Politik & Verbände

Außengastronomie droht verschärfter Gesundheitsschutz wegen Sonneneinstrahlung

Der Branche droht neues Ungemach aus der Politik: Wenn das Bundesministerium für Arbeit und Soziales einem Vorschlag des Ausschusses für Arbeitsmedizin (AfaMed) folgt, dann müssen Arbeitgeber, die Service-Mitarbeiter in der Außengastronomie beschäftigen, demnächst erhöhte Anforderungen bezüglich des am Arbeitsplatz zu beachtenden Gesundheitsschutz erfüllen.

Die Temperaturen klettern – und somit auch die Belastung durch Sonneneinstrahlung für Ihre Mitarbeiter.
© MIH83 | Pixabay

Je nach Länge und Intensität der Sonneneinstrahlung, der die Mitarbeiter im Terrassengeschäft oder Biergarten im Einzelfall ausgesetzt sind, soll der Arbeitgeber zukünftig bestimmte teils sehr weitreichende Vorsorgemaßnahmen durchführen müssen. Das ist in der betrieblichen Praxis nur schwer durchführbar, kompliziert bei der Gefährdungsbeurteilung und mit Aufwand und Kosten für die Betriebe verbunden. Der Vorschlag sieht vor, dass Mitarbeiter, die in den Monaten April bis September an mindestens 40 Prozent der Arbeitstage arbeitstäglich mindestens drei Stunden zwischen 10 und 15 Uhr besonders intensiver Belastung durch Sonne ausgesetzt sind, eine sogenannte Pflichtvorsorge erhalten müssen. Mitarbeitern, die in dieser Zeit für mindestens eine Stunde intensiver Strahlung ausgesetzt sind, muss eine sogenannte Angebotsvorsorge angeboten werden.

Was halten Sie von dieser geplanten Regelung?

Ergebnis ansehen

Loading ... Loading ...

Die Schwelle zur Pflichtvorsorge dürfte in den meisten gastronomischen Betrieben nicht erreicht werden, da sich die Mitarbeiter in der Regel nicht dauerhaft in der Sonne aufhalten. Allerdings käme mit der Angebotsvorsorge eine weitere bürokratische Herausforderung auf die Betriebe zu, denn sie müssen den Mitarbeitern das Angebot einer arbeitsmedizinischen Vorsorge machen, das freiwillig genutzt werden kann. Dies tun erfahrungsgemäß nur wenige Arbeitnehmer. Die Schwierigkeit in der praktischen Umsetzung würde aber darin liegen, dass die Intensität der Sonnenbelastung in jedem Einzelfall zunächst einmal ermittelt werden müsste. Auch in Betrieben, deren Mitarbeiter sogar unterhalb der Schwelle der Angebotsvorsorge liegen, müsste dies in der Gefährdungsbeurteilung dokumentiert werden und die Möglichkeiten der Prävention (z.B. durch technische Maßnahmen wie Sonnenschirme oder organisatorische Maßnahmen wie Schichtorganisation) müssten im Einzelfall geprüft werden.

Um den Erlass einer entsprechenden Verordnung zu verhindern, hat sich der DEHOGA Bundesverband an Bundesarbeitsminister Hubertus Heil gewandt, im Detail die praktischen Schwierigkeiten für die Außengastronomie dargestellt und den Minister aufgefordert, den Verordnungsentwurf nicht in der vorgeschlagenen Form zu erlassen.

 

Das könnte Sie auch interessieren:

Mindestlohn steigt – 450,-Euro-Grenze für Mi... Der Mindestlohn wird im kommenden Jahr steigen, doch nach dem Willen des Bundesarbeitsministeriums soll die Grenze für Minijobs bei 450 Euro im Monat bleiben. Eine weitere Anhebung sei nicht vorgesehen und auch nicht Gegenstand des Koalitionsvertrags, hieß es Mitte der Woche aus dem SPD-geführten Mi...
Jeder sollte zum Botschafter der Branche werden Ein Jahr nach seiner Wahl zum Präsidenten des DEHOGA Bundesverbandes blickt Präsident Guido Zöllick im Exklusiv-Interview auf die politische Arbeit im vergangenen Jahr zurück und gibt einen Ausblick auf die weiteren Herausforderungen. Sein Aufruf: Jeder Unternehmer sollte sich im Interesse der Branc...
Branchenbericht Frühjahr 2018: Unmut, Frust und do... Bei der Jahrespressekonferenz zog DEHOGA Präsident Guido Zöllick eine Bilanz, wie es dem Gastgewerbe im Frühjahr geht. Er sprach von einer insgesamt guten Geschäftsentwicklung, berichtete aber auch von Unmut und Frust der Unternehmer angesichts immer neuer Belastungen. Dringlichste Forderung der Bra...
Kurzfristige Beschäftigung: 70-Tage-Regelung bleib... Die große Koalition hat eine für das Gastgewerbe wichtige Entscheidung getroffen: die 70-Tage-Regelung für eine kurzfristige Beschäftigung wird unbefristet verlängert. Dadurch wird die Saisonarbeit deutlich attraktiver, weil der Bruttolohn als Nettolohn ausgezahlt und der Krankenversicherungsschutz ...
Auch in der Politik sind die Forderungen der Gastronomen angekommen.
geralt | Pixabay

Arbeitszeitflexibilisierung: Staatssekretär sagt, was der DEHOGA schon lange fordert

Die Forderung der Branche nach einer Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes ist klar und…
Stimmungsvolle Außengastronomie im Winter steigert den Umsatz.
GiorgioMagini | iStockphoto.com

Tipps für einen stimmungsvollen Außenbereich im Winter

Der Trend ist nicht neu, aber immer noch topaktuell: Gäste möchten auch…
450-Euro-Grenze für Mini-Jobs soll angehoben werden.
andresr | iStock

Mindestlohn steigt – 450,-Euro-Grenze für Minijobs bleibt

Der Mindestlohn wird im kommenden Jahr steigen, doch nach dem Willen des…
kalhh - pixabay.com

HOGA im Überblick – Terassenmöbel winterfest einlagern und neues Fachkräfte-Gesetz

Ernst Fischer zieht sich aus dem Arbeitsleben zurück, Vapiano gerüchteweiser von der…
Mit Eistee neue Trends anbieten.
Mariha-kitchen | iStockphoto.com

Mit Eistee ein junges, städtisches Publikum ansprechen.

Wenn Sie auf der Suche nach neuen Getränken für Ihr Sortiment sind,…
Die Hotelbranche wächst weiter.
krzysztof-m | Pixabay

Hotelmarkt weiter auf Wachstumskurs

Der Hotelverband Deutschland (IHA) hat erfreuliche Zahlen vorgelegt: Die Hotellerie in Deutschland…
Eva-Katalin | iStockphoto.com

Sonnenschutz: DEHOGA setzt sich gegen Regulierung ein

Der DEHOGA Bundesverband hat mit einem Schreiben an Bundesarbeitsminister Hubertus Heil auf…
Jetzt die Online-Petition gegen Sonnenschutz in der Gastromie unterzeichnen.
distel2610 | Pixabay

Gastgewerbe gegen Sonnenschutz-Bürokratie

„Unglaublich und unfassbar.“ So kommentierte ein Nutzer auf www.gastgewerbe-magazin.de den Bericht über…
Arbeitszeitflexibilisierung
Pixabay

Koalitionsvertrag: Nix mit Arbeitszeitflexibilisierung

Die Hoffnungen des Gastgewerbes auf eine Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes im neuen Koalitionsvertrag…
Freiarmsonnenschirm der Firma Glatz AG
Glatz AG

Aura – der erste Freiarm-Holzsonnenschirm mit Flair

Mit dem Freiarmschirm Aura ermöglicht der Schweizer Sonnenschirmhersteller Glatz erstmals ein Upgrade…

21 Comments on “Außengastronomie droht verschärfter Gesundheitsschutz wegen Sonneneinstrahlung”

  1. …und was ist mit Straßenbauarbeitern, Bademeistern, Gärtnern, Bergführern….usw. Bitte, bitte erlasst noch viele solcher Vorschriften, die Welt wartet darauf.

  2. Dann bitte unbedingt ein Sonnenbadeverbot für alle Berufstätigen in ganz Europa einführen! Besonders an den Stränden des Mittelmeers, der Ost- und Nordsee und den Binnenseen!

  3. Die Minister und Abgeordneten der Regierung sollten sich lieber mit Themen befassen, die wichtiger sind als dieser wiedereinmal verzappten Blödsin. Wie lange lassen wir uns diese Massregelungen noch gefallen?
    Dirgni

  4. Vielleicht sollte man doch ein paar Stellen die so unnötig sind streichen.Was wird noch unternommen um die Gastronomie kaputt zu machen. Vielleicht sollten Politiker mal lernen nachzudenken.

  5. Also sorry , ist das wider einmal das stopfen eines Sommerloches für Politiker?

    Dann hätte ich da einen Tipp zur Vollzeitbeschäftigung bei diesem Thema.
    Nicht nur in der Gastronomie sind die Mitarbeiter den Sonnenstrahlen ausgesetzt.

    Wie sieht den schon die Gesetzesreglung bei Bauarbeitern aus?
    Dachdeckern, Müllabfuhr ect………….

    Diese Branchen insbesondere Strassenbau arbeiten ja aus saisonellen Gründen hauptsächlich in den Sommermonaten.

    Hat da wieder jemand in unserer Politik zu wenig zu tun, dass er mit solch einer irrsinigen Idee in Vormarsch rückt?

    Falls solch ein Gesetz für die Gastronomie in Kraft treten sollte, bitte ich höflichst darum, auch ein Gesetz zur Absicherung der Servicekräfte im Aussenbereich zu beachten.

    Es sollte sichergestellt werden dass Gäste welche den Terassenbereich einer Lokalität aufsuchen auch im Vorfeld nicht zu lange der Sonne ausgesetzt sind, da solche Gäste dann sehr gestresst die Lokalität aufsuchen und dann aus privaten Zeitgründen (es MUSS dann schnell alles gehen) die Serevice und Küchenkräfte unter Druck setzten……

    Sie sehen liebe Politiker, hier ist noch viel Arbeit für Sie…..
    In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Sommer.

    PS: Sind an Ihrem Arbeitsplatz die Bedingungen alle vorschriftsmäßig erfüllt?

    MFG
    Iacovacci

  6. Schon wieder ein Erlaß von „Sesselpubsern“, welche von der Realität überhaupt keine Ahnung haben.
    Müßen wir in Zukunft am Eingang zum Biergarten noch Schilder anbringen: „Der Aufenthalt in diesem Biergarten
    kann für Sie gefährlich sein“. Um unsere Mitarbeiter zu schützen können wir ja Anordnen, das diese künftig in einer Burka und mit Sonnenbrille bedienen, dann wären Sie von der Sonneneinstrahlung geschützt. Die Devise lautet also: Burka für alle! Achso, das ist ja in manchen Bundesländern nicht gern gesehen! Na, dann haben wir ein Problem …

  7. Monika
    Schon wieder so ein Schwachsinn.
    Diejenigen, die viel Zeit haben und nicht mehr wissen wie es an der Front aussieht, sollten mal wieder was vernünftiges arbeiten.
    Schließlich zahlen wir Steuerzahler diese weltfremden Hirne.

  8. Die EU zeigt ihre Schattenseiten
    Waren es früher Vorgaben für die maximale Krümmung der Bananen oder Gurken, so sind es heute die noch arbeitenden guten Geister, die im Focus der EURObürokraten stehen. Sie wollen, dass keine Überstunden ausbezahlt, sondern nur in Freizeit ausgeglichen werden. Der persönliche Wunsch des Arbeitnehmers/-in wird völlig ignoriert.
    Jetzt sind es die beliebten Arbeitsplätze im Freien…
    Liebe EURObürokraten,
    warum fordert ihr keine Schilder in der Größe 970mm x 2213mm, die die Gäste vor den gefährlichen Sonnenstrahlen warnen und sogar Schatten werfen?!
    Es ist wirklich an der Zeit, dass wir nicht mehr jeden Unfug mitmachen und bei den nächsten Wahlen zeigen, dass wir das Wahlvolk sind.

  9. Wir sollten einfach alle aufhören zu arbeiten! Wozu eigentlich noch? Wir versorgen mit dem von uns erarbeitetem Geld die Bürokraten, welche uns nur Steine in den Weg werfen. Deutschlands Gastronomie sollte mal komplett schließen. Am besten den ganzen Sommer über – von Juni bis einschl. August. Dann sind die Angestellten bei der Arbeit nicht der Sonne ausgesetzt und können den Sommer am See genießen. Nur Geldentzug wird die Bürokraten zur Vernunft bringen. Diese Herrschaften leben von uns, nicht wir von ihnen.
    Der deutsche Steuerzahler ist doch mittlerweile der Idiot für die halbe Welt. Mir reicht’s! Aufgrund der ganzen Schikanen wird mein Betrieb nur noch mit halber Kraft gefahren.
    Das letzte Hemd hat schließlich keine Taschen! Mehrarbeit lohnt sich in Deutschland nicht!

  10. Ich bin fest der Überzeugung,das dieser Vorschlag wirklich unter zu hoher Sonneneinstrahlung entstanden ist !
    Ich bin gern bereit eine Versicherung abzuschließen, die mich vor solchen Politikern schützt !!! Aus – Ahmen ?

  11. Gibt es denn auch ein Statement zu unseren Kommentaren von den Erfindern dieses sinnlos-schwachsinnigen Gesetzesentwurf?
    Würde mich mal interessieren ob und wie sie zu unseren Kommentaren Stellung nehmen.
    LG
    Iacovacci

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.