Suche

Die digitale Stempelkarte: Warum immer mehr kleine Betriebe umsteigen

  • Stammkundenbindung scheitert nicht am Willen, sondern an unpraktischen Werkzeugen – Papier-Stempelkarten gehen verloren, eigene Apps werden nicht heruntergeladen.
  • Vorinstallierte Wallet-Systeme wie Apple Wallet und Google Wallet lösen das Problem ohne Download-Hürde und ermöglichen messbar höhere Rücklaufquoten.
  • Betriebe sollten auf niedrigschwellige digitale Lösungen setzen, die sofort einsetzbar sind und durch Pushbenachrichtigungen gezielt bei schwacher Auslastung unterstützen.

Vitaly Gariev, UnsplashVitaly Gariev, Unsplash

Stammkunden sind das Rückgrat jedes kleinen Betriebs. Sie kommen wieder, empfehlen weiter und brauchen keine teuren Werbekampagnen. Trotzdem tun sich viele Inhaber schwer damit, diese Kunden aktiv zu halten. Die klassische Stempelkarte aus Papier war ein erster Versuch, funktioniert aber nicht zuverlässig genug. Karten gehen verloren, werden vergessen, landen zerknittert in der Jackentasche.

Der eigentliche Gedanke dahinter ist aber richtig: Stammkunden sollen sich gesehen fühlen und einen Grund haben wiederzukommen.

Warum eine eigene App keine Lösung ist

Viele Inhaber denken als nächsten Schritt an eine eigene App. Das klingt modern, ist aber in der Praxis ein Problem. Kunden laden keine Apps für einzelne Betriebe herunter. Der durchschnittliche Smartphonenutzer installiert weniger als eine neue App pro Monat. Dieser Platz gehört selten dem Lieblingsfriseur oder dem Restaurant um die Ecke.

Partner aus dem HORECA Scout

Eine eigene App zu entwickeln kostet tausende Euro, braucht Monate Entwicklungszeit und schreckt am Ende genau die Kunden ab, die man gewinnen wollte.

Was wirklich funktioniert: das Wallet

Apple Wallet und Google Wallet sind auf jedem Smartphone bereits vorinstalliert. Millionen Menschen nutzen sie täglich für Boardingpässe, Konzertkarten und Bankkarten. Die Frage ist: Warum nicht auch für die digitale Stempelkarte des Lieblingsladens?

Lesen Sie auch
Finanzen und ControllingRecht und ComplianceSoftware und Systeme
Warum Stornos bei der Kassennachschau zum Prüfungsrisiko werden

Genau hier setzt ein neuer Ansatz an, der sich unter kleinen Betrieben verbreitet. Kunden registrieren sich einmalig für die digitale Stempelkarte per QR-Code, den der Betrieb gut sichtbar aufstellt. Kein Download, kein Account, keine Hürde.

Themen in diesem Artikel
Software und SystemeMarketingAppsKundenbindungQR-CodeStempelkarteWallet-Systeme

Die Karte ist dann im Wallet des Handys gespeichert. Beim nächsten Besuch zeigen Kunden einfach ihre Stempelkarte vor. Stempel drauf, fertig.

Was das für den Betrieb bedeutet

Für Inhaber ändert sich der Alltag kaum. Der Kunde registriert sich einmalig, danach läuft alles digital: Stempel vergeben, Prämien einlösen, Karten verwalten. Alles über ein einfaches Dashboard am Smartphone oder Laptop.

Was sich deutlich ändert: die Rücklaufquote. Kunden, die ihre Karte immer dabei haben, kommen häufiger zurück. Wer sieht, dass noch zwei Stempel bis zur Prämie fehlen, kommt gezielt wieder.

Lesen Sie auch
Gastro, Recht und GewerbeRecht und ComplianceVersicherungen und Risikomanagement
Neue BGN-Themenseite „Küchenbetriebe“: Alles Wichtige zum Arbeitsschutz auf einen Blick

Dazu kommt ein Werkzeug, das es vorher nicht gab: Pushbenachrichtigungen direkt ans Handy. Ein ruhiger Dienstagnachmittag? Eine kurze Nachricht an alle Karteninhaber. Die Auslastung steigt messbar.

Kein Investment, kein Risiko

Was viele überrascht: Der Einstieg kostet fast nichts. Lösungen wie stemp.app, ein Berliner Startup, das genau diesen Ansatz für kleine Betriebe entwickelt hat, starten bei unter 15 Euro im Monat und lassen sich zunächst kostenlos testen. Das System läuft ohne Hardware, ohne IT-Kenntnisse und ohne Mindestlaufzeit.

Wer heute beschließt, seine digitale Stempelkarte einzuführen, kann noch heute live gehen.

Fazit

Stammkunden kommen nicht von alleine zurück. Sie brauchen einen Grund. Wer ihnen das einfach macht, gewinnt. Wer es ihnen schwer macht, verliert sie an den nächsten Laden.

Das geht heute einfacher als je zuvor.

ACCONSIS
Finanzen und Controlling

Warum Stornos bei der Kassennachschau zum Prüfungsrisiko werden

Die Kassennachschau kommt meist unangekündigt – und entscheidet sich selten an einem einzelnen Fehler, sondern an Mustern, Abläufen und Nachvollziehbarkeit. Gerade in der Gastronomie erleben wir immer wieder dieselben Schwachstellen: technisch oft korrekt, aber organisatorisch angreifbar. In unserer 10-teiligen Beitragsserie zeigen wir die 10 größten Fehler bei der Kassennachschau.

Stella He, Unsplash
Gastro, Recht und Gewerbe

Neue BGN-Themenseite „Küchenbetriebe“: Alles Wichtige zum Arbeitsschutz auf einen Blick

Die Küche zählt zu den gefährlichsten Arbeitsplätzen im Gastgewerbe – doch die Anforderungen an Arbeitsschutz und Unfallprävention waren bislang über zahlreiche Dokumente verstreut. Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe ändert das jetzt mit einer zentralen Anlaufstelle. Was Betriebe dort finden – und warum sich ein Lesezeichen lohnt.

Gastronovi
Finanzen und Controlling

Gastronomen verschenken bis zu 70.000 Euro jährlich

Viele Gastronomen nutzen bereits digitale Kassensysteme, Reservierungstools oder Warenwirtschaftslösungen. Doch ein Großteil der integrierten Funktionen bleibt oft ungenutzt. Hochgerechnet auf ein Jahr kann sich das ungenutzte Potenzial auf über 70.000 Euro pro Betrieb belaufen. Christian Jaentsch von Gastronovi hat die am häufigsten übersehenen Funktionen analysiert und gibt praxisnahe Tipps, wie Gastronomen ihre bestehende Infrastruktur besser ausschöpfen können.

Günther Dillingen, Pexels
Kostenmanagement

Parkraum als Umsatzbremse: Warum ungenutzte Stellplätze Betriebe direkt Geld kosten

Keine Parkplätze, keine Gäste? In deutschen Städten verschärft sich die Stellplatzsituation – und wird für Gastronomen und Hoteliers zum handfesten Umsatzproblem. Doch das eigentliche Dilemma liegt nicht im Mangel, sondern in der ineffizienten Nutzung. Während Dauerparker und Fremde Flächen blockieren, stehen Stellplätze außerhalb der Stoßzeiten leer. Wie lässt sich Parkraum so steuern, dass er die eigene Wertschöpfung unterstützt statt zu bremsen?

Führungscrew der Augustinum Gastronomie mit Geschäftsführer Christoph Specht (rechts), Augustinum
Branche und Trends

Erfolgreicher Einsatz gegen Lebensmittel-Abfälle

Die Augustinum Gastronomie hat ihr selbstgestecktes Ziel zur Reduzierung von Lebensmittel-Abfällen deutlich übertroffen. Statt der angestrebten 30 Prozent wurden bereits 36 Prozent erreicht – das entspricht einer jährlichen Einsparung von 228 Tonnen bundesweit. Das Unternehmen versorgt 23 Seniorenresidenzen sowie Schulen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Bis 2030 soll die Reduktion auf 50 Prozent gesteigert werden.

Weitere Artikel zum Thema

ACCONSIS
Die Kassennachschau kommt meist unangekündigt – und entscheidet sich selten an einem einzelnen Fehler, sondern an Mustern, Abläufen und Nachvollziehbarkeit. Gerade in der Gastronomie erleben wir immer wieder dieselben Schwachstellen: technisch oft korrekt, aber organisatorisch[...]
ACCONSIS
Gastronovi
Viele Gastronomen nutzen bereits digitale Kassensysteme, Reservierungstools oder Warenwirtschaftslösungen. Doch ein Großteil der integrierten Funktionen bleibt oft ungenutzt. Hochgerechnet auf ein Jahr kann sich das ungenutzte Potenzial auf über 70.000 Euro pro Betrieb belaufen. Christian[...]
Gastronovi
Günther Dillingen, Pexels
Keine Parkplätze, keine Gäste? In deutschen Städten verschärft sich die Stellplatzsituation – und wird für Gastronomen und Hoteliers zum handfesten Umsatzproblem. Doch das eigentliche Dilemma liegt nicht im Mangel, sondern in der ineffizienten Nutzung. Während[...]
Günther Dillingen, Pexels
Online Birds GmbH
Online Birds hat sein kostenfreies Analysetool Hotel Digital Score um den AI-Prompt-Score erweitert. Die neue Kennzahl zeigt datenbasiert, wie häufig ein Hotel in KI-generierten Antworten von Systemen wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity erscheint. Damit reagiert[...]
Online Birds GmbH
teamgeist
Der Tagungsmarkt ist hart umkämpft – gerade für Hotels in stadtnaher Randlage wird die Differenzierung zur Herausforderung. Während Businesshotels in Innenstadtlagen und große Ketten mit Infrastruktur und Markenbekanntheit punkten, müssen kleinere Häuser andere Wege finden.[...]
teamgeist
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.