Suche

Digitalisierung als Schlüssel zur Professionalisierung

Fragen an Thomas Meuche Professor für Betriebswirtschaft an der Hochschule Hof zur Professionalisierung der Betriebe. Er begleitet Unternehmen als Beirat und berät sie in Fragen der Strategieentwicklung und Prozessoptimierung. Als Gesellschafter der ServicePlus GmbH setzt er sich seit zwei Jahren intensiv mit der Digitalisierung der Gastronomie und deren Lieferanten auseinander.

Professionalisierung der Betriebe.Jirsak | iStockphoto.comJirsak | iStockphoto.com
Thomas Meuche ist Professor für Betriebswirtschaft an der Hochschule Hof. Er begleitet Unternehmen als Beirat und berät sie in Fragen der Strategieentwicklung und Prozessoptimierung. Als Gesellschafter der ServicePlus GmbH setzt er sich seit zwei Jahren intensiv mit der Digitalisierung der Gastronomie und deren Lieferanten auseinander.
Thomas Meuche, Gesellschafter der ServicePlus GmbH. (Foto: privat)

Gastgewerbe-Magazin: Warum ist Professionalisierung heute so wichtig?

Thomas Meuche: Wir erleben, dass die Anforderungen der Behörden an die Betriebe immer höher werden. Das fängt bei der Allergenkennzeichnung auf der Karte an, setzt sich bei der Kasse und der Buchhaltung fort und hört bei diversen Dokumentationen noch lange nicht auf. Ein „Durchwursteln“ gibt es da nicht mehr. Nur wer in seinem Betrieb klare Strukturen hat, kann all diese Anforderungen erfüllen. Gleichzeitig geht es aber auch um die eigene Arbeitsweise. Nur wer hier professionell aufgestellt ist, seine Zahlen kennt und analysiert und entsprechend reagiert, kann den Überblick behalten und langfristig Erfolg haben.

Partner aus dem HORECA Scout

Welchen Beitrag kann die Digitalisierung dabei leisten?

Die Digitalisierung ist einer der Schlüssel zur Professionalisierung. Zum einen schafft sie die Strukturen, die heute nötig sind, zum anderen kann die Digitalisierung – wenn sie richtig eingesetzt wird – zu einer erheblichen Zeitersparnis führen – Zeit, die der Unternehmer dann wieder für andere Aufgaben oder den Kontakt zum Gast nutzen kann. Reduziert die Digitalisierung den Aufwand, kann das auch ein Beitrag zur Bewältigung des Fachkräftemangels sein, denn automatisierte Prozesse binden weniger Personal.

Was muss man bei der Digitalisierung beachten?

Lesen Sie auch
Recht und ComplianceRechtsprechung und UrteileSteuernSoftware und SystemeMarketing
Mehr Prüfungen, mehr Überblick: Warum 2026 zur Chance für Gastronomie und Hotellerie wird

Digitalisierung darf kein Mehraufwand oder Selbstzweck sein. Man muss klare Ziele formulieren und diese konsequent umsetzen. Allerdings warne ich vor Insellösungen, also individuellen Software-Lösungen für einzelne Themen. Das führt zu erheblichem Mehraufwand und birgt Fehlerquellen. Aus meiner Sicht sind integrierte Lösungen mit modularem Aufbau die einzige Chance für Unternehmer, von der Digitalisierung langfristig zu profitieren. Je besser die Integration mit Lieferanten und Gästen, desto weniger Aufwand entsteht für die Datenpflege, denn diese kommen dann über die Produktkataloge oder die Eingaben durch den Gast. Die Verbräuche werden mit der Buchung in der Kasse erfasst und Aufzeichnungen z. B. der Kühltemperaturen erfolgen ebenfalls über das automatisierte Auslesen der Daten. Ein integriertes System bringt nur diese Daten in Verbindung und ermöglicht so jedem Gastronomen auch ohne IT-Kenntnisse einen schnellen Überblick über seinen Betrieb.

Themen in diesem Artikel
ManagementInterview
StockSnap, Pixabay
Branche und Trends

Hunger auf Stammgäste: Wie digitale Kundenbindung die Gastronomie verändert

Steigende Kosten, knappes Personal, verschärfter Wettbewerb – und trotzdem sollen die Tische voll und die Gäste treu bleiben? Ein neuer Branchenreport zeigt: Wer seine Gäste digital bindet, gewinnt nicht nur mehr Umsatz, sondern echte Verbundenheit. Doch Vorsicht: Pauschale Angebote reichen längst nicht mehr. Was Gäste heute wirklich erwarten und warum das Smartphone den Stempelpass ablöst.

NakNakNak, Pixabay
Branche und Trends

Branchenverbände gegen Tierhaltungskennzeichnung: Wenn Bürokratie Tierwohl verhindert

Die Bundesregierung plant, die Tierhaltungskennzeichnung auf Restaurants, Kantinen und verarbeitete Lebensmittel auszuweiten. Acht Branchenverbände von der Systemgastronomie bis zum Bäckerhandwerk laufen dagegen Sturm. Ihr Argument: Die Reform belastet Betriebe mit Millionenkosten und bürokratischem Aufwand – ohne dass mehr Tierwohl entsteht. Im Gegenteil: Sie könnte sogar dazu führen, dass Gastronomen auf schlechtere Haltungsformen umsteigen.

ZfP Reichenau; Meiko
Allgemeine Haustechnik

Modernes Spül- und Restesystem für einen Betrieb im Wandel

Im Zentrum für Psychiatrie Reichenau werden täglich 800 Mahlzeiten für Patienten und Mitarbeitende zubereitet. Als die alte Spülanlage den Geist aufgab, entschied sich die Klinik nicht einfach für Ersatz – sondern für einen grundsätzlichen Neuanfang. Warum ein funktionierender Spülraum in einer psychiatrischen Einrichtung zum Schlüsselfaktor wird und wie moderne Technik den Arbeitsalltag eines ganzen Teams verändert hat.

Weitere Artikel zum Thema

Poster POS, Unsplash
Arbeitsschutz, Kassennachschau, Online-Bewertungen: Was wie drei getrennte Baustellen wirkt, folgt 2026 einem gemeinsamen Prinzip. Betriebe müssen jederzeit belegen können, was sie wissen, was sie tun und wer wofür verantwortlich ist. Digitale Dokumentation wird damit vom[...]
Poster POS, Unsplash
Läkkerai
Fachkräftemangel, ungelernte Aushilfen, mehrsprachige Teams – und mittendrin ein Küchenchef, der alle Rezepte im Kopf trägt. Was passiert, wenn er kündigt? Eine wachsende Zahl an Profi-Küchen setzt deshalb auf digitales Küchenmanagement. Ein Blick auf einen[...]
Läkkerai
StockSnap, Pixabay
Steigende Kosten, knappes Personal, verschärfter Wettbewerb – und trotzdem sollen die Tische voll und die Gäste treu bleiben? Ein neuer Branchenreport zeigt: Wer seine Gäste digital bindet, gewinnt nicht nur mehr Umsatz, sondern echte Verbundenheit.[...]
StockSnap, Pixabay
NakNakNak, Pixabay
Die Bundesregierung plant, die Tierhaltungskennzeichnung auf Restaurants, Kantinen und verarbeitete Lebensmittel auszuweiten. Acht Branchenverbände von der Systemgastronomie bis zum Bäckerhandwerk laufen dagegen Sturm. Ihr Argument: Die Reform belastet Betriebe mit Millionenkosten und bürokratischem Aufwand –[...]
NakNakNak, Pixabay
RATIONAL
Gastronomie- und Hotelküchen kämpfen mit massivem Personalmangel, explodierenden Energiekosten und steigenden Nachhaltigkeitsanforderungen – während Gäste gleichzeitig höchste Qualität erwarten. Wie gehen Profis weltweit damit um? Und welche Strategien versprechen wirklich Entlastung? Eine internationale Studie mit[...]
RATIONAL
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.