Suche

SumUp-Analyse – Olympia zahlt sich aus

  • Internationale Sportgroßveranstaltungen steigern die Umsätze in Gastronomie und Hotellerie messbar – bargeldlose Zahlungen nahmen in italienischen Austragungsorten um bis zu 124 Prozent zu
  • Kleinere Destinationen abseits etablierter Tourismuszentren profitieren überproportional von den Besucherströmen – deutlich stärker als klassische Metropolen
  • Gastronomiebetriebe sollten sich gezielt auf Events in ihrer Region vorbereiten: Zahlungssysteme optimieren, Personal aufstocken und Angebote auf internationale Gäste ausrichten

Provinz Belluno, in der mit Cortina d'Ampezzo einer der zentralen Austragungsorte liegt; Francesco_Foti, PixabayProvinz Belluno, in der mit Cortina d'Ampezzo einer der zentralen Austragungsorte liegt; Francesco_Foti, Pixabay

Klare Zahlen: Gastronomie und Hotellerie mit zweistelligem Wachstum

Die Auswertung anonymisierter Transaktionsdaten von 5.000 Tourismus- und Gastronomiebetrieben in sechs norditalienischen Provinzen zeigt ein eindeutiges Bild: Während der Winterspiele stiegen die bargeldlosen Zahlungen in Italien im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres um 15 Prozent.

Die Gastronomie erwies sich dabei als klarer Gewinner. Bars und Clubs verzeichneten ein Plus von 21,4 Prozent bei digitalen Zahlungen, Cafés und Restaurants legten um 12,2 Prozent zu. Diese Zahlen belegen, was viele Gastronomen vermuten: Internationale Sportveranstaltungen bringen nicht nur Aufmerksamkeit, sondern handfeste wirtschaftliche Impulse.

Partner aus dem HORECA Scout

Der durchschnittliche Bezahlbetrag in den untersuchten Regionen lag bei 30 Euro – ein Wert, der zeigt, dass Besucher bereit sind, für gastronomische Angebote Geld auszugeben, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

Belluno schlägt Mailand: Warum kleinere Destinationen überproportional profitieren

Die regionalen Unterschiede offenbaren ein überraschendes Muster. Die Provinz Belluno, in der mit Cortina d'Ampezzo einer der zentralen Austragungsorte liegt, verzeichnete bei internationalen bargeldlosen Zahlungen ein Wachstum von 60 Prozent. Insgesamt nahmen die digitalen Transaktionen in der Region um 65,6 Prozent zu.

Lesen Sie auch
Recht und ComplianceRechtsprechung und UrteileSteuernSoftware und SystemeMarketing
Mehr Prüfungen, mehr Überblick: Warum 2026 zur Chance für Gastronomie und Hotellerie wird

Die einzelnen Branchen profitierten unterschiedlich stark: Unterkünfte verbuchten ein Plus von 124 Prozent, Bars wuchsen um 108,9 Prozent, Restaurants um 46,2 Prozent. Selbst Supermärkte konnten mit einem Zuwachs von 55,6 Prozent rechnen. Anbieter touristischer Dienstleistungen steigerten ihre Transaktionen um 84,7 Prozent.

Im direkten Vergleich zeigt sich: Etablierte Tourismuszentren wie Mailand und Verona, die üblicherweise hohe Besucherzahlen aufweisen, wuchsen deutlich moderater. Mailand verzeichnete ein Plus von 9,4 Prozent, Verona von lediglich 4,4 Prozent. Der Grund: Regionen, die außerhalb von Großveranstaltungen geringere Besucherfrequenzen haben, verbuchen durch das zusätzliche Publikum überproportionale Wachstumsimpulse.

Themen in diesem Artikel
Finanzen und ControllingBranche und TrendsMarketingTourismusbargeldloses BezahlenKassensystemeMarketingSportUmsatzsteigerung

Was bedeutet das für deutsche Gastronomiebetriebe?

Die italienischen Zahlen liefern konkrete Anhaltspunkte für Betriebe in Deutschland – insbesondere vor dem Hintergrund möglicher künftiger Bewerbungen um internationale Sportevents. Drei Erkenntnisse stechen hervor:

Erstens: Die Infrastruktur für bargeldloses Bezahlen wird zum entscheidenden Faktor. Internationale Gäste erwarten reibungslose digitale Zahlungsmöglichkeiten. Betriebe, die hier technisch gut aufgestellt sind, können den Umsatz je Gast steigern.

Zweitens: Die Personalplanung sollte frühzeitig angepasst werden. Ein Wachstum von über 100 Prozent bei den Transaktionen – wie in Belluno bei Bars – bedeutet mehr als doppelt so viele Gäste. Ohne entsprechende Kapazitätserweiterungen drohen Qualitätsverluste und entgangene Umsätze.

Lesen Sie auch
Künstliche Intelligenz, KI und AutomationSoftware und SystemeRecruiting und Fachkräftemangel
Wenn das Kochwissen die Küche verlässt: Wie digitale Sous-Chefs Großküchen entlasten

Drittens: Kleinere Standorte abseits der Metropolen haben besonders viel Potenzial. Während Großstädte bereits hohe Grundfrequenzen aufweisen, können Betriebe in weniger frequentierten Regionen ihre Umsätze vervielfachen, wenn sie Austragungsorte in ihrer Nähe gezielt nutzen.

Vorbereitung ist entscheidend: Von der Analyse zur Umsetzung

Der wirtschaftliche Effekt internationaler Sportveranstaltungen tritt nicht automatisch ein. Betriebe müssen sich aktiv darauf vorbereiten. Das beginnt bei der technischen Ausstattung: Moderne Kassensysteme, die mehrere Zahlungsarten akzeptieren und auch bei hohem Andrang stabil laufen, sind Grundvoraussetzung.

Ebenso wichtig ist die Angebotsgestaltung. Die italienischen Daten zeigen, dass nicht nur direkt anliegende Gastronomiebetriebe profitieren, sondern auch Supermärkte und touristische Anbieter. Ein durchdachtes Gesamtangebot – vom Frühstück über Lunchpakete bis zu speziellen Menüs für internationale Gäste – kann die Wertschöpfung je Besucher deutlich erhöhen.

Die Herausforderung liegt in der zeitlichen Begrenzung: Sportevents dauern meist nur wenige Wochen. Investitionen in Personal und Infrastruktur müssen sich in diesem kurzen Zeitfenster amortisieren. Hier hilft eine nüchterne Kalkulation: Bei einer Verdopplung der Gästezahl und gleichbleibenden Margen kann selbst eine temporäre Personalaufstockung wirtschaftlich sinnvoll sein.

Fazit

Die Datenanalyse aus Italien liefert einen seltenen Einblick in die messbaren wirtschaftlichen Effekte internationaler Sportgroßveranstaltungen. Die Zahlen sind eindeutig: Gastronomie und Hotellerie profitieren erheblich – vorausgesetzt, sie sind vorbereitet.

Für deutsche Betriebe bedeutet das: Sobald absehbar ist, dass ein internationales Event in erreichbarer Nähe stattfindet, sollte die strategische Planung beginnen. Die italienischen Beispiele zeigen, dass gerade Betriebe in kleineren Destinationen enorme Wachstumschancen haben. Wer frühzeitig in Zahlungssysteme investiert, Personalkapazitäten aufbaut und sein Angebot auf internationale Gäste ausrichtet, kann von zweistelligen oder gar dreistelligen Umsatzsteigerungen profitieren.

Die Frage ist nicht, ob sich Sportevents für die lokale Wirtschaft lohnen – sondern wie gut Betriebe sich darauf vorbereiten.

StockSnap, Pixabay
Branche und Trends

Hunger auf Stammgäste: Wie digitale Kundenbindung die Gastronomie verändert

Steigende Kosten, knappes Personal, verschärfter Wettbewerb – und trotzdem sollen die Tische voll und die Gäste treu bleiben? Ein neuer Branchenreport zeigt: Wer seine Gäste digital bindet, gewinnt nicht nur mehr Umsatz, sondern echte Verbundenheit. Doch Vorsicht: Pauschale Angebote reichen längst nicht mehr. Was Gäste heute wirklich erwarten und warum das Smartphone den Stempelpass ablöst.

NakNakNak, Pixabay
Branche und Trends

Branchenverbände gegen Tierhaltungskennzeichnung: Wenn Bürokratie Tierwohl verhindert

Die Bundesregierung plant, die Tierhaltungskennzeichnung auf Restaurants, Kantinen und verarbeitete Lebensmittel auszuweiten. Acht Branchenverbände von der Systemgastronomie bis zum Bäckerhandwerk laufen dagegen Sturm. Ihr Argument: Die Reform belastet Betriebe mit Millionenkosten und bürokratischem Aufwand – ohne dass mehr Tierwohl entsteht. Im Gegenteil: Sie könnte sogar dazu führen, dass Gastronomen auf schlechtere Haltungsformen umsteigen.

ZfP Reichenau; Meiko
Allgemeine Haustechnik

Modernes Spül- und Restesystem für einen Betrieb im Wandel

Im Zentrum für Psychiatrie Reichenau werden täglich 800 Mahlzeiten für Patienten und Mitarbeitende zubereitet. Als die alte Spülanlage den Geist aufgab, entschied sich die Klinik nicht einfach für Ersatz – sondern für einen grundsätzlichen Neuanfang. Warum ein funktionierender Spülraum in einer psychiatrischen Einrichtung zum Schlüsselfaktor wird und wie moderne Technik den Arbeitsalltag eines ganzen Teams verändert hat.

Weitere Artikel zum Thema

Poster POS, Unsplash
Arbeitsschutz, Kassennachschau, Online-Bewertungen: Was wie drei getrennte Baustellen wirkt, folgt 2026 einem gemeinsamen Prinzip. Betriebe müssen jederzeit belegen können, was sie wissen, was sie tun und wer wofür verantwortlich ist. Digitale Dokumentation wird damit vom[...]
Poster POS, Unsplash
StockSnap, Pixabay
Steigende Kosten, knappes Personal, verschärfter Wettbewerb – und trotzdem sollen die Tische voll und die Gäste treu bleiben? Ein neuer Branchenreport zeigt: Wer seine Gäste digital bindet, gewinnt nicht nur mehr Umsatz, sondern echte Verbundenheit.[...]
StockSnap, Pixabay
NakNakNak, Pixabay
Die Bundesregierung plant, die Tierhaltungskennzeichnung auf Restaurants, Kantinen und verarbeitete Lebensmittel auszuweiten. Acht Branchenverbände von der Systemgastronomie bis zum Bäckerhandwerk laufen dagegen Sturm. Ihr Argument: Die Reform belastet Betriebe mit Millionenkosten und bürokratischem Aufwand –[...]
NakNakNak, Pixabay
RATIONAL
Gastronomie- und Hotelküchen kämpfen mit massivem Personalmangel, explodierenden Energiekosten und steigenden Nachhaltigkeitsanforderungen – während Gäste gleichzeitig höchste Qualität erwarten. Wie gehen Profis weltweit damit um? Und welche Strategien versprechen wirklich Entlastung? Eine internationale Studie mit[...]
RATIONAL
Future Payments GmbH
Viele Gastronomen wissen nicht, welche Kosten ihr Kartenterminal wirklich verursacht. Gebührenmodelle sind komplex, Verträge unübersichtlich – und das Kleingedruckte kann monatlich mehrere hundert Euro Unterschied bedeuten. Spätestens mit einer möglichen Kartenzahlungspflicht wird dieses Thema zum[...]
Future Payments GmbH
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.