Suche

Schwerpunkte in der Personalarbeit verändert – Tipps für ein starkes Team

Die Forderung nach mehr Flexibilität im Arbeitsleben bezieht sich längst nicht mehr nur auf Strukturen und Zeitsouveränität. Personalpolitik muss im Ganzen neu gedacht werden. Um auch in der Arbeitswelt der Zukunft Personal zu binden und die Bereitschaft von jungen Menschen zu gewinnen, sind Unternehmen gut beraten, die folgenden HR-Tipps zu berücksichtigen.

Miriam EngelMiriam Engel

Es reicht nicht der Blick auf Gen Z. In vielen Gesprächen nehme ich wahr, dass Organisationen sich auf die Frage versteifen, wie man den Nachwuchs von sich überzeugt: die sagenumwobene Generation Z. Leider wird häufig versucht, mit Benefits zu punkten – doch weit gefehlt! Mit Gehaltsbingo, Fitnesscenter und schicken Arbeitgeberkampagnen kratzen sie nur an der Oberfläche.

Personalarbeit baut auf Beziehungen auf und diese basieren auf Zugehörigkeitsgefühl. Dafür braucht es den Blick auf die Vision, den Sinn und die Werte dahinter. Zum Einen müssen die Unternehmensziele verstanden werden. Wohin geht die Reise? Hier sehe ich einen eindeutigen Vorteil bei den Unternehmen im Mittelstand, weil die Menschen in der Regel „dichter“ beieinander sind, der Austausch größer.

Nah an den Menschen

Vor dem gemeinsamen Verständnis der Zielnavigation steht das Verstehen voneinander: Es ist wichtig (und nachhaltig), eine gemeinsame Sprache zu sprechen, wenn es um die Unternehmenssteuerung geht. In Hinblick auf die unterschiedlichen Interessen von älteren und jüngeren Angestellten, von traditionsreichen Familienangehörigen innerhalb der Belegschaft bis hin zu frisch zugezogenen Angestellten aus dem Ausland eine Brücke zu bauen: Worin treffen sich Ihre persönlichen Vorstellungen und Erwartungen der Zukunft mit denen des Unternehmens? Diese Wertegemeinschaften bilden die Brückenpfeiler, wenn wir in diesem Bild bleiben. Sind diese klar, decken sie sich in Teilen mit den persönlichen Werten, kann hierauf die Führungs- und interne Kommunikation aufbauen.

Partner aus dem HORECA Scout

Die Lebensphasen der Beschäftigten im Blick

Können wir einen Haken an das Verstehen setzen? Sind die Ausrichtung und das Vorgehen der Organisation einleuchtend für die Angestellten? Dann geht der nächste Blick auf die Lebensphase der Beschäftigten. Zwar sind wir uns einig, dass es sinnvoll ist, die Mitarbeitern entlang ihres Kenntnisgewinns zu fördern und zu fordern, doch nicht selten werden dabei die privaten Umstände des Mitarbeiters aus dem Blick verloren. Wenn dieser gerade Vater geworden ist und sich das familiäre Eigenheim noch im Bau befindet, ist der Zeitpunkt denkbar ungünstig, ihn in diesem Moment zum Teamleiter zu befördern. Jeder Mensch, so stressresistent er auch sein mag, ist begrenzt belastbar. Mit einem wohlwollenden Auge auf die Gesamtsituation des Mitarbeiters und einer offenen Kommunikation über Möglichkeiten und Zukunftspfade lassen sich gemeinsam step by step Karrierewege entwickeln, die sowohl Wertschätzung als auch Fürsorge widerspiegeln; zwei Faktoren, die sehr motivierend wirken und das Zugehörigkeitsgefühl stärken.

Lesen Sie auch
Führung, Management und LeadershipKostenmanagement
Neue Folge „Kemal Rettet“: Wenn Leidenschaft nicht mehr reicht

Stellen Sie nach Potenzialen ein, nicht nach Passgenauigkeit auf Stellenprofile

Auch die Entscheidungsfindung innerhalb einer Organisation ändert sich. Die wahrgenommene Zunahme an Komplexität lässt manche Führungskraft im Angesicht wichtiger Entscheidungen verzweifeln, während engagierte, mitdenkende Menschen im Team oft gute Impulse setzen, die leider nicht immer gehört werden. Es beginnt bei der Einstellung bei der Personalauswahl, wo vielerorts noch immer nach passenden Kandidaten für die Jobanforderungen gesucht wird. Doch um in Zukunft stark zu sein, bewähren sich diejenigen, die im Momentum von Ungewissheit den Mut haben, Verantwortung zu übernehmen und kluge Entscheidungen treffen. Auch hinsichtlich Verbesserungen im Arbeitsablauf und Innovationsmanagement gilt das. Wer in der Lage ist, neu zu denken und nie Dagewesenes zu kreieren, gehört zumindest auf das Siegertreppchen. Und auch, wenn nicht jedes Experiment zu einem organisationalen Durchbruch führt, so übt es alle im Umgang mit Veränderungsprozessen – eine Kompetenz, die wir kontinuierlich brauchen.

Themen in diesem Artikel
PersonalentwicklungPersonalbedarfsplanungPersonalentwicklungPersonalmanagementPersonalplanung

Die Vorstellung, Führungskräfte müssten hart sein und Gefühle hätten im Arbeitsleben nichts zu tun, gehört restlos ausgemerzt. Ich bin ein feinfühliger und empathischer Mensch und habe gelernt, mit meinen Emotionen im professionellen Umfeld bewusst umzugehen. Auch wenn der Lernweg manchmal schwer war, sehe ich diese Eigenschaften als großes Vorteil an und in der Personalarbeit zu einhundert Prozent richtig aufgehoben. In Beratungsgesprächen, beim Führungskräfte-Training, in der Teamentwicklung erkenne ich sehr schnell, wo der Schuh drückt und wo sich Potenziale verstecken. Ich kann bei allem, was ich erlebt habe, nur bestätigen: Wer Freundlichkeit, Nahbarkeit, Klarheit und Entscheidungsstärke zusammenbringt, ist für die Zukunft sehr gut aufgestellt.

Der Wert der Unternehmenskultur

Während sich Unternehmen im Employer Branding (Positionierung der Arbeitgebermarke) vornehmlich an den harten Faktoren wie Wellness-Maßnahmen und monetären Zusatzleistungen wettrüsten, sehe ich die Corporate Communications (strategische Unternehmenskommunikation) häufig hinten runter fallen. Dabei antworten mir Angestellte, die ich nach ihren Bedürfnissen frage, fast ausnahmslos, von ihren Vorgesetzten mehr wahrgenommen und einbezogen wollen zu werden. Ich höre daraus den tiefen inneren Wunsch nach Zugehörigkeit, Eingebundenheit und dadurch Verbundenheit.

Ich beschwöre immer wieder den Wert einer gelebten loyalen Kultur, die von Führungspersonen ausgehend vorbildlich und nachahmbar wirkt: Gute Leistungen loben, die Menschen nach ihrer Meinung fragen, ehrliches Interesse an ihren Stärken und ihrer Weiterentwicklung verfolgen – damit ist schon sehr, sehr viel gewonnen. Wenn Führungskräfte und interne Vorbilder sich so verhalten, bauen die Beschäftigten mehr Bindung zum Unternehmen auf. Sinn entsteht nicht nur dadurch, dass man mit seinem Job die Welt rettet, sondern auch durch ein gutes Miteinander, das Entfalten des eigenen Potenzials.

Lesen Sie auch
Künstliche Intelligenz, KI und AutomationSoftware und SystemeMarketingRevenuemanagement
Hotelsoftware-Anbieter erweitert Direktvertrieb über das Zimmer hinaus

Das Innere sichtbar nach außen verkörpern

Wenn eine Organisation ein starkes Wir-Gefühl bietet, ist gut und auf die öffentliche Wahrnehmung wirksam, Corporate Influencer ins Rennen zu schicken, die diese Botschaft nach außen transportieren. Im Idealfall wird damit aufgezeigt, dass sich eine Person entlang ihrer Angestelltenlaufbahn weiterentwickeln kann. Sie rekrutieren eine Person, die möglichst viele Qualifikationen für den Job mitbringt, und schließen die Lücken dann schrittweise über gezielte Weiterentwicklung. Das geht allerdings nicht mit Druck von außen. Deshalb sollte es ein Ziel sein, eine selbstlernende Organisation zu schaffen, in der Beschäftigte intrinsisch motiviert sind, sich weiterzuentwickeln. Wenn Sie mit ihren Beschäftigten in einem guten Austausch stehen, zuhören und wissen, was sie bewegt und interessiert, können Sie viel einfacher gemeinsam in die richtige Richtung steuern.

Führung muss Freiraum bieten und inspirieren

Es gibt in nahezu jedem Unternehmen Menschen, die seit 20 Jahren ihren Job machen, ohne ihre Stärken wirklich zu kennen und zu wissen, was sie antreibt. Schauen Sie als Führungskraft genauer hin und schöpfen Sie aus diesem Potenzial, wenn Sie hier gezielt in Personalentwicklung investieren. Besonders mit Blick auf den schnellen Wandel von Berufen und Jobs durch die Digitalisierung wird lebenslanges lernen immer wichtiger. Gleichzeitig muss den Menschen oft erstmal die Angst genommen werden, und dafür muss man nah dran sein.

Am besten klappt es, Hemmungen abzubauen, indem Sie Potenziale betonen, statt Leute zu erschrecken. Wenn gedroht wird: „Wenn du nicht effizienter wirst, ersetzt dich irgendwann die KI“, ist das katastrophal. Wenn wir hingegen aufzeigen, wie uns Technologien zukünftig von lästigen Fleißarbeiten befreit und wir dadurch Zeit gewinnen, uns unseren Herzensthemen zu widmen und Innovationen zu schaffen, geht das in die richtige Richtung.

Eine Arbeitgebermarke allein kann zwar auf das Zugehörigkeitsgefühl wirken. Für ein Team braucht es darüber hinaus Loyalität, eine gute Führung und Kommunikation.

Kemal Üres
Führung, Management und Leadership

Neue Folge „Kemal Rettet“: Wenn Leidenschaft nicht mehr reicht

70 Stunden in der Woche – für vier Euro netto. Kann ein Café überleben, wenn die Inhaberin alles gibt, aber die Zahlen gegen sie arbeiten? Kemal Üres zeigt in Braunschweig, wo selbst bei zufriedenen Gästen die Gefahr lauert – und warum Herzblut allein keine Miete zahlt.

DIRS21; FWStudio, Pexels
Künstliche Intelligenz, KI und Automation

Hotelsoftware-Anbieter erweitert Direktvertrieb über das Zimmer hinaus

Der Wernauer Technologieanbieter DIRS21 hat auf der ITB Berlin zwei neue Module vorgestellt, die Hotels helfen sollen, sämtliche Flächen und Services digital buchbar zu machen. Mit DIRS21 Mice und DIRS21 Plus werden Tagungsräume und Zusatzleistungen in strukturierte Online-Buchungsstrecken überführt – ein Ansatz, der klassische Anfrageprozesse per E-Mail und Excel ablösen soll.

Steuerberatungsgesellschaft Schnitzler & Partner
Finanzen und Controlling

Kauf einer Unternehmensimmobilie: Neue Chancen bei der Kaufpreisaufteilung

Die aktuelle Rechtsprechung erweitert den Spielraum bei der Bewertung von Grund und Boden und kann – richtig genutzt – zu höheren Abschreibungsvolumen führen. Eine professionelle Beratung zur Kaufpreisaufteilung kann bei größeren Immobilienerwerben erhebliche Steuervorteile erschließen. Zugleich sollte der Aufwand in einem angemessenen Verhältnis zum erwartbaren Effekt stehen.

Anfang.Team
Künstliche Intelligenz, KI und Automation

Digitalisierung in der Hotellerie: Welche 3 Tools jetzt zur Basis gehören

Buchungsmaschinen und Channel-Manager laufen – doch echten Mehrwert schaffen Hotels erst, wenn die Unternehmensführung digitale Prozesse aktiv steuert statt zu delegieren. Ohne strategische Preisgestaltung und koordinierte Kampagnenplanung verpufft selbst die beste Technologie. Welche Tools sich wirklich lohnen und warum KI-gestützte Kommunikation jetzt zum Pflichtprogramm gehört, erklärt Hotelmarketing-Berater Michael Anfang.

PelfWave
Gehalt, Benefits und Altersversorgung

Mitarbeiterbindung im Gastgewerbe: Wie Betriebe hohe Fluktuations- und Ausfallkosten vermeiden können

Personalausfall im Restaurant löst eine Kettenreaktion aus: Mehr Schichten für andere, höhere Belastung, neue Ausfälle. 44 Prozent Fluktuation und 40 Prozent unbesetzte Stellen zeigen – wer qualifiziertes Personal hält, verschafft sich einen echten Wettbewerbsvorteil. Doch Standardlösungen aus dem Beraterbüro greifen nicht. Die Branche braucht Partner, die ihre Logik verstehen und echte Bindungsinstrumente kennen.

www.kaboompics.com, Pexels
Recht und Compliance

Hotel-Fernsehen über Kabelanlage: Wann die GEMA-Lizenz genügt – und wann nicht

Viele Hotelbetreiber fragen sich: Reicht mein GEMA-Vertrag, um meinen Gästen ganz normales Fernsehen auf dem Zimmer anzubieten? Das OLG München hat diese Frage nun mit Ja beantwortet – jedenfalls dann, wenn das TV-Signal über eine hauseigene Kabelanlage weitergeleitet wird und der GEMA-Vertrag auch die Rechte der ZWF einschließt. Wer dagegen lediglich Fernseher mit Zimmerantenne aufstellt, braucht nach der Rechtsprechung des bisherigen gar keine Lizenz. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Der BGH wird sich mit der Frage befassen.

Weitere Artikel zum Thema

PelfWave
Personalausfall im Restaurant löst eine Kettenreaktion aus: Mehr Schichten für andere, höhere Belastung, neue Ausfälle. 44 Prozent Fluktuation und 40 Prozent unbesetzte Stellen zeigen – wer qualifiziertes Personal hält, verschafft sich einen echten Wettbewerbsvorteil. Doch[...]
PelfWave
Patrick Peters
Die Einführung von Künstlicher Intelligenz wird in vielen Hotel- und Gastronomiebetrieben zunächst als technisches Projekt behandelt. KI kann aber nicht einfach „eingeschaltet“ werden, sondern ihre Einführung erfordert grundlegende organisatorische und kulturelle Veränderungen in Betrieben. Ob[...]
Patrick Peters
Canva
Die Housekeeping Akademie startet im März 2026 eine deutschlandweite Lehrgangsreihe, die Führungskräfte im Housekeeping fit für die aktuellen Herausforderungen der Hotellerie macht. Der dreitägige zertifizierte Lehrgang verbindet Fachkompetenz mit Leadership-Skills – und trifft damit einen[...]
Canva
DIRS21
Der mobile Begleiter für den Hotelalltag steht im Zentrum des DIRS21-Messeauftritts. Die App vernetzt Teams im Frontoffice, Housekeeping, Service und Management digital und kombiniert Kommunikation, Aufgabenmanagement und Gästeservice in einer zentralen Lösung. Die Basisfunktionen stehen[...]
DIRS21
SIHOT
Ein Softwareunternehmen für die Hotellerie lädt junge Menschen zu einem Berufsorientierungstag ein – und erfährt dabei selbst, worauf es der Generation Z bei der Arbeitgeberwahl wirklich ankommt. Zwischen Live-Demos und offenen Gesprächen zeigt sich: Wertschätzung[...]
SIHOT
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.