Suche

Alle 104 Spiele, drei WM-Kanäle, ein Frühstücksclub: So zeigen Telekom und Sky die Fußball-WM 2026

Wenn die WM um drei Uhr morgens anpfeift: Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika stellt das deutsche Publikum vor eine ungewohnte Frage: Wie schaut man eigentlich gemeinsam, wenn die Spiele mitten in der Nacht laufen? Telekom und Sky haben darauf jetzt eine gemeinsame Antwort gefunden – mit allen 104 Spielen in der Gastronomie, drei eigenen WM-Kanälen und einem „Breakfast Club“ für die frühen Stunden.

Luciano Oliveira, UnsplashLuciano Oliveira, Unsplash

Drei Uhr morgens, irgendwann im Juni: Aus Guadalajara läuft Mexiko gegen Südkorea, und wer das in Deutschland sehen will, sitzt mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit allein auf der Couch. Vielleicht mit einer Tüte Chips, vielleicht schon halb eingeschlafen, garantiert nicht in der vollen Kneipe um die Ecke. Das ist das strukturelle Problem dieser Weltmeisterschaft, das sich auch mit dem klügsten Vertrag nicht wegverhandeln lässt: Wenn in Nordamerika angepfiffen wird, schläft Europa. Die Bilder von 2006, die fremden Menschen, die nach dem ersten Tor zu Freunden wurden – die wird es 2026 nur an wenigen Abenden geben.

Genau an diesen wenigen Abenden hängt jetzt eine Vereinbarung, die die Deutsche Telekom und Sky am Mittwoch geschlossen haben. Sie heilt das Zeitproblem nicht. Aber sie sorgt zumindest dafür, dass die Partien zu halbwegs menschlichen Stunden – Frankreich gegen Senegal um 21 Uhr, Niederlande gegen Japan um 22 Uhr, das deutsche Auftaktspiel – auch dort laufen, wo Fußball seine eigentliche Magie entfaltet: nicht zu Hause, sondern unter Leuten.

Ein Pakt unter ehemaligen Rivalen

Die Telekom hält sämtliche 104 WM-Spiele, aber sie hat keinen Draht in die deutsche Gastronomie. Sky hat den Draht seit Jahrzehnten, aber die Rechte sind weg. Statt nebeneinander her zu verlieren, klinkt sich MagentaTV nun in die Sky-Business-Plattform ein. Gastronomiebetriebe mit Sky-Receiver bekommen drei eigens geschaltete WM-Kanäle der Telekom ohne Aufpreis dazu. Wer keinen Sky-Vertrag hat, kann einen befristeten „Gastro-Pass" buchen. Die FIFA-Lizenzen, ohne die rechtlich nichts läuft, gibt es im selben Paket.

Partner aus dem HORECA Scout

Die Pointe dieses Deals steckt in den Logos. Sky hat in den vergangenen Jahren eine Niederlage nach der anderen einstecken müssen: Champions League weg, Teile der Bundesliga weg, jetzt die WM bei der Telekom. Und ausgerechnet der Konkurrent, der die Spiele weggeschnappt hat, ist nun derjenige, der das Geschäft mit Bars, Hotels und Public-Viewing-Veranstaltern rettet. Für Sky ist das ein bitterer Pragmatismus – aber besser, fremde Ware zu verkaufen, als die eigene Infrastruktur leer laufen zu lassen.

44 Spiele nur bei MagentaTV – und ein Frühstücksclub

Für die Zuschauer zu Hause bleibt die Rechnung dieselbe wie bei der EM 2024: ARD und ZDF zeigen 60 Spiele, die Telekom alle. Wer keine Partie verpassen will, kommt am MagentaTV-Abo nicht vorbei. Die 44 Exklusivspiele haben es teilweise in sich – Niederlande gegen Japan, Frankreich gegen Senegal, Schottland gegen Brasilien. Dazu drei Achtelfinals, zwei Viertelfinals, das Spiel um Platz drei. Auch die komplette Vorrunde der Türkei läuft nur bei der Telekom, was in den türkischen Cafés zwischen Berlin-Neukölln und Duisburg-Marxloh nicht unbemerkt bleiben dürfte.

Lesen Sie auch
Gastro, Recht und GewerbeRecht und ComplianceArbeitszeit, Dienstplan, und SchichtplanungGehalt, Benefits und AltersversorgungManagement
Saisonarbeit im Gastgewerbe: Die rechtlichen Fallstricke bei kurzfristiger Beschäftigung

Bleibt das Zeitzonenproblem. Die Telekom versucht es mit einem schlauen Trick aufzufangen: Ab dem 11. Juni läuft täglich ein „Breakfast Club" aus dem WM-Studio, frei empfangbar, mit Micky Beisenherz als Erklärer für müde Zuschauer. Wer um sechs Uhr morgens das Nachtspiel verpasst hat, soll wenigstens beim Kaffee noch das Gefühl bekommen, dabei zu sein. Die deutschen Spiele kommentiert Wolff Fuss, im Expertenkreis sitzen Thomas Müller, Jürgen Klopp, Mats Hummels und Tabea Kemme, moderiert wird unter anderem von Johannes B. Kerner und Laura Wontorra.

Themen in diesem Artikel
Software und SystemeMarketing

Ob daraus noch einmal ein Sommermärchen wird, entscheiden am Ende nicht Verträge zwischen Konzernen und auch nicht der Sendeplan. Sondern elf Spieler auf einem Platz, irgendwo zwischen Vancouver und Miami. Telekom und Sky haben immerhin dafür gesorgt, dass es nicht an der Übertragung scheitert. Den Rest muss diesmal der Wecker richten.

Mehr Informationen

Roberta Fele
Finanzen und Controlling

Wenn der Betrieb nicht mehr zu retten ist: Eine Gastronomin über Insolvenz und Neuanfang

Corona, ausbleibende Hilfen, steigende Kosten und wachsende Schulden: Federica Fele führte ein Event- und Cateringunternehmen und übernahm kurz vor der Pandemie ein historisches Gasthaus. Am Ende stand die Insolvenz. Ihr Erfahrungsbericht zeigt, warum der Schritt nicht nur ein Ende sein muss – und warum Betriebe Warnsignale früher ernst nehmen sollten.

ProFina Deutschland GmbH
Datenschutz

Mehr digitale Prozesse, mehr Risiken: Warum Cyberversicherungen für Gastronomiebetriebe immer wichtiger werden

Ein Kassensystem, das mitten im Wochenendgeschäft ausfällt, verlorene Reservierungsdaten, abgegriffene Gästeinformationen: Cyberangriffe treffen längst nicht mehr nur Großkonzerne. Auch kleine Restaurants, Cafés und Hotels rücken ins Visier der Kriminellen – oft ohne eigene IT-Abteilung im Rücken. Welche Absicherung dann wirklich hilft.

Pexels
Nachhaltigkeit und Umweltschutz

Altöl: Abfall oder Rohstoff? Vom Küchenrest zur Ressource

Dunkel, zäh, scheinbar wertlos – und doch ein begehrter Rohstoff für Biodiesel und Flugtreibstoff. Warum die Zukunft von gebrauchtem Speisefett in der Hotelküche entschieden wird und wie neun Betriebe zeigen, dass weniger Abfall keine Frage des Verzichts ist.

Weitere Artikel zum Thema

ProFina Deutschland GmbH
Ein Kassensystem, das mitten im Wochenendgeschäft ausfällt, verlorene Reservierungsdaten, abgegriffene Gästeinformationen: Cyberangriffe treffen längst nicht mehr nur Großkonzerne. Auch kleine Restaurants, Cafés und Hotels rücken ins Visier der Kriminellen – oft ohne eigene IT-Abteilung im[...]
ProFina Deutschland GmbH
Helena Lopes, Pexels
Seit Anfang 2025 ist die Meldescheinpflicht für deutsche Gäste abgeschafft. In der Praxis füllen Hotelgäste den Zettel trotzdem weiter aus. Die Hessische Staatskanzlei hat den DEHOGA jetzt gebeten, die Betriebe noch einmal daran zu erinnern.[...]
Helena Lopes, Pexels
SpotOn POS, Pexels
Die verpflichtende elektronische Rechnung verunsichert viele Betriebe im Gastgewerbe – vor allem kleinere Häuser ohne eigene IT-Abteilung. Ein neuer Konverter verspricht jetzt Abhilfe: PDF-Rechnungen lassen sich damit in wenigen Sekunden in gesetzeskonforme E-Rechnungs-Formate umwandeln. Das[...]
SpotOn POS, Pexels
MICE Portal
Wer glaubt, Digitalisierung im Veranstaltungsmanagement beginne mit Künstlicher Intelligenz, denkt womöglich zu kurz. Rund 70 Fachleute aus Unternehmen, Hotellerie und Technologie fragten am Starnberger See, welche organisatorischen Weichen wirklich über den Erfolg entscheiden – und[...]
MICE Portal
Access Hospitality
Reisende starten ihre Hotelsuche heute auf TikTok, Instagram oder bei KI-Diensten wie Perplexity – nicht mehr nur bei Google. Was bedeutet das für Häuser, die künftig noch gefunden und gebucht werden wollen? Zwischen Stammdatenpflege, Bewertungsmanagement[...]
Access Hospitality
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.