Anzeige
Anzeige

Die Meldepflicht zu elektronischen Kassensystemen verzögert sich weiter

Obwohl Sie den Einsatz von elektronischen Registrierkassen sowie PC-Kassen eigentlich bereits seit dem 1. Januar 2020 dem Finanzamt melden müssen, gibt es hierbei weiterhin Verzögerungen. Es fehlt nicht nur der amtliche Vordruck zur Meldung, sondern auch die erforderliche elektronische Meldungsmöglichkeit. Betrachtet man die aktuelle Lage, wird sich dieser Umstand wohl auch nicht so schnell verändern. Lars Rinkewitz, Steuerberater und Diplom-Kaufmann, gibt Auskunft über die aktuelle Lage.
Lars Rinkewitz
Anzeige

TSE-Pflicht

Das „Kassengesetz“ will vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen schützen. Es ist dazu am 22. Dezember 2016 § 146a Abgabenordnung (AO) zu genau diesem Zweck eingeführt worden. Dadurch sind Sie seit dem 1. Januar 2020 dazu verpflichtet, den Einsatz Ihrer elektronischen Kassensysteme durch eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung (TSE) zu schützen. Daneben wurde auch die Belegausgabeverpflichtung ab dem 1. Januar 2020 eingeführt. Aber es gab daneben noch eine weitere sehr wichtige Neuerung.

Weitere Verpflichtung – Meldepflicht

Der Einsatz von elektronischen Kassensystemen ist der Finanzverwaltung gegenüber auf einem amtlichen Vordruck seit dem 1. Januar 2020 anzuzeigen. Sobald Sie ein elektronisches Kassensystem in Gebrauch nehmen, haben Sie einen Monat Zeit zur Meldung. Auch ältere Systeme, die also vor dem 1. Januar 2020 in Nutzung standen, hätten gemeldet werden müssen. Außerbetriebnahmen gemeldeter Kassensysteme sind auch zu melden.

Warum müssen Sie aber aktuell noch nicht tätig werden, obwohl die Bestimmung es so vorsieht? Es existiert kein amtlicher Vordruck. Die Finanzverwaltung will dafür eine elektronische Meldemöglichkeit schaffen. Diese gibt es aber noch überhaupt nicht. Formlose Meldungen per Brief oder E-Mail können nicht verarbeitet werden und sind deshalb auch vollkommen überflüssig. Also warten wir weiter ab.

Notwendige Details der Kassenmeldung

  1. Name des/der Steuerpflichtigen
  2. Steuernummer des/der Steuerpflichtigen
  3. Art der zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung
  4. Art des verwendeten elektronischen Aufzeichnungssystems
  5. Anzahl der verwendeten elektronischen Aufzeichnungssysteme
  6. Seriennummer des verwendeten elektronischen Aufzeichnungssystems
  7. Datum der Anschaffung des verwendeten elektronischen Aufzeichnungssystems
  8. Datum der Außerbetriebnahme des verwendeten elektronischen Aufzeichnungssystems

Meldung laut Finanzverwaltung Mecklenburg-Vorpommern erst ab September 2023 möglich. Mit Schreiben vom 18. August 2020 gab das BMF eine Nichtbeanstandungsregelung bekannt. Solange keine elektronische Meldemöglichkeit vorliegt, gilt diese Nichtbeanstandungsregelung. Sobald die Finanzverwaltung eine Möglichkeit geschaffen hat und diese im Bundessteuerblatt I offiziell bekannt geben wird, müssen Sie erst aktiv werden. Bis dahin sehen Sie bitte von sonstigen schriftlichen Erklärungen ab. Diese Dokumente können nicht verarbeitet werden und sind somit vergebene Liebesmüh. Auch könnte eine solche formlose Meldung keine spätere Pflicht erfüllen.

Nach einer internen Auskunft der Finanzverwaltung in Mecklenburg-Vorpommern wird eine elektronische Übermittlungsmöglichkeit wohl erst im September 2023 möglich sein.

Persönliche Meinung zur Meldepflicht elektronischer Registrierkassen

Derzeit heißt es warten. Solange die Finanzverwaltung keinen amtlichen Vordruck und eine elektronische Meldemöglichkeit geschaffen hat, können Sie eh nichts unternehmen. Um später Ihren Aufwand gering zu halten, können Sie allerdings schon alle erforderlichen Daten und Unterlagen zusammensuchen. Dann können Sie die Meldungen – gemeinsam mit Ihrem Steuerberater oder Ihrer Steuerberaterin – schnell und hoffentlich einfach vornehmen.

Zur Webseite von ECOVIS

Über den Autor

Lars Rinkewitz ist Steuerberater und Diplom-Kaufmann. Seine Expertise setzt er bei ECOVIS KSO Treuhand & Steuerberatung ein.

Weitere Artikel zum Thema

igetnow
Das Problem ist immer das Gleiche: Zu Stoßzeiten ist es schwierig, allen Gästen gleichzeitig gerecht zu werden. Erst neue Gäste bedienen oder doch besser den winkenden Gast abkassieren? Igetnow verspricht Erleichterung, glückliche Kunden und entspanntes[...]
Barish Baur | iStockphoto
Anbieter von Urlaubsquartieren trotzen der Pandemie und blicken zuversichtlich auf das Sommergeschäft, denn die Sehnsucht nach Urlaub ist groß und die Inzidenzen sinken. SumUp, ein weltweit führender Finanztechnologie-Anbieter im Bereich digitaler Zahlungen, hat ausgewählte Händler[...]
gastronovi
Einen Gutschein für einen Besuch der Lieblings-Bar oder für einen Abend im kleinen italienischen Restaurant um die Ecke: Längst sind die einlösbaren Geschenke, egal zu welchem Anlass, zu Klassikern geworden und werden immer[...]
Mobile Payment wird in Zukunft die Bargeldzahlung verdrängen.Gastronovi
Das bargeldlose Bezahlen ist bereits seit vielen Jahrzehnten üblich. In Supermärkten, an der Tankstelle, in Hotels und in Boutiquen ist es seit Langem möglich, mit der Kredit- oder der Debitkarte zu bezahlen. Auch in Bars[...]
flyerwerk | Pixabay
Das Restaurant „Heat" in Hamburg ist der erste Gastronomiebetrieb, der das Bargeld in Zukunft vollständig hinter sich lässt. Seit kurzer Zeit nimmt die Pizzeria ausschließlich bargeldlose Zahlungsmittel an und spart dadurch laut eigenen Angaben insgesamt[...]
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.