Technik & Ambiente

Die professionelle Reinigung – Rechtsgrundlagen und Kennzeichnungspflichten

Ein klares Konzept für höchste Hygienestandards und Gästezufriedenheit – die folgenden Rechtsgrundlagen sollten Hoteliers und Gastronomen kennen.

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Die regelmäßige Reinigung und Pflege sanitärer Anlagen sowie der Arbeitsbereiche ist verpflichtend. Toilettenräume müssen beispielsweise täglich gereinigt werden, um dem Gast stets einen hygienischen Rückzugsort bieten zu können. Wie auch für den restlichen Bereich der Anlage sind hochwertige und überzeugende Reinigungsmittel notwendig. Zahlreiche Anbieter setzen dabei auf Umweltneutralität. Eine Übersicht lässt sich bei der DVG sowie dem VAH finden.

DVG und VAH – gelistete Reinigungsmittel

Die Abkürzung DVG steht für die Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft, die eine Übersicht im Bereich der geprüften Desinfektions- und Reinigungsmitteln angibt. Getestet werden die Reinigungsmittel direkt im jeweiligen Anwendungsbereich, wodurch jederzeit klare Aussagen zur Funktionalität und Wirksamkeit möglich sind. Eine ähnliche Struktur bietet auch der Verbund für Angewandte Hygiene, der die Entscheidung bei der Wahl von passenden Desinfektionsmitteln erleichtern soll. Die Liste besteht aus allen VAH-zertifizierten Mitteln. Über das Portal des Verbundes kann jeder kostenlos auf die VAH-Liste zugreifen und die entsprechenden Reinigungsmittel einsehen.

HACCP auch bei der Reinigung beachten

Durch die Wahl der passenden Reinigungsmittel ist bereits der Grundstein des Erfolgs gelegt. Dennoch gelten weitere Hygienestandards, die gesetzlich innerhalb der Lebensmittelhygieneverordnung sowie im Infektionsschutzgesetz festgelegt sind. Die HACCP Grundsätze zur Lebensmittelhygiene lassen sich dabei in die folgenden fünf Komponenten unterteilen:

  • Risiken und Gefahren für die Lebensmittelsicherheit müssen identifiziert werden.

  • Es müssen zentrale Kontroll- und Lenkungspunkte formuliert werden, durch die auftretende Gefahren abgeschwächt werden können.

  • Feste Grenzwerte sind für jeden Kontroll- oder Lenkungspunkt verpflichtend.

  • Es muss ein System zur Überwachung dieser Kontrollpunkte existieren.

  • Bei Feststellung von Problemen sind sofortige Korrekturmaßnahmen erforderlich.

Kennzeichnungspflicht zur rechtlichen Absicherung

Den Beginn eines derartigen Konzepts stellt in der Regel eine aussagekräftige Kennzeichnung dar. Durch diese können Gäste und Besucher jederzeit erkennen, an welchen Stellen Gefahren vorhanden sind und welches Verhalten in einer solchen Situation förderlich ist. Sollten während der Reinigung Gäste zu Schaden kommen, müssen Gastgeber ohne eine ausreichende Kennzeichnung für die entstandenen Schäden haften.  Es ist empfehlenswert, Reinigungen und Desinfektionen auf schwächere Geschäftszeiten zu legen, um möglichst wenige Gäste zu beeinträchtigen.

Aufwand bei der Reinigung minimieren

Eine genaue Planung umfasst dabei alle Reinigungsorte, die täglich oder wöchentlich überprüft werden müssen. Je nach Einsatzgebiet unterscheiden sich auch die Reinigungsmittel, da besonders beim Kontakt mit Lebensmitteln auf die Inhaltsstoffe der verwendeten Desinfektion geachtet werden sollte. Neben den Reinigungsschwerpunkten müssen zudem die Verantwortlichkeiten klar zugeteilt werden, damit stets eindeutig wird, wer für welche Aufgaben verantwortlich ist. Eine derartige Übersicht stellt zwar kein Muss dar, bereichert allerdings die Organisationsstruktur innerhalb jedes personalgesteuerten Betriebs, wobei eine nachvollziehbare Dokumentation bereits für Entlastung sorgen kann.

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