Suche

Hackerangriff – der 5 Schritte-Notfallplan für Unternehmer

Abgesagte Operationen und Flüge, geschlossene Supermärkte, Millionenausfälle: Auch Unternehmen aus Gastronomie und Hotellerie sollten das fehlerhafte Crowdstrike-IT-Update zum Anlass nehmen, einen IT-Notfallplan zu erstellen und ihre Cyber-Resilienz zu prüfen.

Mohamed_hassan, PixabayMohamed_hassan, Pixabay

„Ob die Ursache für einen IT-Ausfall ein Updatefehler und ein Hackerangriff ist, spielt nicht nur bei kritischen Infrastrukturen eine untergeordnete Rolle. Das Ergebnis ist in beiden Fällen verheerend. Im Falle eines Cyberangriffs kommen Image- und Reputationsschäden hinzu“, sagt Payam Rezvanian, Mitglied der Geschäftsleitung bei Finanzchef24, dem Absicherungsspezialisten für Selbstständige und Unternehmer (www.finanzchef24.de). Fast jedes zweite Unternehmen in Deutschland ist heute bereits von einer Cyberattacke betroffen, doch nur etwa 40 Prozent der Unternehmen haben einen IT-Notfallplan.

Finanzchef24 rät Unternehmen zu einem gut entwickelten und regelmäßig getesteten IT-Notfallplan. Auch vor dem Hintergrund, dass eine bereits funktionierende IT-Sicherheit eine grundlegende Voraussetzung zum Abschluss einer Cyberversicherung gilt. Die zunehmend digitalen Bedrohungen und komplexer werdenden Risikoszenarien erfordern eine systematische Vorgehensweise bei einer unternehmenskritischen Notfallsituation.

Die wichtigsten Punkte für einen Cyber-Notfallplan

1. Effektive Kommunikation

Ein Notfallkommunikationsplan, der sicherstellt, dass alle betroffenen Parteien schnell und klar informiert werden. Im Vorfeld: Stakeholder identifizieren, Kommunikationskanäle festlegen, Nachrichten für verschiedene Szenarien vorbereiten. Dabei sind Meldepflichten zu beachten. Zum Beispiel: Datenschutzbehörde, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, Schadensmeldung an Versicherung.

Partner aus dem HORECA Scout

2. Umfassendes Notfallkontaktbuch

Alle relevanten internen und externen Kontakte, die im Notfall benötigt werden. Das Kontaktbuch sollte regelmäßig aktualisiert und sowohl an einem anderen Ort separat digital als auch in physischer Form sicher aufbewahrt werden.

Lesen Sie auch
DatenschutzRecht und ComplianceKünstliche Intelligenz, KI und AutomationSoftware und Systeme
Datenschutz im Zeitalter der KI

3. Bereitstellung eines Notfallkoffers

Ersatzrechner, -telefone, -server und wichtige Software, um den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten. Handbücher und Anweisungen in physischer Form für die schnelle Inbetriebnahme und Fehlerbehebung der Ersatzausrüstung.

Themen in diesem Artikel
Datenschutz

4. IT-Notfallkarte

Hinweisschild in physischer Form sichtbar positioniert im Stil „Verhalten im Brandfall“ bietet Beschäftigten wichtige Verhaltenshinweise bei IT-Notfällen. Die Notfallkarte soll an zentralen Orten platziert werden und erzeugt einen unmittelbaren Beitrag zur Security Awareness in der Organisation. Sie gibt Beschäftigten wichtige Verhaltenshinweisen bei IT-Notfällen, damit sie vom ersten Moment an richtige Entscheidungen treffen können. Die Karte beinhaltet die Ansprechpartner für IT-Notfälle und deren Erreichbarkeit, sowie die ersten Schritte zur Durchführung von Gegenmaßnahmen. Diese dürfen nur nach Absprache mit den Verantwortlichen durchgeführt werden.

5. Regelmäßige Überprüfungen und Übungen

Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen im Unternehmen: Sicherstellen, dass der Notfallplan aktuell bleibt und alle Beteiligten wissen, was im Ernstfall zu tun ist.

Lesen Sie auch
DatenschutzRecht und ComplianceSoftware und SystemeMarketing
Ohne Einwilligung kein Erfolg – Warum nur sauberes Consent-Management nachhaltiges Marketing ermöglicht

Cyber-Sicherheit: Führungskräfte in der Pflicht

Da Cybervorfälle die Existenz eines Unternehmens gefährden, ist Cyber-Sicherheit laut Finanzchef24 Chefsache. „Auch wenn die Aufstellung eines solchen Plans zunächst aufwendig erscheint, ist dies eine Investition in die Zukunftssicherheit des Unternehmens. Es geht nicht nur um die Wiederherstellung von Systemen und Daten, sondern um das Vertrauen von Kunden, Partnern und Mitarbeitern und die Unternehmenszukunft,“ betont Rezvanian. Die Vorbereitung sollte regelmäßig überprüft, getestet und aktualisiert werden. Schulungen und Weiterbildungen der Mitarbeiter seien essentiell, wodurch die Belegschaft zu einem wesentlichen Bestandteil der Cyber-Sicherheit wird.

Meist ist die Herausforderung die Kombination von technischen Lücken und Fehlverhalten der Mitarbeiter. „Die IT kann noch so gut sein, der Mensch bleibt auch im Jahr 2024 das Problem. Die Bedrohung durch Cyberkriminalität nimmt kontinuierlich zu, und Unternehmen jeder Größe müssen sich darauf einstellen“, sagt Payam Rezvanian.

Fehlende Updates sind potenzielle Einfallstore

Das Problem: Gerade kleine und mittlere Unternehmen überschätzen oft ihre IT-Sicherheit und unterschätzen die Risiken eines Hackerangriffs. Die Basis sind meist Bugs in der Software und fehlerhafte oder fehlende Updates, die von Internet-Bots ausspioniert werden. „Hacker greifen die kleinen und mittleren Unternehmen in der Regel nicht gezielt an. Die Cyberkriminellen verwenden dazu besondere Software, die alle verfügbaren Rechner und Homepages auf bekannte Sicherheitslücken absuchen,“ sagt Rezvanian. Üblicherweise durchsuchen Bots das Internet wie eine Suchmaschine nach Lücken. Jeder Anschluss, der gerade online ist, wird geprüft. Es wird gesucht, wo das letzte Update noch nicht installiert wurde und welche Software Sicherheitslücken aufweist. Deswegen sollten Firmen auf aktuelle Updates und Systemsicherheit achten.

Canva
Finanzen und Controlling

GEMA passt TV-Tarif an: Rückerstattungen für Gastgewerbe möglich

Die GEMA hat den Tarif für die öffentliche Wiedergabe von Fernsehsendungen (FS-Tarif) zum 1. Januar 2025 angepasst. Grundlage ist ein Urteil des Oberlandesgerichts München. Die Änderung betrifft unmittelbar die Einstufung von Fernsehgeräten nach Bildschirmgröße und die Art der Berechnung der Vergütung. Für viele Betriebe kann dies zu geringeren laufenden Kosten und zu Rückerstattungen führen.

DIRS21
Events und Messen

DIRS21 präsentiert neue Live App auf der INTERGASTRA 2026

Der mobile Begleiter für den Hotelalltag steht im Zentrum des DIRS21-Messeauftritts. Die App vernetzt Teams im Frontoffice, Housekeeping, Service und Management digital und kombiniert Kommunikation, Aufgabenmanagement und Gästeservice in einer zentralen Lösung. Die Basisfunktionen stehen allen DIRS21-Kunden kostenfrei zur Verfügung, erweiterte Module sind als Abo erhältlich.

Online Birds
Künstliche Intelligenz, KI und Automation

Social GEO: Schon wieder nur ein neues Buzzword oder doch entscheidend für eine gute KI-Sichtbarkeit von Hotels?

Die Sichtbarkeit von Hotels verlagert sich zunehmend in KI-gestützte Such- und Empfehlungssysteme. Social GEO – die strategische Optimierung von Social-Media-Inhalten für KI-basierte Entscheidungsprozesse – wird dabei zum entscheidenden Faktor. Philipp Ingenillem, Branchenexperte und Gesellschafter von Online Birds, über die Bedeutung von Social GEO und eine kostenfreie Online-Session im Februar.

DEHOGA Bundesverband
Branche und Trends

DEHOGA launcht digitale Wissensplattform für Mitgliedsbetriebe

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) stellt seinen Mitgliedern ab sofort eine KI-gestützte Mobile App zur Verfügung. Die Anwendung konsolidiert erstmals das gesamte Verbandswissen in einem digitalen Werkzeug – von rechtlichen Grundlagen über betriebliche Checklisten bis zu regionalen Brancheninformationen. Statt mühsamer Recherche erhalten Gastronomen und Hoteliers durch Künstliche Intelligenz sofort aufbereitete Antworten aus verifizierten Quellen.

WWS Wirtz, Walter, Schmitz GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft
Finanzen und Controlling

Unternehmensverkauf im Gastgewerbe: Übergang in den Ruhestand als strategische und finanzielle Herausforderung

Der Verkauf eines Hotels oder gastronomischen Betriebs aus Altersgründen ist eine komplexe, strategisch anspruchsvolle Transaktion, die fundierte Vorbereitung, wirtschaftliches Augenmaß und Verhandlungsgeschick erfordert. Eine realistische Bewertung, eine frühzeitig durchgeführte Verkäufer-Due-Diligence sowie ein klar strukturiertes Verhandlungskonzept sind zentrale Erfolgsfaktoren auf dem Weg zu einem fairen und tragfähigen Kaufpreis.

Thomas Wagner, Messe Stuttgart
Branche und Trends

INTERGASTRA 2026: Wie das Young Talents Camp der Branche neuen Schwung gibt

Der Fachkräftemangel trifft das Gastgewerbe härter als viele andere Branchen. Die INTERGASTRA 2026 setzt mit dem Young Talents Camp ein deutliches Zeichen: In Halle 7 entsteht ein Erlebnisraum, der jungen Menschen zeigt, welche Perspektiven Hotellerie und Gastronomie bieten – fernab von Hochglanzbroschüren, dafür mit echten Einblicken von Praktikern.

Weitere Artikel zum Thema

applord GmbH
Künstliche Intelligenz verändert den Gastronomiealltag rasant – doch zwischen Effizienzgewinn und Rechtssicherheit liegt ein schmaler Grat. Während automatisierte Prozesse Arbeitsabläufe beschleunigen, verschärfen EU-Verordnungen die Anforderungen an Transparenz und Kontrolle. Wer KI rechtskonform einsetzen will, muss[...]
applord GmbH
mip Consult GmbH
E-Mail-Marketing lebt von Reichweite – doch ohne rechtskonforme Einwilligungen wird jede Kampagne zum Risiko. Moderne Consent-Management-Plattformen sind längst mehr als digitale Pflichtübung: Sie verknüpfen Marketing, Kundenservice und Compliance zu einem durchgängigen System, das Vertrauen schafft[...]
mip Consult GmbH
mip Consultant GmbH
Microsoft will in Teams künftig automatisch erkennen, wer im Büro ist – praktisch für hybride Teams, heikel für den Datenschutz. Warum die geplante Funktion mehr Fragen aufwirft als sie beantwortet und wie Unternehmen mit diesem[...]
mip Consultant GmbH
Gustavo Fring , Pexels
Wissen, das dort landet, wo es gebraucht wird: Ein digitales Benutzerhandbuch liefert Mitarbeitenden im Gastgewerbe aktuelle, strukturierte Informationen genau in dem Moment, in dem sie sie benötigen – und macht Abläufe schneller erlernbar, sicherer und[...]
Gustavo Fring , Pexels
Erik Mclean, Pexels
Erik Mclean, Pexels
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.