Suche

Mehr Bewusstsein, mehr Sichtbarkeit, Mehrweg: 100 Tage Mehrwegpflicht – Vytal zieht Bilanz

Rund 280.000 Tonnen Verpackungsmüll fallen in Deutschland jährlich an. Das im Januar 2023 in Kraft getretene Mehrweggesetz soll dem ein Ende bereiten. Mehrweg-Experte Vytal hat Einwegmüll für To-go Essen und Delivery schon vor Gesetzeseinführung den Kampf angesagt und stellt trotz großem Erfolg fest: Es braucht noch mehr Sichtbarkeit und Bewusstsein, damit Mehrweg zum gelebten Standard wird. Dr. Tim Breker, Co-Founder von Vytal, über die aktuellen Herausforderungen.

Keine Bildrechte?

„Als wir Vytal gegründet haben, war das Problem in Deutschland nicht ein Mangel an Tupperware. Trotzdem hat fast niemand seine eigenen Behälter mit ins Restaurant gebracht. Es ist einfach unbequem“, stellt Dr. Tim Breker, Co-Founder von Vytal, fest. Es brauche darum ein System, dass die Mehrwegbehälter unkompliziert zur Verfügung stellen kann, wenn sie spontan gebraucht werden.

Vytal ist die weltweit größte digitale Mehrwegplattform für To-go- und Liefer-Konsum – pfandfrei, nachhaltig und unkompliziert. Über 6 Millionen Einwegverpackungen wurden schon mit Vytal eingespart und die Vytal-App verzeichnet inzwischen mehr als 450.000 Nutzer:innen. Und auch die Zahl der Partner-Gastronomien ist auf über 6.500 gestiegen. Trotz des großen Fortschritts gibt es noch genug Luft nach oben: Es reiche nicht aus, dass die Vytals vorhanden sind. Gastronom:innen müssen die Mehrwegbehälter auch anbieten und sollten sie ihren Kunden nicht vorenthalten. Andersherum können Konsument:innen nach Vytals fragen und brauchen Einweg nicht einfach hinnehmen. Diese Weiterentwicklung im Konsument:innen- und Gastro-Verhalten sind nach Breker die Kernherausforderung der Transformation von Einweg zu Mehrweg, an deren Bewältigung Vytal immer erfolgreicher arbeitet.

Ganz einfach: bewusste Entscheidung für Mehrweg

„Vytal macht es dem Endverbraucher leicht, Mehrweg in den Alltag zu integrieren. „Das Herunterladen und die Registrierung in der Vytal-App dauern weniger als 45 Sekunden. Eine offline Mitgliedskarte ist ebenso schnell gekauft. Sobald dieser erste Schritt in die Vytal Community getan ist, stehen Endverbraucher:innen tausende Gastronomien als Ausleih- und Rückgabestandorte zur Verfügung“, erklärt Tim Breker. Zunehmend bequemere Vytal-Rückgabemöglichkeiten, zum Beispiel bei der nächsten Gorillas- oder Lieferando-Bestellung sowie in Rückgabeboxen bei Arbeitgebern, vereinfachen die Mehrweg-Nutzung weiter.

Partner aus dem HORECA Scout

Es bedarf der bewussten Entscheidung, nicht auf das umweltschädliche, eingeübte Einweg zurückzugreifen, sondern beim jeweiligen Anbieter gezielt nach Mehrweg-Verpackungen zu fragen. Denn das Mehrweggesetz ist nur für Gastronomien verpflichtend, nicht für die Verbraucher:innen. Breker fordert ähnliche Verbote wie im Getränkesegment: „Es muss eine bewusste Entscheidung für Mehrweg geben. Auf allen Seiten. Der oft angesprochene Unterschied von To-go und Takeout Behältern zu Bierflaschen und Limo-Dosen ist doch, dass es keine (Mehrweg-)Bierflasche oder (Einweg-)Limodose mehr ohne Pfand gibt beziehungsweise geben darf. Ein Verbot bestimmter Einwegbehälter sowie die Einführung einer Mehrwegpflicht in Kombination mit einer Abgabe auf Einwegverpackungen würden die Transformation zu Mehrweg definitiv beschleunigen.“

Ein Weg zu Mehrweg: Mehr Sichtbarkeit

Damit Konsument:innen bewusste Entscheidungen treffen können, muss man ihnen Mehrweg auch aktiv vor Augen führen. Sichtbarkeit in der Gastronomie ist ein wichtiger Faktor, den Vytal 2023 in seinen Kooperationen noch stärker forcieren wird: „Hier ist die Zusammenarbeit von Gastronom:innen, Kommunen, Lieferdiensten, Medien und Mehrwegunternehmer:innen gefragt. Egal ob am analogen oder digitalen Point-of-Sale müssen Gäste – übrigens so wie es das Gesetz bereits verlangt – vor die ganz bewusste Wahl zwischen Einweg- und Mehrwegbehälter gestellt werden“, betont Tim Breker. Einen kleinen Motivationsschub für die Partner hat Vytal mit der Auszeichnung „Mehrweg-Heroes“ geschaffen. Die Gastronom:innen, die am meisten Vytals ausgegeben und somit am meisten Einwegmüll vermieden haben, erhalten eine Trophäe, mit der sie allen zeigen können, wie nachhaltig sie sind. Nicht nur ein wertvolles Aushängeschild, sondern auch wieder ein Stück mehr Sichtbarkeit für die Verbraucher:innen. Und ein Anreiz für alle, Nachhaltigkeit in Sachen Mehrweg zu leben.

Lesen Sie auch
Software und SystemeBranche und Trends
No-Shows in der Gastronomie: Ursachen, wirtschaftliche Auswirkungen und wirksame Gegenmaßnahmen im Reservierungsmanagement
TheFork
Branche und Trends

No-Shows in der Gastronomie: Ursachen, wirtschaftliche Auswirkungen und wirksame Gegenmaßnahmen im Reservierungsmanagement

Nicht wahrgenommene Reservierungen zählen zu den wirtschaftlich relevantesten Einflussfaktoren im Gastronomiebetrieb und wirken sich unmittelbar auf Umsatz und Auslastung aus. Aktuelle Marktauswertungen zeigen zugleich, dass sich No-Shows durch strukturierte Prozesse im Reservierungsmanagement deutlich reduzieren lassen. Welche Maßnahmen führen dabei in der Praxis zu stabileren Abläufen?

Gemini
Kostenmanagement

KI in der Spülküche: Wenn die Maschine erkennt, was sie spült

Bandspülmaschinen mit Kameras, Untertischgeräte mit Lernkurve, Spülanlagen mit dynamischer Energieverteilung – die Hersteller bringen Künstliche Intelligenz in einen der unterschätztesten Bereiche der Profi-Küche. Ein Überblick über drei Ansätze, die sich erkennbar unterscheiden.

SumUp, Unsplash
Finanzen und Controlling

E-Rechnungspflicht: Warum Hospitality-Betriebe jetzt handeln müssen

Die digitale Rechnungsstellung wird zur gesetzlichen Pflicht – und das schneller als viele denken. Während der Empfang elektronischer Rechnungen bereits seit Jahresbeginn verpflichtend ist, müssen Hotels und Restaurants ab 2027 schrittweise auch beim Versand umstellen. Wer weiterhin auf Papier oder simple PDF-Dokumente setzt, riskiert Compliance-Probleme. Die HGK Hotel- und Gastronomie-Kauf eG bietet mit einer cloudbasierten Lösung einen Weg, der ohne umfangreiche IT-Projekte auskommt.

Luciano Oliveira, Unsplash
Marketing

Alle 104 Spiele, drei WM-Kanäle, ein Frühstücksclub: So zeigen Telekom und Sky die Fußball-WM 2026

Wenn die WM um drei Uhr morgens anpfeift: Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika stellt das deutsche Publikum vor eine ungewohnte Frage: Wie schaut man eigentlich gemeinsam, wenn die Spiele mitten in der Nacht laufen? Telekom und Sky haben darauf jetzt eine gemeinsame Antwort gefunden – mit allen 104 Spielen in der Gastronomie, drei eigenen WM-Kanälen und einem „Breakfast Club“ für die frühen Stunden.

Anastasia Ilina-Makarova, Pexels
Branche und Trends

HolidayCheck Bewertungs-Report 2026: Wie unterschiedlich Generationen bewerten – von objektiver Recherche bis zur digitalen Selbstinszenierung

Fünf Sterne oder ein TikTok-Video? Eine repräsentative Studie zeigt: Wie Menschen Hotelbewertungen nutzen und verfassen, hängt stark vom Alter ab. Während Babyboomer systematisch mehrere Plattformen vergleichen, entscheidet die Gen Z spontan und emotional – und vertraut dabei besonders auf Social Media. Was bedeutet diese Verschiebung für Hoteliers und Gastronomen?

Weitere Artikel zum Thema

Gemini
Bandspülmaschinen mit Kameras, Untertischgeräte mit Lernkurve, Spülanlagen mit dynamischer Energieverteilung – die Hersteller bringen Künstliche Intelligenz in einen der unterschätztesten Bereiche der Profi-Küche. Ein Überblick über drei Ansätze, die sich erkennbar unterscheiden.[...]
Gemini
Hans, Pixabay
Ob Café, Bäckerei, Hotel oder Büro: Fliegende Insekten sind ein hygienisches Risiko und können schnell zum Problem für Betriebe werden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Design. Gefragt sind deshalb Lösungen, die wirksam[...]
Hans, Pixabay
ZfP Reichenau; Meiko
Im Zentrum für Psychiatrie Reichenau werden täglich 800 Mahlzeiten für Patienten und Mitarbeitende zubereitet. Als die alte Spülanlage den Geist aufgab, entschied sich die Klinik nicht einfach für Ersatz – sondern für einen grundsätzlichen Neuanfang.[...]
ZfP Reichenau; Meiko
RATIONAL
Gastronomie- und Hotelküchen kämpfen mit massivem Personalmangel, explodierenden Energiekosten und steigenden Nachhaltigkeitsanforderungen – während Gäste gleichzeitig höchste Qualität erwarten. Wie gehen Profis weltweit damit um? Und welche Strategien versprechen wirklich Entlastung? Eine internationale Studie mit[...]
RATIONAL
PROJECT FLOORS
Wenn Gäste ein Hotel betreten, nehmen sie viel wahr – oft unbewusst. Der Boden gehört dazu. Er prägt die Atmosphäre, ohne aufdringlich zu sein. Doch welche Optik passt zu welchem Konzept? Und wie vereint man[...]
PROJECT FLOORS
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.