Suche

Kampf gegen Steuerbetrug: CDU, CSU und SPD wollen flächendeckende Kartenzahlungspflicht schrittweise einführen

Bargeld bleibt König, aber der König bekommt Konkurrenz: Die künftige Bundesregierung aus CDU, CSU und SPD plant eine grundlegende Änderung im deutschen Zahlungsverkehr. Wie im Koalitionsvertrag für die 21. Legislaturperiode festgehalten, soll es in Zukunft eine gesetzliche Verpflichtung geben, mindestens eine digitale Zahlungsoption zusätzlich zum Bargeld anzubieten.

Andre Klimke, UnsplashAndre Klimke, Unsplash

Dieses Vorhaben zielt darauf ab, Verbraucherinnen und Verbrauchern eine größere Flexibilität beim Bezahlen zu ermöglichen und gleichzeitig Steuerhinterziehung einzudämmen.

Wörtlich heißt es im Koalitionsvertrag (Download):
„Wir setzen uns für echte Wahlfreiheit im Zahlungsverkehr ein und wollen, dass grundsätzlich Bargeld und mindestens eine digitale Zahlungsoption schrittweise angeboten werden sollen.“

Dieses Vorhaben betrifft Handel, Gastronomie, Dienstleistungsgewerbe – kurzum: alle Betriebe, die Waren oder Leistungen gegen Entgelt anbieten. Demnach soll jeder Kunde in Geschäften und Restaurants künftig entweder mit Bargeld oder digital bezahlen können.

Partner aus dem HORECA Scout

Das Hauptziel dieser Initiative ist es wohl, Steuerbetrug zu bekämpfen und die Transparenz im Zahlungsverkehr zu erhöhen.​

Die Formulierung im Koalitionsvertrag ist allerdings auch wenig konkret in Bezug auf die konkrete Umsetzung, es werden keine Fristen genannt und auch keine möglichen staatlichen Förderungen für diese Umstellung.

Auswirkungen auf das Gastgewerbe und den Einzelhandel

Für das Gastgewerbe, insbesondere kleinere Betriebe in ländlichen Regionen, stellt die geplante Pflicht zur digitalen Zahlungsannahme eine Herausforderung dar. Die Anschaffung und der Betrieb von Kartenterminals verursachen laufende Kosten, hinzu kommen Schulungen und technische Wartung.

Lesen Sie auch
Künstliche Intelligenz, KI und AutomationSoftware und SystemeMarketingRevenuemanagement
Hotelsoftware-Anbieter erweitert Direktvertrieb über das Zimmer hinaus

Bargeld bleibt erhalten

Wichtig ist: Es handelt sich nicht um eine Abschaffung des Bargelds. Im Gegenteil, die Koalitionsparteien betonen ausdrücklich die Wahlfreiheit. Bargeld und digitale Zahlung sollen künftig überall nebeneinander bestehen – und den Kundinnen und Kunden die Entscheidung überlassen.

Themen in diesem Artikel
Software und Systeme

Mehrwertsteuer auf Speisen bleibt dauerhaft gesenkt

Eine weitere zentrale Entscheidung betrifft das Gastgewerbe direkt: Die neue Koalition will die reduzierte Mehrwertsteuer von 7 Prozent auf Speisen in der Gastronomie dauerhaft beibehalten. Diese während der Corona-Pandemie eingeführte Entlastungsmaßnahme war zuletzt stark umstritten – nun sorgt die Ampel-Nachfolgeregierung für Planungssicherheit. Für viele Betriebe bedeutet das eine spürbare finanzielle Entlastung, insbesondere in Zeiten hoher Energie- und Einkaufspreise.

Der DEHOGA Bayern teilte dazu mit: „Unser jahrelanger Einsatz hat sich gelohnt! Der Koalitionsvertrag von Union und SPD sieht die dauerhafte Reduzierung der Mehrwertsteuer auf Speisen auf 7 Prozent ab dem 01.01.2026 vor.  Ein dringend notwendiger Schritt, der Betrieben hilft, die enormen Kostensteigerungen der letzten Jahre abzufedern. Das ist eine echte Zukunftsperspektive für unser Gastgewerbe, für unsere Branche, für unsere Mitarbeiter und unsere Mitglieder!

Lesen Sie auch
Künstliche Intelligenz, KI und AutomationSoftware und SystemeMarketingRevenuemanagement
Digitalisierung in der Hotellerie: Welche 3 Tools jetzt zur Basis gehören

Diese Entscheidung ist ein historischer Erfolg – und sie ist das Ergebnis unserer gemeinsamen Kraftanstrengung: der Kampagne, unzählige Gespräche, öffentliche Aktionen und jahrelange Überzeugungsarbeit.”

Kemal Üres
Führung, Management und Leadership

Neue Folge „Kemal Rettet“: Wenn Leidenschaft nicht mehr reicht

70 Stunden in der Woche – für vier Euro netto. Kann ein Café überleben, wenn die Inhaberin alles gibt, aber die Zahlen gegen sie arbeiten? Kemal Üres zeigt in Braunschweig, wo selbst bei zufriedenen Gästen die Gefahr lauert – und warum Herzblut allein keine Miete zahlt.

DIRS21; FWStudio, Pexels
Künstliche Intelligenz, KI und Automation

Hotelsoftware-Anbieter erweitert Direktvertrieb über das Zimmer hinaus

Der Wernauer Technologieanbieter DIRS21 hat auf der ITB Berlin zwei neue Module vorgestellt, die Hotels helfen sollen, sämtliche Flächen und Services digital buchbar zu machen. Mit DIRS21 Mice und DIRS21 Plus werden Tagungsräume und Zusatzleistungen in strukturierte Online-Buchungsstrecken überführt – ein Ansatz, der klassische Anfrageprozesse per E-Mail und Excel ablösen soll.

Steuerberatungsgesellschaft Schnitzler & Partner
Finanzen und Controlling

Kauf einer Unternehmensimmobilie: Neue Chancen bei der Kaufpreisaufteilung

Die aktuelle Rechtsprechung erweitert den Spielraum bei der Bewertung von Grund und Boden und kann – richtig genutzt – zu höheren Abschreibungsvolumen führen. Eine professionelle Beratung zur Kaufpreisaufteilung kann bei größeren Immobilienerwerben erhebliche Steuervorteile erschließen. Zugleich sollte der Aufwand in einem angemessenen Verhältnis zum erwartbaren Effekt stehen.

Anfang.Team
Künstliche Intelligenz, KI und Automation

Digitalisierung in der Hotellerie: Welche 3 Tools jetzt zur Basis gehören

Buchungsmaschinen und Channel-Manager laufen – doch echten Mehrwert schaffen Hotels erst, wenn die Unternehmensführung digitale Prozesse aktiv steuert statt zu delegieren. Ohne strategische Preisgestaltung und koordinierte Kampagnenplanung verpufft selbst die beste Technologie. Welche Tools sich wirklich lohnen und warum KI-gestützte Kommunikation jetzt zum Pflichtprogramm gehört, erklärt Hotelmarketing-Berater Michael Anfang.

PelfWave
Gehalt, Benefits und Altersversorgung

Mitarbeiterbindung im Gastgewerbe: Wie Betriebe hohe Fluktuations- und Ausfallkosten vermeiden können

Personalausfall im Restaurant löst eine Kettenreaktion aus: Mehr Schichten für andere, höhere Belastung, neue Ausfälle. 44 Prozent Fluktuation und 40 Prozent unbesetzte Stellen zeigen – wer qualifiziertes Personal hält, verschafft sich einen echten Wettbewerbsvorteil. Doch Standardlösungen aus dem Beraterbüro greifen nicht. Die Branche braucht Partner, die ihre Logik verstehen und echte Bindungsinstrumente kennen.

www.kaboompics.com, Pexels
Recht und Compliance

Hotel-Fernsehen über Kabelanlage: Wann die GEMA-Lizenz genügt – und wann nicht

Viele Hotelbetreiber fragen sich: Reicht mein GEMA-Vertrag, um meinen Gästen ganz normales Fernsehen auf dem Zimmer anzubieten? Das OLG München hat diese Frage nun mit Ja beantwortet – jedenfalls dann, wenn das TV-Signal über eine hauseigene Kabelanlage weitergeleitet wird und der GEMA-Vertrag auch die Rechte der ZWF einschließt. Wer dagegen lediglich Fernseher mit Zimmerantenne aufstellt, braucht nach der Rechtsprechung des bisherigen gar keine Lizenz. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Der BGH wird sich mit der Frage befassen.

Weitere Artikel zum Thema

DIRS21; FWStudio, Pexels
Der Wernauer Technologieanbieter DIRS21 hat auf der ITB Berlin zwei neue Module vorgestellt, die Hotels helfen sollen, sämtliche Flächen und Services digital buchbar zu machen. Mit DIRS21 Mice und DIRS21 Plus werden Tagungsräume und Zusatzleistungen[...]
DIRS21; FWStudio, Pexels
Anfang.Team
Buchungsmaschinen und Channel-Manager laufen – doch echten Mehrwert schaffen Hotels erst, wenn die Unternehmensführung digitale Prozesse aktiv steuert statt zu delegieren. Ohne strategische Preisgestaltung und koordinierte Kampagnenplanung verpufft selbst die beste Technologie. Welche Tools sich[...]
Anfang.Team
LionTaste
Die Gastronomie erfindet sich neu – zwischen Ghost Kitchens und Creator-Events, zwischen Effizienz und Emotion. Lisa Marie Noack und Johannes Reichenbach von LionTaste zeigen, welche fünf Kräfte die Branche gerade radikal umformen. Ihre These: Wer[...]
LionTaste
Trustlocal
Für gastgewerbliche Betriebe sind positive Rezensionen ein Türöffner – negative können existenzbedrohend werden. Doch wie ernst ist die Lage wirklich? Und ab wann wird aus einem Reputationsrisiko ein handfestes Geschäftsproblem? Eine aktuelle Branchenumfrage zeigt: Die[...]
Trustlocal
Accor, Canva
Die internationale Hotelgruppe Accor hat ihre Buchungsplattform in ChatGPT eingebunden. Gäste können künftig direkt im Chat-Interface nach Unterkünften suchen, Verfügbarkeiten prüfen und Preise vergleichen. Die Buchung selbst läuft weiterhin über die hauseigene Plattform. Mit diesem[...]
Accor, Canva
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.