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Ladeinfrastruktur im Gastgewerbe – kurz erklärt

tomazl - iStockphoto.com

Die Norweger sind schon weiter. Die Chinesen auch. In manchen Regionen und Ländern auf dieser Welt spielt die Elektromobilität – das Fahren mit Strom – eine größere Rolle als in Deutschland. Der Druck, auch und gerade auf die deutschen Autobauer, die CO2-Grenzwerte ihrer „Flotten“ zu senken, wächst mit den gesetzlichen Vorgaben. Wer im Jahr 2021 den Flotten-Grenzwert von 95 Gramm überschreitet, sieht sich empfindlichen Strafen in Millionen- wenn nicht Milliardenhöhe ausgesetzt. Aus diesem Grund wird das Angebot und die Zahl mit Strom angetriebener Autos in den nächsten Monaten und Jahren steigen (müssen). VW hat gerade angekündigt, ein wahres Modellfeuerwerk in Sachen E-Mobilität abzufeuern. Die von der Bundesregierung vor Jahren angekündigte Zahl von einer Million Fahrzeugen in 2020 erscheint aus heutiger Sicht allerdings sehr ambitioniert.

Auch wenn noch Fragen offen sind…

Bis allerdings E-Fahrzeuge aus der Nische herausgefahren und zu einem flächendeckenden Phänomen geworden sein werden, müssen neben einem deutlich breiteren Angebot noch bestimmte Fragen beantwortet werden:

  • Werden E-Fahrzeuge im Vergleich zu normalen „Verbrennern“ künftig günstiger werden?
  • Wie lassen sich Reichweiten und Akkukapazitäten erhöhen
  • Wie lässt sich die Infrastruktur an Lademöglichkeiten verbessern?

…bieten sich schon jetzt Chancen für Hoteliers und Gastronomen

Was hat das mit dem Gastgewerbe zu tun? Ganz einfach: Für Hotellerie und Gastronomie bieten sich unter bestimmten Voraussetzungen gute Chancen, mit Service-Angeboten im Elektromobilitätsbereich bei ihren Gästen zu punkten. „Wir können gleichzeitig unseren Gästen einen neuen Service bieten, der sich aus ökologischem wie ökonomischem Eigennutz rechnen kann. Nachfragen seitens der Gäste zeigen uns, dass das Interesse an „Stromtankstellen“ in unseren Betrieben langsam, aber stetig wächst“, sagt Bernd Niemeier, Präsident des DEHOGA Nordrhein-Westfalen, der in der Garage seines Mindener Hotels selbst Ladesäulen für E-Mobilisten bereit hält. Jörg Heynkes, Inhaber der Eventlocation „VillaMedia“ in Wuppertal und Betreiber von sechs Ladestationen, geht noch einen Schritt weiter und meint nach jahrelanger Erfahrung mit dem Strom für Fahrzeuge: „Eigentlich muss heute jeder Hotelbetrieb und jede Gaststätte eine Lademöglichkeit haben. Ohne diese steht man sonst schnell auf der schwarzen Liste aller E-Mobilisten.“ Dass man mit einer eigenen E-Infrastruktur nicht nur bei Auto- sondern auch bei Fahrradfahrern punkten kann, berichtet Ullrich Langhoff vom Lippeschlösschen vor den Toren Wesels, dessen Zwei- oder Vierrad-Gäste bei Wildlachsfilet in Oliven-Kräuter-Öl seit mehreren Jahren nicht nur ihre Mägen, sondern auch ihre Akkus füllen können. 

Broschüre gibt wichtige Tipps

Wegen des hohen Entwicklungspotenzials im Gastgewerbe hat das Kompetenzzentrum ElektroMobilität NRW gemeinsam mit dem DEHOGA Nordrhein-Westfalen jetzt die Broschüre „Ladeinfrastruktur im Gastgewerbe – kurz erklärt“ herausgegeben, die als Download für alle interessierten Unternehmer zur Verfügung steht.

In ihr wird gezeigt,

  • Für wen sich eine eigene Ladeinfrastruktur lohnt
  • Welche Kosten auf Gastronom oder Hotelier zukommen und
  • Welche Fördermöglichkeiten bestehen.

Die Broschüre finden Sie hier.

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