Nachhaltigkeit

Energiekosten senken mit innovativen Systemen

Die Energiekosten steigen und steigen. Davon sind Hoteliers und Gastronomen überdurchschnittlich stark betroffen. Durch eine Modernisierung ihrer Wärme- und Stromversorgung können Unternehmer auf Dauer jedoch enorme Kosten einsparen und die stabile Versorgung sicherstellen. Diese Maßnahmen können auch gefördert werden.

Energie sparen mit Mini-Blockheizkraftwerken
© ipopba | iStockphoto.com

Schon seit Jahren werden die Energiekosten in den Konjunkturumfragen des Branchenverbandes DEHOGA als großes Problem in Hotellerie und Gastronomie genannt. Im Gastgewerbe fallen im Durchschnitt Energiekosten in Höhe von bis zu zehn Prozent des Umsatzes an – Tendenz steigend. Diese Kosten können Hoteliers und Gastronomen kaum an ihre Gäste weitergeben und einfach bei Strom und Gas zu sparen, klappt auch nicht so schnell: Schließlich müssen die Zimmer beleuchtet, das Schwimmbad beheizt, die Küche befeuert werden und, und, und. Und: Viele Unternehmer im Gastgewerbe sind so ausgelastet, dass gar keine Zeit dafür bleibt, sich über Energieeinsparkonzepte Gedanken zu machen.

Mini-Blockheizkraftwerke erzeugen Wärme und Strom

Jürgen Hohnen, Geschäftsführer der Jürgen Hohnen GmbH Wärme – Wasser – Umwelt aus Heinsberg, betont, dass sich in Hotellerie und Gastronomie vor allem Mini-Blockheizkraftwerke bewährt hätten. Diese Systeme generieren auf eine umweltfreundliche Art und Weise Wärme und Strom gleichzeitig durch die Kraft-Wärme-Kopplung mit einem hochentwickelten Motor. Dies ist für alle höheren Energiebedarfe eine tragfähige Lösung, was Wirtschaftlichkeit, Unabhängigkeit, Ökologie und Komfort angeht. Schon ein kleines Mini-Blockheizkraftwerk produziert in 6000 Stunden 33.000 Kilowattstunden Strom jährlich, größere Geräte schaffen bereits zwei bis 20 Kilowatt Strom je Stunde.

Damit lässt sich auch ein sehr hoher Energieverbrauch kompensieren und auch das Heizen damit wird möglich – von den Hotelzimmern bis zum Pool. Je nach System ist die Einsparung von bis 100 Prozent der Heizkosten möglich. Das führt laut Hohnen über die Jahre hinweg nicht nur zu einer Amortisation der Anschaffung, sondern zu einem betriebswirtschaftlichen Gewinn über die Energieeinsparungen – genau wie bei den übrigen Lösungen. Das bedeutet konkret: Ein von Jürgen Hohnen betreutes Hotel-Restaurant im Bergischen Land spart nach der Modernisierung der Versorgung mit einem Mini-Blockheizkraftwerk knapp 7000 Euro jährlich und damit mehr als ein Viertel der Jahreskosten in der Energieversorgung. Und ein Konditorei-Café spart durch eine neue Pelletsanlage im Vergleich zur alten Ölheizung 2000 Euro im Jahr.

Jürgen Hohnen setzt mit seinem Unternehmen regelmäßig Projekte in der innovativen, modernen Strom- und Wärmeversorgung für Hotel- und Gastronomiebetriebe um. Der Fokus liegt auf hocheffizienten Energiesystemen wie Gas-Brennwertheizkessel, Holz-Pelletheizung, Wärmepumpe, Brennstoffzelle, Mikro-KWK-Heizzentrale oder eben auch Mini-Blockheizkraftwerk.

Fördermöglichkeiten nutzen

Der Energieexperte weist dabei auf zahlreiche Fördermöglichkeiten hin, die beispielsweise die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau – kurz KfW – als die größte nationale Förderbank der Welt zur Verfügung stellt und die er regelmäßig im Gastgewerbe einsetzt. So könnten Unternehmen beispielsweise das „KfW-Energieeffizienzprogramm – Energieeffizient Bauen und Sanieren“ in Anspruch nehmen, um die energetische Sanierung gewerblich genutzter Nichtwohngebäude zu erleichtern. Zu den förderfähigen Maßnahmen gehören unter anderem Lüftung und Klima inklusive Wärme- und Kälterückgewinnung und Abwärmenutzung sowie Wärme- und Kälteerzeugung, -verteilung und -speicherung und Kraft-Wärme- beziehungsweise Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungsanlagen. Pro Vorhaben können bis zu 25 Millionen Euro gefördert werden mit Zinssätzen ab ein Prozent jährlich und bis zu 17,5 Prozent Tilgungszuschuss.

Wichtig sei, ein individuelles Konzept zu finden, das zu einem Haus und den Gegebenheiten passe und die Ansprüche hinsichtlich Anschaffungspreis, Betriebskosten und Einsparpotenzialen eines Hoteliers oder Gastronoms erfülle. Auf innovative Energiesysteme spezialisierte Fachbetriebe seien dafür die richtigen Ansprechpartner. Sein Ansatz: „Hoteliers und Gastronomen müssen eine Entscheidung treffen. Wollen sie mit ihrem alten System weiterarbeiten und immer mehr Geld für Strom und Gas ausgeben oder sind sie bereit, einen großen Schritt in Richtung Zukunft zu gehen und durch eine Modernisierung für mindestens 20 bis 30 Jahre Versorgungssicherheit zu erlangen, die Energiekosten maßgeblich zu reduzieren und sich von fossilen Brennstoffen im Sinne der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes unabhängig zu machen?“, fragt Jürgen Hohnen.

Mehr Informationen gibt es im Internet unter: www.energiekampagne-gastgewerbe.de, www.kfw.de, www.deutschland-machts-effizient.de und www.foerderdatenbank.de. In Hotellerie und Gastronomie werden häufig Blockheizkraftwerke von SenerTec eingesetzt. Bei ecotaris, der Verbundgruppe von Fachhandwerksunternehmen für Erneuerbare-Energien-Konzepte, gibt es zahlreiche Hinweise zu Modernisierungsmöglichkeiten und passenden Produkten.

2 Kommentare zu “Energiekosten senken mit innovativen Systemen”

  1. Leider gibt es nicht immer nur gutes zu berichten was die Fördermittel angeht!!!
    Wir haben ein Bhkw mit 20 kW elektrischer Leistung und 40 kW thermische Leistung, dafür sollten 11.000 Euro an Fördermitteln fließen, was auch nach der Zusage mit der korrekten Einhaltung aller Zeiten und der Gewerke. Keinen Cent haben wir bekommen! Finde es immer wieder eine Frechheit Programme ins Leben zu rufen und sie dann nicht bedienen zu wollen! Können wäre möglich.
    Schade das man so unternehmen in Schwierigkeiten bringt.

    1. Vielen Dank für Ihren Erfahrungsbericht! Mit welchem Argument wurde denn die Auszahlung der Fördermittel verweigert?

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