Suche

Voraussetzungen der neuen Überbrückungshilfe III Plus im Überblick

Die Überbrückungshilfen sind das zentrale Instrument der Bundesregierung, um Soloselbstständige, Freiberufler und kleine bis große Unternehmen finanziell während der Coronakrise zu unterstützen. Das aktuelle Förderprogramm – die Überbrückungshilfe 3 Plus – wurde kürzlich noch einmal bis zum Ende des Jahres verlängert. Im Folgenden erklärt Dr. Timo Gansel, Vorsitzender und Gründer von Gansel Rechtsanwälte, was Sie wissen müssen, um sich noch rechtzeitig die Förderung zu sichern. 

Timo GanselTimo Gansel

Aus den Gesprächen mit Unternehmerinnen und Unternehmern wissen wir, dass sich gerade kleinere Betriebe nicht ausreichend über das staatliche Hilfsprogramm informiert fühlen. Auch der bürokratische Aufwand wirkt erstmal abschreckend. Dabei können wir genau an diesen Punkten helfen und beraten. Alle Unternehmerinnen und Unternehmer, die trotz finanzieller Probleme noch keine Überbrückungshilfe beantragt haben, sollten sich jetzt unbedingt mit dem Thema auseinandersetzen.

Was ändert sich bei der Überbrückungshilfe III Plus?

Auch wenn das Pandemiegeschehen stabil erscheint und viele Betriebe schon wieder – unter Auflagen – öffnen können, ist ein Antrag auf Überbrückungshilfe 3 Plus dennoch empfehlenswert. Für die Fördermonate Juli bis Dezember 2021 erhalten Sie eine anteilige Fixkostenerstattung, die Sie nicht zurückzahlen müssen.

Partner aus dem HORECA Scout

Zunächst war die Überbrückungshilfe 3 Plus bis zum 30. September geplant und wurde nun bis zum 31. Dezember 2021 verlängert. Die Antragsfrist ist noch nicht festgelegt, liegt aber dem Förderzeitraum zufolge frühestens auf dem 31. Dezember 2021. Bei der Verlängerung werden weitestgehend die Bedingungen der Überbrückungshilfe 3 Plus beibehalten, wie auch z.B. der Eigenkapitalzuschuss. Lediglich die Restart-Prämie, die während der Monate Juli, August und September 2021 galt, wird nicht verlängert.

Welche Betriebe sind antragsberechtigt?

Wie schon bei der Überbrückungshilfe III sind diejenigen Betriebe antragsberechtigt, die in den Fördermonaten Juli bis Dezember 2021 mindestens 30 % Umsatzeinbußen verzeichnen. Dabei orientiert sich die anteilige Fixkostenerstattung am konkreten Umsatzrückgang im Vergleich zum Referenzmonat 2019 oder 2020.

Lesen Sie auch
Recht und ComplianceRechtsprechung und UrteileRecruiting und Fachkräftemangel
Kununu-Fall rechtskräftig: Was Arbeitgeber bei anonymen Bewertungen verlangen können

Der Antrag kann nur über einen prüfenden Dritten gestellt werden, wie zum Beispiel über Anwaltskanzleien oder Steuerberaterbüros. Für Betroffene ist ein Antrag dabei ohne Kostenrisiko: Die Kosten für den prüfenden Dritten übernimmt der Staat bis zu 100 %. 

Was bringt die Überbrückungshilfe III Plus?

Wie schon die Überbrückungshilfe III zuvor, besteht die Überbrückungshilfe 3 Plus in einer anteiligen Fixkostenerstattung. Diese orientiert sich am jeweiligen Umsatzeinbruch:

Themen in diesem Artikel
Recht und FinanzenCoronaCorona-Hilfen
Umsatzrückgang in % Erstattung der Fixkosten in %
zwischen 30 und 50 % 40 % der Fixkosten
zwischen 50 und 70 % 60 % der Fixkosten
mehr als 70 % 100 % der Fixkosten

 

Welche Kosten lassen sich mit der Überbrückungshilfe III Plus decken?

Zu den Fixkosten, die durch die staatliche Förderung erstattet werden können, zählen u.a. folgende Posten:

Lesen Sie auch
Gastro, Recht und GewerbeRecht und ComplianceArbeitszeit, Dienstplan, und SchichtplanungGehalt, Benefits und AltersversorgungManagement
Saisonarbeit im Gastgewerbe: Die rechtlichen Fallstricke bei kurzfristiger Beschäftigung
  • Miete und Pacht
  • Weitere Mieten, z.B. für Geldspielgeräte 
  • Ausgaben für Wasser, Strom und Heizung 
  • Personalaufwendungen
  • Kosten für Hygienemaßnahmen
  • Digitalisierungsaufwendungen
  • Zinsaufwendungen für betriebliche Kredite und Darlehen
  • Instandhaltungskosten

Lohnt sich ein Antrag auf Überbrückungshilfe III Plus noch?

Ende August 2021 hatten erst 9 % der Unternehmen einen Antrag auf die staatliche Überbrückungshilfe III gestellt. Branchenweit konnte man allerdings große Unterschiede in Bezug auf die Antragsquoten feststellen. 

Das Gastgewerbe gehörte zwar zu den Spitzenreitern bei den Beantragungen, doch auch dort besteht noch Potenzial, um sich die staatliche Förderung zu sichern. So lag die Quote im Bereich Beherbergung bei etwa 48 % und in der Gastronomie bei knapp 41 %. An der Spitze des jeweiligen Bereichs standen Hotels, Gasthöfe und Pensionen mit 63 % Antragsquote beziehungsweise der Ausschank von Getränken mit 51 %. Im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen recht hohe Quoten – in Betracht der starken Einschränkungen für das Gastgewerbe müsste es hier allerdings noch zahlreiche förderungsberechtigte Betriebe geben. 

Die staatlichen Zuschüsse sollten sich die Betriebe nicht entgehen lassen, handelt es sich doch um eine Finanzspritze, die nicht zurückgezahlt werden muss. Denn auch wenn der bürokratische Aufwand zunächst abschrecken kann, unterstützten die Prüfenden Dritten wie Gansel Rechtsanwälte die Betriebe wo sie nur können.

Über den Autor

Timo Gansel ist Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht und Finanzmediator bei der Kanzlei Gansel Rechtsanwälte.

Sterne-Advo
Recht und Compliance

Kununu-Fall rechtskräftig: Was Arbeitgeber bei anonymen Bewertungen verlangen können

Anonyme Bewertungen auf Arbeitgeberportalen können Hotels und Gastronomiebetriebe erheblich treffen – besonders, wenn unklar bleibt, ob die bewertende Person tatsächlich Kontakt zum Betrieb hatte. Nach einem rechtskräftigen Kununu-Beschluss ordnet Rechtsanwalt Jan Meyer im Interview ein, wann Portale die Echtheit prüfen müssen, welche Kritik Arbeitgeber weiterhin hinnehmen müssen und warum bei zweifelhaften Bewertungen schnelles Handeln entscheidend ist.

Towfiqu barbhuiya, Unsplash
Finanzen und Controlling

Finanzen im Griff: Wie ein Steuerberater Gastronomen bei Buchhaltung und Liquidität unterstützt

Drei Prozent Umsatzrendite, steigende Kosten und ein Dickicht aus Umsatzsteuersätzen, TSE-Pflicht und Meldevorschriften: Für Gastronomiebetriebe entscheidet sich die finanzielle Handlungsfähigkeit selten am Kontostand, sondern an den richtigen Kennzahlen. Welche Werte den Unterschied machen und wie eine branchennahe steuerliche Betreuung zum Steuerungsinstrument wird.

Courtney Cook, Unsplash
Branche und Trends

Eiscreme-Report 2025: Preise, Lieblingssorten und Verkaufsmuster im DACH-Vergleich

Sommer, Sonne – und ganz viel Eis: Der Eiscreme-Index 2025 nimmt das alljährliche Eis-Konsumverhalten in Deutschland, Österreich und der Schweiz unter die Lupe. Welche Eissorten haben die Nase vorn? Wann ist die beliebteste Eiszeit? Was kostet die Kugel mittlerweile – und wo wird am günstigsten und wo am teuersten geschlemmt? orderbird hat das Eis-Konsumverhalten der letzten Jahre untersucht und spannende Trends identifiziert.

Weitere Artikel zum Thema

Sterne-Advo
Anonyme Bewertungen auf Arbeitgeberportalen können Hotels und Gastronomiebetriebe erheblich treffen – besonders, wenn unklar bleibt, ob die bewertende Person tatsächlich Kontakt zum Betrieb hatte. Nach einem rechtskräftigen Kununu-Beschluss ordnet Rechtsanwalt Jan Meyer im Interview ein,[...]
Sterne-Advo
rawpixel.com
Beitragsfrei, flexibel, unkompliziert – so wirkt die kurzfristige Beschäftigung auf den ersten Blick. Doch schon ein einziger zu viel gearbeiteter Tag oder eine falsch eingestufte Aushilfe kann den Status rückwirkend kippen. Welche Kriterien wirklich zählen[...]
rawpixel.com
Towfiqu barbhuiya, Unsplash
Drei Prozent Umsatzrendite, steigende Kosten und ein Dickicht aus Umsatzsteuersätzen, TSE-Pflicht und Meldevorschriften: Für Gastronomiebetriebe entscheidet sich die finanzielle Handlungsfähigkeit selten am Kontostand, sondern an den richtigen Kennzahlen. Welche Werte den Unterschied machen und wie[...]
Towfiqu barbhuiya, Unsplash
Gastronomieberatung Consult Gastro
Gute Idee, große Motivation – und trotzdem scheitern viele Gastrobetriebe in den ersten drei Jahren. Woran liegt das wirklich? Fünf typische Stolperfallen entscheiden oft schon vor der Eröffnung über Erfolg oder Aus. Wer sie kennt,[...]
Gastronomieberatung Consult Gastro
ALLEHERZEN GmbH
Am 2. August 2026 greifen die Transparenzpflichten des EU AI Acts – trotz verschobener Fristen an anderer Stelle. Doch reicht es aus, KI-Systeme nur zu kennzeichnen? Und was passiert, wenn Künstliche Intelligenz eigenständig Prozesse in[...]
ALLEHERZEN GmbH
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.