Suche

Tech-Trends 2024: Das erwartet die Hotellerie im neuen Jahr

In einer dynamischen Zeit, in der sich die Technologielandschaft sowie die Erwartungen der Gäste rasant weiterentwickeln, steht im deutschen Gastgewerbe eines ganz besonders im Fokus: die digitale Gästereise. Hoteliers stehen vor der Herausforderung, diese so nahtlos und angenehm wie möglich zu gestalten – sowohl für die Gäste als auch für alle Mitarbeitenden. Doch wie kann das gelingen?

Patrick Tomasso, UnsplashPatrick Tomasso, Unsplash

Ein zentraler Punkt dabei ist die Datenübertragung und die Verknüpfung aller Touchpoints, sodass die Gäste bei der Reservierung und während ihres Aufenthalts an möglichst wenigen Stellen persönliche Daten eintragen müssen. Mithilfe technischer Lösungen sollten diese Daten vollständig von anderen Buchungskanälen übertragen werden, sodass auch Rechnungsadresse und Zahlungsmöglichkeiten direkt hinterlegt sind. So erhalten die Gäste ein konsistentes Erlebnis von der Buchung bis zum Check-out.

Doch wie so oft erfordert das, was einfach und reibungslos funktionieren soll, besonders viel Arbeit. Die neuesten Tools können alle kaufen. Stefan Schlachter, Director of Sales Europe beim Cloud-Hospitality-Lösungsanbieter Guestline, weiß, worauf dabei im kommenden Jahr besonders zu achten ist.

Alle Wege führen in die Cloud

„Hoteliers erkennen mehr und mehr das transformative Potenzial, das in der Einführung einer integrierten Plattform liegt, die ein Unternehmen nahtlos in ein zusammenhängendes Ökosystem überführt. Der Schlüssel liegt darin, ein einzigartiges Gästeprofil über alle Touchpoints hinweg zu erstellen, um ein einheitliches und personalisiertes Erlebnis zu ermöglichen. Die Umstellung auf Cloud-Technologien ermöglicht Hoteliers einen nahtlosen Datenfluss und fördert den Austausch von Informationen in Echtzeit.

Partner aus dem HORECA Scout

Eine Studie von Guestline in Zusammenarbeit mit PwC prognostiziert, dass bis 2026 mehr als 60 Prozent der deutschen Hoteliers auf Cloud-basierte Systeme umgestellt haben werden. Diese Entwicklung wird auch durch das wachsende Bewusstsein für den Bedarf an erhöhter Flexibilität, strengen Datenschutzmaßnahmen und deutlich reduzierten laufenden Betriebskosten vorangetrieben. Denn wie PwC herausgefunden hat, verzeichnen Hotelbetriebe, die Cloud-Technologien einsetzen, ein Umsatzwachstum von teils mehr als 15 Prozent. In einem Umfeld, in dem Flexibilität und Gästeorientierung an erster Stelle stehen, ist die Umstellung auf Cloud-Lösungen nicht nur ein technologischer Trend, sondern eine strategische Notwendigkeit für Hoteliers, die unvergleichliche Erlebnisse bieten und nachhaltiges Wachstum erzielen wollen.“

Automatisierung und Personalisierung der Gästekommunikation

„Um den Wünschen der Gäste zu entsprechen und sowohl die Zufriedenheit von Gästen und Personal als auch die betriebliche Effizienz zu steigern, werden Hoteliers das dank Cloud-Lösungen entstehende Potenzial zur Automatisierung im nächsten Jahr verstärkt nutzen. Automatisierte Kommunikationssysteme können Routineaufgaben wie den Versand von Buchungsbestätigungen und Rechnungen übernehmen, ohne dass manuelle Eingriffe erforderlich sind. So kann sich das Personal auf komplexere Aufgaben und individuelle Anfragen von Gästen konzentrieren. Auf Grundlage von Daten zu ihren Vorlieben und ihrem Reiseverhalten können Gäste personalisierte Empfehlungen zu zusätzlichen Dienstleistungen, Extras und Upgrades oder anderen Angebote erhalten. Das steigert nicht nur den Umsatz, sondern verbessert auch das Gästeerlebnis und erhöht die Zufriedenheit sowie die Gästebindung mit dem jeweiligen Betrieb. Auch maßgeschneiderte Nachrichten, die automatisch am An- und Abreisetag verschickt werden, können dazu beitragen.“

Lesen Sie auch
DatenschutzRecht und ComplianceSoftware und Systeme
Vermehrte Cyberangriffe: HSMA Deutschland veröffentlicht Cybersecurity-Leitfaden für Hotels

Kontaktlose Technologie und Self-Service werden neuer Standard

„Laut einer aktuellen Studie von HotelTechReport glauben 46 Prozent der Hoteliers, dass sich die Technologie für das Gästeerlebnis in den nächsten fünf Jahren am stärksten weiterentwickeln wird. Dabei werden auch kontaktlose Technologien immer wichtiger. Was während der Pandemie zur Notwendigkeit wurde, entspricht heute immer häufiger den Erwartungen vieler Gäste. Reisende wollen die Möglichkeit haben, selbst zu entscheiden, ob, wann und wie sie mit dem Hotelpersonal interagieren, und ihren Hotelaufenthalt selbst gestalten. Moderne Hotelbetriebe sollten daher Möglichkeiten für einen mobilen Check-in und -out bereitstellen – etwa über eigene Apps. Auch digitale Zimmerschlüssel und schlüssellose Zugangssysteme, die Gäste mit dem eigenen Smartphone nutzen können, wird man in den nächsten Jahren immer häufiger sehen. Kontaktlose Zahlungsoptionen beschleunigen Transaktionen und optimieren Abläufe – nicht nur für die Gäste, sondern auch für die Mitarbeitenden. Auch
Self-Service-Kioske, der digitale Meldeschein sowie Möglichkeiten, online bereits vor dem Reiseantritt individuelle Anpassungen am Zimmer vorzunehmen, geben Reisenden die gewünschte Entscheidungsfreiheit und Flexibilität. Währenddessen können die Mitarbeitenden ihren Fokus auf ihren hervorragenden Service am Gast legen.“

Themen in diesem Artikel
Cyber-SicherheitDigitale Gästereise

Fortschrittliche Maßnahmen für Datenschutz und Sicherheit

„Die Menschen sind sich im heutigen Zeitalter des Datenschutzes immer mehr darüber bewusst, wie wertvoll ihre persönlichen Daten sind, und werden dementsprechend immer zögerlicher, diese aus der Hand zu geben. Wenn sie einem Betrieb dieses Vertrauen entgegenbringen, dann wollen sie sich absolut sicher sein, dass ihre Daten dort geschützt und sicher sind. Daher ist es entscheidend, dass Hotelbetriebe Datenschutzbestimmungen einhalten und in die Implementierung von fortschrittlichen
Verschlüsselungstechnologien investieren. Ein verstärkter Fokus auf Cybersicherheit ist zwingend erforderlich, um das Vertrauen und die Zufriedenheit der Gäste nicht aufs Spiel zu setzen.“

ACCONSIS
Finanzen und Controlling

Warum Stornos bei der Kassennachschau zum Prüfungsrisiko werden

Die Kassennachschau kommt meist unangekündigt – und entscheidet sich selten an einem einzelnen Fehler, sondern an Mustern, Abläufen und Nachvollziehbarkeit. Gerade in der Gastronomie erleben wir immer wieder dieselben Schwachstellen: technisch oft korrekt, aber organisatorisch angreifbar. In unserer 10-teiligen Beitragsserie zeigen wir die 10 größten Fehler bei der Kassennachschau.

Stella He, Unsplash
Gastro, Recht und Gewerbe

Neue BGN-Themenseite „Küchenbetriebe“: Alles Wichtige zum Arbeitsschutz auf einen Blick

Die Küche zählt zu den gefährlichsten Arbeitsplätzen im Gastgewerbe – doch die Anforderungen an Arbeitsschutz und Unfallprävention waren bislang über zahlreiche Dokumente verstreut. Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe ändert das jetzt mit einer zentralen Anlaufstelle. Was Betriebe dort finden – und warum sich ein Lesezeichen lohnt.

Gastronovi
Finanzen und Controlling

Gastronomen verschenken bis zu 70.000 Euro jährlich

Viele Gastronomen nutzen bereits digitale Kassensysteme, Reservierungstools oder Warenwirtschaftslösungen. Doch ein Großteil der integrierten Funktionen bleibt oft ungenutzt. Hochgerechnet auf ein Jahr kann sich das ungenutzte Potenzial auf über 70.000 Euro pro Betrieb belaufen. Christian Jaentsch von Gastronovi hat die am häufigsten übersehenen Funktionen analysiert und gibt praxisnahe Tipps, wie Gastronomen ihre bestehende Infrastruktur besser ausschöpfen können.

Günther Dillingen, Pexels
Kostenmanagement

Parkraum als Umsatzbremse: Warum ungenutzte Stellplätze Betriebe direkt Geld kosten

Keine Parkplätze, keine Gäste? In deutschen Städten verschärft sich die Stellplatzsituation – und wird für Gastronomen und Hoteliers zum handfesten Umsatzproblem. Doch das eigentliche Dilemma liegt nicht im Mangel, sondern in der ineffizienten Nutzung. Während Dauerparker und Fremde Flächen blockieren, stehen Stellplätze außerhalb der Stoßzeiten leer. Wie lässt sich Parkraum so steuern, dass er die eigene Wertschöpfung unterstützt statt zu bremsen?

Führungscrew der Augustinum Gastronomie mit Geschäftsführer Christoph Specht (rechts), Augustinum
Branche und Trends

Erfolgreicher Einsatz gegen Lebensmittel-Abfälle

Die Augustinum Gastronomie hat ihr selbstgestecktes Ziel zur Reduzierung von Lebensmittel-Abfällen deutlich übertroffen. Statt der angestrebten 30 Prozent wurden bereits 36 Prozent erreicht – das entspricht einer jährlichen Einsparung von 228 Tonnen bundesweit. Das Unternehmen versorgt 23 Seniorenresidenzen sowie Schulen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Bis 2030 soll die Reduktion auf 50 Prozent gesteigert werden.

Weitere Artikel zum Thema

Mohamed_hassan, Pixabay
Die Hotellerie steht im Visier von Cyberkriminellen. Von gefälschten Buchungsbestätigungen bis zu manipulierten Zahlungsaufforderungen – die Angriffe nehmen zu und werden raffinierter. Die HSMA Deutschland e.V. hat gemeinsam mit der Kanzlei Spirit Legal einen Praxis-Leitfaden[...]
Mohamed_hassan, Pixabay
Telkotec
Die digitale Transformation stellt Restaurants vor immer komplexere Herausforderungen – von Echtzeitservice und kontaktlosen Zahlungssystemen bis zu KI-gestützter Betriebssteuerung. Nur mit einer verlässlichen Telekommunikations- und Netzwerkinfrastruktur lassen sich diese Anforderungen im Praxisalltag meistern, neue digitale[...]
Telkotec
Seaside Collection, G DATA
Als international tätiges Tourismus-Unternehmen setzt Seaside Collection auf Zuverlässigkeit und hohe Qualität – auch bei der IT-Security. Doch wie schützt man eine komplexe Infrastruktur ohne eigenes Fachpersonal und bei fehlender Expertise? Eine MXDR-Lösung sorgt für[...]
Seaside Collection, G DATA
Canva
Von Online-Buchungsportalen über digitale Speisekarten bis hin zu vernetzten Kassensystemen und Personalmanagement-Software – die Effizienzgewinne durch Digitalisierung sind enorm. Doch mit jedem neuen digitalen Tool wächst auch die Angriffsfläche für Cyberkriminelle. Längst sind nicht nur[...]
Canva
Marc Dönges
In den letzten Jahren und Monaten gab es immer wieder Schlagzeilen in den Medien zu Hackerangriffen auf Hotels und Gastronomiebetriebe. Immer häufiger sind auch kleine und mittlere Betriebe betroffen. Umso entscheidender ist es, sich im[...]
Marc Dönges
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.