Suche

Wie Restaurants mit Geschick um Bewertungen bitten und damit ihr Personal entlasten

„Freundliches Personal, Wohlfühlambiente und leckeres Essen zu einem fairen Preis.“ Bewertungen dieser Art erfreuen nicht nur die Restaurantbesitzer, sie bringen auch die Kundschaft ins Haus. Viele Gastro-Betriebe haben die letzten zwei Jahre genutzt, um ihre Räumlichkeiten zu modernisieren, anderenorts ersetzen neue Szene-Cafés und außergewöhnliche Küchen die leer stehenden Immobilien. Aber wie aus all den anderen Angeboten hervorstechen und die breite Masse von sich überzeugen?

Pablo Merchán Montes, UnsplashPablo Merchán Montes, Unsplash

„Ganz einfach“, meint Christian Bauer, Geschäftsführer von resmio: „Tue Gutes und lass deine Gäste darüber sprechen.“ Er weiß, wie Gastronom:innen aktiv um Bewertungen bitten können, um neue Kundschaft für ihr Essen zu begeistern – ohne das Personal zusätzlich zu belasten.

Sterne sammeln, aber wo?

Die meisten Kunden suchen neue kulinarische Erlebnisse über ihre Suchmaschine im Netz – oder direkt die Kartenfunktion, um das Gebiet einzugrenzen. Für 85 Prozent der Besucher:innen spielen Online-Bewertungen eine Rolle bei der Entscheidung für oder gegen einen Besuch im Restaurant, so Capterra, eine Plattform für Softwarebewertungen. Unabhängig der Branche ist Google als Bewertungsplattform ganz vorn dabei. Bauer rät deshalb: „Google ist Pflicht, der Rest ist Kür“. Zur Kür zählen beispielsweise Yelp, das Portal für Tourist:innen Tripadvisor oder HappyCow, das auf vegetarische und vegane Optionen ausgerichtet ist. Jede Nennung und jede Interaktion auf Drittseiten wirken sich positiv auf die eigene Sichtbarkeit im Internet aus. Für all jene, die gerade erst einen Neustart mit ihrem Gastro-Betrieb hingelegt haben, ist es ratsam, sich auf Google zu fokussieren. „Wer dort bereits eine Menge an Bewertungen und einen zufriedenstellenden Schnitt an Sternen hat und sicherstellt, dass auch regelmäßig weitere Rezensionen abgegeben werden, kann gerne einen Blick über den Google-Rand hinauswerfen”, fasst Bauer zusammen.

Partner aus dem HORECA Scout

Der richtige Zeitpunkt

Für die Frage, wann Gastronom:innen ihre Kundschaft am besten nach einer Bewertung bitten, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zwei Pfade stechen dabei aber als besonders effektiv hervor.

Auf dem persönlichen Weg können gut geschulte Service-Kräfte beim Abkassieren die Frage nach einer Rezension einfließen lassen. Wer vorher seine Gäste mit einer Runde Absacker oder einem Nachtisch aufs Haus überrascht, stimmt sie direkt positiv – und erhöht das Trinkgeld, wie Forschungen der Hochschule Fresenius belegen. Das löst zwar das bekannte Personalproblem in der Gastro-Branche nicht, ist aber sicherlich ein zusätzlicher Anreiz für Beschäftigte.

Lesen Sie auch
Nachhaltigkeit und UmweltschutzAusstattung und Interieur
Neue Designboden-Kollektionen für Hotellerie und Gastronomie: Ruhe, Natürlichkeit und Funktionalität im Fokus

Der ganze Prozess um die Bitte nach Gästebewertungen lässt sich auch digital und automatisiert abbilden – besonders für jene Gäste, die sich bereits über ein Online-Reservierungssystem beim Restaurant angekündigt haben. Dabei werden ohnehin Kontaktdaten erfasst, an die der Feedback-Manager 24 Stunden nach dem Besuch eine E-Mail sendet. Der Vorteil dieser Variante ist: Die Bitte um Feedback kostet keinen weiteren Aufwand. Das Servicepersonal ist ohnehin meist ausgelastet und im Trubel der Happy-Hour kann die kurze aber wichtige Frage nach der Bewertung schon einmal untergehen. Die automatische Feedback-Erinnerung im Mailpostfach der Gäste fängt das auf. Und wer am Vorabend spendabel mit Absacker und Co war, darf doppelt auf Sternenhagel hoffen.

Kurze Wege sind das A&O

Egal, ob digital, analog oder eine Kombination aus beidem, eine Erkenntnis ist entscheidend für den gesamten Prozess: Menschen sind bequem. „Um sie zu einer Rezension zu motivieren, sollte der Aufwand für sie so gering wie möglich sein“, rät Christian Bauer. Praktischerweise macht es Google ihnen einfach: Über das firmeninterne Google My Business Profil lässt sich ein spezieller Link erzeugen, der Besucher:innen direkt zur Bewertungsoption führt.

Themen in diesem Artikel
ManagementBewertungenOnline-Bewertungen

Wer seine Gäste über die Servicekräfte anspricht, sollte für diesen Link einen QR-Code generieren. Dafür gibt es zahlreiche kostenlose Tools im Internet. Es sollte lediglich darauf geachtet werden, dass dieser Code unbegrenzt gültig ist und nicht nach einer Weile verfällt. Auf einer Visitenkarte platziert, kann er gemeinsam mit der Rechnung (oder mit dem Schnaps oder der Süßigkeit aufs Haus) gereicht werden. Die Bewertung ist damit nur einen gewohnten Griff zum Handy entfernt. Die QR-Code-Methode hat in den letzten zwei Jahren Pandemie bei Jung und Alt breite Akzeptanz gefunden.

Feedback zu Herzen nehmen

Trudeln die ersten Bewertungen ein, ist es auch seitens der Restaurantbetreiber wichtig, überlegt zu handeln. „Für Lob bedanken, Kritik zu Herzen nehmen und vor allem sachlich und präzise auf das Feedback antworten. Sarkastische oder herablassende Kommentare sind ein No-Go“, erinnert der resmio-Geschäftsführer. Eine Stellungnahme zeigt, dass Gastronom:innen die Meinung der Gäste wertschätzen und mit etwaigen Fehlern offen umgehen. Positive Fehlerkultur macht sympathisch.

Lesen Sie auch
Künstliche Intelligenz, KI und AutomationSoftware und SystemeRecruiting und Fachkräftemangel
Wenn das Kochwissen die Küche verlässt: Wie digitale Sous-Chefs Großküchen entlasten

Viele Bewertungen bei Google heben eine weitere Erkenntnis hervor: Es geht um mehr als nur das Essen. Ein Restaurantbesuch ist eine Gesamterfahrung, bei der die Reaktionen der Servicekräfte, der Zustand der Toiletten oder die Kinderfreundlichkeit mitentscheidend für eine Bewertung sind. Besitzer:innen, die gerade die Lockdownphasen der letzten zwei Jahre genutzt haben, um zu renovieren oder umzustrukturieren, bringen dadurch nicht nur ihre Räumlichkeiten neu zum Glänzen, sondern womöglich auch ihre Bewertungen. Gleichzeitig dienen die Bewertungen als News-Funktion, die die jüngsten Entwicklungen des Betriebs dokumentiert. Wer mit seinen Gästen interagiert – online wie offline –, baut eine persönlichere Beziehung zu ihnen auf. Ein Geben und Nehmen kommt beiden zugute: Du gibst uns Feedback, wir bescheren dir einen unvergesslichen Aufenthalt.

resmio.de

PROJECT FLOORS
Ausstattung und Interieur

Neue Designboden-Kollektionen für Hotellerie und Gastronomie: Ruhe, Natürlichkeit und Funktionalität im Fokus

Wenn Gäste ein Hotel betreten, nehmen sie viel wahr – oft unbewusst. Der Boden gehört dazu. Er prägt die Atmosphäre, ohne aufdringlich zu sein. Doch welche Optik passt zu welchem Konzept? Und wie vereint man Ästhetik mit den Anforderungen des Betriebs? Zwei neue Kollektionen zeigen, wie sich aktuelle Designtrends mit den praktischen Erfordernissen der Hotellerie und Gastronomie verbinden lassen – ohne Kompromisse bei Langlebigkeit oder Pflege.

johannes86, iStockphoto
Gehalt, Benefits und Altersversorgung

Neue Spielregeln bei der Vergütung: Was die EU-Entgelttransparenzrichtlinie für Hotellerie und Gastronomie bedeutet

Bis Juni 2026 muss Deutschland die EU-Entgelttransparenzrichtlinie in nationales Recht umsetzen. Die neuen Regelungen betreffen Betriebe jeder Größe und bringen weitreichende Änderungen im Umgang mit Gehältern. Wer sich jetzt vorbereitet, verschafft sich einen entscheidenden Vorsprung im Wettbewerb um Fachkräfte.

Future Payments GmbH
Finanzen und Controlling

Kartenzahlungsgebühren – Zusammensetzung und typische Fallstricke

Viele Gastronomen wissen nicht, welche Kosten ihr Kartenterminal wirklich verursacht. Gebührenmodelle sind komplex, Verträge unübersichtlich – und das Kleingedruckte kann monatlich mehrere hundert Euro Unterschied bedeuten. Spätestens mit einer möglichen Kartenzahlungspflicht wird dieses Thema zum wirtschaftlichen Faktor, den kein Betrieb mehr ignorieren sollte.

EVENTMACHINE
Events und Messen

KI-Agent konfiguriert ganze Events und erhält sofortige Angebote – ohne menschliches Zutun

Was geschieht, wenn künstliche Intelligenz nicht mehr nur berät, sondern eigenständig handelt? Ein Event-Tech-Unternehmen hat einen KI-Agenten auf seinen webbasierten Konfigurator losgelassen – mit verblüffenden Ergebnissen. Die Maschine plant komplexe Veranstaltungen, erkennt Sparpotenziale und trifft Designentscheidungen wie ein erfahrener Eventmanager. Für Hotels und Locations stellt sich damit eine existenzielle Frage: Sind ihre Systeme bereit für Anfragen, die nicht von Menschen kommen?

Biohotel Eggensberger, T. Reinelt
Allgemeine Haustechnik

Risikofaktor Hotelklimatisierung – warum klassische Lösungen dem Erfolg im Weg stehen

Klimaanlagen gehören zur Standardausstattung in Hotels – doch genau diese Selbstverständlichkeit wird zum Problem. Denn während Gäste Kühlung erwarten, lehnen viele gleichzeitig die Begleiterscheinungen klassischer Systeme ab: Lärm, Zugluft, trockene Luft. Hotels investieren also in Technik, die zwar gebucht, aber kritisiert wird. Wie kann dieser Widerspruch aufgelöst werden? Und welche Alternativen bieten sich an, die nicht nur die Gästezufriedenheit steigern, sondern auch die Betriebskosten senken?

Weitere Artikel zum Thema

Läkkerai
Fachkräftemangel, ungelernte Aushilfen, mehrsprachige Teams – und mittendrin ein Küchenchef, der alle Rezepte im Kopf trägt. Was passiert, wenn er kündigt? Eine wachsende Zahl an Profi-Küchen setzt deshalb auf digitales Küchenmanagement. Ein Blick auf einen[...]
Läkkerai
johannes86, iStockphoto
Bis Juni 2026 muss Deutschland die EU-Entgelttransparenzrichtlinie in nationales Recht umsetzen. Die neuen Regelungen betreffen Betriebe jeder Größe und bringen weitreichende Änderungen im Umgang mit Gehältern. Wer sich jetzt vorbereitet, verschafft sich einen entscheidenden Vorsprung[...]
johannes86, iStockphoto
EVENTMACHINE
Was geschieht, wenn künstliche Intelligenz nicht mehr nur berät, sondern eigenständig handelt? Ein Event-Tech-Unternehmen hat einen KI-Agenten auf seinen webbasierten Konfigurator losgelassen – mit verblüffenden Ergebnissen. Die Maschine plant komplexe Veranstaltungen, erkennt Sparpotenziale und trifft[...]
EVENTMACHINE
Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan
Mild, malzig, massentauglich – und zunehmend auch alkoholfrei: Das Helle hat sich vom bayerischen Klassiker zum bundesweiten Bestseller entwickelt. Die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan, älteste Brauerei der Welt, zeigt in ihrem aktuellen Themendienst, warum der Bierstil[...]
Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan
Piotr AMS, Unsplash
Während andere europäische Hauptstädte vor Touristen überquellen, hat sich Vilnius seine Gelassenheit bewahrt. Die litauische Hauptstadt verbindet barocke Architektur mit tief verwurzelter Saunakultur und modernen Wellness-Angeboten – und das alles ohne Hektik. Für Gäste aus[...]
Piotr AMS, Unsplash
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.