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Wie kann man Nachhaltigkeit im Unternehmen schulen?

Nachhaltigkeit ist das Megathema des 21. Jahrhundert und betrifft damit auch das Gastgewerbe. Aber wie können Hoteliers und Gastronomen Nachhaltigkeit sicher und zuverlässig in ihre Strategie integrieren, um direkte Vorteile bei den Betriebskosten und den Gästen zu gelangen, ohne dabei das Kerngeschäft aus den Augen zu verlieren?

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Wo steht das Gastgewerbe bei der Nachhaltigkeit?

Für Hoteliers und Gastronomen werden Umwelt- und Klimaschutz immer wichtiger. „Immer mehr Gäste, Privatreisende wie Firmenkunden, sind heute für den fortschreitenden Klimawandel und die damit verbundenen Aspekte der Nachhaltigkeit sensibilisiert. Sie achten zunehmend auf die Einhaltung bestimmter Umweltstandards und fordern sie ein“, heißt es beim DEHOGA Bundesverband. In der Broschüre „Nachhaltiges Wirtschaften in Hotellerie und Gastronomie“ heißt es: „Der Energieverbrauch in der Hotellerie und Gastronomie ist ein entscheidender Produktionsfaktor, der hohe Kosten und CO2-Emissionen verursacht. Aber auch der Wasserverbrauch und das Abfallaufkommen kosten Geld und wirken sich auf die Umwelt aus. Umweltkennzahlen helfen, die Entwicklung der Verbrauchswerte für Energie, Wasser und Abfall über die Jahre nachzuvollziehen.“

Warum sollten und wie können sich Unternehmen aus Hotellerie und Gastronomie für mehr Nachhaltigkeit engagieren?

„Nachhaltigkeit ist für Unternehmen Bedingung, um auf der einen Seite Kunden zu gewinnen und die Mitbewerber hinter sich zu lassen und auf der anderen Seite der Gesetzgebung, aber auch der inneren Stimme zu folgen. Kunden haben heutzutage hohe Ansprüche in Bezug auf Nachhaltigkeit und CO2-Fußabdruck an ihre Produkte. Wir finden heraus, was für Gäste zählt und unterstützen, nachhaltige Produkte und Dienstleistungen in ein Unternehmen zu integrieren“, sagt Alice Knorz, Mitgründerin und Geschäftsführerin von 4L Impact Strategies (https://4l-impact-strategies.de). Das Haus berät mittelständische Unternehmen, Nachhaltigkeit sicher und zuverlässig in ihre Strategie zu integrieren, ohne dabei das Kerngeschäft aus den Augen zu verlieren. „Die Nachhaltigkeitsperformance eines Unternehmens wird künftig seine Erfolgsbilanz maßgeblich bestimmen. Daher besteht übergeordnet eine Notwendigkeit einer Nachhaltigkeitsstrategie, das ist kein Nice-to-have, sondern ein Must-have. Aber wie gelingt dies schnell und zielführend ohne Greenwashing? Nachhaltigkeit muss mit Plänen, Maßnahmen und Zielen belegbar umgesetzt werden“, betont Alice Knorz. Das bedeutet: Investitionen in Nachhaltigkeit zahlen sich aus in Glaubwürdigkeit und betriebswirtschaftlichem Erfolg. Unter anderem können gastgewerbliche Unternehmen durch die Hinwendung zu mehr Nachhaltigkeit somit eine bessere Positionierung bei den Gästen erreichen und zugleich auch konkrete Einsparpotenziale zu erreichen, vor allem beim Energieverbrauch.

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Was sind die Erfolgsfaktoren auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit?

Für Alice Knorz geht es zunächst darum, Bewusstsein und Klarheit für die verschiedenen Programme und Maßnahmen zu schaffen, von der EU-Taxonomie über die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDG) bis hin zur Global Reporting Initiative. Es müsse beantwortet werden, was wesentlich sei und Priorität für Unternehmen habe und wo ein Unternehmen stehe durch eine professionelle Analyse und Diagnose der Ausgangssituation. Auch Zeitmangel sei in der Praxis immer wieder zu beobachten. Im hektischen Tagesgeschäft bleibe für gründliche Einarbeitungen in Nachhaltigkeitsthemen oft keine Zeit. „Dabei ist es in unserer schnellen Welt wichtig, die Fakten zu kennen. Als Experten im Nachhaltigkeitsbereich wissen wir genau, was Unternehmen gerade wissen müssen. Wir erarbeiten mit Unternehmen eine Strategie, die Prozesse nachhaltig zu transformieren und so auf der Welle der Veränderung zu reiten. Um die Nachhaltigkeitsstrategie messbar zu machen, ist gutes Reporting unabdingbar. Wir finden den passenden Standard für Unternehmen und kommunizieren Nachhaltigkeitsziele auch nach außen, ohne in die Greenwashing-Falle zu tappen.“ Zu den wichtigen Punkten für Unternehmen gehören auch die Formulierung einer und Nachhaltigkeitsvision- und strategie, die Entwicklung eines Nachhaltigkeitsbewusstseins, die Entwicklung einer nachhaltigen Unternehmenskultur und die Einbindung der Mitarbeitenden.

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Was bedeutet Reporting für Unternehmen genau?

„Die Leistungsfähigkeit und die Ergebnisse eines Unternehmens im Bereich der Nachhaltigkeit sind mittlerweile wichtige Kennziffern für den dauerhaften Unternehmenserfolg und die Wahrnehmung bei Investoren und anderen Bezugsgruppen. Diese werden durch Erfassung, Berichterstattung und Management der Nachhaltigkeitsleistung nachgewiesen. Um Nachhaltigkeit glaubwürdig zu kommunizieren, entwickeln wir gemeinsam mit den Unternehmen das richtige Reporting. Im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung werden die zu veröffentlichenden Informationen der Unternehmen über die üblichen wirtschaftlichen Aspekte hinaus auf ökologische und soziale Aspekte ausgedehnt“, sagt Alice Knorz. Wichtig sei, den richtigen Standard zu finden. 4L Impact Strategies setzt vor allem die Global Reporting Initiative (GRI) als den weltweit meistverbreiteten Standard in der Nachhaltigkeitsberichterstattung, die Vorgaben nach dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) als deutsches Pendant zum GRI insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen und die ISO 26000 ein. Das ist ein Leitfaden, der Orientierung und Empfehlungen gibt, wie sich Organisationen jeglicher Art verhalten sollten, damit sie als gesellschaftlich verantwortlich angesehen werden können.

Themen in diesem Artikel
NachhaltigkeitErfolgsfaktorenNachhaltigkeit

Woran können sich Unternehmen vor allem zur Entwicklung der eigenen Nachhaltigkeit orientieren?

Die 4L Impact Strategies-Geschäftsführerin stellt vor allem die SDG heraus. Die Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung ist ein globaler Plan zur Förderung nachhaltigen Friedens und Wohlstands und zum Schutz unseres Planeten. Seit 2016 arbeiten alle Länder daran, diese gemeinsame Vision zur Bekämpfung der Armut und Reduzierung von Ungleichheiten in nationale Entwicklungspläne zu überführen. Dabei ist es besonders wichtig, sich den Bedürfnissen und Prioritäten der schwächsten Bevölkerungsgruppen und Länder anzunehmen – denn nur wenn niemand zurückgelassen wird, können die 17 Ziele bis 2030 erreicht werden. „Im Fokus steht, Armut und Hunger beenden und Ungleichheiten bekämpfen, Selbstbestimmung der Menschen zu stärken, Geschlechtergerechtigkeit und ein gutes und gesundes Leben für alle zu sichern, Wohlstand für alle zu fördern und Lebensweisen weltweit nachhaltig gestalten, den Klimawandel zu bekämpfen, natürliche Lebensgrundlagen zu bewahren und nachhaltig zu nutzen und die Menschenrechte zu schützen. Die Ziele berücksichtigen die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit Soziales, Umwelt und Wirtschaft gleichermaßen und gelten für alle Staaten der Welt. Sie machen deutlich, dass wir eine gemeinsame Verantwortung für die Welt tragen.“ Alice Knorz berät Unternehmen dahingehend, die SDGs in allen Teilbereichen der Nachhaltigkeitsarbeit einzusetzen und in der Nachhaltigkeitskommunikation zu nutzen, die Ziele für die Transformation und die Motivation von Mitarbeitenden zu nutzen und daraus konkrete Anwendungsempfehlungen für die Praxis des Unternehmens mit Blick auf das Gastgewerbe abzuleiten.

Wie können Unternehmen Nachhaltigkeit fördern?

„Viele Unternehmen stehen vor der gleichen Herausforderung: Die Nachhaltigkeitsstrategie ist erstellt, aber um diese erfolgreich umzusetzen, fehlt oft nicht der Wille, sondern vielmehr das nötige Wissen. Daher braucht es eine konsequente Strategie in der Fort- und Weiterbildung, um Nachhaltigkeit im Unternehmen zu verankern und Menschen zum Handeln zu befähigen“, sagt Alice Knorz. Zur 4L Impact Strategies gehört dementsprechend auch die 4L Impact Academy. In dem Rahmen stellt das Unternehmen ein individuelles Weiterbildungskonzept zusammen, das mit spezifischen Bildungsprogrammen wertvolles Wissen und wichtige Kompetenzen vermittelt. Die Weiterbildungen für Nachhaltigkeit und Klimaschutz werden auf die jeweilige Unternehmensstrategie abgestimmt und durch verschiedene Bausteine des gemeinschaftlichen und eigenverantwortlichen Lernens umgesetzt. Dazu gehören aufgezeichnete Vorträge, begleitende E-Books und Nachhaltigkeitsschulungen für neue Teammitglieder sowie Seminare und Workshops und ein virtuelles Klassenzimmer. „Nachhaltigkeit ist das Querschnittsthema im Unternehmen überhaupt. Nachhaltigkeitsverantwortliche müssen nicht nur die gesetzlichen Rahmenbedingungen im Detail kennen. Sie müssen oft auch den aktuellen Stand der Wissenschaft genau verfolgen, komplexe Transformationsprozesse betreuen und über das heutig Mögliche hinausdenken“, sagt Alice Knorz. Die 4L Impact Academy setzt daher auf Themen wie Klimaneutralität, Kreislaufwirtschaft, Lieferkettenmanagement, Digitalisierung, Change-Management und gesetzliche Rahmenbedingungen. Ebenso werden die Themen Reporting und Regulatorik geschult, damit Unternehmen den rechtlichen Rahmenbedingungen und vielfältigen Vorschriften wie dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, der „Corporate Sustainability Reporting Directive“ (CSRD) und den „European Sustainability Reporting Standards“ (ESRS) gerecht werden. Diese Vorgaben wirken sich auf das wirtschaftliche Handeln von Unternehmen und die Berichterstattung aus.

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