Infektionsschutz

Nach dem Lockdown: Mit Luftreinigern zurück zum Regelbetrieb

Die Anschaffung von Luftreinigern steht für Gastronomie und Hotellerie auf der Liste der Hygienemaßnahmen, um nach dem Lockdown wieder in den Normalbetrieb zurückzukehren, ganz weit oben. Doch welche Luftreiniger eignen sich tatsächlich am besten, um das Ansteckungsrisiko mit Covid-19 und anderen Infektionskrankheiten in Hotels und Gastronomie zu senken? Stefan Prein arbeitet als Business Development Manager Germany bei der Genano Group und gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.

© Genano

Welche Gesundheitsrisiken sind mit verunreinigter Raumluft verbunden?

Menschen atmen täglich zwischen 15,000 und 40,000 Liter an Luft. Deshalb ist die Qualität der Luft in Innenräumen für den Erhalt unserer Gesundheit so wichtig, insbesondere im Winter, wo Menschen den Großteil des Tages drinnen verbringen. Mittlerweile ist uns bekannt, dass virale Erkrankungen, wie COVID-19, über Aerosole in der Atemluft übertragen werden können. Doch verunreinigte Raumluft kann u.a. auch zu Erkältungen, Husten, Müdigkeit, Allergien, Kopfschmerzen und Hautproblemen führen. Aus diesem Grund sollte die Investition in saubere Luft für Unternehmen im Gastgewerbe auch außerhalb der Pandemie eine Priorität sein.

Wo machen Luftreiniger in der Gastronomie und Hotellerie Sinn?

Luftreiniger können in allen Bereichen eingesetzt werden, in denen reger Gästeverkehrt herrscht und in denen Menschen dicht zusammensitzen. Neben der Senkung des Infektionsrisikos mit Krankheiten wie Covid-19, die über Aerosole verbreitet werden, können Luftreiniger z.B. in Lobbies, Wellness- und Gym-Bereichen und Frühstücks- und Speisesälen eingesetzt werden, um unangenehme Gerüche und Allergene aus der Luft zu filtern.
Die Corona-Pandemie hat das Hygienebewusstsein der Bevölkerung erheblich gesteigert. Saubere Luft kann also in Zukunft nicht nur die Gesundheit ihrer Mitarbeiter und Gäste erhalten, sondern auch einen wirtschaftlichen Vorteil für Ihren Betrieb darstellen. Selbst nach dem Ende der Pandemie werden gesundheitsbewusste Gäste, Allergiker oder geruchsempfindliche Menschen Restaurants oder Hotels, die mit Luftreinigern ausgestattet sind, bevorzugen.

Mit oder ohne Filter: Welche Technologie eignet sich am besten?

Die Atemluft setzt sich aus verschiedenen Gasen und Schadstoffen zusammen, die unterschiedlich Partikelgrößen haben. Der Qualitätsunterschied vieler Luftreiniger und eins der größten Unterscheidungsmerkmale der einzelnen Technologien liegt in der Fähigkeit auch die kleinsten Partikel aus der Luft zu filtern.

HEPA-Filter

HEPA-Filter (HEPA = High-Efficiency Particulate Air), im deutschen Sprachraum auch häufig als Schwebstofffilter bezeichnet, gehörten zu einer der bekanntesten und ältesten Technik der Luftreinigung. Die Filter bestehen meist aus Glasfaser-Matten, die so dicht gepackt sind, dass sie kleine Partikel in der Luft abhalten bzw. diese an den Fasern hängen bleiben. Zu den gängigsten Prüfklassen zählen Filter der Klassen H13 und H14.
HEPA-Filter sind in der Lage Partikel von bis zu 300 Nanometern und zu filtern. Doch mehr als 66% der Schadstoffe und Verunreinigungen in der Luft sind kleiner als 100 Nanometer. Viruspartikel und giftige Schimmelsporen sind in der Regel zwischen 0,005 und 0,001 Nanometer groß. Viele Luftreiniger können Partikel in dieser Größe also nicht filtern. Und gerade diese kleinen Partikel stellen ein großes Risiko für die Gesundheit dar, da sie über die Lunge in den Blutkreislauf gelangen können. Geräte mit HEPA-Filtern, die dennoch damit werben bis zu 99,99% der Viren aus der Luft zu filtern, filtern tatsächlich nur die Aerosoltröpfchen, an denen die Viren anheften, aus der Luft. Doch diese Technik kann langfristig oder bei falschem Gebrauch ein Gesundheitsrisiko darstellen. In den Geräten kann sich Flüssigkeit ansammeln und kontaminierte Filter stellen ein Gesundheitsrisiko für die Person dar, die den Filter austauschen muss.

Filterlose Kaltplasma-Luftreiniger

Filterlose Luftreiniger mit Kaltplasma-Technologie hingegen sind in der Lage, Partikel bis zu einer Größe von 0,003 Nanometern zu filtern und zu eliminieren. Sie wurden für den Einsatz in medizinischen Einrichtungen entwickelt. Dort werden sie u.a. in Operationssälen, Laboren und Reinräumen (sterilen Räumen) eingesetzt. Plasma-Filter können somit auch die kleinsten Teile, wie Mikroben, Bakterien, Viren und Schimmelsporen, aus der Luft aufnehmen, die selbst HEPA-Filter der Klassen H13 und H14 nicht aufnehmen können.
Die ungereinigte Luft wird im ersten Schritt in das Gerät gesaugt. Im zweiten Schritt werden die Partikel in einem leistungsstarken Koronarentlader ionisiert. Die ionisierten Partikel haften dann an der positiv geladene Trägeroberfläche an und werden mittels eines Elektroschocks eliminiert. Ein dreilagiger Aktivkohlefilter filtert zudem effektiv Ozon, flüchtige organische Verbindungen und unangenehme Gerüche. Anders als bei anderen Technologien, werden die schädliche Mikroorganismen und somit auch Wirtszellen für Viren also nicht nur in einem Filter gesammelt, sondern vollständig abgetötet bzw. inaktiviert. Eine Studie des finnischen Technischen Forschungszentrum VTT kam zu dem Ergebnis, dass die patentierten Plasmafilter des Herstellers Genano innerhalb von 15 Minuten 90% der Virenpartikel aus der Luft entfernt. Nach zwei Stunden wurde eine tatsächliche Reinigungsleistung von 99,999% erreicht. Andere Technologien erzielen solche Ergebnisse lediglich unter Laborbedingungen.

Da elektrische Luftreiniger ohne klassische Filter arbeiten bieten sie kein Medium für das Wachstum von Mikroben. Ein Hauptvorteil dieser Technologie ist zudem der konstante Luftstrom, der nicht durch verstopfte Filter gestört wird. Die Leistung bleibt somit konstant, während z.B. Geräte mit HEPA-Filter mit der Zeit an Leistung verlieren. Filter die regelmäßig ausgetauscht werden müssen sorgen zudem hohe Instandhaltungskosten der Geräte.

Welche Kosten sind mit der Anschaffung von Luftreinigern verbunden?

Auf den ersten Blick reicht die Preisspanne bei Luftreinigern von einigen Hundert bis mehreren Tausend Euro. Doch die günstigen Geräte, die besonders an Privatverbraucher gerichtet sind, halten oft nicht was sie versprechen und wiegen Nutzer in falscher Sicherheit. Die beworbene Reinigungsleistung kann meistens nur unter Laborbedingungen erreicht werden, da die Leistung im alltäglichen Betrieb nicht ausreicht. Achten Sie beim der Wahl eines Geräts also nicht nur auf die Herstellerversprechen, sondern auch auf die Kubikmeter, die pro Gerät abgedeckt werden können. So können Sie entscheiden, wie viele Geräte für die zu reinigenden Flächen benötigt werden. Für die Anschaffung eines professionellen Luftreinigers, egal ob mit HEPA-Filtern oder Kaltplasma-Technologie, fallen ein paar Tausend Euro pro Gerät an.
Allerdings bieten Anbieter professioneller Luftreinigungsgeräte ihre Geräte mittlerweile auch zur Miete an. Je nach Bedarf können diese Geräte, die in den kleineren Modellen nur ca. 17 kg wiegen, in verschiedenen Räumen eingesetzt werden. Sie lassen sich einfach auf Rollen bewegen und können durch einfaches Anschließen an die Steckdose in Betrieb genommen werden. Alternativ werden auch größere Standgeräte und Geräte zur Wandmontage angeboten.

Bereits vor dem Ausbruch von COVID-19 mussten Betriebe in der Hotellerie und Gastronomie strenge Hygieneauflagen befolgen. Doch im Jahr 2021 fordern Gäste nicht mehr nur saubere Zimmer, Betten und eine hygienische Küche, sondern auch saubere Atemluft. Die Investition in Luftreiniger bringt also nicht nur einen gesundheitlichen, sondern auch einen wirtschaftlichen Vorteil.

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Stefan Prein arbeitet als Business Development Manager Germany bei Genano Group.

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