Wachstum durch Krise

Corona-Shutdown nutzen und Digitalisierungsstrategie umsetzen

Wann, wenn nicht jetzt, wäre die richtige Zeit für zukunftsgerichtete Ideen und die Weiterentwicklung von Hotel, Restaurant oder Tagungsbetrieb? Dazu gehören schon beinahe zwingend Modernisierungsmaßnahmen in der digitalen Netzwerkstruktur – auch um künftig die wachsenden Datenmengen im Alltag zu bewältigen.

© Nathan Dumlao | Unsplash

Kann man in Zeiten der Corona-Krise überhaupt über Innovationen und Digitalisierung nachdenken?

Hotellerie, Gastronomie und Tagungsbranche befindet sich gerade in einer sehr schwierigen Phase. Durch den Shutdown kommt es zu massiven Umsatzausfällen, die natürlich existenzbedrohend sein können und auch nach Wiedereröffnung erst einmal wieder aufgeholt werden müssen. Das erscheint vielen schon schwierig genug. Aber: „Es ist beinahe zwingend, sich strategisch mit seinen Strukturen zu befassen und jetzt schon tragfähige Pläne für die Zeit nach der Krise zu entwickeln. Denn diese Zeit wird kommen und dann werden mittel- und langfristig die diejenigen ganz vorne mit dabei sein, die innovative Strukuren nachweisen können und die Wünsche erfüllen, die den Gästen wirklich wichtig sind. Auch wenn es gerade einfacher gesagt klingt als getan: Wann, wenn nicht jetzt, wäre die richtige Zeit für zukunftsgerichtete Ideen?“, fragt Winfried Hecking, Chef der Mönchengladbacher Telekommunikations- und Netzwerkspezialisten Hecking Elektrotechnik. Er entwickelt mit seinem Team private und gewerbliche Netzwerk- und Telekommunikationsinfrastrukturen, unter anderem im gesamten Gastgewerbe.

Warum ist das eigentlich wichtig?

Sowohl für Privat- als auch Geschäftsreisende ist eine stabile Internetverbindung ein herausragendes Kriterium bei der Hotelbuchung. Wie die Buchungsplattform HRS ermittelt hat, liegt das kostenlose Internet weiterhin auf Platz 1 dieser Liste. Das folgt einem allgemeinen Trend: „Die Digitalisierung ist in vollem Gange. Sie betrifft uns alle – und sorgt für einen tiefgreifenden Wandel in jedem Lebensbereich. Die digitale Transformation eröffnet dabei große Chancen für mehr Lebensqualität, revolutionäre Geschäftsmodelle und effizienteres Wirtschaften“, heißt es beim Bundeswirtschaftsministerium. Dazu kommt laut Winfried Hecking die unternehmerische Wirkung der Digitalisierung: „Digitale Technologien sind zum Schlüssel für wirtschaftlichen Erfolg geworden: Durch ihren Einsatz können kleine und mittlere Unternehmen neue Geschäftsmodelle entwickeln, neue Kunden gewinnen oder Stammkunden enger an sich binden. Das gilt natürlich auch in Hotellerie, Gastronomie und der Tagungsbranche.“

Welchen konkreten Nutzen hat eine professionelle digitale Infrastruktur im Gastgewerbe?

Unternehmen in Hotellerie, Gastronomie und MICE können vor allem Marketing/Akquise, Kundenbindung und Datenpflege sehr gut digitalisieren. Dadurch ist es möglich, eine wesentlich höhere Effizienz in Verwaltung und Vertrieb zu erreichen, zeigt ein Blick in die Praxis. Das gilt laut Winfried Hecking insbesondere mit Blick auf die ständig steigenden Datenvolumina, ob auf internen Servern oder im alltäglichen Transfer zwischen Website, Buchungsplattformen, Steuerberater und Co. In Zahlen ausgedrückt: Im Jahr 2025 sollen weltweit rund 163 Zettabyte (das ist eine Zahl mit 24 Stellen) an Daten generiert werden – das ist das Zehnfache im Vergleich zum Jahr 2016. Diese Datenmengen müssen gemanagt werden, im Kleinen wie im Großen. „Diese riesigen Mengen müssen Unternehmen managen und dauerhaft bewältigen. Das geht aber nur, wenn sie wirklich über brauchbare digitale Strukturen verfügen. Mit etwas in die Jahre gekommenen Standardleitungen ist das nicht machbar. Da helfen auch die großangelegten Modernisierungen im öffentlichen Raum nichts, wodurch flächendeckend schnelles Internet gewährleistet werden soll“, betont Winfried Hecking.

Wie kann eine Modernisierungsstrategie für Unternehmen aussehen?

„Es geht vorrangig um die Analyse, was tatsächlich gebraucht wird. Nicht jedes Unternehmen hat die gleichen Ansprüche und Notwendigkeiten. Diese zu erkennen und individuell umzusetzen, ist die Aufgabe eines Fachbetriebs. Der Netzwerkfachmann kann entsprechend der Bedarfsanalyse die richtige Entscheidung treffen, um alle Nutzer dauerhaft zufriedenzustellen“, sagt der Handwerksunternehmer. Moderne Multimediatechnik ist die Grundvoraussetzung für schnelles Internet und aktuelle Fernsehunterhaltung. Gerade im Bestand sind aber in die Jahre gekommenen Leitungen noch der Standard, daher sind vierfach abgeschirmte Breitbandleitungen das Gebot der Stunde und stellen die Grundlage aller Modernisierungsmaßnahmen dar. Spezialisierte Handwerksunternehmen verlegen diese Leitungen sorgen für den Einbau von Breitbandverteilerkästen und der richtigen Steckdosen. Glasfaser-Technologie bildet die Grundlage für die umfangreichen Vorteile eines Multimedia-Anschlusses (MMA). Die digitalen Signale werden vom Übergabepunkt im Keller über das Hausverteilernetz in die entsprechenden Bereiche weitergeleitet.

Welche besonderen Möglichkeiten gibt es für gastgewerbliche Unternehmen?

Wichtig ist laut Winfried Hecking vor allem, dass alte Netzwerkstrukturen daher im Rahmen von Digitalisierungsmaßnahmen entfernt und durch neue Leitungen oder PowerLAN ersetzt werden. PowerLAN ist eine Technik, die vorhandene elektrische Leitungen zum Aufbau eines lokalen Netzwerks zur Datenübertragung nutzt, sodass keine zusätzliche Verkabelung notwendig ist. „Auf diese Weise werden in Unternehmen die Grundlagen für digital vernetzte Systeme geschaffen, mit deren Hilfe eine effiziente IT-Struktur möglich wird, die auch in der Online-Welt beste Leistungen abrufen kann. Probleme im Datenmanagement und Online-Anwendungen, intern wie extern, gehören damit der Vergangenheit an. Und der Schritt in die digitale Welt für Hotellerie, Gastronomie und MICE ist gelungen.“

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