Suche

Die Speisekarte als Marketinginstrument

Der Erfolg eines Restaurants ist natürlich von vielen Faktoren abhängig. Eine gute Küche, ein vernünftiges Preis-/Leistungsverhältnis, ein effizienter und sympathischer Service, ein angenehmes und stimmungsvolles Ambiente und natürlich noch Vieles mehr. Aber wer hat sich eigentlich in diesem Zusammenhang schon einmal Gedanken über die Gestaltung der Speisekarte gemacht?

Mit einer ansprechend gestalteten Speisekarte werden die Gäste überzeugt.congerdesign | Pixabay.decongerdesign | Pixabay.de

Dabei bietet die Speisekarte durchaus eine Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten, die den Umsatz und damit den Erfolg eines Restaurants positiv beeinflussen können. Um diese Möglichkeiten für das eigene Lokal bestmöglich nutzen zu können, sollte man sich über die Gestaltung durchaus ein paar Gedanken machen.

Design und Gestaltung der Speisekarte

Im schlimmsten Fall zeigt sich eine Speisekarte als nüchterne und langweilige Auflistung der Angebote ohne jeglichen Esprit, ohne Struktur zusammengewürfelt und in im klassischen Mehrspaltenformat gestaltet. Schlimmstenfalls noch mit einem schlechten Kopierer vervielfältigt. Zum Glück sind diese Exemplare heute nur noch selten zu finden. Ansprechende und durchdachte Speisekarten, die durchaus als Umsatzbooster fungieren können, allerdings genauso.

Partner aus dem HORECA Scout

Eine gut gestaltete Speisekarte kann durchaus inspirieren, den Appetit anregen und Lust auf „mehr“ machen oder auch darauf, einmal etwas Neues auszuprobieren. Dabei darf sie aber nicht zu kompliziert werden und den Gast nicht mit dem Angebot überfordern. Im Gegenteil – sie sollte dem Gast die Wahl erleichtern und dabei auch für den Gastgeber eine möglichst optimale Auswahl im geschäftlichen Sinne zum Ergebnis haben. Wie schafft kann dieses Ziel erreicht werden?

Zunächst einmal sollten Gäste nicht mit einer zu großen Auswahl an Gerichten überfordert werden. Eine übersichtliche, variantenreiche und attraktive Auswahl ist erst einmal die Basis für ein gelungenes Angebot. Als gute Expertenerfahrung hat sich herauskristallisiert, dass 7 Angebote pro Gang (7 Vorspeisen, 7 Hauptgerichte etc.) einen optimalen Kompromiss für die Variantenvielfalt darstellen, die den Gast weder mit zu wenig Auswahl enttäuschen als auch nicht mit einem zu umfangreichen Angebot überfordern.

Das Speisenangebot sollte auch in einer physisch nicht zu großen Speisekarte dargestellt werden, die im Idealfall auch während des gesamten Besuches am Tisch platziert bleiben kann. Dies bietet die Möglichkeit für den Gast, im Laufe eines gelungenen Besuches wieder darauf zuzugreifen und im Idealfall noch etwas nachzubestellen. Auch gut sichtbare Tafeln im Lokal und Tischaufsteller mit den besten Angeboten unterstützen Zusatzbestellungen im Laufe des Besuches.

Lesen Sie auch
Recht und ComplianceRechtsprechung und Urteile
Gekündigt und sofort krank: Warum Arbeitgeber mit Misstrauen allein nicht weiterkommen

Jedes Speiselokal hat sogenannte „Stars“ bei den Gerichten und auch bei den Getränken. Diese sind jene Angebote, die sowohl besonders beliebt sind und häufig bestellt werden als auch gleichzeitig besonders ertragreich sind. Es gilt also, diese Angebote zu identifizieren und dann in der Speisekarte besonders hervorzuheben. Hier helfen die Kassenauswertungen und die Wareneinsatz- und Ertragsrechnung für einzelne Angebote.

In der Speisekarte sollten diese an prominenter Stelle platziert und betont werden. Dies kann durch grafische Elemente wie z. B. das Einfügen von besonders hervorgehobenen Angeboten in einem Rahmen oder einer farblichen Hervorhebung dargestellt werden. Am besten an prominenter Stelle – diese ist nach Expertenauswertungen in der aufgeschlagenen Karte optimal oben rechts platziert.

Themen in diesem Artikel
MarketingDruckereienMarketingSpeisekarten

Die optimale Beschreibung des Angebotes in den Texten der Speisekarte

Die Beschreibung des Angebotes soll den Gast anregen, neugierig machen und die angebotenen Speisen und Getränke besonders attraktiv und appetitfördernd darstellen. Eine durchaus blumige, emotionale aber dennoch präzise Beschreibung ist deshalb förderlich für die attraktive Präsentation des Angebotes.

Dies kann schon in den Zwischenüberschriften beherzigt werden, indem beispielsweise statt „Fleischgerichte“ schon auf die Besonderheiten hingewiesen und durch „Lokale Spezialitäten vom heimischen Bio-Schwein und Angus-Rind“ ersetzt wird. Auch vermittelt eine ausführliche Beschreibung der einzelnen Gerichte eine besondere Wertigkeit der Speisen. Es sollte deshalb nicht an Detailbeschreibungen der Kompositionen gespart und so auch den Beilagen entsprechend Würdigung in der Karte entgegenbracht werden. Besondere Zubereitungsarten lassen sich auch hervorragend in einfügen, so z. B. „im hauseigenen Holzofen zubereitet“, „aus dem hauseigenen Kräutergarten“ etc.. Auch nachhaltige Attribute, wie der „Klimateller“ können die Speisekarte interessant werden lassen.

Auch saisonale Sonderkarten, die den jahreszeitlichen Besonderheiten der Region Rechnung tragen, unterstützen die Hochwertigkeit der Küche und vermitteln Frische und Kompetenz. Hinweise zu Allergenen sollten über dezente Fußnoten sichtbar sein.

Lesen Sie auch
Recht und ComplianceVersicherungen und RisikomanagementMobilität und Logistik
Sicherheitstipp Wegeunfälle: BGN unterstützt Betriebe mit konkreten Tools

Die optimale Preisgestaltung in der Speisekarte

Gute Speisekarten setzen die Wertigkeit der Speisen in den Vordergrund und lassen die Preise dabei etwas in den Hintergrund treten. Dies wird erreicht, indem auf die exponierte extra Preisspalte verzichtet wird und der Preis unten an die Beschreibung dezent anschließt. Auch sollten Preise nicht durch einen extra großen oder gefetteten Schriftsatz hervorgehoben werden.
Der Verzicht auf das €-Zeichen ist auch psychologisch sinnvoll, so kann man den Preis z.B. als 8,80 darstellen und in einer Fußnote darauf hinweisen, dass sich alle Preise in Euro verstehen.

Auch die Platzierung ertragsstarker Angebote in der Mitte eines Angebotssegmentes ist sinnvoll. Aus der Psychologie lässt sich ableiten, dass der Mensch beim Vergleichen gerne den oberen und unteren Rand aus verschiedenen Angeboten taxiert um sich dann für ein mittleres Segment zu entscheiden. Es bietet sich deshalb an, die „Stars“ der Küche dort zu platzieren.

Die Speisekarte ist also ein wichtiges Werbeinstrument eines jeden Gastronomiebetriebes und kann die Umsatz – und Ertragslage durchaus positiv beeinflussen. Damit die guten Marketinginstrumente auch optimal wirken können, muss auch der physischen Ausführung der Speisekarte genug Aufmerksamkeit geschenkt werden. Passend zum generellen Stil des Restaurants oder Betriebes sollte sie bestenfalls das Image positiv unterstützen und dementsprechend stilistisch gestaltet sein. Wichtig sind ein anspruchsvolles und ansprechendes Layout, welches in einem professionellen Druck hochwertig vervielfältigt wird.

Canva
Recht und Compliance

Gekündigt und sofort krank: Warum Arbeitgeber mit Misstrauen allein nicht weiterkommen

Ein Mitarbeiter kündigt und wird prompt krank – die Krankschreibung endet passgenau vor dem Resturlaub. Viele Arbeitgeber kennen dieses Muster und sind versucht, die Lohnfortzahlung zu streichen. Doch Vorsicht: Ein aktuelles Urteil zeigt, wie schnell der Verdacht allein zur teuren Falle wird. Wann reicht ein auffälliges Timing aus, um die Krankschreibung anzuzweifeln? Und was müssen Gastgeber konkret in der Hand haben, bevor sie handeln?

Steuerberatungsgesellschaft Schnitzler & Partner
Finanzen und Controlling

Kauf einer Unternehmensimmobilie: Neue Chancen bei der Kaufpreisaufteilung

Die aktuelle Rechtsprechung erweitert den Spielraum bei der Bewertung von Grund und Boden und kann – richtig genutzt – zu höheren Abschreibungsvolumen führen. Eine professionelle Beratung zur Kaufpreisaufteilung kann bei größeren Immobilienerwerben erhebliche Steuervorteile erschließen. Zugleich sollte der Aufwand in einem angemessenen Verhältnis zum erwartbaren Effekt stehen.

Vernetzte Fallen wie die von Rentokil monitoren etwaige Schadnageraktivitäten rund um die Uhr. © Rentokil Initial
Recht und Compliance

Rodentizid-Verbot: Warum Gastronomiebetriebe ihre Schädlingsprävention jetzt umstellen müssen

Die Schädlingsbekämpfung steht vor einem Paradigmenwechsel: Ab Mitte 2026 dürfen Giftköder gegen Nagetiere nur noch bei akutem Befall eingesetzt werden. Die bisher übliche vorbeugende Dauerbeköderung wird verboten. Für Hotels und Gastronomiebetriebe bedeutet das: Wer seine Präventionskonzepte nicht rechtzeitig anpasst, riskiert rechtliche Konsequenzen und gefährdet Hygienezertifikate.

Kemal Üres
Führung, Management und Leadership

Neue Folge „Kemal Rettet“: Wenn Leidenschaft nicht mehr reicht

70 Stunden in der Woche – für vier Euro netto. Kann ein Café überleben, wenn die Inhaberin alles gibt, aber die Zahlen gegen sie arbeiten? Kemal Üres zeigt in Braunschweig, wo selbst bei zufriedenen Gästen die Gefahr lauert – und warum Herzblut allein keine Miete zahlt.

NESTO; Pawel Czerwinski, Pexels
Arbeitszeit, Dienstplan, und Schichtplanung

KI-gestützte Personalverwaltung: Wie Sprachsteuerung den HR-Alltag in der Gastronomie revolutioniert

Die Nesto Software GmbH präsentiert auf der INTERNORGA 2026 eine KI-gestützte Automatisierungslösung, die Personalverantwortlichen in Gastronomie und Hotellerie zeitaufwändige Routinearbeiten abnimmt. Das System NORA beantwortet HR-Anfragen per Spracheingabe und automatisiert wiederkehrende Verwaltungsprozesse. Was bedeutet das für Betriebe, die täglich mit Schichtplänen, Saisonverträgen und Compliance-Vorgaben jonglieren?

Weitere Artikel zum Thema

DIRS21; FWStudio, Pexels
Der Wernauer Technologieanbieter DIRS21 hat auf der ITB Berlin zwei neue Module vorgestellt, die Hotels helfen sollen, sämtliche Flächen und Services digital buchbar zu machen. Mit DIRS21 Mice und DIRS21 Plus werden Tagungsräume und Zusatzleistungen[...]
DIRS21; FWStudio, Pexels
Provinz Belluno, in der mit Cortina d'Ampezzo einer der zentralen Austragungsorte liegt; Francesco_Foti, Pixabay
Lohnen sich internationale Sportevents für lokale Gastronomiebetriebe wirklich? Eine aktuelle Datenanalyse des Finanztechnologie-Unternehmens SumUp zu den italienischen Austragungsorten der diesjährigen Winterspiele liefert eindeutige Zahlen: Restaurants, Hotels und Bars verzeichneten während der Veranstaltung deutliche Umsatzsteigerungen –[...]
Provinz Belluno, in der mit Cortina d'Ampezzo einer der zentralen Austragungsorte liegt; Francesco_Foti, Pixabay
Anfang.Team
Buchungsmaschinen und Channel-Manager laufen – doch echten Mehrwert schaffen Hotels erst, wenn die Unternehmensführung digitale Prozesse aktiv steuert statt zu delegieren. Ohne strategische Preisgestaltung und koordinierte Kampagnenplanung verpufft selbst die beste Technologie. Welche Tools sich[...]
Anfang.Team
LionTaste
Die Gastronomie erfindet sich neu – zwischen Ghost Kitchens und Creator-Events, zwischen Effizienz und Emotion. Lisa Marie Noack und Johannes Reichenbach von LionTaste zeigen, welche fünf Kräfte die Branche gerade radikal umformen. Ihre These: Wer[...]
LionTaste
Trustlocal
Für gastgewerbliche Betriebe sind positive Rezensionen ein Türöffner – negative können existenzbedrohend werden. Doch wie ernst ist die Lage wirklich? Und ab wann wird aus einem Reputationsrisiko ein handfestes Geschäftsproblem? Eine aktuelle Branchenumfrage zeigt: Die[...]
Trustlocal
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.