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5-Punkte-Plan soll Plastikmüll reduzieren

Umweltministerin Svenja Schulze von der SPD hat am 26.11. einen 5-Punkte-Plan vorgestellt, der mit freiwilligen und gesetzlich vorgeschriebenen Regelungen den Plastikmüll reduzieren und das Bewusstsein für einen nachhaltigen Umgang mit Wertstoffen schärfen soll.
5-Punkte-Plan gegen den PlastikmüllSPmemory | iStockphoto.com

Neben Regelungen sollen auch Alternativen zur Nutzung von Plastik aufgezeigt werden, zum Beispiel das Trinken von Leitungswasser. Auch in der Gastronomie immer wieder Thema, zumal sich hier mit geringem Aufwand Umsätze generieren lassen und gleichzeitig die Umwelt geschont wird.

Mit der Kampagne „Nein zur Wegwerfgesellschaft“ und #wenigeristmehr will das Umweltministerium öffentlichkeitswirksam ihr Arbeitsprogramm begleiten. Die folgenden 5 Punkte sollen die herrschende Wegwerfgesellschaft sensibilisieren:

1. Überflüssige Verpackungen vermeiden

Nicht nur die Plastikfolie der Gurke soll infrage gestellt werden, auch viele andere unnötige Verpackungen von Obst und Gemüsse sollen hinterfragt und im besten Fall ersetzt werden. Außerdem sollen auf europäischer Ebene überflüssige Kunststoff-Produkte wie Trinkhalme verboten werden. Leitungswasser soll stärker in den Fokus gestellt und auch im öffentlichen Raum besser verfügbar gemacht werden. Zusätzlich soll aber auch weiter auf Mehrweg gesetzt werden, da jede wiederbefüllte Flasche eine Flasche weniger im Plastikmüll bedeutet. Weitere Ansätze sind das Verbot von Mikroplastik in Kosmetik bis 2020 und die Beteiligung der Versursacher hoher Plastikmüllmengen an den Reinigungskosten.

2. Umweltfreundliche Gestaltung von Produkten und Verpackungen

Kunststoffe haben viele gute Eigenschaften, die sie oftmals als Werkstoff gegenüber anderen Produkten qualifizieren. Sie sind nur dann ein Problem, wenn sie nicht nachhaltig genutzt oder nach kurzem Gebrauch entsorgt werden. Mit finanziellen Anreizen für ökologisches Design und ressourceneffizientem Produktdesign will der 5-Punkte-Plan hier eingreifen.

3. Recycling stärken

Ab dem 1.1.2019 tritt das neue Verpackungsgesetz in Kraft, welches das Recycling der verarbeiteten Kunststoffe deutlich verbessern soll. Zu den neuen Regelungen zählen gestaffelte Lizenzentgelte, höhere Recyclingquoten und verbesserte Verbraucherinformation.

4. Vermeidung von Fremdstoffen in der Biotonne

Je weniger Plastikabfälle in den Biotonnen landen, desto besser werden die Komposte und auch die Gärrückstände der Bioabfälle. Da diese oftmals auf Feldern aufgebracht werden, sollen hier folgende Maßnahmen das Bewusstsein für die Qualität der Abfälle in der Biotonne fördern:  Verstärkte Information und Aufklärung der Verbraucher, Verschärfung der Regeln für die Entsorgung verpackter Lebensmittelabfälle und zur Begrenzung von Kunststoffrestgehalten.

5. Weniger Müll in den Meeren durch internationales Engagement

Deutschland ist schon lange in vielen Ebenen gegen die Verschmutzung der Meere aktiv und hat dieses Thema auch erfolgreich 2017 beim G20 Präsidentschaftsgipfel zum Thema gemacht. Als weitere Maßnahme wird daraus folgend nicht nur die Zusammenarbeit mit den G20-, sondern auch mit den Schwellenländern angestrebt. Der G7-Gipfel in Charlevoix 2018 hat eine Kunststoffcharta („Ocean Plastics Charter“) beschlossen, die den gesamten Lebenszyklus von Kunststoffen betrachtet. Auch um die Schiffsabfälle soll sich gekümmert werden, es ist ein „No-Special-Fee“-System geplant, so dass Abfall von Schiffen kostenlos in Häfen entsorgt werden können.

 

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