Markenidentität schaffen

Gastfreundliches Interieurdesign

Mit dem ersten Blick in einen Raum fällt meist schon die Entscheidung darüber, ob es sich dabei um eine Wohlfühlumgebung oder einen ungemütlichen Ort handelt. In der Gastronomie zählt die optische Wahrnehmung für die Gäste genau so viel wie Komfort, Geruch, Gehör und Geschmack – es gilt also ein stimmiges Gestaltungskonzept zu erarbeiten, das alle Sinne positiv beeinflusst. Doch worauf muss das Gastgewerbe achten, um die eigene Markenidentität auch erfolgreich in die Räumlichkeiten zu übersetzen?

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Wie sehen die ersten Schritte eines stimmigen Raumkonzepts aus?

Beim Entwurf eines Gestaltungskonzepts muss zuallererst das sogenannte Corporate Design identifiziert werden. Während Franchisesysteme Farbgebung, Möbelauswahl, Displays und Dekoration strikt vorgeben, kann sich das eigenständige Gastgewerbe weitaus freier im Design bewegen und entwickeln. Hierbei müssen verantwortliche Gastronomen zunächst die Entscheidung darüber treffen, ob an einer altbewährten Markenidentität festgehalten werden soll oder ob es Zeit ist, einen anderen Weg einzuschlagen, der bestehende Werte gestalterisch neu auslegt. In jedem Fall gilt es den gastronomischen Schwerpunkt zu identifizieren und Alleinstellungsmerkmale herauszuarbeiten, wie die kulinarische Raffinesse, außergewöhnliche Schnelligkeit im Lieferdienst oder individuelle Unterhaltungsangebote. Des Weiteren müssen Bedürfnisse der Gäste frühzeitig Beachtung im Konzept finden. Für die Gestaltung bedeutet dies etwa, dass die Kunden von heute eher klare Strukturen, gut erkennbare Produkte und Angebote sowie eine möglichst hohe Transparenz in der Zubereitung von Speisen und Getränken bevorzugen. Entscheidend für den Markenerfolg ist letztlich auch die Identifikation des gesamten Teams mit den Werten. Eine gute Markenführung wird demnach von der Geschäftsleitung vorgelebt, von den Angestellten umgesetzt und in den Räumen dargestellt.

Welche Gestaltungsaspekte erzeugen ein angenehmes Ambiente?

Gastronomen generieren Stammgäste und Weiterempfehlungen, wenn sich Gäste in ihrem Restaurant gut aufgehoben fühlen. Eine Zusammenstellung von wohlgewählten Möbeln, Dekorationselementen, Wandfarben und Beleuchtung ermöglicht es, in jedem Raum eine besondere, angenehme Atmosphäre zu kreieren. Hierbei kommt es allerdings darauf an, ob etwa eine kosmopolitische Umgebung für ruhige Unterhaltungen gut situierter Menschen konzipiert wird oder ob Familien in einem Lokal mit gutbürgerlicher Küche gemeinsam verweilen sollen. Von ästhetischer Seite her verleihen edle Materialien der Interieur-Oberflächen sowie indirekte Beleuchtung einem Raum ein qualitativ anspruchsvolles Design. Auch ein eher schlicht gehaltener Raum kann mit einem gezielt eingesetzten Eye-Catcher wie einem ausdrucksvollen Bild oder einer ausgefallenen Wandgestaltung interessanter werden. Es sollte stets klar sein, dass sich alle Farben, Formen und Materialien auf die Emotionen der Gäste auswirken und ihr Wohlbefinden beeinflussen. Da Gastronomen zwar weitreichende Kenntnisse und Fähigkeiten beim Anrichten ihrer Teller, in der Regel aber weniger beim Einrichten von Räumen haben, lohnt sich stets die Zusammenarbeit mit einem Experten für Raumkonzeption wie etwa der Figo GmbH, die Restaurantbesitzer mit ihrer Erfahrung und Kreativität bei der Entwicklung des Konzeptes passend zur kulinarischen Ausrichtung unterstützt.

Wie viel Platz benötigen Gäste und Personal?

Egal welche Art von Gaststätte geführt wird, ein gutes Raumkonzept beginnt bereits im Eingangsbereich. An dieser Stelle sollte stets genügend Platz eingeplant werden, sodass bestenfalls ein offener, weiter Blick in das Lokal, auf einen Wartebereich oder auch eine Bar möglich ist. Zu kleine, enge und dunkle Eingänge vermitteln Gästen schnell einen beklemmenden Eindruck, statt sie willkommen zu heißen. Für den Gastraum selbst bedarf es einer gut durchdachten Tischanordnung mit ausreichend Platz für die Gäste selbst sowie für das bedienende Personal. In Restaurants bieten Tische mit einer Tiefe von 80 Zentimetern die notwendige Bequemlichkeit für sich gegenübersitzende Personen, in Cafés genügen durchaus auch zehn Zentimeter weniger. Um die Gäste mit hinreichend Bewegungsfreiraum bedienen zu können, sollten Tische etwa 1,5 Meter voneinander entfernt stehen. Allerdings sollte der Gastraum so flexibel gestaltet sein, dass auch die Anordnung größerer Tischruppen möglich ist. Ein harmonisches Zusammenspiel aus sowohl belebten als auch ruhigen Bereichen gibt dem Raumgefüge eine interessante Note. Die Auswahl der Materialien hat hier einen großen Einfluss auf die Raumakustik und somit die gesamte Atmosphäre.

Inwiefern beeinflussen rechtliche Auflagen die Raumgestaltung?

Nicht jeder Gestaltungswunsch lässt sich ohne Weiteres umsetzen. Im Gastgewerbe gelten verschiedene zwingend einzuhaltende Anforderungen an Brandschutz, Fluchtwege, Belüftung, sanitäre Anlagen sowie baurechtliche Abstimmungen mit den Behörden. So bedarf es bei offenen Küchen, bei denen Gäste die Zubereitung der Speisen live mitverfolgen können, der Einhaltung ganz spezieller Auflagen. Adäquate Belüftung, Abstand zu offenem Feuer und Hitze sowie Spritzschutz gehören etwa zu den nötigen Anforderungen. Auch genügend Platz zum Anrichten und Abstellen der Speisen sowie eine strukturierte Geräteabfolge ist wichtig, um mehrere Gerichte zeitgleich fertigstellen zu können und unnötige Wartezeiten zu vermeiden. Offene Küchen sollten zudem mit genügend Stauraum versehen sein, um die Arbeitsfläche möglichst sauber und aufgeräumt zu halten. Besonders entscheidend sind allerdings die brandschutztechnischen Anforderungen, denn auch kleine Umbau- oder Sanierungsmaßnahmen erfordern unter Umständen eine Erneuerung des Brandschutzkonzeptes. Für Aspekte wie Materialauswahl, Feuerwiderstandsfähigkeit der Bauteile, Rettungswege, Trennung der Räumlichkeiten sowie Brandmeldeanlagen ist entsprechende Expertise nötig, um die Sicherheit von Angestellten und Gästen stets zu gewährleisten.

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