Wandbeläge

Die Tapete, die den Lärm reduziert

Das Problem kennen viele Gastronomen: Ist der Laden voll, ist es laut. Menschen unterhalten sich und lachen, Geschirr und Besteck klappern, Stühle werden gerückt. Fehlen dann Schallschlucker im Raum, kann die Akustik für die Gäste schnell unangenehm werden – nicht konkret messbar aber subjektiv wahrnehmbar.

© Vitrulan Textile Glass GmbH

Genau für diese Fälle hat das oberfränkische Unternehmen Vitrulan eine Lösung entwickelt: „Systexx Active“ heißt die Tapeten-Serie, die unter anderem den Lärmpegel deutlich reduziert. Alexis Karipidis, Inhaber des Restaurants Plaka in Bayreuth, ist einer der ersten, bei denen die neue Akustik-Tapete angebracht wurde. Für ihn die einzige Lösung, die er machen konnte. Denn es war laut in seinem stets gut besuchten Lokal: Fliesenboden, Holztische, glatte Wände, wenig Bilder und Dekoration. Das ist sein Stil, so will er es. Aber da ist dann eben auch nichts, was den Schall schlucken könnte. „Es war nicht die Qualität, die wir uns vorstellen“, sagt er.

Qualität im Service und auf dem Teller sind für ihn wichtig, aber auch das Drumherum muss stimmen. „Und da geht es um Kleinigkeiten, damit sich der Gast wohlfühlt.“ Viel hat er überlegt: Tücher an den Wänden, Löcher in der Decke, mehr Pflanzen, mehr Bilder. Das alles entsprach aber nicht seinen Vorstellungen. Der Kontakt zu Vitrulan kam da genau zum richtigen Zeitpunkt.

200 Quadratmeter der neuen Akustik-Tapete hat er an fast allen freien Wänden in seinem Lokal, das über 150 Gästen Platz bietet, angebracht. Und er ist begeistert. „Der Unterschied ist deutlich spürbar“, sagt er und spricht von rund 30 Prozent weniger Lärm. Das ist sicherlich ein subjektiver Wert, aber der Aufenthalt in seinem Lokal ist jetzt wesentlich angenehmer, man kann sich besser unterhalten. Und was fast noch wichtiger ist: Die Gäste bleiben auch mal ein bisschen länger sitzen, trinken noch etwas und genießen die Atmosphäre.

Glasfaser-Struktur und Vlies

Das Geheimnis der Akustik-Tapete, die es mit zwei verschiedenen Oberflächenmustern gibt, ist auf den ersten Blick nicht erkennbar. „Das Know-how steckt im Vlies hinter der Glasfaser-Oberfläche“, sagt Lars Jentzen, Marketingleiter von Vitrulan. Eineinhalb Jahre hat das Unternehmen, das aus der Herstellung von Glasgewebe kommt und unter anderem technische Gewebe und robuste Wanddekorationen für Räume mit hohen Belastungen und Anforderungen, beispielsweise in Krankenhäusern, herstellt, entwickelt. Das Vlies ist drei Millimeter dick und schluckt durch die eingeschlossene Luft den Schall. Das wirkt wie ein Schalldämpfer und nimmt vor allem die hohen Töne aus dem Schall. Deshalb ist es auch schwer, konkrete Werte für die Schalldämpfung zu ermitteln. Aber Untersuchungen in Testräumen und einem Labor haben ähnliche Werte ergeben, die auch Alexis Karipidis subjektiv spürt. Die Tapete entspricht der Schallemissionsklasse E – und das bei gerade einmal drei Millimetern Dicke. „Uns war wichtig, dass die Funktion der Wand voll erhalten bleibt“, betont Jentzen. Bilder sollen weiterhin halten, der Raum nicht zu sehr eingeschränkt werden. Auch an die Verarbeitung wurde gedacht: Fugen sind nicht sichtbar, gebogene Wände können problemlos tapeziert werden.

Brandschutz

Trotz des Vlieses erfüllt die Tapete die höchste Brandklasse, die für Tapeten derzeit möglich ist. Das bedeutet: Sie ist schwer entflammbar, entwickelt im Brandfall nahezu keinen Rauch und tropft nicht ab. Gerade in öffentlich zugänglichen Räumen spielt der Brandschutz eine immer wichtigere Rolle.
Neben dem akustischen hat die Tapete auch noch einen thermischen Effekt. Sie hält die Wärme länger im Raum und sorgt für ein angenehmes Raumklima. Bis zu vier Mal schneller steigt die Raumwärme an, Alexis Karipidis hat schon nach kurzer Zeit festgestellt, dass er die Heizung viel früher zurückdrehen kann. Bei den Kosten kommt es natürlich auf den jeweiligen Maler an, der die Tapete an die Wand bringt. Grob kalkuliert sind die Kosten im Vergleich zu einer einfachen Rauhfasertapete etwa dreimal so hoch. Aber was bedeutet das schon, wenn die Gäste sich wohlfühlen und länger bleiben.

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