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Mit alkoholfreien Spirituosen eine wachsende Zielgruppe erreichen

Wer hat sich das nur ausgedacht, alkoholfreie Spirituosen? Ist das allenfalls etwas für Schwangere, Ernährungsfetischisten und Möchtegern-Trendsetter? Es gibt genug Momente, in denen man gut beraten ist, auf alkoholfreie Getränke zurückzugreifen. Und wenn die Alternative zu Saftschorle, Wasser und Tee eben dann beispielsweise ein alkoholfreier Gin Tonic ist – warum nicht? Miriam Müller ist Projektmanagerin Wettbewerbe & Verkostungen beim Meiningers International Spirits Award und spricht sich für mehr Offenheit bei diesem Thema aus.

Gaby Yerden, UnsplashGaby Yerden, Unsplash

„Frau Müller, ganz simpel vorneweg: Alkoholfreie Spirituose – warum?“

Im Grunde kann man auf diese Frage mit all den Begriffen reagieren, die aktuell schon inflationär als Rechtfertigung von allem in der Lebensmittelindustrie verwendet werden, ob nun für Grünkernbratlinge oder Mandelmilch: Nachhaltigkeit, Bewusstsein, Gesundheit, Achtsamkeit, um nur einige zu nennen. Die Menschen favorisieren einen ausgewogenen Lebensstil, der Fokus liegt auf einer nachhaltigen und wohltuenden Ernährung. Daher muss man meiner Meinung nach heute nicht mehr lange nach Gründen, auf Alkohol zu verzichten, suchen. Sei es der “Dry January”, der geliebte Führerschein, dass man weder Zeit noch Lust auf einen kräfteraubenden Kater hat oder weil man schlichtweg einfach nicht möchte. Das Bedürfnis nach bewusstem Genuss und einer ausgewogenen Lebensweise ist derzeit präsenter denn je.

„Aber ist nicht Alkohol DER Träger für das Geschmackserlebnis einer Spirituose?“

Alkohol ist wie die Butter unter der Wurst: der Aromentransporteur für die Spirituose. Daher sollte man alkoholfreie Spirituosen auch nicht einfach uneingeschränkt vergleichen. Es ist kein Ersatz, kein Verzicht, kein Imitat, sondern eine neue Getränkekategorie, eine Alternative. Die alkoholfreien Destillate sind fast ausschließlich für das Erstellen hochwertiger „Mocktails“ gedacht. Die Aromenwelt der “echten” Spirituose lässt sich zwar gut in ein Destillat überführen, allerdings eher auf der Ebene, um als Grundlage für alkoholfreie Cocktails zu dienen. Am Ende ist es natürlich, wie mit allem, eine Frage des persönlichen Geschmacks. Die Wertigkeit der Produkte, die wir im Wettbewerb auszeichnen durften, beweist meines Erachtens die positive Qualitätsentwicklung dieser besonderen und aufstrebenden Trinkkultur.

Partner aus dem HORECA Scout

„Ist die alkoholfreie Spirituose ein Trend oder glauben Sie an einen langfristigen Erfolg, ähnlich wie bei alkoholfreiem Bier?“

Alkoholfreies Bier war am Anfang genauso verpönt, ganz zu schweigen von alkoholfreiem Wein. Heute haben diese Produkte Marktrelevanz, wachsende Zielgruppen und mehr als nur eine Daseinsberechtigung. Ich denke, der Mensch wird nicht müde, zu entdecken. Wir sind neugierig und wissensdurstig, experimentieren gerne. Daher bin ich der Meinung, dass es sich hierbei weniger nur um einen Trend, als vielmehr um einen Lifestyle handelt. Der Anteil der alkoholfreien Spirituosen ist verhältnismäßig noch zurückhaltend und macht in Deutschland aktuell nicht mal 1 % des Marktes aus – umso mehr gibt es also zu entdecken und Neues zu entwickeln.

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Hinweis

Eine eigene Meinung bilden zum Thema „alkoholfreie Spirituosen“ lässt sich sehr gut beim ISW (Internationaler Spirituosen Award), Stand H79, auf der Finest Spirits vom 02.09. – 04.09.2022 im MVG Museum München.

Themen in diesem Artikel
BeverageBranche und TrendsAlkoholfreie Spirituosen

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Miriam Müller, Projektmanagerin Wettbewerbe & Verkostungen // Meiningers International Spirits Award

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