GastroFrühling

Das bayerische Gastgewerbe demonstrierte Stärke und Geschlossenheit

Es kommt nicht alle Tage vor, dass die Unternehmer einer ganzen Branche auf die Straße gehen. Die bayerischen Hoteliers und Gastronomen haben es jetzt getan und im Rahmen des GastroFrühling bei einem Marsch durch die Münchner Innenstadt für die Rettung der bayerischen Wirtshauskultur demonstriert.

Marschierten für die Rettung der Branche durch München: Weinbaupräsident Arthur Steinmann, Bezirksvorsitzender Hans Jürgen Nägerl, Schriftführer Ralph Barthelmes, der Münchner Kreisvorsitzende Conrad Mayer, DEHOGA Bayern-Präsidentin Angela Inselkammer, Landesgeschäftsführer Thomas Geppert, Bundes-Geschäftsführerin Ingrid Hartges, Vizepräsident Andreas Brunner, Bezirksvorsitzender Johann Britsch und Stefan Wild, Vorsitzender des Fachbereiches Hotellerie (von links).
© Andreas Türk
Kreative Transparente machten auf die Situation von Hotellerie und Gastronomie in Bayern aufmerksam.

Kreative Transparente machten auf die Situation von Hotellerie und Gastronomie in Bayern aufmerksam. (Foto: Andreas Türk)

Auf Transparenten und Schildern machten sie ihrem Unmut Luft: Zu viel Dokumentation, zu viele Kontrollen und Auflagen würden den Unternehmern die Luft zum Atmen rauben – und vielen die Lust nehmen, überhaupt noch ihre Wirtschaft aufzusperren. Erst stirbt die Wirtschaft, dann der Ort, so die Parole, mit der der DEHOGA Bayern mehr Unterstützung von der Politik einforderte. Die gut 1500 Demonstranten auf den Münchner Straßen waren ein guter Beweis der Entschlossenheit der Branche. Beim anschließenden GastroFrühling im Festzelt auf der Theresienwiese unterstrich DEHOGA Bayern-Präsidentin Angela Inselkammer noch einmal die Forderungen der Branche. 

Söder und die 30 Millionen

Ministerpräsident Markus Söder unterstrich nicht nur die Bedeutung der Branche, sondern sicherte auch Unterstützung zu.

Ministerpräsident Markus Söder unterstrich nicht nur die Bedeutung der Branche, sondern sicherte auch Unterstützung zu. (Foto: Andreas Türk)

Da war es kurz ganz still in dem Festzelt beim GastroFrühling des DEHOGA Bayern: Ministerpräsident Markus Söder hatte der fast einstündigen Rede von DEHOGA Bayern-Präsidentin Angela Inselkammer gelauscht und die Themen der Branche wohl vernommen. Selbst am Rednerpult, erläuterte er dann seine Sicht auf Bayern, wo es mehr Staat und wo es mehr Liberalismus brauche. Den Tourismus will er auf jeden Fall stärken. Weil das Gastgewerbe Hilfe brauche, werde er ein 30-Millionen-Förderprogramm auf den Weg bringen, um kleine Hotels und Gaststätten zu unterstützen – „noch in diesem Jahr“. Der Applaus der rund 3000 Hoteliers und Gastronomen war ihm sicher. 

 

Bisher keine Kommentare zu “Das bayerische Gastgewerbe demonstrierte Stärke und Geschlossenheit”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Weitere Artikel zum Thema

DEHOGA Bundesverband

Branchenbericht Frühjahr 2018: Unmut, Frust und doch Zuversicht

© Svea Pietschmann

Bei der Jahrespressekonferenz zog DEHOGA Präsident Guido Zöllick eine Bilanz, wie es dem Gastgewerbe im Frühjahr geht. Er sprach von einer insgesamt guten Geschäftsentwicklung, berichtete aber auch von Unmut und Frust der Unternehmer angesichts immer neuer Belastungen. Dringlichste Forderung der Branche an die Politik ist neben einer Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes der Abbau von Bürokratie.

Politik & Verbände

Arbeitszeitflexibilisierung: Österreich geht mit gutem Beispiel voran

© malerapaso | iStockphoto.com

Österreich macht vor, was der DEHOGA für das Gastgewerbe in Deutschland seit zwei Jahren fordert: Die Arbeitszeitregeln wurden gelockert, sodass ein Zwölf-Stunden-Tag künftig einfacher möglich ist. Während die österreichischen Unternehmer bislang auf Vereinbarungen mit dem Betriebsrat oder das OK von Arbeitsmedizinern angewiesen waren, ist dies ab 1. September dank der Arbeitszeitflexibilisierung nicht mehr der Fall. Arbeitnehmer haben jedoch die Möglichkeit, die längere Arbeitszeit ohne Angabe von Gründen abzulehnen.