Lockdowns sind öffentliche Räumlichkeiten und damit auch deren Trinkwasserinstallationen oft wochen- bis monatelang ungenutzt. Es gibt keine regelmäßige Wasserentnahme und keine Durchströmung der Leitungen, stattdessen steht das Wasser in den Leitungen. Das Risiko einer Verkeimung und eines Legionellen- Befalls der Trinkwasserleitungen und Installationen steigt dadurch deutlich an.

Zwar sind Legionellen natürlicher Inhaltsstoff des Trinkwassers, doch sie vermehren sich bei entsprechenden Voraussetzungen sprunghaft. Legionellen können mit Wassertröpfchen oder Dampf in die Lunge des Menschen gelangen, beispielsweise beim Duschen oder durch Luftbefeuchter von Klimaanlagen. Eine Infektion mit Legionellen kann zur Legionärskrankheit, einer schweren Lungenentzündung führen. Schon vor der COVID-19-Pandemie gab es in Deutschland laut RKI jedes Jahr über 1.000 identifizierte und gemeldete Legionellose-Fälle (1.443 Fälle in 2018), die zu über 63 Todesfällen führten (entspricht 4%). Die Dunkelziffer sehen Experten des deutschen Kompetenznetzwerks für ambulant erworbene Pneumonien (CAPNETZ) jedoch bei jährlich ca. 15.000 bis 30.000 Legionellose-Fällen, was darauf zurückzuführen ist, dass zu selten eine entsprechende Diagnostik veranlasst wird und daher viele Erkrankungen der Lunge nicht als Legionärskrankheit erkannt werden.

Als Folge der COVID-19-Pandemie mit entsprechenden Beschränkungen in der Nutzung öffentlicher Gebäude wie z.B. Hotels, Sportanlagen könnte sich die Anzahl der Legionellose-Fälle sprunghaft erhöhen. Laut dem Bundesverband DEHOGA gibt es allein in Deutschland über 31.000 Hotels, Pensionen und Beherbergungsbetriebe sowie 165.000 Gaststätten (DEHOGA Zahlenspiegel 2018), die von Hygieneproblemen im Zusammenhang mit dem Corona-Lockdown betroffen sein könnten. Dazu kommen laut DOSB etwa 11.000 Sporthallen, 18.000 Sportplätze, 49.000 Tennisplätze sowie 38.400 weitere Sportanlagen, ein Großteil davon sicher mit sanitären Anlagen und Umkleiden/Duschen.

Partner aus dem HORECA Scout

Bestimmungsgemäßer Betrieb von Trinkwasser-Installationen

Die deutsche Trinkwasserverordnung (TrinkwV) fordert einen „bestimmungsgemäßen Betrieb“ der Trinkwasserinstallation, dazu gehört ein regelmäßiger Wasseraustausch, welcher durch Entnahme spätestens alle 72 Stunden, gegeben sein muss. Ist absehbar, dass dieser Wasseraustausch nicht durch normale Nutzung sichergestellt werden kann, sind geeignete organisatorische (Spülanweisungen) oder technische Maßnahmen (zeitgesteuerte Spülvorrichtungen) zu treffen. Fehlender Wasseraustausch über mehr als 72 Stunden gilt nach DVGW 6023 als Betriebsunterbrechung. Aus Gründen der Hygiene ist es erforderlich, nach längeren Stagnationszeiten an jeder Entnahmestelle der Trinkwasserinstallation Spülungen des Leitungssystems vorzunehmen. Bei Nutzungsunterbrechungen von mehr als vier Wochen sind vor Wiederinbetriebnahme neben der ordnungsgemäßen Spülung mikrobiologische Untersuchungen sowie ggf. weitere „Maßnahmen zur Wiederherstellung des hygienisch unbedenklichen Zustands“ nötig. Dieser Zeitrahmen von mehr als vier Wochen ist bei den meisten Betrieben und öffentlichen Gebäuden durch den derzeitigen Lockdown längst überschritten. Das gilt für gewerbliche Räume wie Hotels und Gastronomie, Kinos und kulturelle Einrichtungen, aber auch öffentliche Gebäude wie Sportstätten und Schwimmbäder, etc..

Welche Maßnahmen sind vor einer Wiedereröffnung zu ergreifen?

Gerade in sensiblen Bereichen, in denen auch Risikogruppen wie Kinder oder ältere und krankheitsbedingt geschwächte Menschen verkehren, muss die hygienische Unbedenklichkeit des Trinkwassers zu 100 Prozent gewährleistet sein. Um die Trinkwassergüte bei Öffnung der Hotellerie- und Gastronomiebetriebe sowie bei öffentlichen Gebäuden und Sportstätten sicherstellen zu können, müssen an sämtlichen Entnahmestellen Spülungen mit Leitungswasser nach einem festgelegten Spülplan durchgeführt werden, der neben den Entnahmeorten auch die Spüldauer vorschreibt und sowohl im Kalt- als auch im Warmwasserkreislauf gilt. Spülpläne müssen dabei individuell erstellt werden und richten sich nach den Rohrleitungsstrecken und ihren Dimensionierungen, woraus sich das zum Hygieneerhalt mindestens auszutauschende Wasservolumen ergibt. Zudem sind ggf. Trinkwasserproben auf ihre mikrobiologische Keimbelastung hin zu analysieren. Doch selbst die Umsetzung eines präzise ausgearbeiteten Spülplans der Installation kann in der Praxis nach so langzeitiger Schließung nicht ausreichend zuverlässig sein.

Lesen Sie auch
Branche und TrendsPersonalentwicklungFood und Beverage
Mineralwassersommelier-Ausbildung: Fachwissen für professionelle Getränkeberatung
ACCONSIS
Recht und Compliance

Der unsichtbare Fehler: Wie die TSE Betriebe in der Prüfung angreifbar macht

Belege werden korrekt gedruckt, Kartenzahlungen laufen, der Tagesabschluss meldet keinen Fehler – und trotzdem kann die technische Sicherheitseinrichtung im Hintergrund zur Schwachstelle werden. Warum gerade TSE-Themen in der Kassennachschau besonders heikel sind und an welchen Stellen Gastronomiebetriebe regelmäßig angreifbar werden.

DEHOGA; ROMAN ODINTSOV, Pexels
Gastro, Recht und Gewerbe

Was am Frühstücksbuffet jetzt anders wird: DEHOGA-Leitfaden erklärt die neuen EU-Regeln für Honig, Marmelade und Fruchtsäfte

Erdbeerkonfitüre darf jetzt wieder Marmelade heißen, im Honigglas muss jedes Herkunftsland einzeln stehen, und in der Konfitüre steckt mehr Frucht als bisher: Seit dem 14. Juni 2026 gelten neue EU-Vorgaben für Honig, Marmelade, Konfitüre und Fruchtsäfte – mit unmittelbaren Folgen für Hotellerie und Gastronomie. Ein neuer DEHOGA-Praxis-Leitfaden ordnet die Änderungen für das Gastgewerbe ein.

Ivan Vranić, Unsplash
Ausstattung und Interieur

Einbrüchen ins Restaurant vorbeugen – welche Maßnahmen können dabei helfen?

Rund 90.000 Einbrüche zählte Deutschland 2024 – und längst nicht mehr nur in Privatwohnungen. Auch Restaurants geraten zunehmend ins Visier krimineller Banden. Neben gestohlenem Bargeld bleiben oft zerstörte Einrichtung und tagelange Schließungen zurück. Gerade für kleinere Lokale kann das schnell existenzbedrohend werden – selbst mit Versicherung. Doch mit den richtigen Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich senken. Welche das sind, zeigt dieser Überblick.

Lightspeed
Branche und Trends

Digital ja – aber bitte mit Herz: Was Restaurantgäste erwarten

Aufmerksamkeit, Freundlichkeit, ein echtes Willkommen – was ein gelungenes Restauranterlebnis ausmacht, hat weniger mit Technik zu tun, als man im Digitalzeitalter vermuten würde. Eine internationale Umfrage gibt Aufschluss darüber, worauf Gäste tatsächlich Wert legen und wie unterschiedlich sie auf Unzufriedenheit reagieren.

Click A Tree
Kostenmanagement

7 Wege für profitable Nachhaltigkeit in der Gastronomie

Nachhaltigkeit in der Gastronomie – klingt nach Verzicht und hohen Investitionen? Irrtum. Wer ökologische und soziale Verantwortung strategisch einsetzt, steigert nicht nur das Image, sondern auch die Rendite. Sieben praxiserprobte Wege zeigen, wie sich Umweltschutz, Teamzufriedenheit und wirtschaftlicher Erfolg gewinnbringend verbinden lassen – vom wertschätzenden Employer Branding bis zur intelligenten Müllreduktion.

e2n
Arbeitszeit, Dienstplan, und Schichtplanung

Spontane Personalausfälle: schnell reagieren, langfristig vorbeugen

5:02 Uhr. Die erste Krankmeldung kommt rein. Um 6 Uhr öffnet die Bäckerei-Filiale. Und plötzlich muss alles schnell gehen – Verkauf besetzen, Ruhezeiten prüfen und irgendwie den Überblick behalten. In solchen Momenten ist ein digitaler Dienstplan Gold wert. Ob Gastro, Hotellerie oder Backbranche: Gerade in der anstehenden Hochsaison ist es besonders wichtig, auf spontane Ausfälle vorbereitet zu sein oder sie im Voraus zu vermeiden.

Weitere Artikel zum Thema

LudgerA, Pixabay
Im April 2026 startete in Wiesbaden ein neuer Jahrgang der Mineralwassersommelier-Ausbildung. Die seit 20 Jahren etablierte Qualifizierung des Handelsverbandes für Heil- und Mineralwasser vermittelt Fachkräften aus Gastronomie und Handel das notwendige Rüstzeug für eine kompetente[...]
LudgerA, Pixabay
Keine Bildrechte?
Die Hospitality Branche steht vor großen Herausforderungen: steigende Energiekosten, wachsendes Umweltbewusstsein der Gäste und zunehmende gesetzliche Anforderungen in puncto Nachhaltigkeit. BRITA, seit Jahrzehnten führend in der Wasserfiltration, entwickelt Lösungen, die nicht nur Ressourcen schonen, sondern[...]
Keine Bildrechte?
Miti, Unsplash
Bei der Zubereitung von Kaffee spielen Wasserfilter bereits seit Langem eine tragende Rolle und sorgen für den optimalen Geschmack. Doch auch bei der Teezubereitung ist die Qualität des Wasser maßgeblich für das Ergebnis. Matthias Molnar[...]
Miti, Unsplash
pogorelova - iStockphoto.com
Gastronomen und Hoteliers sollten sich bei der Wahl des Wassers für möglichst überzeugende Produkte entscheiden, die sich gut mit dem eigenen Angebot kombinieren lassen. Dadurch entsteht aus Sicht der Gäste eine gute Verbindung aus Image[...]
pogorelova - iStockphoto.com
Es wird keine EU-Pflicht zur kostenlosen Tafelwasserabgabe in der Gastronomie geben. Das hat das EU-Parlament nun beschlossen.kedsanee - iStockphoto.com
Es wird keine EU-Pflicht zur kostenlosen Tafelwasserabgabe in der Gastronomie geben. Das hat das EU-Parlament nun beschlossen.[...]
Es wird keine EU-Pflicht zur kostenlosen Tafelwasserabgabe in der Gastronomie geben. Das hat das EU-Parlament nun beschlossen.kedsanee - iStockphoto.com
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.