Finanzen

Die grüne Strategie – Wie Hoteliers mit Nachhaltigkeit Geld und Ressourcen sparen können

Nach den Wiedereröffnungen der Hotels, wo ein besonderer Fokus auf die jeweiligen Hygiene- und Schutzmaßnahmen gelegt wurde, wird von den Gästen wieder mehr Nachhaltigkeit gefordert. Digitale und nachhaltige Strukturen, Regionalität und frische Produkte bedeuten weiterhin einen Wettbewerbsvorteil. Der Schritt in die Nachhaltigkeit ist steinig und schwer? Mitnichten! Suzann Heinemann, Gründerin und Geschäftsführerin vom InfraCert Institut, welches das marktführende Nachhaltigkeitssiegel GreenSign verleiht, räumt in unserem Gastbeitrag mit den Vorurteilen auf.

Mit Nachhaltigkeit Geld und wertvolle Ressourcen sparen
Mit Nachhaltigkeit Geld und wertvolle Ressourcen sparen (© InfraCert GmbH)

Gastgewerbe-Magazin: Eine nachhaltige Betriebsführung – Was bringt mir das?

Suzann Heinemann: Nachhaltigkeit gewinnt immer mehr an Bedeutung – sowohl für Unternehmen jeder Größe, als auch für den Gast. In der Hotellerie nimmt die Implementierung nachhaltiger Initiativen in die Unternehmensstrategie stetig zu. Immer mehr Menschen werden versuchen, ihren CO2 -Fußabdruck zu reduzieren und damit wird auch die Art zu reisen hinterfragt. Mit den wachsenden Erwartungen von Hotelgästen ist die Verankerung eines ökologischen und sozialen Engagements in der langfristigen Unternehmensführung nahezu unverzichtbar geworden. Wer die Nachhaltigkeit richtig angeht und sein Team und die Gäste damit begeistern kann, positioniert sich ideal am Markt.

Nicht zu unterschätzen ist dabei auch die Kostenersparnis. Wer seine Strukturen effizient verbessert und Arbeitsabläufe ressourcenschonender umstellt, spart in Zukunft dauerhaft Kosten. Ein Beispiel dafür ist der energetische Bereich, wo sich mit kleinen Investitionen und Umstellungen sehr viele Ressourcen einsparen lassen.

Eine der größten Herausforderungen in der Hotellerie ist und bleibt der Fachkräftemangel. Mit einer nachhaltigen Unternehmensstrategie und dem damit einhergehenden sozialen Engagement haben Hoteliers in Bezug auf Mitarbeitergewinnung und -zufriedenheit die Nase vorn.

Nachhaltigkeit ist Trend – Aber was kostet sie?

Nachhaltigkeit muss nicht zwingend teurer sein. Ein wichtiges Merkmal nachhaltiger Hotels ist das ideale Qualitätsmanagement und wirtschaftliche Stabilität. Qualität hat sicherlich ihren Preis, aber sie wird von den Gästen geschätzt und bietet das Potential, die Umsätze dauerhaft zu sichern und zu steigern. Fakt ist, mit einer Umweltstrategie bleibt ein Hotel langfristig innovativ und attraktiv.

Die größte Herausforderung ist die Zeit, sich damit zu beschäftigen. Man muss einfach anfangen und immer wieder die Prozesse und einzelnen Dinge hinterfragen. Bislang wurde die Nachhaltigkeit in der Hotellerie mit Verzicht und hohen Kosten verbunden, wobei sie in Wirklichkeit Prozessoptimierung und Kosteneinsparung bedeutet.

Ich bin bereit für die Nachhaltigkeit – Was muss ich dafür tun?

Rom wurde nicht an einem Tag erbaut, und so ist es mit der Nachhaltigkeit auch. Die Nachhaltigkeit ist ein laufender Prozess und jeder einzelne Schritt und jeder kleine Erfolg macht Spaß. Mutig sein und anfangen, authentisch sein, auf den eigenen Betrieb schauen und beginnen – das ist die Devise. Kein Plan muss in Stein gemeißelt sein. Es gibt am Markt bereits zahlreiche nachhaltige Partner mit innovativen Produkten, die dem Hotelier bei seinem Nachhaltigkeitsbestreben unterstützen können. Auch mit einem guten Networking kann viel Neues gelernt und umgesetzt werden. Wer einen genauen Plan und einen Maßnahmenkatalog benötigt, dem sei zu einer Zertifizierung mit einem Nachhaltigkeitssiegel geraten. Bei vielen Anbietern bekommen Hoteliers kompetente Beratung und das entsprechende Partnernetzwerk mitgeboten.

Wie kann ich mit geschicktem Storytelling der Nachhaltigkeit meine Gäste begeistern?

Offenheit und Authentizität sind die Schlüsselwörter in der Kommunikation der Nachhaltigkeit. Der Gast muss spüren, dass dem Hotelier der Klimaschutz und die Umwelt wichtig sind und dass die Nachhaltigkeit von Herzen kommt und nicht gespielt ist, nur so wird er für das Thema sensibilisiert. Der Gast möchte nicht belehrt werden, sondern die positiven Aspekte, wie Regionalität, Naturverbundenheit und ein faires Miteinander spüren.

Wie macht man also Nachhaltigkeit sexy? Zunächst gilt es, das eigene Team mit einzubinden und zu begeistern. Das Engagement des Teams bleibt auch für den Gast nicht unbemerkt und macht das ganze erst glaubwürdig. Gute Arbeitsbedingungen und eine faire Bezahlung sind Bestandteil einer nachhaltigen Unternehmensführung, wie auch die Gesundheit und das Wir-Gefühl.

Tue Gutes und sprich darüber! Alles was ein Hotel für den Umweltschutz und die Ressourcenschonung tut, kann über alle Kanäle kommuniziert und gezeigt werden. Dabei können schöne positive und bebilderte Darstellungen auf der eigenen Website, den Social-Media-Kanälen, auf Flyern oder Präsentationen in den Räumlichkeiten des Hotels eingesetzt werden. Ein Aspekt der Nachhaltigkeit, den der Gast direkt spürt, ist die Regionalität. Regionale Produkte begeistern die Gäste, daher lohnt es sich, on- und offline über die eigene Regionalität zu kommunizieren. Durch den Verkauf von regionalen oder sogar selbst hergestellten Produkten lassen sich sogar Zusatzumsätze generieren. Wichtig ist es, die Nachhaltigkeit spürbar und greifbar für die Gäste zu machen, in dem man z.B. auch die Beschilderungen für Themen, wie Licht ausschalten, Wasser sparen und Co. spielerisch gestaltet oder die Nachhaltigkeitsaspekte bei der Kundenzufriedenheit mit abfragt.

Wie kann ein Nachhaltigkeitssiegel unterstützen?

Eine umweltbewusste Hotelführung spricht den heutigen Gast an und eine transparente Nachhaltigkeits-Zertifizierung unterstützt bei der Positionierung als nachhaltiger Betrieb im nationalen und internationalen Markt. Siegel zeigen die Ernsthaftigkeit und sind für die Kommunikation definitiv eine Unterstützung. Mit meinem InfraCert Team unterstütze ich Hoteliers dabei, eine höhere Wahrnehmung ihres Hotels bei Gästen und neuen Zielgruppen zu erlangen.

greensign.de

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