Suche

Kartenzahlungen essentiell für Unternehmenserfolg kleiner Händler

Um den Bedürfnissen der Konsumenten gerecht zu werden und wichtige Geschäftsabläufe effizient zu gestalten, setzen kleine Gewerbetreibende stärker denn je auf bargeldlose Zahlungen. Bargeldzahlungen werden damit immer unbedeutender für kleine Händler. Finanztechnologie-Unternehmens SumUp zur Entwicklung des bargeldlosen Bezahlens.

Karolina Grabowska, PexelsKarolina Grabowska, Pexels

Eine exklusive Analyse* des Finanztechnologie-Unternehmen SumUp zeigt, dass die Entwicklung der Kartenzahlungen branchenübergreifend von Oktober 2021 zu Oktober 2023 zugelegt hat. Im Oktober 2023 konnten Händler über Kartenzahlungen ein Umsatzwachstum von durchschnittlich 24 Prozent im Vergleich zu Oktober 2021 verbuchen. Die durchschnittliche Anzahl der Transaktionen nahm dabei in diesen zwei Jahren, von Oktober 2021 zu Oktober 2023, um fast 44 Prozent zu. Eine Analyse der jährlichen Entwicklungen zeigt, dass von Oktober 2021 zu Oktober 2022 ein stärkerer Anstieg (24,6 Prozent) verzeichnet werden konnte als im darauffolgenden Vergleichszeitraum von Oktober 2022 zu Oktober 2023 (Zunahme um 15,4 Prozent).

Die Etablierung von Kartenzahlungen zeigt sich auch bei der Höhe des Zahlbetrages. Während die Transaktionen von Jahr zu Jahr zunehmen, sinkt der Betrag, der mit Karte gezahlt wird von Oktober 2021 zu Oktober 2023 um 13,4 Prozent. Bei den deutschen Konsumenten wird die Karte somit nachweislich immer regelmäßiger auch für Kleinstbeträge eingesetzt.

Blick auf die Branchen: Gastronomie hat besonders stark zugelegt

Im direkten Vergleich der Branchen zeigt sich: Bargeldlose Bezahllösungen sind besonders in der Gastronomie verbreitet. So konnten von Oktober 2021 zu Oktober 2023 41 Prozent mehr durchschnittliche Kartenzahlungen verzeichnet werden. Zugleich verbuchten die Gastronomen durchschnittlich einen um 29 Prozent höheren Umsatz. Auch die Beauty- und Friseurbranche, in der sich von 2021 zu 2023 bei den Transaktionen ein Anstieg um 23,1 Prozent zeigt, hat sich in den letzten zwei Jahren deutlich digitaler aufgestellt. Ebenso wie der Einzelhandel und die Handwerker bzw. Unternehmen aus dem handwerklichen Bereich integrierten sie verstärkt digitale Bezahllösungen in den Geschäftsbetrieb und konnten ein Umsatzplus von 21,1 Prozent verzeichnen. Im Einzelhandel zeigt sich ein Anstieg der Transaktionen von 39,1 Prozent und ein Umsatzplus um 17,6 Prozent. Bei den Handwerkern sieht es ähnlich aus: Mit einer Zunahme an elektronischen Zahlungen um 30,9 Prozent und einem Umsatzwachstum von 17,8 Prozent im Vergleich zu vor zwei Jahren hat die Branche einen großen Schritt in Richtung digitaler Bezahllösungen getätigt.

Partner aus dem HORECA Scout

Kontaktlose Zahlungen boomen

Statt PIN-Eingabe oder mit Unterschrift den Kauf abzuschließen, bevorzugen es viele Konsumenten mittlerweile, die Karte einfach kurz ans Terminal zu halten. Die Analyse von SumUp belegt, dass kontaktlose Zahlungen in den letzten zwei Jahren enorm zugelegt haben. Mittlerweile erfolgen 89 Prozent aller Transaktionen kontaktlos. Besonders von Oktober 2021 zu Oktober 2022 gibt es hier einen deutlichen Zuwachs um 48,7 Prozent. Auch in der nachfolgenden Zeitspanne von 2022 zu 2023 legen die kontaktlosen Zahlungen noch einmal um 26,9 Prozent zu. Parallel dazu sinkt die PIN-Abfrage kontinuierlich (-39,2 Prozent).

Lesen Sie auch
Künstliche Intelligenz, KI und AutomationSoftware und SystemeMarketingRevenuemanagement
Hotelsuche im Wandel: Wie KI und Social Media den Weg zur Buchung verändern

Bundesländer holen auf

Noch immer hält sich die Annahme, dass im Stadt-Land-Vergleich Kartenzahlungen vor allem in Großstädten anzutreffen sind. Doch ein Blick auf die Entwicklung in den Bundesländern zeigt, dass viele ländlich geprägte Bundesländer aufgeholt haben. Mit einem Zuwachs von knapp 64 Prozent weist Sachsen im Zeitraum 2021 zu 2023 den stärksten Anstieg auf. Sächsische Gewerbetreibende konnten damit im direkten Vergleich zu vor zwei Jahren ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 40,4 Prozent erzielen. Hessen liegt mit 61,9 Prozent mehr Transaktionen und einem Umsatzplus von 32,5 Prozent nur knapp dahinter. Aber auch kleine Händler in Brandenburg profitieren von digitalen Bezahllösungen: So nahmen die durchschnittlichen Transaktionen dort um 60,7 Prozent, der Umsatz um 19,2 Prozent zu.

Themen in diesem Artikel
Software und Systemebargeldloses Bezahlen

Zuwachs der durchschnittlichen Transaktionen pro Händler nach Bundesland (Stand: Oktober 2023)

  • Sachsen 63,7 Prozent
  • Hessen 61,9 Prozent
  • Brandenburg 60,7 Prozent
  • Bremen 55,4 Prozent
  • Nordrhein-Westfalen 48,8 Prozent
  • Bayern 47,1 Prozent
  • Baden-Württemberg 46,2 Prozent
  • Sachsen-Anhalt 45,4 Prozent
  • Berlin 40,9 Prozent
  • Thüringen 38,8 Prozent
  • Schleswig-Holstein 35,9 Prozent
  • Niedersachsen 32,2 Prozent
  • Hamburg 29,5 Prozent
  • Rheinland-Pfalz 28,2 Prozent
  • Mecklenburg-Vorpommern 20,7 Prozent
  • Saarland -3,4 Prozent

„Kartenzahlungen gehören für Konsumenten wie auch für Händler zum Alltag – für letztere sind sie eine kostengünstige, sichere und in der Abrechnung einfachere Alternative zu Barzahlungen. Es ist erfreulich zu sehen, dass der Trend hin zu mehr Digitalisierung im Zahlungsbereich immer breitere Akzeptanz auch in Deutschland findet. Davon profitieren am Ende vor allem auch die Konsumenten, denen so immer flexiblere Zahlungsoptionen geboten werden”, so Michael Schrezenmaier, CEO Europa bei SumUp.

*SumUp hat von Oktober 2021 bis Oktober 2023 anonymisierte Transaktionen innerhalb Deutschlands in den Bereichen Gastronomie, Beauty, Handwerker, Einzelhandel und Bekleidung analysiert.

Lesen Sie auch
AußengastronomieBranche und TrendsMarketing
Hunde willkommen, Kinder draußen: Wie Restaurants Hausregeln sauber kommunizieren
Access Hospitality
Künstliche Intelligenz, KI und Automation

Hotelsuche im Wandel: Wie KI und Social Media den Weg zur Buchung verändern

Reisende starten ihre Hotelsuche heute auf TikTok, Instagram oder bei KI-Diensten wie Perplexity – nicht mehr nur bei Google. Was bedeutet das für Häuser, die künftig noch gefunden und gebucht werden wollen? Zwischen Stammdatenpflege, Bewertungsmanagement und Social-Media-Strategie entscheidet sich, wer in den neuen Antwortmaschinen auftaucht – und wer unsichtbar bleibt.

Vitaly Gariev, Pexels
Branche und Trends

Was Fußballfans rund um die WM bestellen – und was das für Betriebe zeigt

Während der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 hat ein großer Lieferdienst erstmals ausgewertet, was deutsche Fans vor und nach Spielen bestellen. Das Ergebnis überrascht: Die stärksten Zuwächse finden sich nicht bei Bier und Pizza, sondern bei Partydekoration und Einweggeschirr. Die Daten zeigen, wie sehr Fußball-Großereignisse zum gemeinsamen sozialen Ritual geworden sind – mit klaren Mustern bei Vorbereitung und Verarbeitung.

Weitere Artikel zum Thema

Access Hospitality
Reisende starten ihre Hotelsuche heute auf TikTok, Instagram oder bei KI-Diensten wie Perplexity – nicht mehr nur bei Google. Was bedeutet das für Häuser, die künftig noch gefunden und gebucht werden wollen? Zwischen Stammdatenpflege, Bewertungsmanagement[...]
Access Hospitality
Vitaly Gariev, Unsplash
Schluss mit Screenshots und Formularen: Die Radisson Hotel Group ersetzt den klassischen Bestpreis-Prozess durch einen KI-gestützten Preisabgleich, der günstigere Angebote externer Plattformen automatisch auf den eigenen Buchungskanal überträgt. Was das für Preistransparenz, Direktbuchungen und die[...]
Vitaly Gariev, Unsplash
IHM, Julian Hartwig
Am 16. und 17. September 2026 verwandelt sich das MOC München zum zentralen Treffpunkt der unabhängigen Hotellerie. Über 160 Aussteller zeigen auf der Independent Hotel Show Munich, wie Design, durchdachte Ausstattung und smarte Technologie zusammenspielen[...]
IHM, Julian Hartwig
reputativ GmbH
Bei der Suche nach Restaurants, Cafés oder Hotels in der Nähe fragen Gäste mittlerweile neben Google auch KI-Systeme wie ChatGPT. Deren Antworten basieren unter anderem auf öffentlich zugänglichen Unternehmensdaten. Ein gepflegtes Google Unternehmensprofil spielt hier[...]
reputativ GmbH
Steuern mit System GmbH
Digitale Lösungen sind im Gastgewerbe längst betriebliche Notwendigkeit. Doch viele Hotels, Restaurants und Freizeitbetriebe nutzen die steuerlichen Möglichkeiten rund um Software, Cloud-Systeme oder digitale Infrastruktur noch unvollständig. Die Folge: Sofort abzugsfähige Ausgaben werden unnötig aktiviert,[...]
Steuern mit System GmbH
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.