Suche

Wie Unternehmer ihren Ruhestand wirklich absichern

Hoteliers und Gastronomen sollten bei der Ruhestandsfinanzierung auf professionelle Investmentlösungen und eine langfristige Planung setzen und sich nicht allein auf den Unternehmenswert verlassen.

Haimo WassmerHaimo Wassmer

Warum ist für Unternehmer die Ruhestandsplanung besonders wichtig?

Unternehmer und ihre Unternehmen bilden im Mittelstand oftmals eine Einheit. Gesellschafter-Geschäftsführer unterwerfen sich völlig dem Erfolg ihres Unternehmens und setzen alle verfügbaren Ressourcen dafür ein. Das geht in der Praxis so weit, dass sie sich kaum Gehalt zahlen und auch den größten Teil der Gewinne im Unternehmen belassen, um diese direkt wieder zu reinvestieren. Mit dem Ziel, den Betrieb dauerhaft noch erfolgreicher zu machen. Das hat aber eben auch zur Folge, dass die eigene Versorgung im Alter häufig zu kurz kommt. Sie spekulieren häufig auf einen Unternehmensverkauf, der aber nicht eintreten muss. „Aufgrund des demographischen Wandels wird es künftig ein Überangebot an Unternehmen geben, die aufgrund Alters zum Verkauf stehen. Daher werden die Kaufpreise sinken, wenn das Unternehmen überhaupt verkäuflich ist“, warnt Vermögensmanager und Finanzanalytiker Haimo Wassmer aus Nettetal (Wassmer Wealth Management). „Daher müssen Unternehmer auch im Gastgewerbe dringend darauf achten, frühzeitig die Ruhestandsfinanzierung zu planen und die richtigen Schritte zu ergreifen. Sonst kommt das böse Erwachen in Form einer eklatanten Einkommenslücke. Gerade in Zeiten sinkender gesetzlicher Rentenzahlungen, hoher Kapitalmarktvolatilität, niedriger Zinsen für Sparer und hohen Kosten bei Versicherungsprodukten ist der zusätzliche private Vermögensaufbau unabdingbar, um finanzielle Freiheit und Unabhängigkeit zu wahren und sich im Vergleich zum Arbeitsleben nicht deutlich einschränken zu müssen“

Welche Bedeutung hat der Faktor Zeit?

Angehende Ruheständler sollten laut einer Studie das Zehnfache ihres Bruttojahreseinkommens angespart haben, um den gewohnten Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Anders gesagt: Dafür wäre es nötig, rund 21 Prozent des Bruttoeinkommens des gesamten Erwerbslebens zurückzulegen. Es ist natürlich leichter, eine hohe Summe in 30 Jahren zu sparen als in 15 Jahren. Der Zinseszinseffekt und die lange Ansparzeit machen den Unterschied. Das bedeutet: „Jedes Jahr, das ein Unternehmer früher mit der Altersvorsorge beginnt, spielt ihm in die Karten, denn er hat mehr Zeit, das gewünschte Kapital bereitzustellen. Vor allem ist aber wichtig, überhaupt die eigene Situation zu kennen. Denn viele Unternehmen haben keinen echten Überblick über ihre Finanzen und wissen demnach nicht, wie hoch der Bedarf wirklich ist und welche Schritte die richtigen sind“, sagt Haimo Wassmer.

Partner aus dem HORECA Scout

Welche Fragen sind dabei wichtig?

Um die Ist-Situation zu ermitteln, sollten Hoteliers und Gastronomen gemeinsam mit einem versierten Berater unter anderem besprechen: Gibt es eine abbezahlte Immobilie? Welche Ausschüttungen aus dem Unternehmen? Erhält gegebenenfalls der Ehegatte eine gesetzliche oder private Rente und stehen weitere Vermögenswerte zur Verfügung? Und wie viel Geld brauche ich eigentlich zum Leben im Alter? „Das ist besonders wichtig. Wer beispielsweise 3000 Euro monatlich ausgeben möchte oder muss, kann leicht hochrechnen, wie hoch sein Kapitalbedarf ist. In zehn Jahren braucht er 360.000 Euro, in 20 Jahren 720.000 Euro – und wer überdurchschnittlich lange lebt, braucht Jahr für Jahr nochmals 36.000 Euro obendrauf. Wird das nicht professionell kalkuliert, kann es eng werden, zumal im Verhältnis zu den im obigen Beispiel mit dem jährlichen Unternehmereinkommen von 100.000 Euro. Im Vergleich dazu sind die 36.000 Euro jährliches Ruhestandseinkommen bescheiden kalkuliert.“

Lesen Sie auch
Recht und ComplianceRechtsprechung und Urteile
Gekündigt und sofort krank: Warum Arbeitgeber mit Misstrauen allein nicht weiterkommen

Wie finden Unternehmer den richtigen Ansatz im Vermögensmanagement für den Ruhestand?

Für Haimo Wassmer steht vor allem im Fokus: „Wir schalten Zufälle, Emotionen und das Prinzip Hoffnung durch unsere Software-basierte Lösung vollständig aus. Wir können sämtliche Szenarien direkt und individuell im System abbilden und erbringen damit regelmäßig den Nachweis, dass Mandanten durch ein geschicktes Liquiditätsmanagement mit 30 bis 50 Prozent weniger Aufwand ihr Ziel erreichen können. Aus dieser Diagnostik leitet sich dann ein sinnvolles Maßnahmenpaket ab.“ Haimo Wassmer setzt dafür den von seiner eigenen Software-Firma e:mendata entwickelten Liquiditätsmanager („LiquiMan“) ein. Unter Berücksichtigung der typischen Parameter „Rendite“, „Sicherheit“, „Konditionen“ und „Liquidität“ werden die Ergebnisse der Analyse unter Zuhilfenahme intelligenter steuerlicher Gestaltungsmöglichkeiten in konkrete Investmentlösungen übersetzt. Die vorhandenen Kapitalanlagen werden ausgehend von diesen Prämissen überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Themen in diesem Artikel
ManagementRuhestandRuhestandsfinanzierung

Welche Produkte stehen dabei im Vordergrund?

Das können Wertpapiere, Immobilien oder andere Sachwerte wie Solarstrom-Anlagen sein. Wichtig ist, dass sie laufende, also passive Einkünfte erwirtschaften und bestenfalls auch noch die Steuerlast reduzieren, indem Steuerzahlungen in Sachwerte transponiert werden. Erträge aus Sachwertanlagen werden dann wiederum für die Reinvestition in weitere Lösungen genutzt, um den Aufwand des Mandanten beim Vermögensaufbau maßgeblich zu reduzieren. Haimo Wassmer fasst zusammen: „In der Regel ist nicht die konkrete Höhe des Vermögens entscheidend, sondern die Ausschüttungspraxis, sodass zu jedem Zeitpunkt ausreichend Einkommen aus dem Vermögen verfügbar ist. Wenn Rendite, Inflation, Kosten und Steuern im Einklang stehen, kann die Altersversorgung deutlich aufwandsärmer sichergestellt werden.“

Canva
Recht und Compliance

Gekündigt und sofort krank: Warum Arbeitgeber mit Misstrauen allein nicht weiterkommen

Ein Mitarbeiter kündigt und wird prompt krank – die Krankschreibung endet passgenau vor dem Resturlaub. Viele Arbeitgeber kennen dieses Muster und sind versucht, die Lohnfortzahlung zu streichen. Doch Vorsicht: Ein aktuelles Urteil zeigt, wie schnell der Verdacht allein zur teuren Falle wird. Wann reicht ein auffälliges Timing aus, um die Krankschreibung anzuzweifeln? Und was müssen Gastgeber konkret in der Hand haben, bevor sie handeln?

Steuerberatungsgesellschaft Schnitzler & Partner
Finanzen und Controlling

Kauf einer Unternehmensimmobilie: Neue Chancen bei der Kaufpreisaufteilung

Die aktuelle Rechtsprechung erweitert den Spielraum bei der Bewertung von Grund und Boden und kann – richtig genutzt – zu höheren Abschreibungsvolumen führen. Eine professionelle Beratung zur Kaufpreisaufteilung kann bei größeren Immobilienerwerben erhebliche Steuervorteile erschließen. Zugleich sollte der Aufwand in einem angemessenen Verhältnis zum erwartbaren Effekt stehen.

Vernetzte Fallen wie die von Rentokil monitoren etwaige Schadnageraktivitäten rund um die Uhr. © Rentokil Initial
Recht und Compliance

Rodentizid-Verbot: Warum Gastronomiebetriebe ihre Schädlingsprävention jetzt umstellen müssen

Die Schädlingsbekämpfung steht vor einem Paradigmenwechsel: Ab Mitte 2026 dürfen Giftköder gegen Nagetiere nur noch bei akutem Befall eingesetzt werden. Die bisher übliche vorbeugende Dauerbeköderung wird verboten. Für Hotels und Gastronomiebetriebe bedeutet das: Wer seine Präventionskonzepte nicht rechtzeitig anpasst, riskiert rechtliche Konsequenzen und gefährdet Hygienezertifikate.

Kemal Üres
Führung, Management und Leadership

Neue Folge „Kemal Rettet“: Wenn Leidenschaft nicht mehr reicht

70 Stunden in der Woche – für vier Euro netto. Kann ein Café überleben, wenn die Inhaberin alles gibt, aber die Zahlen gegen sie arbeiten? Kemal Üres zeigt in Braunschweig, wo selbst bei zufriedenen Gästen die Gefahr lauert – und warum Herzblut allein keine Miete zahlt.

NESTO; Pawel Czerwinski, Pexels
Arbeitszeit, Dienstplan, und Schichtplanung

KI-gestützte Personalverwaltung: Wie Sprachsteuerung den HR-Alltag in der Gastronomie revolutioniert

Die Nesto Software GmbH präsentiert auf der INTERNORGA 2026 eine KI-gestützte Automatisierungslösung, die Personalverantwortlichen in Gastronomie und Hotellerie zeitaufwändige Routinearbeiten abnimmt. Das System NORA beantwortet HR-Anfragen per Spracheingabe und automatisiert wiederkehrende Verwaltungsprozesse. Was bedeutet das für Betriebe, die täglich mit Schichtplänen, Saisonverträgen und Compliance-Vorgaben jonglieren?

Weitere Artikel zum Thema

Dennis112, Pixabay
Wegeunfälle kosten Zeit und Geld – doch viele Betriebe glauben, sie könnten daran nichts ändern. Ein Irrtum: Mit den richtigen Werkzeugen lassen sich Mobilitätsrisiken systematisch senken. Die BGN zeigt, wie das funktioniert.[...]
Dennis112, Pixabay
Kemal Üres
70 Stunden in der Woche – für vier Euro netto. Kann ein Café überleben, wenn die Inhaberin alles gibt, aber die Zahlen gegen sie arbeiten? Kemal Üres zeigt in Braunschweig, wo selbst bei zufriedenen Gästen[...]
Kemal Üres
NESTO; Pawel Czerwinski, Pexels
Die Nesto Software GmbH präsentiert auf der INTERNORGA 2026 eine KI-gestützte Automatisierungslösung, die Personalverantwortlichen in Gastronomie und Hotellerie zeitaufwändige Routinearbeiten abnimmt. Das System NORA beantwortet HR-Anfragen per Spracheingabe und automatisiert wiederkehrende Verwaltungsprozesse. Was bedeutet das[...]
NESTO; Pawel Czerwinski, Pexels
Ideal Work
Hotels und Wellnessbetriebe sind Hochleistungsumgebungen. Wand und Boden stehen täglich unter extremer Beanspruchung – und müssen zugleich höchsten gestalterischen Ansprüchen genügen. Nur wenigen Hoteliers und Co ist bewusst, warum Oberflächen heute zu strategischen Entscheidungen in[...]
Ideal Work
DIRS21; FWStudio, Pexels
Der Wernauer Technologieanbieter DIRS21 hat auf der ITB Berlin zwei neue Module vorgestellt, die Hotels helfen sollen, sämtliche Flächen und Services digital buchbar zu machen. Mit DIRS21 Mice und DIRS21 Plus werden Tagungsräume und Zusatzleistungen[...]
DIRS21; FWStudio, Pexels
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.