Tourismus

Diesel-Fahrverbot: Jede vierte Übernachtung gefährdet

„Unmittelbare Auswirkungen drohender Fahrverbote auf Hotellerie“, befürchtet der DEHOGA Nordrhein nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes. Fast die Hälfte der Gäste in Düsseldorf reist mit einem PKW an, viele davon wären von einem Diesel-Fahrverbot betroffen.

Diesel-Fahrverbot schadet dem Tourismus
© geralt | Pixabay

Der DEHOGA NRW spricht von „gravierenden Auswirkungen auf den Tourismus“ und bezieht sich dabei auf die Ergebnisse einer Umfrage, die er in der Düsseldorfer Hotellerie durchgeführt hat. Die Auswirkungen eines Diesel-Fahrverbotes wären sowohl im privaten wie im Geschäftstourismus deutlich spürbar. Fast 700.000 Ankünfte und 1,2 Millionen Übernachtungen wären in der Landeshauptstadt von einem Fahrverbot betroffen. „Sollte es zu einem Diesel-Fahrverbot kommen, wäre der Tagungsbereich massiv eingeschränkt und der Verlust von Marktanteilen an andere Regionen sicher“, sagt Ralf Siebelt, Vorsitzender des Fachbereichs Hotellerie und Tourismus im DEHOGA NRW. „Die Auswirkungen in Düsseldorf dürften auch auf andere Städte wie Köln oder Dortmund zum Beispiel übertragbar sein.“

Das gesamte Gastgewerbe ist betroffen

Fahrverbote beträfen aber unabhängig von der Anreise der Gäste das gesamte Gastgewerbe. „Die meisten Lieferanten und Dienstleister könnten unsere Betriebe nicht mehr oder nur noch eingeschränkt erreichen. Bis dato stehen im Fokus der Diskussion um Auswirkungen eines Fahrverbots für Diesel-Fahrzeuge lediglich Handwerksbetriebe“, so Siebelt.

Schließlich sind durch Fahrverbote negative Auswirkungen auf den städtischen  Tourismus zu befürchten, der sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt hat und künftig wohl auch entwickeln wird. „Wir fordern von allen Entscheidern, gerade in der Politik, bei etwaigen Maßnahmen die Belange des Tourismus und dem Gastgewerbe als seinem wichtigsten Leistungsträger in den Fokus zu nehmen und endlich für Planungssicherheit zu sorgen“, so Siebelt abschließend.

Abonnieren Sie unseren Gastgewerbe-Magazin Newsletter und bleiben Sie auf dem Laufenden!

Weitere Artikel zum Thema

Politik & Verbände

Arbeitszeitflexibilisierung: Österreich geht mit gutem Beispiel voran

© malerapaso | iStockphoto.com

Österreich macht vor, was der DEHOGA für das Gastgewerbe in Deutschland seit zwei Jahren fordert: Die Arbeitszeitregeln wurden gelockert, sodass ein Zwölf-Stunden-Tag künftig einfacher möglich ist. Während die österreichischen Unternehmer bislang auf Vereinbarungen mit dem Betriebsrat oder das OK von Arbeitsmedizinern angewiesen waren, ist dies ab 1. September dank der Arbeitszeitflexibilisierung nicht mehr der Fall. Arbeitnehmer haben jedoch die Möglichkeit, die längere Arbeitszeit ohne Angabe von Gründen abzulehnen.

Branchenreport „Hotelmarkt Deutschland 2018“

Hotelmarkt weiter auf Wachstumskurs

© krzysztof-m | Pixabay

Der Hotelverband Deutschland (IHA) hat erfreuliche Zahlen vorgelegt: Die Hotellerie in Deutschland verzeichnete 2017 bereits das achte Wachstumsjahr in Folge. Die Zahl der Gästeübernachtungen stieg auf einen neuen Bestwert von 288,8 Millionen. Das sind 3,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Doch es bleiben trotz Wachstumskurs Risiken und Herausforderungen für die Unternehmer, wie IHA-Vorsitzender Otto Lindner bei der Jahrespressekonferenz betonte.